VCI-Quartalsbericht ohne Aufwärtstrend

534400Kopie
Bild: ©supakitmod/stock.adobe.com

Im dritten Quartal hat sich die wirtschatfliche Lage der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie weiter verschlechtert: Laut Auswertung des Verbands der Chemischen Industrie gingen Produktion, Preise und Umsätze erneut zurück. Auch die Kapazitätsauslastung blieb deutlich unter der Rentabilitätsschwelle. Die Chemiebranche kämpft mit einer schwachen Industriekonjunktur, weltweiten Überkapazitäten und hohen Standortkosten. Als besorgniserregend bezeichnet der Verband die Schwäche der Branche im wichtigen Exportgeschäft. Auf Märkten außerhalb Europas gingen die Umsätze deutlich zurück und das Europageschäft stagnierte. Die Chemie profitiert immer weniger vom Wachstum in anderen Ländern. Eine Besserung sieht der VCI kurzfristig nicht. Im Gegenteil: Die Geschäftserwartungen trübten sich sogar ein.

Auch Pharma mit Problemen

Preis- und Kostendruck im Inland sowie höhere Zölle und Zolldrohungen im wichtigen US-Markt bremsen auch das Geschäft der Pharma-Branche. VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert: „Die Industrie taumelt Richtung Jahresende. Gerade in der Chemie hakt es an allen Ecken. Produktion, Umsatz, Preise, Auslastung: Alles steht im Minus. Die Bundesregierung ist sich dem Ernst der Lage bewusst. Sie hat aber trotz Sondervermögen und einiger wirtschaftspolitischer Kurskorrekturen nicht für eine wirtschaftliche Trendwende gesorgt. Aufbruchstimmung? Fehlanzeige. Aber nicht nur die Chemie kämpft. Auch im Pharmageschäft bröckelt die Zuversicht: Die erratische US-Handelspolitik, Zölle, globaler Preisverfall – all das trifft auch unsere Pharmastandorte. Was hilft, ist ein sofortiger industrieller Befreiungsschlag. Passiert nichts, wird die Industrie am Standort Deutschland zwischen Transformationskosten und Bürokratie weiter zerrieben.“

Die Zahlen im Überblick

  • Prognose: Eine Wende zum Besseren zeichnet sich nicht ab. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet der VCI deshalb weiterhin bestenfalls eine Stagnation der Produktion von Chemie und Pharma. Während die Chemieproduktion voraussichtlich um zwei Prozent sinkt, kann die Pharmaindustrie diesen Rückgang teilweise kompensieren. Aufgrund leicht rückläufiger Preise wird der Gesamtumsatz der Branche um etwa ein Prozent auf 221 Milliarden Euro zurückgehen.
  • Die Unternehmen drosselten erneut die Produktion. Diese sank im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent und lag damit 1,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Nur noch 70 Prozent der Kapazitäten in der Chemie waren ausgelastet.
  • Kosten und Preise: Trotz weiterhin hoher Kostenbelastung sanken die Erzeugerpreise. Im Vergleich zum Vorquartal gingen die Preise der Branche um 0,6 Prozent zurück. Damit waren Chemikalien und Pharmazeutika 0,6 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor.
  • Der Gesamtumsatz der Branche sank im Vergleich zum Vorquartal um 1,5 Prozent. Mit einem Wert von 52,1 Milliarden Euro lag er 2,3 Prozent niedriger als zwölf Monate zuvor.


  • Was Unternehmen beim KI-Einsatz heute anders machen würden

    Was Unternehmen beim KI-Einsatz heute anders machen würden

    Nahezu die Hälfte der für eine Reichelt Elektronik-Studie befragten Unternehmen würde Implementierung von künstlicher Intelligenz nach heutigem Stand anders angehen. Beispielsweise würden sie Mitarbeiter stärker einbeziehen.

    mehr lesen: Was Unternehmen beim KI-Einsatz heute anders machen würden

  • Softwarebasis für flexiblere Automobilfertigung

    Softwarebasis für flexiblere Automobilfertigung

    Um Produktionssysteme in der Automobilindustrie schneller, flexibler und effizienter zu gestalten soll im Forschungsprojekt ’Software-Defined Manufacturing für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie (SDM4FZI)‘ eine neue technologische Grundlage entwickelt werden.

    mehr lesen: Softwarebasis für flexiblere Automobilfertigung

  • Wieder mehr Kurzarbeit im November

    Wieder mehr Kurzarbeit im November

    Erstmals seit Februar ist die Zahl der Kurzarbeitenden in Deutschland wieder gestiegen. Wie das Ifo Institut mitteilt, waren im November 10.000 Beschäftigte mehr in Kurzarbeit als noch im Oktober.

    mehr lesen: Wieder mehr Kurzarbeit im November

  • Datasensing geht an den Start

    Datasensing geht an den Start

    Zum Jahreswechsel geht das Unternehmen Datasensing an den Start. Das Unternehmen entsteht aus dem Zusammenschluss von Micro Detectors und dem Datalogic-Geschäftsbereich ‘Sensor & Safety and Machine Vision‘.

    mehr lesen: Datasensing geht an den Start

  • Unternehmen setzen auf Individualsoftware

    Unternehmen setzen auf Individualsoftware

    Jedes Unternehmen hat andere Bedürfnisse, wenn es um den Einsatz von Software geht. Standardlösungen können dies oftmals nicht ausreichend abbilden. Daher setzt laut einer Techconsult-Studie jedes zweite Unternehmen auf Individualsoftware.

    mehr lesen: Unternehmen setzen auf Individualsoftware

  • Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

    Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

    Allgeier übernimmt Evora IT Solutions, einen Spezialisten für Kundenservice- und Instandhaltungslösungen. Damit will Allgeier seine SAP- und ServiceNow Beratung ausbauen.

    mehr lesen: Allgeier erwirbt Mehrheit an Evora IT Solutions

  • Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

    Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

    Wo ist die Arbeitsbelastung höher – im Büro oder im Homeoffice? Dieser Frage ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nachgegangen und hat im Rahmen einer Studie ermittelt, dass die Arbeitsbelastung nicht…

    mehr lesen: Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

  • Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

    Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

    Trotz des dritten Rückgangs in Folge verbleibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer noch auf einem hohen Niveau. Einen größeren Rückschlag durch die vierte Pandemie-Welle erwarten die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung…

    mehr lesen: Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

  • Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

    Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

    Zusätzlich zu CEO Dr. Tim Weckerle und COO Stefan Jesse wird zukünftig auch Dr. Diego Ricardo Rapela dem Auvesy-Management-Team angehören. Er übernimmt die neugeschaffene Position des Chief Technology Officers.

    mehr lesen: Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

  • Keine Erholung beim Materialmangel

    Keine Erholung beim Materialmangel

    Nach einem leichten Rückgang im vergangenen Monat, hat sich der Materialmangel in der Industrie im November wieder verstärkt. Rund drei Viertel der Unternehmen klagen über Engpässe.

    mehr lesen: Keine Erholung beim Materialmangel

  • Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

    Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

    Nach einem Rückgang im Oktober haben sich die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen im November wieder verbessert. Nach Angaben des Ifo Instituts erwarten dabei vor allem die Automobilindustrie und Hersteller elektrischer…

    mehr lesen: Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

  • Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

    Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

    Congatec gibt seine strategische Partnerschaft mit Sysgo bekannt. Ziel ist es, den Märkten für kritische Systeme – wie Industrieautomation, Medizintechnik, Smart Energy, Eisenbahn, kommerzielle und autonome Fahrzeuge oder Baumaschinen -…

    mehr lesen: Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein