Kein Nutzen ohne Datenqualität

Businessman analyzing using tab data on business integration. System unification digital transformation process automation enterprise workflow and technology alignment strategies
Bild: ©AD/stock.adobe.com

Stammdaten – darunter Artikelinformationen, Kunden- und Lieferantendaten, Arbeitspläne, Stücklisten sowie Klassifikations- und Kommunikationsdaten – bilden die Grundlage für sämtliche ERP-gestützte Prozesse. Sie sind keine statischen Größen, sondern müssen kontinuierlich gepflegt und aktualisiert werden. In vielen Unternehmen wird dies jedoch vernachlässigt. Während etwa Bewegungsdaten im Tagesgeschäft oft konsequent erfasst werden, bleiben Stammdaten häufig unvollständig oder veralten schleichend.

Folgen entlang der Wertschöpfungskette

Wird die Stammdaten-Pflege vernachlässigt, wirkt sich dies entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus. So kann eine unzureichende Datenpflege in der Fertigung zu fehlerhaften Planungen führen, da Informationen über Arbeitsschritte, Zeitfenster oder Materialverfügbarkeiten fehlen oder ungenau sind. In der Materialwirtschaft kann dies wiederum zu Doppelbestellungen oder Produktionsstillständen führen, wenn vorhandene Bestände nicht korrekt abgebildet sind. Gleichzeitig entstehen durch falsche Dispositionsdaten unnötig hohe Lagerbestände mit entsprechenden Kosten. Auch im Vertrieb und Kundenmanagement zeigen sich unmittelbare Auswirkungen: Unvollständige oder veraltete Daten im CRM-System führen etwa dazu, dass Kunden falsch oder gar nicht adressiert werden.

Datenzuwachs verschärft das Problem

Wachsende Datenmengen verschärfen das Problem. Unternehmen verzeichnen ein jährliches Datenwachstum von durchschnittlich mehr als 40%. Ein Großteil dieses Wachstum wird über Materialwirtschafts- und CRM-Systeme erzeugt. Ohne strukturierte Datenpflege entstehen dabei schnell unübersichtliche und redundante Datenbestände, die Prozesse verlangsamen, statt unterstützen. „Datenqualität ist kein rein technisches Thema“, sagt Christian Biebl, Geschäftsführer des Stuttgarter ERP-Herstellers Planat. Sie stelle eine organisatorische Herausforderung dar. „In vielen Unternehmen fehlt eine klare Verankerung von Verantwortlichkeiten für Stammdaten, ebenso wie definierte Prozesse zur Qualitätssicherung“, führt Biebl weiter aus. Studien etwa von Gartner, KPMG und Bitkom zeigen, dass nur ein sehr geringer Anteil der Unternehmen die eigene Datenqualität als sehr hoch einschätzt, während ein Großteil mit unvollständigen, fehlerhaften oder veralteten Daten arbeitet.

Die Qualität entscheidet

Die Qualität der Daten entscheidet über den wirtschaftlichen Nutzen eines ERP-Systems. Ein systematisches Stammdatenmanagement – auch softwaregestützt z.B. über Workflows – hilft, die Datenpflege als integralen Bestandteil der Geschäftsprozesse zu etablieren, Verantwortlichkeiten zu definieren und die kontinuierliche Aktualisierung sicherzustellen. Planat unterstützt Unternehmen bei der ERP-Einführung. Zudem umfasst das Angebot des Softwareherstellers Beratung zu möglichen Effizienzpotenzialen in Unternehmenseigenen Prozessen. Biebl betont, dass in dieser Phase auch die Prozesse und die Verantwortlichkeiten zur fortlaufenden Pflege der Stammdaten genau festgelegt werden sollten.



  • Softwareplattform für vernetzte Fahrzeuge

    Softwareplattform für vernetzte Fahrzeuge

    Bosch und Microsoft wollen eine Softwareplattform für die nahtlose Vernetzung von Autos und Cloud entwickeln.

    mehr lesen: Softwareplattform für vernetzte Fahrzeuge

  • Automatisierte Cyberangriffe auf Webanwendungen

    Automatisierte Cyberangriffe auf Webanwendungen

    Cyberkriminelle setzen zunehmend auf Bots und Automatisierung, um ihre Angriffe effizienter zu gestalten und einer Entdeckung zu entgehen. Barracuda analysierte eine zweimonatige Datenstichprobe zu Angriffen auf Webanwendungen, die von Barracuda-Systemen…

    mehr lesen: Automatisierte Cyberangriffe auf Webanwendungen

  • Itac Software übernimmt Cogiscan

    Itac Software übernimmt Cogiscan

    Mit der Übernahme des kanadischen Unternehmens Cogiscan will Itac Software sein Portfolio an Industrie 4.0-Lösungen erweitern.

    mehr lesen: Itac Software übernimmt Cogiscan

  • Die Pandemie hat Missstände deutlich gemacht

    Die Pandemie hat Missstände deutlich gemacht

    Rund drei Jahre nach Inkrafttreten der DSGVO und den damit verbundenen Verschärfungen im Umgang mit personenbezogenen Daten, waren sich noch zu Beginn des letzten Jahres immer mehr Unternehmen und Behörden…

    mehr lesen: Die Pandemie hat Missstände deutlich gemacht

  • Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

    Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

    Im Jahr 2019 haben die Innovationsausgaben deutscher Unternehmen einen neuen Rekordwert erreicht. Für 2020 gehen die Autoren der Innovationserhebung von einem Rückgang der Ausgaben aus.

    mehr lesen: Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

  • Neuer CEO für Visometry

    Neuer CEO für Visometry

    Klaus Dibbern wird CEO des Augmented Reality-Spezialisten Visometry. Gleichzeitig wird Harald Wuest CPO des Unternehmens.

    mehr lesen: Neuer CEO für Visometry

  • Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

    Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

    Kommt es durch eine Cyberattacke zum Datendiebstahl, so stellt es für Unternehmen ein Worst-Case-Szenario dar – können doch erheblich finanzielle und materielle Schäden entstehen. In solchen Situationen muss auch die…

    mehr lesen: Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

  • T-Systems setzt auf die Cloud

    T-Systems setzt auf die Cloud

    ‚Cloud First‘ T-Systems setzt auf die Cloud T-Systems will sich strategisch neu aufstellen. Mit ‘Cloud First‘ setzt das Unternehmen künftig auf die Cloud. Die Investitionen in den Ausbau der Cloud…

    mehr lesen: T-Systems setzt auf die Cloud

  • Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Rittal hat einen neuen CEO. Markus Asch hat den Posten beim Herborner Unternehmen zum 1. Februar übernommen.

    mehr lesen: Markus Asch wird CEO bei Rittal

  • Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Wenn es um die Digitalisierung der eigenen Unternehmensprozesse geht, sehen IT-Verantwortliche in deutschen Unternehmen Bedarf in vielen Bereichen. Laut einer Studie des Analystenhauses Techconsult im Auftrag von Valantic liegt dabei…

    mehr lesen: Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

  • Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Software und Hardware für vernetzte eingebettete Systeme müssen höchste Anforderungen an Sicherheit, Echtzeitfähigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz erfüllen. In dem am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierten Projekt Xandar erarbeiten acht…

    mehr lesen: Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

  • Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Im Projekt Gaia-X sollen Datenräume entstehen, die europäischen Datenschutz-Standards entsprechen und die unabhängig von den großen Hyperscalern sind. Für Marc Schieder, CIO von Dracoon, entscheidet sich in diesem Jahr, ob…

    mehr lesen: Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X