Cyberkriminelle nutzen Microsoft Teams als Einfallstor

Ransomware Cyber Attack Showing Personal Files Encrypted
Bild: ©Andrey Popov/stock.adobe.com

Die Cybersecurity-Experten von Sophos X-Ops haben eine aktive Bedrohungskampagne näher untersucht, bei der zwei verschiedene Gruppen von Bedrohungsakteuren Unternehmen infiltrieren, indem sie die Funktionalität der Office-365-Plattform missbrauchen und anschließend versuchen, Daten abziehen oder Ransomware platzieren.

Bis zu 3.000 Nachrichten in einer Stunde

Laut Sophos nutzen die Angreifer eine Kombination aus E-Mail-Bombing mit bis zu 3.000 Nachrichten in weniger als einer Stunde und anschließendend Sprach- bzw. Videoanrufen via Teams, auch als Voice Pishing oder Vishing bekannt.

Nach dem Versenden der ersten Spam-Nachrichten geben sich die Angreifer als technischer Support des betroffenen Unternehmens aus, rufen über Teams an und bieten ihre „Hilfe“ bei der Lösung des Problems an. Wenn ein Mitarbeiter den Anruf entgegennimmt und den Kriminellen mittels Quick Assist oder der Bildschirmfreigabe von Microsoft Teams die Kontrolle über den Computer erteilt, starten die Anrufer das Ausrollen der Schadsoftware.

Im Rahmen der Untersuchungen hat Sophos X-Ops Verbindungen der in dieser Kampagne aktiven Cyberkriminellen zu den russischen Bedrohungsgruppen Fin7 und Storm-1811 aufgedeckt.

Teams-Einstellungen prüfen

„Obwohl die Ausnutzung von Fernverwaltungstools und der Missbrauch legitimer Dienste an sich nicht völlig neu sind, beobachten wir, dass immer mehr Bedrohungsgruppen diese Taktiken anwenden, um Unternehmen jeder Größe ins Visier zu nehmen. Dies ist eine aktive Bedrohungskampagne, die wir weiterhin intensiv verfolgen. Da die Standardkonfiguration von Microsoft Teams es jedem Besitzer eines Teams-Kontos ermöglicht, zu chatten oder Mitarbeiter eines Unternehmens anzurufen, sind viele Unternehmen potenziell anfällig für diese Bedrohung. Zudem nutzen viele Unternehmen externe Anbieter für ihren IT-Support, sodass ein Anruf von einer fremden Nummer mit der Bezeichnung „Helpdesk-Manager“ nicht unbedingt Alarmglocken schrillen lässt.“, sagt Sean Gallagher, Principal Threat Researcher bei Sophos.

Der Experte rät Unternehmen, die Microsoft 365 verwenden, in höchster Alarmbereitschaft zu sein: Sie sollten Konfigurationen überprüfen sowie externe Kontonachrichten sowie Fernzugriffstools, die nicht regelmäßig verwendet werden, nach Möglichkeit blockieren.



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