Künstliche Intelligenz treibt Rechenzentrumsausbau voran

A large datacenter Middenmeer Holland
Bild: ©corlaffra/stock.adobe.com

Eine aktuelle Roland-Berger-Studie geht davon aus, dass sich die weltweit installierte Rechenzentrumskapazität von 88GW im Jahr 2025 auf bis zu 340GW bis 2035 fast vervierfachen wird. Die Autoren rechnen zudem damit, dass der Anteil von KI an der gesamten Rechenzentrumslast von heute 20% auf knapp 60% bis 2035 anwächst.

Die Studie basiert auf dem Roland-Berger-Datacenter-Model, das Entwicklungen von Rechenzentrumskapazitäten, Energiebedarf und Investitionen analysiert. Ergänzt wurde die Untersuchung durch eine Befragung von 70 Entscheiderinnen und Entscheidern aus der europäischen Rechenzentrumsbranche.

Die Autoren betonen, dass Europa trotz verschiedener politischer Entlastungsdiskussionen droht, im KI-Rennen weiter zurückzufallen. Sie verweisen darauf, dass die USA 2025 bereits über mehr Rechenzentren verfügen als Westeuropa und Asien zusammen. Laut der Roland-Berger-Analyse dürfte sich der europäische Anteil an der weltweit installierten Rechenzentrumskapazität weiter verringern: Von derzeit etwa 13% auf rund 10% bis 2030.

Wo steht Europa?

Die Autoren sehen aktuelle politische Initiativen zum Ausbau digitaler Infrastruktur zwar als wichtigen Schritt zu europäischer Unabhängigkeit, betonen aber die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen.

„Digitale Souveränität beginnt bei Strom und Rechenleistung. Für den notwendigen Infrastrukturausbau brauchen wir dringend leistungsfähige Stromnetze, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie wettbewerbsfähige Energiepreise,“ sagt Dr. Edeltraud Leibrock, Global Managing Director bei Roland Berger. Eigene Rechenzentren ermöglichen die Verarbeitung sensibler Daten sowie den Einsatz von KI-Anwendungen unter europäischem Recht und bilden die Grundlage für ein wettbewerbsfähiges europäisches KI-Ökosystem.

Der Studie zufolge wird Europa von drei zentralen Faktoren ausgebremst:

  • Netzanschlüsse: Der Anschluss eines neuen Rechenzentrums kann in Europa bis zu sieben Jahre dauern – in den USA werden Anschlüsse schneller ermöglicht oder Arten der Vor-Ort Energiegewinnung verwendet.
  • Energiekosten und -zugang: 69% der befragten Branchenexperten erwarten, dass die Energieverfügbarkeit bis 2035 noch schwieriger wird. Strom macht rund 40% der Betriebskosten eines Rechenzentrums aus. Europas Energiepreise liegen deutlich über denen konkurrierender Regionen.
  • Regulatorische Komplexität: Betreiber von Datenzentren sehen laut Befragung Genehmigungsverfahren und regulatorische Anforderungen in Europa als eine zentrale Hürde für den Ausbau neuer Kapazitäten.

Laut den Autoren verdeutlicht die Dimension des Ausbaus die Größe der Herausforderung. Sie betonen, dass ein modernes KI-Rechenzentrum mit einer Leistung von 1GW so viel Strom verbraucht wie eine Stadt mit rund 1Mio. Haushalten.

Roland Berger beschreibt eigene Rechenzentren nicht nur als eine Voraussetzung für Europas digitale Souveränität, sondern auch für zukünftiges Wirtschaftswachstum: „KI und Rechenzentren haben heute schon einen signifikanten Anteil am amerikanischen Wirtschaftswachstum. Europa partizipiert zwar in einzelnen Zulieferindustrien, gerät aber in starke Abhängigkeiten,“ sagt Dr. Nikolaus Lehmann, Partner bei Roland Berger. „Ohne ausreichende Rechenkapazitäten riskiert Europa, den Anschluss beim Wachstum durch diese Schlüsseltechnologie zu verpassen.“

Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass finanzielle Anreize allein allerdings nicht ausreichen dürften, um Europas Rückstand aufzuholen. Vielmehr sei eine vorausschauende Netzplanung und technologieoffenen Rahmenbedingungen erforderlich, die Investitionen ermöglichen statt verzögern.



  • Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Artschwager + Kohl Software ist seit Januar 2026 Teil der Heitec-Gruppe.

    mehr lesen: Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

  • Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek, Anbieter von Software für die metallverarbeitende Industrie, gibt die Eröffnung einer Niederlassung in Kanada als Teil seiner Wachstumsstrategie in Nordamerika bekannt.

    mehr lesen: Lantek expandiert nach Kanada

  • All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    Die All for One Group, ein IT-, Consulting- und Service-Provider aus Filderstadt, beteiligt sich an dem österreichischen Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare.

    mehr lesen: All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Wie lassen sich Menschen und Maschinen so zusammenbringen, dass beide voneinander profitieren?

    mehr lesen: Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

  • Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Am 20. Mai 2026 um 14.00 Uhr steht im IT&Production -TechTalk das Thema Smart Maintenance mit KI im Mittelpunkt.

    mehr lesen: Webinar: Smart Maintenance mit KI

  • Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    In einer komplexen Welt, in der alle überall und jederzeit verbunden sind, gilt intelligentes und transparentes Identity & Access Management (IAM) als ein wirksames Mittel zum Schutz der Unternehmens- und…

    mehr lesen: Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

  • Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Der Cyber Resilience Act (CRA) hat ab 2026 erstmals unmittelbare Auswirkungen, auf die sich die Hersteller digitaler Geräte, Maschinen und Anlagen mit Internetverbindung einstellen müssen.

    mehr lesen: Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

  • Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur) hat ihre Strategie für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt.

    mehr lesen: Cyberagentur richtet Strategie neu aus

  • Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Junge Forschungstalente im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) ausbilden und Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft übertragen – das ist das Ziel eines gemeinsamen Zentrums für angewandte Künstliche Intelligenz des Karlsruher Instituts…

    mehr lesen: Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

  • TUM fertigt eigenen KI-Chip

    TUM fertigt eigenen KI-Chip

    Die TUM hat den ersten KI-Chip mit 7-Nanometer-Technologie in der EU entwickelt. Der Chip verarbeitet Daten lokal, schützt Privatsphäre und stärkt die technologische Unabhängigkeit Europas.

    mehr lesen: TUM fertigt eigenen KI-Chip

  • Industrial AI Cloud geht in Betrieb

    Industrial AI Cloud geht in Betrieb

    Die Deutsche Telekom startet die erste souveräne KI-Fabrik Europas in München. Erfahren Sie, wie die Industrial AI Cloud Industrie, Forschung und Verwaltung revolutioniert.

    mehr lesen: Industrial AI Cloud geht in Betrieb