Mit Low-Code zu integrierten Prozessen

316115 App Konfiguration engomo Composer 1
Bild: Engomo GmbH

Ob ERP-, MES-, PLM- oder QS-Systeme: Bei aller funktionalen Tiefe dieser Anwendungen gestaltet sich ihre Anpassung an individuelle Anforderungen oft als zeitaufwendig. Insbesondere in Lager und Fertigung entstehen häufig Anforderungen, die diese Standardsysteme nicht abbilden können, was zu Insellösungen führt. Hier setzt Low-Code-Technologie an: Unternehmen können damit mit geringem Programmieraufwand individuelle Systeme entwickeln und integrieren. Benutzeroberflächen werden in ihrer Funktionalität und ihrem Design per Drag&Drop erstellt. Gleichzeitig ermöglicht Low-Code die Anbindung von Backend-Systemen über Standardschnittstellen wie REST und SOAP sowie systemspezifische Plug-ins für den Echtzeit-Datenaustausch.

Unterstützung an der Linie

Für Fertigungsmitarbeiter bieten solche Prozess-Apps den Zugriff auf Informationen und die Möglichkeit, Daten zu erfassen. Die Anwendungsbereiche erstrecken sich von der Fertigungsplanung und -steuerung über das Auftragsmanagement bis hin zur Maschinendatenerfassung (MDE) und Betriebsdatenerfassung (BDE) per App. Durch die Anbindung an die Backend-Systeme und an Maschinen per MQTT oder OPC UA rufen die Angestellten etwa den Arbeitsvorrat ab und erhalten einen Überblick über den Fertigungsfortschritt. Bei mengenkritischen Prozessen wie in der Lebensmittelindustrie werden Industriewaagen angebunden, um Zutaten für die Herstellung zu wiegen. Auch die Betriebsdatenerfassung wird über definierte BDE-Controls und Eingabe der gefertigten Menge per App in die Systeme zurückgespielt. Low-Code bildet dabei prozessübergreifend die Abläufe in der Qualitätssicherung ab. So sehen die Mitarbeiter Prüfpläne ein, wickeln Prüfschritte ab und melden die erfassten Daten mit der App in die Systeme zurück. Dokumente wie Arbeitsanweisungen oder Produktzeichnungen zum jeweiligen Auftrag sind abrufbar.

Schnittstelle zur Intralogistik

Die Firma Rheintacho Messtechnik setzt auf eine Low-Code-Anwendung, um Versand, BDE und Chargenführungen in der Fertigung zu unterstützen. Anstatt per handschriftlicher Dokumentation auf Fertigungsbegleitprotokollen scannen die Mitarbeiter heute die in der Produktion verwendeten Chargen mit der Gerätekamera und ordnen sie dem entsprechenden Auftrag zu. Auch die Materialbuchungen erfolgen mit dieser App und sind unmittelbar im ERP-System hinterlegt. Den Anstoß, die BDE und Chargenführung mit einer Low-Code-Software abzubilden, gab die zuvor auf Basis von Engomo realisierte Anwendung im Lager. Ob Materialbereitstellung, Kommissionierung für die Produktion oder Einlagerung – oft gehen die Prozesse in Fertigung und Lager Hand in Hand und so auch die Herausforderungen. ERP- und WMS-Systeme unterstützen zwar systemseitig die Prozesse, sind aber für Mitarbeiter oft schwer zu bedienen. Zudem werden einzelne Abläufe häufig papierbasiert durchgeführt, was zu manuellen Übertragungen führt. Mit einer mobilen Picking-App rufen die Mitarbeiter bei Rheintacho die freigegebenen und gebündelten Picklisten per App ab, starten die Zeitbuchung auf dem Tablet und beginnen anschließend mit der Kommissionierung der Aufträge. Die mit QR-Codes ausgestatteten Boxen in den Regalen werden mithilfe eines an das Endgerät gekoppelten Scanners erfasst und live gegen die Informationen im ERP-System geprüft. Diese Mehrfachkontrolle reduziert Fehler und die Verbuchung der gepickten Artikel erfolgt nach Abschluss eines Auftrages.

316115 Integration der Fertigung mit Low Code

Schneller effizienter werden

Das Praxisbeispiel zeugt von dem Potenzial, das in Low-Code-Anwendungen für Fertigung und Lager steckt. Die Technologie kann eine Brücke errichten, um Connected Worker-Ansätze in die Fertigung zu bringen, neue Technologien für Intralogistik und Lager einzuführen und schnell zu den Effizienzsteigerungen zu gelangen, die sich Hersteller von der Integration von integrierten Prozessflüssen versprechen.



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