ERP-Markt mit Licht und Schatten

Die ERP-Systeme erhalten im Durchschnitt eine gute Zwei von ihren Anwendern.
Die ERP-Systeme erhalten im Durchschnitt eine gute Zwei von ihren Anwendern.Bild: Trovarit AG

In der aktuellen Studie zeigt sich, dass die allgemeine Zufriedenheit mit ERP-Systemen im Vergleich zum Jahr 2022 weitgehend stabil geblieben ist. Die Software selbst erhielt eine durchschnittliche Bewertung von 1,80 auf der Schulnotenskala, was ein gutes Niveau widerspiegelt. Die Dienstleistungen der Software-Partner wurden mit einer Note von 1,96 bewertet. Hier ist seit 2022 zum zweiten Mal in Folge ein Rückgang zu verzeichnen.

Trotz der insgesamt recht hohen Anwenderzufriedenheit zeigt sich am ERP-Markt auch 2024 Licht und Schatten: Der Vergleich der verschiedenen Systeme und Anbieter zeigt im Hinblick auf die Gesamtbeurteilung der Softwareanbieter eine Spanne von rund 1,5 Schulnoten. Bei der Software ist es immerhin eine ganze Schulnote.

Themen und Trends mit hoher 
Relevanz aus Sicht der Anwender.
Themen und Trends mit hoher Relevanz aus Sicht der Anwender.Bild: Trovarit AG

Große ERP-Installationen

Das Segment der sehr anspruchsvollen ERP-Installationen ist geprägt durch eine hohe Anzahl an Anwendern (>100), einen umfassenden funktionalen Scope sowie oft Multi-Site-, Multi-Language- und Multi-Legal-Charakteristik. Aufgrund dieser Komplexität finden sich die hier positionierten ERP-Systeme in der Gesamtschau des Zufriedenheitsportfolios seit jeher oft im hinteren Bereich wieder. Das Gesamturteil für Software und Wartungspartner liegt mit einem Klassendurchschnitt von 1,89 spürbar unter dem Gesamtmarkt. Mit einer Notenspannweite von weniger als 0,4 Schulnoten liegen dabei alle „Schwergewichtslösungen“ in Sachen Anwenderzufriedenheit relativ dicht beieinander.

Mittelgroße ERP-Installationen

In der ‚Mittelgewichtsklasse, dem Segment von ERP-Installationen mit 25 bis 100 ERP-Arbeitsplätzen, bewegt sich das Zufriedenheitsniveau nahe am Durchschnitt für den gesamten ERP-Markt. Etwas größere Kritik wird im Hinblick auf die Performance im Rahmen von Implementierungsprojekten laut, etwa in den Bereichen ‚Termin- und Budgeteinhaltung‘, den ‚Personalaufwand‘ und ‚Zielerreichung“. Gleichzeitig schneidet dieses ERP-Segment in puncto Anpassbarkeit & Flexibilität sowie bei den Schnittstellen tendenziell überdurchschnittlich ab.

Kleine ERP-Installationen

In der ‚Leichtgewichtsklasse‘, ERP-Systeme mit einem Einsatzschwerpunkt bei Installationen unter 25 ERP-Arbeitsplätzen, liegt das Zufriedenheitsniveau insgesamt spürbar über dem des Gesamtmarktes. Dies ist im Kern auf die geringere Komplexität der ERP-Installationen zurückzuführen. Angesiedelt sind hier schlanke Systeme mit Fokus auf dem Finanzwesen und der kaufmännischen Auftragsabwicklung, wie etwa HS (Hamburger Software) oder BMD. Von diesen Systemen gibt es im deutschsprachigen Raum oft mehr als 10.000 Installationen. Auf der anderen Seite findet sich hier zum Teil hoch spezialisierte und dabei fachlich breit aufgestellte Software, die meist von einem sehr überschaubaren Kundenkreis genutzt werden, wie etwa Syslog ERP, Issos Pro, Winweb-Food oder Majesty. Und schließlich finden sich hier auch relativ breit aufgestellte ERP-Systeme mit großem Kundenkreis wie beispielsweise SAP Business One.

KI auf dem Vormarsch

Seit 2022 geradezu sprunghaft angestiegen ist die Relevanz von künstlicher Intelligenz (KI) im Hinblick auf den ERP-Einsatz. Diese Entwicklung ist auch darauf zurückzuführen, dass KI in der Form von ChatGPT und vergleichbaren Services seit Ende 2022 eine breite Anwenderschaft in den Unternehmen gefunden hat. Die Leistungsfähigkeit großer Sprachmodelle (Large Language Models) in Verbindung mit den Generative Pre-Trained Transformers (GPTs) – insbesondere, wenn es um die Verarbeitung von geschriebener oder gesprochener Sprache, Bildern oder auch Programm-Code geht – weckt bei vielen Studienteilnehmern offenbar klarere Vorstellungen von sinnvollen Anwendungs-Szenarien auch im ERP-Kontext.

Mit Blick auf konkrete KI-Anwendungsfälle im ERP-Kontext wird deren Relevanz noch wesentlich größer: Immerhin fast die Hälfte der Teilnehmer halten die KI-gestützte Automatisierung im Bereich des Stammdatenmanagements für einen sehr relevanten Anwendungsfall. Ähnlich hoch wird die Relevanz einer automatisierten Anpassung von Dispositionsparametern im ERP-System eingestuft.

Die Studie ‚ERP in der Praxis: Anwenderzufriedenheit, Nutzen & Perspektiven 2024/2025‘ erhalten Sie durch Scannen des QR-Codes als Download. <a href=“http://tedo.link/5EbPcf



  • Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Laut einer Untersuchung des Bitkom ist die deutsche Wirtschaft schlecht auf hybride Bedrohungen wie Stromausfälle, Sabotage oder durch Ransomware lahmgelegte Fabriken vorbereitet.

    mehr lesen: Ein Tag ohne Internet und alles steht still

  • Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Artschwager + Kohl Software ist seit Januar 2026 Teil der Heitec-Gruppe.

    mehr lesen: Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

  • Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek, Anbieter von Software für die metallverarbeitende Industrie, gibt die Eröffnung einer Niederlassung in Kanada als Teil seiner Wachstumsstrategie in Nordamerika bekannt.

    mehr lesen: Lantek expandiert nach Kanada

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    Die All for One Group, ein IT-, Consulting- und Service-Provider aus Filderstadt, beteiligt sich an dem österreichischen Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare.

    mehr lesen: All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

  • Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Wie lassen sich Menschen und Maschinen so zusammenbringen, dass beide voneinander profitieren?

    mehr lesen: Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

  • Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Am 20. Mai 2026 um 14.00 Uhr steht im IT&Production -TechTalk das Thema Smart Maintenance mit KI im Mittelpunkt.

    mehr lesen: Webinar: Smart Maintenance mit KI

  • Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    In einer komplexen Welt, in der alle überall und jederzeit verbunden sind, gilt intelligentes und transparentes Identity & Access Management (IAM) als ein wirksames Mittel zum Schutz der Unternehmens- und…

    mehr lesen: Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

  • Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Der Cyber Resilience Act (CRA) hat ab 2026 erstmals unmittelbare Auswirkungen, auf die sich die Hersteller digitaler Geräte, Maschinen und Anlagen mit Internetverbindung einstellen müssen.

    mehr lesen: Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

  • Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur) hat ihre Strategie für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt.

    mehr lesen: Cyberagentur richtet Strategie neu aus

  • Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Junge Forschungstalente im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) ausbilden und Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft übertragen – das ist das Ziel eines gemeinsamen Zentrums für angewandte Künstliche Intelligenz des Karlsruher Instituts…

    mehr lesen: Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

  • TUM fertigt eigenen KI-Chip

    TUM fertigt eigenen KI-Chip

    Die TUM hat den ersten KI-Chip mit 7-Nanometer-Technologie in der EU entwickelt. Der Chip verarbeitet Daten lokal, schützt Privatsphäre und stärkt die technologische Unabhängigkeit Europas.

    mehr lesen: TUM fertigt eigenen KI-Chip