ERP/PPS-System für Variantenfertiger: Wie Star die Produktvielfalt im Griff hält

Die Fertigungstiefe bei Star ist hoch.
Die Fertigungstiefe bei Star ist hoch.Bild: Star GmbH & Co. KG

Lüftungs-, Filter- und Abdeckgitter, Jalousie- und Überdruckklappen, Türen, Schalldämmkulissen, Wetterschutzkombinationen sowie Brandschutz- und Entrauchungsklappen inklusive Zubehör: Die Firma Star, ursprünglich 1956 gegründet, ist spezialisiert auf die Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von innovativen Produkten für die Lüftungs- und Klimatechnik. Der Kundenkreis umfasst Großhändler, Anlagenbauer und Handwerksbetriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – die luft- und klimatechnischen Komponenten des familiengeführten Unternehmens sind vom klassischen Industriebetrieb bis hin zum Luxushotel weltweit im Einsatz. In enger Zusammenarbeit mit den Kunden werden bedarfsgerechte Systeme aus Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kunststoff oder Holz erarbeitet. Rund 20 Mitarbeitende fertigen in Deutschland am Unternehmenssitz in Sauldorf-Rast im südlichen Baden-Württemberg.

Im eigenen Haus gelöst

„Durch die hohe Fertigungstiefe von über 90 Prozent, einen prozessoptimierten Auftragsdurchlauf und die langjährige Erfahrung unserer Mitarbeitenden sind wir in der Lage, jeden Artikel flexibel und jeder Zeit nach Maß zu fertigen sowie termingerecht auszuliefern“, erläutert Erwin Beck, Geschäftsführer bei Star. Dabei unterstützte zunächst ein ERP-System mit kaufmännischem Schwerpunkt die Abwicklung der administrativen Geschäftsprozesse. Fertigungsspezifische Aufgaben wie die Variantengenerierung, Rückmeldungen und die Kalkulation wurden manuell abgearbeitet. Beispielsweise musste jeder Artikel der mittlerweile mehr als 3.000 Aufträge pro Jahr separat angelegt und die dazugehörige Stückliste über einen Editor erstellt werden. Die Variantenvielfalt der einzeln oder in Kleinserien gefertigten lüftungs- und klimatechnischen Komponenten ist allerdings herausfordernd für den administrativen und produktionsbegleitenden Workflow.

Auf Metallverarbeiter zugeschnitten

Erwin Beck blickt zurück: „Auf Dauer machten der hohe und fehlerbehaftete manuelle Aufwand sowie die geringe Transparenz und Durchgängigkeit unserer Arbeitsabläufe die Einführung eines integrierten ERP/PPS-Systems unumgänglich.“ Die Wahl fiel auf die Business-Software Issos Pro von APS Delta in Villingen-Schwenningen: „Die umfassende Expertise des Herstellers in der Metallverarbeitung zeigt sich deutlich in der Logik und der Bedienerführung. Bereits der Standard deckt sowohl unsere betriebswirtschaftlichen als auch fertigungsspezifischen Aufgaben zu einem Großteil ab. Entscheidungsrelevant war für uns vor allem auch die hohe Flexibilität von Issos, die individuelle Anpassungen wie beispielsweise bei der Variantenthematik schnell und einfach ermöglicht“, so Erwin Beck.

Die Produkte von Star sind für moderne Gebäudesysteme unerlässlich.
Die Produkte von Star sind für moderne Gebäudesysteme unerlässlich. Bild: Star GmbH & Co. KG

Konfigurator statt Handarbeit

Artikeldetails wie Rahmen, Lamellen oder Stege, Zuschnittsmaße wie Breite oder Höhe, qualitative und optische Parameter wie Oberflächenbeschichtung oder Farbe, Zulassungskonformität sowie Befestigungs- oder Dichtungsart in der jeweiligen Einbausituation: Nahezu jede der jährlich über 3.000 ausgelieferten lüftungs- bzw. klimatechnischen Komponenten wird bei Star aus bis zu 200 Merkmalen individuell nach Kundenwunsch konfiguriert und produziert. Die rasant steigende Produkt- und Variantenvielfalt wurde von der früheren Software jedoch nicht unterstützt: Geführt wurde daher eine Standard-Stückliste, die für jeden neuen Betriebsauftrag entsprechend den spezifischen Vorgaben manuell bereinigt oder ergänzt werden musste. Erwin Beck: „Dieser Prozess war sehr umständlich und kostete uns viel Zeit. Fehlende oder falsche Teile hatten direkte Folgen für die Materialwirtschaft und damit auch für die Durchlaufzeit in der Produktion. Im Vordergrund der aktuellen Software-Anwendung steht daher vor allem der in ins ERP-System integrierte Variantenkonfigurator. Dessen Standard haben wir gemeinsam mit APS Delta funktionell erweitert und exakt auf die praxisgerechte Abbildung und Steuerung auch komplexer und extrem variantenreicher Bauteile zugeschnitten.“

Automatisiert und abgesichert

Basierend auf der Artikelgruppe sowie frei definierbarer Sachmerkmale, die bei allen Artikeln unterschiedlich ausgeprägt sind, wird die Stückliste heute automatisch im System generiert. Gleichzeitig wird der dazugehörige Arbeitsplan erstellt und der jeweilige Werkstattauftrag gebildet. Darüber hinaus führt die Software eine Plausibilitätskontrolle durch und ermittelt, ob die erwünschte Kombination technisch überhaupt möglich ist. Der Geschäftsführer weiter: „Mit dem Issos-Variantenkonfigurator haben wir unsere Produktvielfalt im Griff. Die automatisierte Artikelanlage sorge für schnelle, nachvollziehbare sowie sichere Abläufe von der Materialdisposition über die Kapazitätsplanung und die Fertigung bis hin zur Lagerverwaltung.“

Geschäftsabläufe durchgängig und transparent

Star hat mit Issos Pro ein voll integriertes ERP/PPS-System im Einsatz, das die Geschäftsabläufe unternehmensweit durchgängig und transparent abbildet sowie Arbeitsschritte vereinfacht und automatisiert. Mit den Anpassungen konnten zudem die betriebsspezifischen Anforderungen im Bereich der Variantengenerierung vollständig gelöst werden. „Die Software-Anwendung war von Beginn an bis heute kosten-nutzen-optimal. Mit Issos ist es uns gelungen, den Zeitaufwand in Verwaltung und Produktion nachhaltig zu reduzieren und damit Kosten einzusparen. Gleichzeitig versetzt uns die praxisgerechte Weiterentwicklung der Software in die Lage, die Qualität unserer Planungs- und Fertigungsprozesse kontinuierlich zu steigern. Durch die nächsten Schritte im Bereich Digitalisierung und Automatisierung versprechen wir uns, auch künftig weiteres Optimierungspotential aufzudecken und gemeinsam mit Unterstützung durch APS delta auszuschöpfen“, bilanziert Erwin Beck abschließend.



  • Was Unternehmen beim KI-Einsatz heute anders machen würden

    Was Unternehmen beim KI-Einsatz heute anders machen würden

    Nahezu die Hälfte der für eine Reichelt Elektronik-Studie befragten Unternehmen würde Implementierung von künstlicher Intelligenz nach heutigem Stand anders angehen. Beispielsweise würden sie Mitarbeiter stärker einbeziehen.

    mehr lesen: Was Unternehmen beim KI-Einsatz heute anders machen würden

  • Softwarebasis für flexiblere Automobilfertigung

    Softwarebasis für flexiblere Automobilfertigung

    Um Produktionssysteme in der Automobilindustrie schneller, flexibler und effizienter zu gestalten soll im Forschungsprojekt ’Software-Defined Manufacturing für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie (SDM4FZI)‘ eine neue technologische Grundlage entwickelt werden.

    mehr lesen: Softwarebasis für flexiblere Automobilfertigung

  • Wieder mehr Kurzarbeit im November

    Wieder mehr Kurzarbeit im November

    Erstmals seit Februar ist die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland wieder gestiegen. Wie das Ifo Institut mitteilt, waren im November 10.000 Beschäftigte mehr in Kurzarbeit als noch im Oktober.

    mehr lesen: Wieder mehr Kurzarbeit im November

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Datasensing geht an den Start

    Datasensing geht an den Start

    Zum Jahreswechsel geht das Unternehmen Datasensing an den Start. Das Unternehmen entsteht aus dem Zusammenschluss von Micro Detectors und dem Datalogic-Geschäftsbereich ‘Sensor & Safety and Machine Vision‘.

    mehr lesen: Datasensing geht an den Start

  • Unternehmen setzen auf Individualsoftware

    Unternehmen setzen auf Individualsoftware

    Jedes Unternehmen hat andere Bedürfnisse, wenn es um den Einsatz von Software geht. Standardlösungen können dies oftmals nicht ausreichend abbilden. Daher setzt laut einer Techconsult-Studie jedes zweite Unternehmen auf Individualsoftware.

    mehr lesen: Unternehmen setzen auf Individualsoftware

  • Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

    Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

    Allgeier übernimmt Evora IT Solutions, einen Spezialisten für Kundenservice- und Instandhaltungslösungen. Damit will Allgeier seine SAP- und ServiceNow Beratung ausbauen.

    mehr lesen: Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

  • Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

    Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

    Wo ist die Arbeitsbelastung höher – im Büro oder im Homeoffice? Dieser Frage ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nachgegangen und hat im Rahmen einer Studie ermittelt, dass die Arbeitsbelastung nicht…

    mehr lesen: Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

  • Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

    Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

    Trotz des dritten Rückgangs in Folge verbleibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer noch auf einem hohen Niveau. Einen größeren Rückschlag durch die vierte Pandemie-Welle erwarten die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung…

    mehr lesen: Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

  • Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

    Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

    Zusätzlich zu CEO Dr. Tim Weckerle und COO Stefan Jesse wird zukünftig auch Dr. Diego Ricardo Rapela dem Auvesy-Management-Team angehören. Er übernimmt die neugeschaffene Position des Chief Technology Officers.

    mehr lesen: Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

  • Keine Erholung beim Materialmangel

    Keine Erholung beim Materialmangel

    Nach einem leichten Rückgang im vergangenen Monat, hat sich der Materialmangel in der Industrie im November wieder verstärkt. Rund drei Viertel der Unternehmen klagen über Engpässe.

    mehr lesen: Keine Erholung beim Materialmangel

  • Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

    Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

    Congatec gibt seine strategische Partnerschaft mit Sysgo bekannt. Ziel ist es, den Märkten für kritische Systeme – wie Industrieautomation, Medizintechnik, Smart Energy, Eisenbahn, kommerzielle und autonome Fahrzeuge oder Baumaschinen -…

    mehr lesen: Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein