Mit IoT, KI und Explosionszeichnung zu mehr Effizienz

1
Bild: Valantic GmbH

Serviceportale bündeln alle relevanten Informationen, Prozesse und Kommunikationswege rund um Produkte und Maschinen an einem zentralen Ort. Neben dem Zugriff auf Artikelkataloge, Rechnungen, Wartungshistorien oder Dokumentationen bieten sie personalisierte Angebote, rollenbasierte Nutzerzugänge, Self-Service-Funktionen sowie direkte Kommunikationskanäle per Chat oder Ticketsystem.

Diese Art von Portal dient als ‚Single Point of Contact‘ für Kunden und ist ein zentraler Einstiegspunkt für sämtliche Serviceanliegen, der Transparenz, Effizienz und Kundenzufriedenheit fördert. Unternehmen können Support-Prozesse optimieren, was insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau mit seinen individuellen Anforderungen von Bedeutung ist.

Interaktive Explosionszeichnung als digitaler Helfer

Ein praxisrelevanter Bestandteil moderner Serviceportale sind etwa digitale Explosionszeichnungen. Sie erlauben es Nutzern, Maschinen grafisch zu erkunden und benötigte Ersatzteile visuell zu identifizieren. Statt über Artikelnummern oder Tabellen zu suchen, klicken sich Kunden direkt durch die virtuelle Darstellung der Anlage – bis hin zur gewünschten Komponente.

Die Effekte: Die Fehlerquote bei Bestellungen sinkt, Rückfragen werden reduziert und der gesamte Prozess beschleunigt sich. Vor allem bei komplexen Maschinen, bei denen ein Bauteil je nach Konfiguration unterschiedliche Varianten haben kann, ist diese visuelle Navigation hilfreich. Kunden sparen Zeit und der Support wird entlastet. 3D-Visualisierungen, mit denen Bauteile in dreidimensionaler Ansicht rotiert und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden können, bieten hier besonders bei komplexen Maschinenkonstruktionen einen Mehrwert.

Per IoT zum intelligenten Portal

Sind Serviceportale unmittelbar mit Maschinendaten verknüpft, können Anlagen über IoT-Technologien kontinuierlich Statusinformationen an das Portal senden – etwa zu Laufzeiten, Temperaturen oder Verschleißgrenzen. Mögliche Probleme werden so früher sichtbar.

Ein Beispiel: Erkennt die Maschine auf Basis von Sensorwerten einen drohenden Ausfall, wird automatisch eine Wartungsempfehlung im Portal angezeigt. Gleichzeitig kann das System prüfen, welche Ersatzteile benötigt werden und Mitarbeiter können die erforderlichen Bestellungen abgeben. Dies reduziert Ausfallzeiten, die Wartungsplanung wird effizienter und Materialkosten werden gespart.

maschinenbau serviceportal
Bild: ©gorodenkoff/istockphoto.com

KI für Personalisierung und Automatisierung

Darüber hinaus hilft KI, den Service weiter zu individualisieren. KI-Algorithmen analysieren die im Portal generierten Daten, wodurch etwa auf dem bisherigen Nutzerverhalten basierende, automatisch passende Produktempfehlungen oder Anleitungen im Serviceportal eingeblendet werden können. Auch saisonale Muster oder typische Verschleißzyklen lassen sich identifizieren und liefern Erkenntnisse für Serviceverantwortliche und Produktentwicklung.

Ein weiterer Effekt ist, dass repetitive Aufgaben im Kundenservice – etwa häufig gestellte Fragen oder Standardprozesse – durch KI-gestützte digitale Berater oder automatische Workflows übernommen werden können. Dies reduziert den Aufwand für die Support-Teams und unterstützt die Servicegeschwindigkeit.

Systemintegration als Erfolgsfaktor

Damit diese Funktionen bestmöglich zusammenspielen, bedarf es der Integration des Serviceportals in die bestehende Systemlandschaft. Ob ERP, PIM, CRM, Shop, Konstruktionstools – viele Datenquellen müssen verknüpft werden. Besonders bei interaktiven Explosionszeichnungen ist die Qualität und Aktualität der Daten entscheidend: Nur wenn die Zeichnung mit den hinterlegten Stücklisten und Lagerinformationen synchronisiert ist, kann die Bestellung fehlerfrei erfolgen. Um solche Portale aufzusetzen, können Unternehmen auf externe Partner zurückgreifen. Diese helfen etwa mit strategischer Beratung, technischer Integration oder dem UX-Design.

Datenschutz beachten

Unternehmen sollten beim Einsatz von IoT-Technologien und KI zudem auf transparente Prozesse und eine datenschutzkonforme Architektur achten. Die Nutzer eines Serviceportals müssen nachvollziehen können, welche Daten erhoben, gespeichert und verarbeitet werden – und wofür. Hier unterstützen Serviceportale Opt-in-Funktionen, rollenbasierte Zugriffskontrollen und detaillierte Protokollierungen. Überdies sollten Unternehmen nur Informationen erfassen, die benötigt werden, um die Kundeninteraktion zu verbessern.

Serviceportale sind Schlüssel zur Kundenbindung

Die Digitalisierung des Servicegeschäfts bietet für den Maschinen- und Anlagenbau Potenzial. Serviceportale können hier Funktionen wie IoT-gestützte Wartung, KI-basierte Personalisierung und visuelle Ersatzteilidentifikation über Explosionszeichnungen vereinen. Sie versprechen eine schnelle, treffsichere Ersatzteilbestellung über visuelle Navigation, vorausschauende Wartungsprozesse durch Echtzeitdatenanalyse, automatisierten und personalisierten sowie einen zentralen Zugang zu allen relevanten Informationen und Services. Damit werden Serviceportale zu digitalen Dreh- und Angelpunkten für das Kundenmanagement im Maschinenbau.



  • Anzeige
    Zukunft Anlagenbau: Kollaboration in digitalen Workflows

    Zukunft Anlagenbau: Kollaboration in digitalen Workflows

    Im Zuge der digitalen Transformation sehen sich Planer, Anlagenbauer und Betreiber im Steuerungs- und Schaltanlagenbau mit der Herausforderung konfrontiert, die Kollaboration innerhalb digitaler Workflows neu zu definieren.

    mehr lesen: Zukunft Anlagenbau: Kollaboration in digitalen Workflows

  • Ifo Geschäftsklimaindex steigt

    Ifo Geschäftsklimaindex steigt

    Ist das der Silberstreif am Horizont? Zumindest hellt sich die Stimmung der Wirtschaft im aktuellen Ifo Geschäftsklimaindex auf. Der Indexwert steigt um 2 Punkte.

    mehr lesen: Ifo Geschäftsklimaindex steigt

  • KI-gestützte Verfahren verbessern Molekülforschung

    KI-gestützte Verfahren verbessern Molekülforschung

    Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS startet gemeinsam mit der Universität Augsburg im Rahmen des Munich-Quantum-Valleys das Projekt KID-QC^2. Ziel ist es, durch die Erforschung von Methoden der künstlichen Intelligenz…

    mehr lesen: KI-gestützte Verfahren verbessern Molekülforschung

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Microsoft macht NRW zur KI-Region

    Microsoft macht NRW zur KI-Region

    Als Teil seines milliardenschweren Investitionspakets will Microsoft im Rheinischen Revier Rechenzentren errichten und mit einer KI-Qualifizierungsoffensive rund 100.000 Menschen in NRW erreichen.

    mehr lesen: Microsoft macht NRW zur KI-Region

  • Die Digitalisierung schreitet voran, vor allem in China

    Die Digitalisierung schreitet voran, vor allem in China

    Das Industrie 4.0 Barometer 2024 von MHP und der LMU München zeigt die deutliche Unterschiede zwischen China und dem Rest der Welt auf. Besonders beim Einsatz von KI haben chinesische…

    mehr lesen: Die Digitalisierung schreitet voran, vor allem in China

  • USA hinsichtlich KI in Front, Deutschland auf Rang 2

    USA hinsichtlich KI in Front, Deutschland auf Rang 2

    Zwar verzeichnet das Deutsche Patent- und Markenamt deutlich mehr Patentanmeldungen im KI-Bereich als noch vor 5 Jahren. Im Ländervergleich liegt Deutschland hier jedoch hinter den Vereinigten Staaten auf dem 2.…

    mehr lesen: USA hinsichtlich KI in Front, Deutschland auf Rang 2

  • Automatisierungsbranche investiert weiter in Europa

    Automatisierungsbranche investiert weiter in Europa

    Laut einer aktuellen Horvath-Studie unter Automatisierungsunternehmen mit mindestens 100 Millionen Euro Jahresumsatz aus Deutschland, Europa und Nordamerika konzentrieren sich die Investitionen der Branche auf neue Produkktionsanlagen in der Nähe des…

    mehr lesen: Automatisierungsbranche investiert weiter in Europa

  • IÖW empfiehlt Gründung einer CDR-Allianz

    IÖW empfiehlt Gründung einer CDR-Allianz

    Unternehmen müssen im Zuge der Digitalisierung auch ethische, soziale und ökologische Auswirkungen berücksichtigen und managen. Hier rät das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zur Gründung einer Allianz aus Politik, Verbänden…

    mehr lesen: IÖW empfiehlt Gründung einer CDR-Allianz

  • Forscherinnen bringen Pilze zum Klingen

    Forscherinnen bringen Pilze zum Klingen

    Ein Team des Fraunhofer IWU will Pilzmyzel als Werkstoff für Transmissionline-Lautsprecher nutzbar machen. Das Material soll zunächst per 3D-Druck verarbeitet und dann im Wachstum beeinflusst werden. Erste Ergebnisse erscheinen vielversprechend.

    mehr lesen: Forscherinnen bringen Pilze zum Klingen

  • B2B-Messe beleuchtet XR- und Metaverse-Strategien

    B2B-Messe beleuchtet XR- und Metaverse-Strategien

    Anfang April stehen Extended Reality und das Metaverse auf der XR Expo im Mittelpunkt. Die B2B-Messe im Stuttgarter Haus der Wirtschaft bietet neben einer Fachausstellung auch verschiedene Workshops und Vorträge.

    mehr lesen: B2B-Messe beleuchtet XR- und Metaverse-Strategien

  • Tim Srock wird Geschäftsführer von Lobster

    Tim Srock wird Geschäftsführer von Lobster

    Zuletzt war Tim Srock CEO der Siemens-Tochter Mendix. Nun übernimmt er das Ruder beim No-Code-Spezialisten Lobster.

    mehr lesen: Tim Srock wird Geschäftsführer von Lobster