Autor: Dr. Florian Harzenetter, Senior Director Global Advisor Industrials, PTC
Über die Potenziale von KI – und seit neuestem von KI-Agenten – ist viel zu lesen. Diese sind unbestritten. In der Praxis aber ist KI nur so gut wie ihre Datenbasis. Und hier liegt das eigentliche Problem: Laut IBM CEO-Studie brachte nur ein Viertel der KI-Initiativen den erwarteten ROI, lediglich 16 % erreichten unternehmensweite Skalierung. Die Hälfte der befragten CEOs räumt ein, dass die technologische Infrastruktur ihres Unternehmens uneinheitlich und fragmentiert ist.
Die Konsequenz: Daten liegen verstreut in Silos, in unterschiedlichen Formaten und Qualitäten – für KI-Anwendungen kaum nutzbar. Entwicklung und Produktion arbeiten weitgehend unabhängig voneinander, Änderungen werden zu spät erkannt, Innovationskraft gebremst.
Produktdaten als Grundlage
Der Weg aus diesem Dilemma führt über ein durchgängiges Produktdaten-Fundament. PTC nennt diesen Ansatz den Intelligent Product Lifecycle: ein digitaler Faden, der den gesamten Produktlebenszyklus verbindet – von der ersten Anforderung über Entwicklung und Fertigung bis zum Service und zurück. Produktdaten sind dabei die DNA jedes produzierenden Unternehmens: 89 % der befragten Führungskräfte sehen durchgängige Produktdaten als Schlüssel zur Kostensenkung, 81 % als Basis für differenzierte Produkte, 71 % für kürzere Time-to-Market.
KI entlang des gesamten Lebenszyklus
Auf dieser Basis entfaltet KI ihren Mehrwert in jeder Phase: In der Entwicklung unterstützen KI-Copiloten Konstrukteure, generative Design-Tools erstellen 3D-Modelle nach definierten Parametern, KI-Agenten analysieren automatisch Auswirkungen von Änderungen an Anforderungen oder Konstruktionsdaten. Die doppelte Erstellung von Teilen lässt sich so um 20 bis 40 % reduzieren, die Modellierungszeit halbieren.
In der Fertigung entstehen die größten Potenziale aus der Integration von PLM-, ERP- und MES-Daten: KI vergleicht Produktionsqualität mit Toleranzanforderungen, erstellt automatisch Arbeitsanweisungen und synchronisiert Änderungen in Echtzeit – Stücklisten und 3D-Arbeitsanweisungen inklusive.
Im Service optimiert KI Ersatzteilmanagement, Terminplanung und Wartungsplanung. Multi-Agenten-Architekturen – etwa in ServiceMax – beantworten natürlichsprachliche Anfragen auf Basis von Arbeitsauftragsdaten oder koordinieren Serviceeinsätze automatisch. IoT-Betriebsdaten fließen in Predictive-Maintenance-Modelle ein und schließen den Kreislauf zurück zur Produktentwicklung.

Produktdaten-Fundament + eingebettete KI = Wettbewerbsvorteil
Bild: ©Outsiderzone/stock.adobe.com
Voraussetzung: Offenheit und Mensch
Technisch setzt das auf offene, interoperable Plattformarchitekturen mit standardisierten Schnittstellen. Nur nahtlose Integration gewährleistet, dass KI-Funktionen mit bestehenden Workflows, Zugriffskontrollen und Compliance-Regeln übereinstimmen – und damit Vertrauen erzeugen.
Doch Technologie allein genügt nicht. Entscheidend ist eine KI-First-Mentalität: Teams mit KI-Kompetenz ausstatten, Regeln für verantwortungsvollen Einsatz etablieren und eine Kultur fördern, in der Mensch und KI gemeinsam arbeiten. Unternehmen, die heute das Fundament legen, sichern sich die Flexibilität für alle weiteren Entwicklungen.
Firma: PTC
Straße: Friedenstraße 22b
Ort: 81671 München
E-Mail: information@ptc.com
Telefon: +49 89- 231202300
Website: www.ptc.com
Linkedin: https://www.linkedin.com/company/ptcinc/







