Fraunhofer IAO und KTH Vehicle Design entwickeln Assistenten für zirkuläres Produktdesign

0:000:00

pearl
Bild: Fraunhofer-Institut f. Arbeitswirtschaft

Wie Automobilhersteller steigende gesetzliche Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen können, ohne an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, ergründen derzeit Forschende vom Fraunhofer IAO und KTH Vehicle Design. Sie entwickeln eine Software, die künftig datengestützte Entscheidungshilfen bieten soll, um Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und Kosteneffizienz von Anfang an ins Fahrzeugdesign zu integrieren.

Die europäische Automobilindustrie steht vor der Aufgabe, den Übergang zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu bewältigen, um gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Integration von Kreislaufstrategien gilt insbesondere in der frühen Produktentwicklung als entscheidend, da in diesem Bereich die größten Gestaltungsspielräume bestehen – hier setzt das Forschungsprojekt Pearl (Probabilistic, Ecological-Economic Assistant for Circular Product Design) an. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO arbeitet gemeinsam mit Forschenden aus dem Bereich Vehicle Design am KTH Royal Institute of Technology an einer Software, die den Entwicklungsprozess von Fahrzeugen adressiert.

Dazu verbinden die Beteiligten modellbasierte Systemtechnik, Optimierung und generative Designalgorithmen in einem digitalen Assistenten, der Entwickler dabei anleitet, zielführende Entscheidungen zu Materialien, Bauteilen und Prozessen entlang dem Lebenszyklus eines Fahrzeugs zu treffen. Das Ziel des Tools und der gesamten Tool-Kooperation zwischen Fraunhofer IAO und KTH ist es, Automobilentwickler bei der physischen Produktgestaltung hinsichtlich der Anpassung an einen zyklusorientierten, kreislauffähigen und dennoch kostenoptimierten Lebenszyklus zu unterstützen.

Die Projektpartner bündeln ihre Kompetenzen in Lebenszyklusmodellierung, Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz. Die Projektmanager Ciarán O’Reilly (KTH) und Dr. Lukas Block (Fraunhofer IAO) planen, Pearl zunächst exemplarisch an ausgewählten Fahrzeugkomponenten zu erproben und später auf den gesamten Fahrzeugbereich zu übertragen.

Reaktion auf Regularien und Markttrends

Mit der Initiative reagieren die Partner auf regulatorische Treiber wie ESPR, CSRD, die Neuauflage der Altfahrzeugverordnung sowie auf eine zunehmende Nachfrage nach nachhaltigen Mobilitätsangeboten. Frühzeitige Berücksichtigung der Kreislaufwirtschaft in der Produktentwicklung gilt als Schlüsselmaßnahme, um Ressourcen zu schonen, Abfall zu reduzieren und Reparatur sowie Recycling zu erleichtern. Langfristig sollen Lebenszyklusbetrachtungen fest im Designprozess verankert werden, um wirtschaftliche und ökologische Vorteile zu realisieren.

Weiterentwicklung und langfristige Ziele

Die kommenden Projektphasen dienen dazu Pearl weiterzuentwickeln, zu validieren und in bestehende Entwicklungsprozesse gemeinsam mit Industriepartnern zu integrieren. Langfristig soll die Zusammenarbeit Fahrzeugherstellern und Zulieferern Ansätze und Werkzeuge für eine praktische, transparente Entscheidungsfindung zur Optimierung von Produkten im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft liefern.



  • Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Laut einer Untersuchung des Bitkom ist die deutsche Wirtschaft schlecht auf hybride Bedrohungen wie Stromausfälle, Sabotage oder durch Ransomware lahmgelegte Fabriken vorbereitet.

    mehr lesen: Ein Tag ohne Internet und alles steht still

  • Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Artschwager + Kohl Software ist seit Januar 2026 Teil der Heitec-Gruppe.

    mehr lesen: Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

  • Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek, Anbieter von Software für die metallverarbeitende Industrie, gibt die Eröffnung einer Niederlassung in Kanada als Teil seiner Wachstumsstrategie in Nordamerika bekannt.

    mehr lesen: Lantek expandiert nach Kanada

  • All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    Die All for One Group, ein IT-, Consulting- und Service-Provider aus Filderstadt, beteiligt sich an dem österreichischen Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare.

    mehr lesen: All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

  • Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Wie lassen sich Menschen und Maschinen so zusammenbringen, dass beide voneinander profitieren?

    mehr lesen: Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

  • Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Am 20. Mai 2026 um 14.00 Uhr steht im IT&Production -TechTalk das Thema Smart Maintenance mit KI im Mittelpunkt.

    mehr lesen: Webinar: Smart Maintenance mit KI

  • Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    In einer komplexen Welt, in der alle überall und jederzeit verbunden sind, gilt intelligentes und transparentes Identity & Access Management (IAM) als ein wirksames Mittel zum Schutz der Unternehmens- und…

    mehr lesen: Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

  • Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Der Cyber Resilience Act (CRA) hat ab 2026 erstmals unmittelbare Auswirkungen, auf die sich die Hersteller digitaler Geräte, Maschinen und Anlagen mit Internetverbindung einstellen müssen.

    mehr lesen: Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

  • Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur) hat ihre Strategie für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt.

    mehr lesen: Cyberagentur richtet Strategie neu aus

  • Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Junge Forschungstalente im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) ausbilden und Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft übertragen – das ist das Ziel eines gemeinsamen Zentrums für angewandte Künstliche Intelligenz des Karlsruher Instituts…

    mehr lesen: Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

  • TUM fertigt eigenen KI-Chip

    TUM fertigt eigenen KI-Chip

    Die TUM hat den ersten KI-Chip mit 7-Nanometer-Technologie in der EU entwickelt. Der Chip verarbeitet Daten lokal, schützt Privatsphäre und stärkt die technologische Unabhängigkeit Europas.

    mehr lesen: TUM fertigt eigenen KI-Chip

  • Industrial AI Cloud geht in Betrieb

    Industrial AI Cloud geht in Betrieb

    Die Deutsche Telekom startet die erste souveräne KI-Fabrik Europas in München. Erfahren Sie, wie die Industrial AI Cloud Industrie, Forschung und Verwaltung revolutioniert.

    mehr lesen: Industrial AI Cloud geht in Betrieb