Die Do’s:

  • Internen und externen Netzwerkverkehr sofort unterbrechen: So sperren Unternehmen die Angreifer aus und verhindern eine weitere Ausbreitung der Schadsoftware.
  • Virtuelle Maschinen pausieren oder Snapshots erstellen: Malware liegt oft nicht mehr auf der Festplatte, sondern im Arbeitsspeicher. Wer also eine VM ausschaltet, macht den Speicher unbrauchbar und vernichtet dabei mögliche forensische Spuren. Daher ist es ratsam, diese zu pausieren oder einen Snapshot zu erstellen, um einen aktuellen Zwischenstand zu speichern.
  • Zentrale Ansprechperson benennen/ Stabsstelle einrichten: Kurze Kommunikationswege sind beim IT-Notfall essenziell. Eine Ansprechperson oder eine Stabsstelle koordiniert dabei die Kommunikation mit dem Incident-Response-Team. Darüber hinaus stimmt sich diese Stelle auch mit beteiligten IT-Dienstleistern ab und kommuniziert mit Mitarbeitenden und allen externen Stakeholdern.
  • Vorurteilsfreie Kommunikation: Wichtig ist eine angstfreie Umgebung, in der auch Mitarbeitende mit wenig IT-Kenntnissen Hinweise zum Vorfall geben können. Vorwürfe oder Schuldzuweisungen helfen in dieser Situation keinem weiter.
  • Backups prüfen und bereitstellen: Dieses Thema sollten Unternehmen schon vor einem Notfall auf der Agenda stehen haben, denn im IT-Notfall ist es dafür zu spät. Mit aktuellen Backups lässt sich der Datenverlust minimal halten.
  • Zusammenarbeit mit lokalen Behörden: Jedes angegriffene Unternehmen sollte Strafanzeige stellen, damit die Behörden Ermittlungen einleiten können. Für Straftaten im Cyberraum hat jedes Bundesland eine eigene Anlaufstelle. Darüber hinaus ist die Informationspflicht mit dem Datenschutzverantwortlichen zu klären. Dabei gilt die Faustformel: Lieber eine Meldung zu viel als zu wenig.

Die Don’ts

  • Systeme herunterfahren: Mit dieser Maßnahme zerstören Betroffene unter Umständen forensische Spuren oder machen sie unbrauchbar.
  • Systeme innerhalb des kompromittierten Netzwerks anfahren: Es besteht die Gefahr, dass die Schadsoftware weitere Teile des Netzes befällt und der Schaden immer größer wird.
  • Malware-Schutz abschalten: Auch während eines oder nach einem aktiven Angriff hilft die Sicherheitslösung, indem sie weitere Angriffsversuche abblockt.
  • Selbstversuche: Wer ohne Fachkenntnisse handelt und Reparaturversuche unternimmt, verzögert und behindert eine schnelle Aufklärung des Infektionshergangs. Das Risiko einer ‚Verschlimmbesserung‘ ist sehr groß.
  • Unbegleitete Erpresserkommunikation: Grundsätzlich gilt „Kein Dialog mit Erpressern!“ Wer dennoch dazu gezwungen ist, sollte auf externe Unterstützung zurückgreifen.
  • Schuldzuweisungen: Wer eine verdächtige Aktion direkt meldet, hilft, den Schaden frühzeitig einzudämmen. Das erfordert eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeitende sich trauen, Fehler wie den möglichen Klick auf den Link in einer Phishing-Mail zuzugeben – ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Schneller wieder handlungsfähig

Firmen, die sich auf Cyberattacken vorbereiten, etwa mit externer Unterstützung, handeln weitsichtig und sind im Notfall schneller wieder handlungsfähig. Untersuchungen zeigen, dass bei einem IT-Notfall nicht der Einsatz des Incident-Response-Teams der größte Kostenpunkt ist, sondern der entgangene Umsatz durch den Stillstand.

Seiten: 1 2



  • Zaghafte Entspannung trotz Orderminus

    Zaghafte Entspannung trotz Orderminus

    Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus ein reales Orderminus von 14 Prozent verzeichnet. Das ist seit Beginn der Corona-Krise der geringste Rückgang auf Monatsbasis.

    mehr lesen: Zaghafte Entspannung trotz Orderminus

  • Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

    Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

    Oliver Gürtler übernimmt ab November die Leitung des Mittelstandsgeschäfts bei Microsoft Deutschland und wird damit zugleich zum Mitglied der Geschäftsleitung berufen.

    mehr lesen: Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

  • Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

    Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

    Die meisten Firmen weltweit verzeichnen aufgrund der Corona-Pandemie Umsatzrückgänge. Doch neun von zehn Firmen investieren weiter in ihre Digitalisierung. Zu diesem Ergebnis kommen Autoren von Tata Consultancy Services (TCS) nach…

    mehr lesen: Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

  • Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

    Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

    Hyland will den Anbieter von Enterprise Content Management-Lösungen Alfresco kaufen. Die Verträge wurden bereits unterzeichnet, im vierten Quartal soll den Kauf abgeschlossen sein.

    mehr lesen: Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

  • Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

    Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

    Mit den Auswirkungen sowie den Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz für die mittelständische Arbeitswelt bietet, beschäftigt sich das Kompetenzzentrum ‚KI für die Arbeitswelt des industriellen Mittelstands‘.

    mehr lesen: Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

  • Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

    Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

    Die Bedeutung von künstlicher Intelligenz im Ingenieurswesen wächst. Allerdings fehlen Verfahren, um das Verhalten der Systeme planbar und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Abhilfe schaffen soll das Kompetenzzentrum für KI-Engineering (CC-KING)…

    mehr lesen: Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

  • Abgelenkt und trotzdem produktiver

    Abgelenkt und trotzdem produktiver

    Chefs glauben: Ein Drittel der Angestellten ist im Home-Office mit Tätigkeiten wie Wäsche waschen beschäftigt. Dennoch ist das Ansehen von Remote-Work bei Managern sogar gestiegen, ergab jetzt eine Umfrage von…

    mehr lesen: Abgelenkt und trotzdem produktiver

  • Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

    Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

    Am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT entsteht gerade die Software KMUsecure. Das Programm soll produzierende KMU dabei unterstützen, kritische Netzwerkschnittstellen zu sichern und Vernetzung leichter zur Optimierung zu nutzen.

    mehr lesen: Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

  • Accenture übernimmt Salt Solutions

    Accenture übernimmt Salt Solutions

    Der SAP-Partner und MES-Integrator Salt Solutions wird Teil von Accenture. Wie die Unternehmensberatung bekannt gab, ist die Vereinbarung bereits unterschrieben.

    mehr lesen: Accenture übernimmt Salt Solutions

  • Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

    Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

    Im Projekt Scale4Edge arbeiten 22 Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft an besonders vertrauenswürdiger Computerhardware. Entstehen soll ein skalierbares Edge-Computing-Ökosystem rund um die Risc-V-Architektur etwa für Industrieanwendungen, Heimautomation und selbstfahrende Autos.

    mehr lesen: Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

  • Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

    Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

    Innovation gehört zu den drei wichtigsten Digitalisierungszielen im Mittelstand, gleich nach Mitarbeiterproduktivität und Prozessmodernisierung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die im Auftrag des ERP-Anbieters Proalpha entstand. Doch wo ist…

    mehr lesen: Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

  • Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

    Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

    Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im September 2020 um 1,7 Punkte auf 100,1 Punkte gestiegen. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise liegt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) damit nicht…

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus