IT-Endgeräte und Infrastruktur nachhaltig planen

Engineers in data center using device verifying firewall configurations
Bild: ©DC Studio/stock.adobe.com

Eine nachhaltige IT-Strategie insbesondere für die Industrie wichtiger. Unternehmen sollen verstärkt auf ressourcenschonende IT-Infrastrukturen und effiziente Prozesse setzen. Neben steigenden Energiepreisen schaffen regulatorische Vorgaben wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die EU-Ökodesign-Richtlinie (ESPR) verbindliche Rahmenbedingungen. Die IT stellt dabei sowohl eine Herausforderung als auch einen Lösungsansatz dar: Einerseits ist sie selbst ein großer Energieverbraucher, andererseits kann sie ökologisch nachhaltige Optimierungen durch Effizienzsteigerung und innovative Konzepte unterstützen. Gerade in dynamischen Projekten, die Anpassungsfähigkeit und stetige Optimierung erfordern, kann nachhaltiges Handeln Vorteile bringen. Dabei bleibt die Frage: Wie lassen sich Green-IT-Ansätze integrieren – und welche Maßnahmen sind langfristig besonders wirksam?

Nachhaltigkeitsverantwortliche in der IT-Abteilung

Von zentraler Bedeutung sind Nachhaltigkeitsmanager. Ihre Aufgabe ist es, Green-IT-Konzepte in die betrieblichen Abläufe einzubinden. Ein strukturierter Ansatz beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Wo liegen die größten Einsparpotenziale? Welche IT-Systeme verursachen die größten Umweltbelastungen? Darauf aufbauend sollten realistische Ziele definiert werden – etwa die Reduktion des CO2-Ausstoßes, die Verlängerung der Lebensdauer von Hardware oder eine effizientere Nutzung von Rechenkapazitäten. Hierbei bietet sich ein agiles Vorgehen an: Statt langfristiger, starrer Pläne setzen Unternehmen auf iterative Verbesserungen, um flexibel auf technologische Entwicklungen reagieren zu können.

Fünf Handlungsfelder für nachhaltige IT

Effiziente Energienutzung in der IT – IT-Infrastrukturen sind energieintensiv, doch gezielte Maßnahmen können ihre Ökobilanz verbessern. Der Einsatz erneuerbarer Energien, optimierte Kühlungssysteme und energieeffizientere Hardware spielen eine wesentliche Rolle. Auch Cloud- und Virtualisierungstechnologien tragen dazu bei, Auslastung und Ressourceneinsatz besser zu steuern.

Langlebigkeit und Wiederverwendung von IT-Hardware – Eine längere Nutzungsdauer reduziert Elektroschrott. Unternehmen können auf Wartung, Reparatur und Wiederaufbereitung setzen, anstatt Geräte frühzeitig auszutauschen. Kooperationen mit Herstellern, die nachhaltige Materialien und ressourcenschonende Produktionsprozesse nutzen, können den ökologischen Fußabdruck zusätzlich verringern.

Energieeffiziente Software-Architekturen – Auch Software beeinflusst den Energieverbrauch. Effiziente Algorithmen, gezielte Reduktion unnötiger Datenverarbeitung und adaptive Systeme, die ihre Last an die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien anpassen, können Emissionen verringern. Agile Entwicklungsprozesse ermöglichen kontinuierliche Anpassungen.

Intelligente Datennutzung und Speicherkonzepte – Datenhaltung verbraucht große Energiemengen. Unternehmen sollten klare Regeln für Aufbewahrung und Löschung definieren. Regelmäßige Überprüfungen, automatisierte Löschroutinen sowie Speicherstrategien, die redundante Informationen vermeiden, stärken Ressourcenschonung.

Umweltbewusstsein als Teil der Unternehmenskultur – Nachhaltigkeit lässt sich nur dann fest verankern, wenn Beschäftigte eingebunden sind. Schulungen, Leitlinien und Kommunikation fördern ein nachhaltiges Mindset bei Mitarbeitenden. Iterative Verbesserungsprozesse und Feedbackschleifen helfen, Praktiken stetig weiterzuentwickeln.

IT und Produktion zusammenführen – Eine Verzahnung von IT und Produktion ist erforderlich, damit Green-IT-Maßnahmen greifen. Nachhaltigkeitsmanager sollten den Dialog mit IT- und Produktionsverantwortlichen sowie weiteren Stakeholdern frühzeitig suchen. Green-IT-Governance-Strukturen helfen, Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege zu etablieren. Eine bereichsübergreifende Nachhaltigkeitskommission kann Maßnahmen koordinieren und Fortschritt regelmäßig überprüfen.

Nachhaltige IT-Strategien früh verankern – Damit Green IT wirksam wird, sollte sie bereits in der Planungsphase neuer Projekte berücksichtigt werden. Unternehmen sind gut beraten, frühzeitig Nachhaltigkeitsziele zu definieren und regelmäßig zu überprüfen. Die Wahl nachhaltiger Technologien – etwa energieeffizienter Softwarearchitekturen oder ressourcenschonender Cloud-Angebote – ist zentral. Reviews helfen, den Erfolg zu evaluieren und Potenziale zu erschließen. Praxisbeispiele und Best Practices motivieren Mitarbeitende und erleichtern die dauerhafte Verankerung.

Green IT als strategischer Faktor

Nachhaltige IT-Strategien sind für produzierende Unternehmen keine Kür mehr, sondern entwickeln sich zu einer ökonomischen und ökologischen Notwendigkeit. Wer nachhaltige Prinzipien in IT-Prozesse integriert, kann ökologische Belastungen verringern und gleichzeitig Effizienzgewinne erzielen. Agiles Arbeiten erleichtert die kontinuierliche Weiterentwicklung der Konzepte. Damit trägt die Industrie langfristig nicht nur zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks bei, sondern erfüllt auch regulatorische Vorgaben leichter.



  • Mehr Sicherheit für 5G/6G-Infrastrukturen

    Mehr Sicherheit für 5G/6G-Infrastrukturen

    Forschungsprojekt RealSec5G Mehr Sicherheit für 5G/6G-Infrastrukturen Im Projekt ’RealSec5G’ sollen die Anforderungen der Datensicherheit in Kommunikationsgeräten für 5G/6G-Infrastrukturen in einem deterministischen Time-Sensitive-Netzwerk (TSN) erprobt werden. Im Projekt konzipiert das Fraunhofer-Institut…

    mehr lesen: Mehr Sicherheit für 5G/6G-Infrastrukturen

  • Synostik stellt Geschäftsführer Maik Ekert vor

    Synostik stellt Geschäftsführer Maik Ekert vor

    Mit sofortiger Wirkung Synostik stellt Geschäftsführer Maik Ekert vor Der IT-Dienstleister Synostik gibt Veränderungen in der Führungsebene bekannt und hat Maik Ekert mit sofortiger Wirkung zum Geschäftsführer ernannt.

    mehr lesen: Synostik stellt Geschäftsführer Maik Ekert vor

  • Aleph Alpha erweitert Führungsteam

    Aleph Alpha erweitert Führungsteam

    Jan Hiesserich ist neuer Vice President of Strategy & Communications bei Aleph Alpha. Er kommt vom US-Datenanalyse-Spezialisten Palantir Technologies zum Heidelberger KI-Startup.

    mehr lesen: Aleph Alpha erweitert Führungsteam

  • Fabian Kuttenkeuler leitet Vertrieb

    Fabian Kuttenkeuler leitet Vertrieb

    Wechsel bei Kontron Electronics Fabian Kuttenkeuler leitet Vertrieb Kontron Electronics hat einen neuen Vertriebsleiter. Fabian Kuttenkeuler übernimmt das Amt von Franz Ott, der neuer Business Development Manager des Unternehmens wird.

    mehr lesen: Fabian Kuttenkeuler leitet Vertrieb

  • KI und Hochleistungscomputer beschleunigen Forschung

    KI und Hochleistungscomputer beschleunigen Forschung

    Materialwissenschaft KI und Hochleistungscomputer beschleunigen Forschung Forschende gehen davon aus, ihre Arbeit mit einer Kombination aus künstlicher Intelligenz (KI) und Cloud Computing auf ein Tempo beschleunigen zu können, das bis…

    mehr lesen: KI und Hochleistungscomputer beschleunigen Forschung

  • Antrieb 4.0: Forschung für zukunftsfähige Antriebslösungen

    Antrieb 4.0: Forschung für zukunftsfähige Antriebslösungen

    Antriebe der Zukunft entwickeln Antrieb 4.0: Forschung für zukunftsfähige Antriebslösungen Im Forschungsprojekt Antrieb 4.0 sollen Ansätze für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit in Antriebssystemen entwickelt werden. Ein Use Case zielt darauf…

    mehr lesen: Antrieb 4.0: Forschung für zukunftsfähige Antriebslösungen

  • Die industrielle Bildverarbeitung in der Automobilbranche

    Die industrielle Bildverarbeitung in der Automobilbranche

    Vergleich zwischen Deutschland und Großbritannien Die industrielle Bildverarbeitung in der Automobilbranche 43 Prozent der deutschen Automotive-Unternehmen setzen KI in der Bildverarbeitung ein. In Großbritannien sind es mehr als die Hälfte.…

    mehr lesen: Die industrielle Bildverarbeitung in der Automobilbranche

  • Warum Unternehmen zu einem APS-System greifen

    Warum Unternehmen zu einem APS-System greifen

    Im Maschinen- und Anlagenbau sind effiziente Fertigungs- und Planungsprozesse unerlässlich. Advanced-Planning-and-Scheduling-Systeme (APS) gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Der Aachener Softwarespezialist Inform hat in einer Kundenbefragung die Ziele und Einflussfaktoren…

    mehr lesen: Warum Unternehmen zu einem APS-System greifen

  • Welche Security-Themen Unternehmen auf dem Zettel haben sollten

    Welche Security-Themen Unternehmen auf dem Zettel haben sollten

    Kyndryl-Prognosen für Cyber-Sicherheit Welche Security-Themen Unternehmen auf dem Zettel haben sollten Cybersicherheit wird Unternehmen auch im kommenden Jahr nicht loslassen. Für den IT-Dienstleister Kyndryl kristallisieren sich dabei vor allem fünf…

    mehr lesen: Welche Security-Themen Unternehmen auf dem Zettel haben sollten

  • Neue Technologien adaptiv regulieren

    Neue Technologien adaptiv regulieren

    Interdisziplinäre Forschung an der Universität Freiburg Neue Technologien adaptiv regulieren Voraussichtlich 2024 soll der EU AI Act in Kraft treten. Er unterscheidet verschiedene Systeme von künstlicher Intelligenz (KI) nach ihrem…

    mehr lesen: Neue Technologien adaptiv regulieren

  • Fünf Trends in der KI-gesteuerten Authentifizierung

    Fünf Trends in der KI-gesteuerten Authentifizierung

    Künstliche Intelligenz im CIAM Fünf Trends in der KI-gesteuerten Authentifizierung Die Diskussion rund um künstliche Intelligenz reicht von möglichen Einsatzszenarien bis zur Wahrung der Datenschutzrichtlinien. Und laut einer Studie des…

    mehr lesen: Fünf Trends in der KI-gesteuerten Authentifizierung

  • IBM und Meta starten AI Alliance

    IBM und Meta starten AI Alliance

    Gemeinsam mit Meta startet IBM die AI Alliance, die mehr als 50 Unternehmen und Institutionen zusammenbringt. Ziel ist die Förderung offener, sicherer und vertrauenswürdiger künstlicher Intelligenz.

    mehr lesen: IBM und Meta starten AI Alliance