Generative KI ans Steuer lassen

Mit Red Hat OpenShift AI können Fertigungsunternehmen KI-gestützte Anwendungen in Hybrid-Cloud-Umgebungen entwickeln und bereitstellen.
Mit Red Hat OpenShift AI können Fertigungsunternehmen KI-gestützte Anwendungen in Hybrid-Cloud-Umgebungen entwickeln und bereitstellen.Bild: Red Hat GmbH

KI ist in der Fertigungsindustrie kein neues Thema, wie die vielen Anwendungen von Predictive AI zeigen. Allerdings beschränkt sich der Einsatz von KI bisher oft nur auf die Maschinenebene. Der Zustand einer gesamten Produktionslinie oder die Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen bleiben dabei häufig außen vor. Mit den Fortschritten der generativen KI wird hier aber ein Wandel einsetzen, der eine effizientere industrielle Fertigung maßgeblich vorantreiben wird. Das Potenzial der generativen KI zeigt sich gerade in der Mensch-Maschine-Interaktion. Dabei geht es nicht darum, den Maschinen-Operator zu ersetzen. Vielmehr soll er bei technischen Herausforderungen durch KI-generierte Hinweise unterstützt werden, um die Produktivität insgesamt zu erhöhen.

LLMs sind nicht alles

Wichtig bei der KI-Nutzung im Fertigungsbereich ist, nicht ausschließlich auf LLMs (Large Language Models) zu setzen. Diese Modelle sind mit sehr großen Datenmengen trainiert, das heißt, alle Informationen stecken in den Modellen und ihr Wissen ist immer die Basis für die Antworten. In der Regel sind somit keine aktuellen Daten vorhanden. Für die Echtzeitnutzung in der Produktion ist das folglich nicht ausreichend. Es geht also darum, dass nicht nur das LLM als Wissensquelle genutzt wird, sondern auch weitere Dokumente, Online-Web-Suchergebnisse und dann vor allem auch unternehmensspezifische Echtzeit- und Maschinendaten wie z.B. Logdaten oder Fehlermeldungen. Für die Datenspeicherung dienen dabei Vektordatenbanken. Aus den Daten generiert das LLM dann eine Antwort, die dem Maschinen-Operator hilft, Probleme zu lösen. Konkret wird dabei der Prompt des Users, das heißt des Maschinen-Operators, im Hintergrund mit den oben genannten Daten angereichert, sodass das LLM eine möglichst exakte Antwort gibt.

Schneller Forschritt bei Technik

Inzwischen gibt es bereits mehrere Ansätze und Techniken, die die LLMs mit weiteren Informationen anreichern. Bekannte Beispiele dafür sind RAG (Retrieval-Augmented Generation) und Agentic AI. RAG bietet die Möglichkeit, die in einem LLM vorhandenen Daten durch externe Wissensquellen zu ergänzen, etwa durch Daten-Repositories oder bestehende Dokumentation. So kann auch wesentlich einfacher sichergestellt werden, dass die Modelle richtige, sichere Antworten liefern, ohne zu halluzinieren. Mit AI Agents können Probleme unter Nutzung von Daten aus einem LLM, einer Vektordatenbank, einer Knowledge Base oder aus dem Internet analysiert werden, um Schlussfolgerungen zu ziehen und Entscheidungen zu treffen, die dann als Informationen für einen Operator oder die eigenständige Veranlassung von Veränderungen dienen.

Kleine Modelle liegen im Trend

Bei der Auswahl des passenden Modells stehen Fertigungsunternehmen vor einer ersten Herausforderung. Hier zeichnet sich ab, dass immer mehr Firmen nicht auf LLMs, sondern auf kleinere Modelle setzen, die für spezielle Use Cases trainiert werden. Sie sind kosteneffizienter und mit geringerem Aufwand zu realisieren. Doch wie sollten Unternehmen nun eine Implementierung in Angriff nehmen – mit dem Ziel, KI nicht nur auf Maschinenbasis, sondern im Kontext einer gesamten Produktionslinie einzusetzen? Eine zentrale Voraussetzung ist die Verfügbarkeit der Daten. Im Großen und Ganzen sind sie vielfach schon vorhanden, etwa in Datenbanken oder Data Lakes. Eine Datenquelle bieten darüber hinaus die in der Fertigungsindustrie oft genutzten Digital Twins. Ist die Datenverfügbarkeit gegeben, geht es in einem nächsten Schritt um die semantische Verknüpfung der Daten und den Verbindungsaufbau zwischen den Maschinen. Hierfür eignet sich etwa eine Graphdatenbank.

Zwischen Cloud und Hausbetrieb

Wichtig für die KI-Nutzung ist zudem eine geeignete Infrastruktur, die die Einführung von der Entwicklung bis zum Produktivbetrieb vereinfachen und beschleunigen kann. Eine solche Infrastruktur stellt eine offene Container-basierte Hybrid-Cloud-Plattform bereit. Sie bietet zum einen eine Basis für die KI-Modell-Entwicklung, das KI-Modell-Training und auch die KI-Modell-Einbettung in Anwendungen. Zum anderen ist sie flexibel in einer Private-, Public- oder Edge-Umgebung nutzbar. Bei der KI-Nutzung stellt sich dann immer die Frage: Public Cloud oder On-Premises? In der Industrie gehen dabei derzeit viele Unternehmen den On-Premises-Weg. Dafür gibt es mehrere Gründe: Bei Public-Cloud-Services werden kontinuierlich neue Versionen ausgerollt, die beim industriellen Einsatz ein Problem darstellen können, da sich dann unter Umständen ein Gesamtsystem anders verhält. Bei der On-Premises-Nutzung eines Modells, das selbst versioniert und getestet wird, kann hingegen bei einer neuen Version relativ schnell und einfach der eigene Qualitätssicherungsprozess angewendet werden. Ein Self-Hosting unterstützt zudem bei der Erfüllung von Latenzanforderungen. Schließlich geht es gerade im Manufacturing um den Edge-Bereich, in dem KI-Algorithmen an der Datenquelle ausgeführt werden sollten. Um Fertigungsprozesse effizient zu optimieren, müssen umfangreiche Datenmengen schnell analysiert werden, und zwar direkt an der Produktionslinie durch die Vernetzung der IT mit den Anlagen oder Steuersystemen. Aufgrund der Herausforderungen in puncto Antwortzeiten ist es hier nicht immer möglich, in die Public Cloud zu gehen.

Open Source Software

Nicht zuletzt sind Open-Source-LLMs derzeit ein viel diskutiertes Thema, da viele Unternehmen nachvollziehen wollen, was in den Parametern von LLMs enthalten ist und mit welchen Daten sie trainiert wurden. Mit Open Source ist das möglich. Dabei muss sich der Einsatz von KI in einem Industrieunternehmen keineswegs auf die reinen Fertigungsprozesse beschränken. Auch die Resilienz der Lieferketten kann beispielsweise verbessert werden, indem etwa durch Lieferantenanalysen und die Nutzung von AI Agents eine schnelle Umstellung von Lieferketten möglich wird. Das potenzielle Einsatzspektrum der generativen KI ist weitreichend – und deshalb wird sie ein entscheidender Treiber der weiteren industriellen Transformation sein.



  • Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Laut einer Untersuchung des Bitkom ist die deutsche Wirtschaft schlecht auf hybride Bedrohungen wie Stromausfälle, Sabotage oder durch Ransomware lahmgelegte Fabriken vorbereitet.

    mehr lesen: Ein Tag ohne Internet und alles steht still

  • Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Artschwager + Kohl Software ist seit Januar 2026 Teil der Heitec-Gruppe.

    mehr lesen: Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

  • Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek, Anbieter von Software für die metallverarbeitende Industrie, gibt die Eröffnung einer Niederlassung in Kanada als Teil seiner Wachstumsstrategie in Nordamerika bekannt.

    mehr lesen: Lantek expandiert nach Kanada

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    Die All for One Group, ein IT-, Consulting- und Service-Provider aus Filderstadt, beteiligt sich an dem österreichischen Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare.

    mehr lesen: All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

  • Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Wie lassen sich Menschen und Maschinen so zusammenbringen, dass beide voneinander profitieren?

    mehr lesen: Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

  • Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Am 20. Mai 2026 um 14.00 Uhr steht im IT&Production -TechTalk das Thema Smart Maintenance mit KI im Mittelpunkt.

    mehr lesen: Webinar: Smart Maintenance mit KI

  • Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    In einer komplexen Welt, in der alle überall und jederzeit verbunden sind, gilt intelligentes und transparentes Identity & Access Management (IAM) als ein wirksames Mittel zum Schutz der Unternehmens- und…

    mehr lesen: Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

  • Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Der Cyber Resilience Act (CRA) hat ab 2026 erstmals unmittelbare Auswirkungen, auf die sich die Hersteller digitaler Geräte, Maschinen und Anlagen mit Internetverbindung einstellen müssen.

    mehr lesen: Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

  • Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur) hat ihre Strategie für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt.

    mehr lesen: Cyberagentur richtet Strategie neu aus

  • Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Junge Forschungstalente im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) ausbilden und Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft übertragen – das ist das Ziel eines gemeinsamen Zentrums für angewandte Künstliche Intelligenz des Karlsruher Instituts…

    mehr lesen: Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

  • TUM fertigt eigenen KI-Chip

    TUM fertigt eigenen KI-Chip

    Die TUM hat den ersten KI-Chip mit 7-Nanometer-Technologie in der EU entwickelt. Der Chip verarbeitet Daten lokal, schützt Privatsphäre und stärkt die technologische Unabhängigkeit Europas.

    mehr lesen: TUM fertigt eigenen KI-Chip