Kundendaten für den KI-Einsatz vorbereiten

An analyst uses a computer and dashboard for data business analy
©Deemerwha studio/stock.adobe.com

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Daten im Vertrieb und Service zielgerichtet einzusetzen. Darüber hinaus sind Daten die Basis für viele KI-Projekte, sofern sie validiert sind und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Wie kann es produzierenden Unternehmen also gelingen, aus Daten wertvolles Wissen zu generieren und diese als verlässliche Quelle für KI-Systeme zur Verfügung zu stellen? Mit Einführung eines Systems für Customer Relationship Management verschaffen sich Unternehmen einerseits die ganzheitliche Sicht auf ihre Kunden. Dafür werden alle Informationen und Interaktionen mit dem Kunden vom Erstkontakt bis zum Vertragsabschluss und darüber hinaus erfasst. Dies führt abteilungs- und teamübergreifend zu mehr Transparenz und reduziert gleichzeitig den Abstimmungsaufwand. Insbesondere ermöglichen es CRM-Anwendungen, Prozesse zu verschlanken sowie die Service-Qualität und den Umsatz zu steigern.

CRM- mit ERP-Systemen integrieren

Zusätzlich ist die Integration von Anwendungen wie ERP-Software oder Systeme zur Produktionsplanung bzw. für die Materialwirtschaft in das CRM-System sehr hilfreich. So können Mitarbeitende ihren Kunden beispielsweise direkt Auskunft über den Auftragsstatus oder den voraussichtlichen Liefertermin geben. Außerdem könnten produzierende Unternehmen ihren Kunden einen kontrollierten Zugang über ein Portal geben, um sich z.B. eigenständig über den Status ihrer Aufträge zu informieren, Serviceanfragen zu stellen oder ihre Stammdaten zu pflegen bzw. zu ergänzen. Dies entlastet das Personal und schafft Transparenz, die das Vertrauen in den Lieferanten stärkt.

Valide Datenbasis schaffen

Durch das Zusammenführen der kundenbezogenen Daten entsteht im Unternehmen eine ‚Single Source of Truth‘, also eine zentrale Datenquelle, die als die einzige verlässliche Informationsquelle aller kundenbezogenen Daten, Interaktionen und Transaktionen bildet. Diese kann dann vergleichsweise einfach als Grundlage für den Einsatz neuer KI-Werkzeuge dienen.

Hohe Datenqualität gewährleisten

Im nächsten Schritt geht es um das Datenmanagement, das eine hohe Datenqualität sicherstellt. Dabei werden Data-Governance-Richtlinien festgelegt, nach denen Datenbestände zukünftig verwaltet werden sollen. Dies hat zum Ziel, die Verfügbarkeit, Nutzbarkeit, Integrität und Sicherheit von Daten sowie die Einhaltung von Compliance-Vorgaben, z.B. der DSGVO, sicherzustellen. Es folgt im Rahmen einer zentralen Datenstrategie die Bestandsaufnahme der Datenlandschaft. Hierbei kommen Unternehmen häufig zu dem Ergebnis, dass Daten nicht nur über verschiedene Systeme verteilt, sondern in der Regel mehrfach gespeichert sind. Dann ist es notwendig, die Daten aus den Quellen zu konsolidieren und anschließend zu bereinigen, um den eindeutigen ‚Golden Record‘ je Einheit (z.B. Person, Unternehmen und Auftrag) zu definieren. Konkret sind Dubletten zu entfernen, Fehler zu korrigieren und veraltete Informationen zu aktualisieren, was mit KI-Funktionen heute weitgehend automatisiert gelingt. Anschließend werden unstrukturierte Daten zu den Kundendatensätzen hinzugefügt. Auch diesen Prozess können KI-Systeme verschlanken, indem sie beispielsweise E-Mails, Angebote oder Verträge verschlagworten und so den jeweiligen Kunden automatisiert zuordnen.

Datenintegrität dauerhaft sicherstellen

Das Zusammenführen und Bereinigen der Kundenstammdaten sowie deren Anreicherung stellt die Integrität jedoch nur zum aktuellen Zeitpunkt sicher. Schließlich können sich beispielsweise Firmennamen, Adressen oder Ansprechpartner ändern. Unternehmen sollten die Daten daher regelmäßig zumindest stichprobenartig überprüfen. Darüber hinaus stellen Validierungs-Regeln sicher, dass bei der Neuanlage von Kontakten die Daten korrekt und vollständig ins CRM-System gelangen.

Demografischen Wandel adressieren

Daten und deren Aktualität sind angesichts des demografischen Wandels eine wichtige Grundlage für den langfristigen Unternehmenserfolg. So erhalten Nachfolger ausscheidender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schneller einen Einblick in die gesamte Kundenhistorie. Zudem sind Unternehmen heute aufgrund des Fachkräftemangels gefordert, ihr Arbeitsvolumen mit einer immer kleineren Belegschaft zu bewältigen. Dies kann mit einer auf einer soliden Datenbasis trainierten KI-Anwendung gelingen, indem diese die Mitarbeitenden von Routinetätigkeiten entlastet.

Was KI im industriellen Umfeld leistet

Optimierte KI-Anwendungen können weit mehr als repetitive Aufgaben übernehmen. So weisen sie beispielsweise Vertriebsmitarbeitende rechtzeitig auf eine anstehende Vertragsverlängerung hin. Zudem analysieren sie die Kaufhistorie ähnlicher Kunden und leiten daraus Produktempfehlungen ab. Auf dieser Basis können Vertriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter personalisierte Angebote erstellen. Auf dem Weg zum Kundentermin haben Mitarbeitende ferner die Möglichkeit, die von KI-Systemen zusammengefasste Kundenhistorie inklusive entsprechender Vorschläge durchzulesen, um sich vorzubereiten. Ein weiteres Einsatzfeld für KI ist die vorausschauende Wartung, wenn etwa Maschinen- und Anlagenbauer über das IoT Updates zum Zustand der beim Fabrikbetreiber installierten Geräte erhalten, die von KI-Systemen ausgewertet werden. Anhand der Ergebnisse können rechtzeitig Wartungs- und Besuchstermine vereinbart werden, um für den Kunden Produktionsausfälle zu vermeiden und Gespräche über mögliche Erneuerungen zu führen.

Fazit

Eine umfassende, validierte Datenbasis ist für Unternehmen wertvoll. Sie können ihre Effizienz steigern, mehr Umsatz generieren und die Grundlage für den Einsatz hochentwickelter Technologien schaffen. Sie werden dadurch widerstandsfähiger gegenüber sich verändernden Rahmenbedingungen.



  • Stehen humanoide Roboter bald am Fließband?

    Stehen humanoide Roboter bald am Fließband?

    Humanoide Roboter könnten ab 2025 serienreif sein. Das prognostiziert die Managementberatung Horváth und geht weiter davon aus, dass sich mit diesen Robotern mehr als 50 Prozent der manuellen Tätigkeiten automatisieren…

    mehr lesen: Stehen humanoide Roboter bald am Fließband?

  • Mehr Cyberangriffe, weniger Plagiatsfälle

    Mehr Cyberangriffe, weniger Plagiatsfälle

    Rund ein Viertel der Maschinen- und Anlagenbauer berichtet von signifikanten Cybersicherheitsvorfällen in den vergangenen zwei Jahren. Plagiatsfälle gingen in diesem Zeitraum hingegen zurück.

    mehr lesen: Mehr Cyberangriffe, weniger Plagiatsfälle

  • Stand der OT-Sicherheit

    Stand der OT-Sicherheit

    Ein neuer Bericht von ABI Research und Palo Alto Networks über den Stand der OT-Sicherheit hat ergeben, dass im vergangenen Jahr eines von vier Industrieunternehmen angab, seinen Betrieb aufgrund eines…

    mehr lesen: Stand der OT-Sicherheit

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Forschungsbeirat und Plattform Industrie 4.0 bleiben bei 4.0

    Forschungsbeirat und Plattform Industrie 4.0 bleiben bei 4.0

    Im Rahmen der Hannover Messe 2024 haben der Forschungsbeirat Industrie 4.0 sowie die Plattform Industrie 4.0 Stellung zum Umgang mit dem Begriff ‚Industrie 5.0‘ genommen.

    mehr lesen: Forschungsbeirat und Plattform Industrie 4.0 bleiben bei 4.0

  • Maschinenbau rechnet nicht mit Konjunkturerholung

    Maschinenbau rechnet nicht mit Konjunkturerholung

    Besorgt blicken die Entscheidungsträger im Maschinen- und Anlagenbau auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

    mehr lesen: Maschinenbau rechnet nicht mit Konjunkturerholung

  • Sprint zur Cyber Resilience Act-Konformität

    Sprint zur Cyber Resilience Act-Konformität

    Wie erfüllt Open Source Software die Anforderungen des europäischen Cyber Resilience Act? Auf Basis etablierter Prozesse wollen die Apache Software Foundation, die Blender Foundation, die OpenSSL Software Foundation, die PHP…

    mehr lesen: Sprint zur Cyber Resilience Act-Konformität

  • Wie KI und Mensch im Team zusammenarbeiten

    Wie KI und Mensch im Team zusammenarbeiten

    In einer neuen Expertise mit dem Titel ‘künstliche Intelligenz und industrielle Arbeit’ des Forschungsbeirats Industrie 4.0 zeigen das Fraunhofer IEM und das Fraunhofer IML Gestaltungsoptionen und Handlungsfelder auf, wie KI…

    mehr lesen: Wie KI und Mensch im Team zusammenarbeiten

  • VDMA: -7% für europäische Bildverarbeitungsindustrie

    VDMA: -7% für europäische Bildverarbeitungsindustrie

    Basierend auf den neuesten VDMA-Umfragen, verzeichnete die europäische Bildverarbeitungsindustrie 2023 einen Umsatzrückgang von 7%. Die VDMA Fachabteilung Machine Vision rechnet mit einem weiteren Umsatzrückgang von 3% für das laufende Jahr.

    mehr lesen: VDMA: -7% für europäische Bildverarbeitungsindustrie

  • Industrie noch zurückhaltend bei Manufacturing-X

    Industrie noch zurückhaltend bei Manufacturing-X

    Manufacturing-X ist vielen Unternehmen zwar ein Begriff. Allerdings haben sich bisher die meisten Industrieunternehmen noch nicht näher mit dem Datenökosystem befasst.

    mehr lesen: Industrie noch zurückhaltend bei Manufacturing-X

  • 159.000 offene Stellen in Ingenieurberufen

    159.000 offene Stellen in Ingenieurberufen

    Die Zahl der offenen Stellen in Ingenieurberufen bewegt sich im vierten Quartal 2023 weiter auf hohem Niveau. Besonders Berufsfelder mit Klimaschutz- und Digitalisierungsbezug weisen im aktuellen VDI/IW-Ingenieurmonitor eine hohe Engpasskennziffer…

    mehr lesen: 159.000 offene Stellen in Ingenieurberufen

  • Infosys übernimmt In-tech

    Infosys übernimmt In-tech

    In-Tech wird Teil von Infosys. Dies gaben die Unternehmen am Donnerstag bekannt. Der Abschluss der Übernahme wird für das zweite Quartal 2024 erwartet.

    mehr lesen: Infosys übernimmt In-tech