Vier Trends bei Zutrittskontrolle und Zeiterfassung

Bei einer Modernisierung von Zeiterfassung und Zutrittskontrolle für eine zukunftsorientierte Ausrichtung sind neue Anforderungen an Vernetzung und Cybersecurity zu beachten.
Bei einer Modernisierung von Zeiterfassung und Zutrittskontrolle für eine zukunftsorientierte Ausrichtung sind neue Anforderungen an Vernetzung und Cybersecurity zu beachten. – Bild: PCS Systemtechnik GmbH

Vor diesem Hintergrund verändert sich der Maßstab, nach dem Unternehmen solche Systeme bewerten und sich für ein Produkt entscheiden. Nicht mehr allein die Funktion einzelner Geräte entscheidet. Wichtiger wird, wie sich das Gesamtsystem in die bestehende IT-Architektur einfügt und wie sicher, effizient und langfristig es sich betreiben lässt. Integrationsfähigkeit, Cybersecurity und Lifecycle-Management rücken deshalb bei Investitionsentscheidungen in den Fokus. Dabei lassen sich die Entwicklungen in vier wesentliche Trends einordnen.

1. Vom Inselbetrieb zur vernetzten Plattform

Immer wichtiger für die Entscheidung ist die Frage der Interoperabilität. Systeme müssen sich nahtlos in bestehende IT- Strukturen integrieren lassen und offen für Erweiterungen sein. Entscheidend ist dabei auch die Vernetzung mit angrenzenden Anwendungen: So kann die Zutrittskontrolle beispielsweise mit Besuchermanagement, Gefahrenmanagement oder Videoüberwachung verbunden werden. Standardisierte REST-APIs ermöglichen zudem, Zeiterfassungsdaten an übergeordnete ERP-Systeme zu übertragen und Echtzeitdaten für die Personaleinsatzplanung bereitzustellen. Integrationsfähigkeit wird so zu einem zentralen Qualitätsmerkmal der Systeme.

Bei einer Modernisierung von Zeiterfassung und Zutrittskontrolle sind neue Anforderungen an 
Vernetzung und Cybersecurity zu beachten.
Bei einer Modernisierung von Zeiterfassung und Zutrittskontrolle sind neue Anforderungen an Vernetzung und Cybersecurity zu beachten. – Bild: PCS Systemtechnik GmbH

2. Cybersecurity wird zum Entscheidungskriterium

Mit der Integration steigen zugleich die Anforderungen an die Sicherheit der angeschlossenen Peripheriegeräte. Gerade die Zutrittskontrolle, die dem physischen Schutz von Räumen und Gebäuden dient, muss deshalb besonders robust abgesichert werden. Dadurch steigen die Anforderungen an die Härtung der Systeme und an das Risikomanagement. Ziel ist es, Manipulationen, Abhörversuche und Sabotage möglichst früh zu erkennen und zu verhindern. Dazu gehören etwa verschlüsselte Kommunikation, Firewall- und Passwortkonzepte sowie signierte Firmware und ein abgesicherter Boot-Prozess. Solche Mechanismen schaffen eine durchgängige Chain of Trust und erschweren unbefugte Eingriffe in Hard- und Software.

Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen. Der Cyber Resilience Act rückt die IT-Sicherheit digitaler Produkte über ihren Lebenszyklus in den Fokus. Hinzu kommen Anforderungen an Datenschutz, Dokumentation und Nachweisbarkeit, die im Rahmen des Risikomanagements zu berücksichtigen sind. Aktuelle Hardwaregenerationen sind an diesen Vorgaben ausgerichtet.

3. Terminals verbinden mit Cloud-Rechenzentren

Moderne Zeiterfassungsterminals lassen sich sicher an Cloud-Applikationen anbinden und in vernetzte Systemarchitekturen integrieren. Doch Cloud-Systeme verändern nicht nur die Anwendungen rund um Zutrittskontrolle und Zeiterfassung. Auch die Hardware selbst wird Teil cloudbasierter Betriebsmodelle.

Geräte können heute über eine SaaS-Plattform initialisiert, zentral verwaltet und kontinuierlich überwacht werden. Das vereinfacht die Inbetriebnahme und reduziert den Aufwand im laufenden Betrieb. Neue Applikationen und Sicherheitsupdates lassen sich zentral ausrollen, sodass bekannte Schwachstellen schneller geschlossen werden können. Auch für Projektverantwortliche ändert sich etwas. Der Bedarf an produktspezifischem Know-how im Unternehmen sinkt, wenn Betrieb, Monitoring und Updates zentral über die Plattform des Herstellers erfolgen. So wird Hardware als Bestandteil der digitalen Infrastruktur zentral eingebunden und kontinuierlich betreut.

Neue Betriebsmodelle für Zeiterfassungs- und Zutrittskontrollsysteme als SaaS können kosteneffizient sein und Betriebsaufwand sparen.
Neue Betriebsmodelle für Zeiterfassungs- und Zutrittskontrollsysteme als SaaS können kosteneffizient sein und Betriebsaufwand sparen. – Bild: PCS Systemtechnik GmbH

4. Identitäten auf Smartphones

Auch bei den Identmedien verändert sich der Standard. Der klassische Firmenausweis bleibt im Einsatz, wird aber zunehmend durch digitale Ausweise auf dem Smartphone ergänzt. Diese lassen sich schnell digital verteilen und bieten zugleich ein hohes Sicherheitsniveau. Besonders vorteilhaft ist das bei verteilten Standorten, mobilen Mitarbeitenden oder kurzfristig benötigten Berechtigungen. Mobile Credentials verschleißen nicht und reduzieren den Ausgabeaufwand. Gerade Wallet-Anwendungen, die mit NFC oder Bluetooth arbeiten, verbinden hier Komfort und Sicherheit. Für die Nutzung dieser Technologien sollten Zeiterfassungs- und Zutrittssysteme allerdings mit aktueller Lesertechnologie ausgestattet sein.

Modernisierung ohne Komplettaustausch

Eine Modernisierung kann neben einer erhöhten Sicherheit auch Vorteile bei Bedienbarkeit, Displaygröße und Installationsmöglichkeiten bieten. Dabei muss eine bestehende Infrastruktur nicht zwangsläufig vollständig ersetzt werden. In vielen Fällen ist ein schrittweiser Umstieg durch Kombinationen von diverser Hardware und Identmedien möglich. Kombiausweise können während der Migration sowohl ältere als auch aktuelle RFID-Technologien unterstützen. Alternativ lassen sich Lesesysteme einsetzen, die mehrere Verfahren parallel verarbeiten. So können Hardware und Identmedien nach und nach erneuert werden, ohne dass es zu organisatorischen Engpässen kommt.



  • KI-gestützte Verfahren verbessern Molekülforschung

    KI-gestützte Verfahren verbessern Molekülforschung

    Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS startet gemeinsam mit der Universität Augsburg im Rahmen des Munich-Quantum-Valleys das Projekt KID-QC^2. Ziel ist es, durch die Erforschung von Methoden der künstlichen Intelligenz…

    mehr lesen: KI-gestützte Verfahren verbessern Molekülforschung

  • Microsoft macht NRW zur KI-Region

    Microsoft macht NRW zur KI-Region

    Als Teil seines milliardenschweren Investitionspakets will Microsoft im Rheinischen Revier Rechenzentren errichten und mit einer KI-Qualifizierungsoffensive rund 100.000 Menschen in NRW erreichen.

    mehr lesen: Microsoft macht NRW zur KI-Region

  • Die Digitalisierung schreitet voran, vor allem in China

    Die Digitalisierung schreitet voran, vor allem in China

    Das Industrie 4.0 Barometer 2024 von MHP und der LMU München zeigt die deutliche Unterschiede zwischen China und dem Rest der Welt auf. Besonders beim Einsatz von KI haben chinesische…

    mehr lesen: Die Digitalisierung schreitet voran, vor allem in China

  • USA hinsichtlich KI in Front, Deutschland auf Rang 2

    USA hinsichtlich KI in Front, Deutschland auf Rang 2

    Zwar verzeichnet das Deutsche Patent- und Markenamt deutlich mehr Patentanmeldungen im KI-Bereich als noch vor 5 Jahren. Im Ländervergleich liegt Deutschland hier jedoch hinter den Vereinigten Staaten auf dem 2.…

    mehr lesen: USA hinsichtlich KI in Front, Deutschland auf Rang 2

  • Automatisierungsbranche investiert weiter in Europa

    Automatisierungsbranche investiert weiter in Europa

    Laut einer aktuellen Horvath-Studie unter Automatisierungsunternehmen mit mindestens 100 Millionen Euro Jahresumsatz aus Deutschland, Europa und Nordamerika konzentrieren sich die Investitionen der Branche auf neue Produkktionsanlagen in der Nähe des…

    mehr lesen: Automatisierungsbranche investiert weiter in Europa

  • IÖW empfiehlt Gründung einer CDR-Allianz

    IÖW empfiehlt Gründung einer CDR-Allianz

    Unternehmen müssen im Zuge der Digitalisierung auch ethische, soziale und ökologische Auswirkungen berücksichtigen und managen. Hier rät das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zur Gründung einer Allianz aus Politik, Verbänden…

    mehr lesen: IÖW empfiehlt Gründung einer CDR-Allianz

  • Forscherinnen bringen Pilze zum Klingen

    Forscherinnen bringen Pilze zum Klingen

    Ein Team des Fraunhofer IWU will Pilzmyzel als Werkstoff für Transmissionline-Lautsprecher nutzbar machen. Das Material soll zunächst per 3D-Druck verarbeitet und dann im Wachstum beeinflusst werden. Erste Ergebnisse erscheinen vielversprechend.

    mehr lesen: Forscherinnen bringen Pilze zum Klingen

  • B2B-Messe beleuchtet XR- und Metaverse-Strategien

    B2B-Messe beleuchtet XR- und Metaverse-Strategien

    Anfang April stehen Extended Reality und das Metaverse auf der XR Expo im Mittelpunkt. Die B2B-Messe im Stuttgarter Haus der Wirtschaft bietet neben einer Fachausstellung auch verschiedene Workshops und Vorträge.

    mehr lesen: B2B-Messe beleuchtet XR- und Metaverse-Strategien

  • Tim Srock wird Geschäftsführer von Lobster

    Tim Srock wird Geschäftsführer von Lobster

    Zuletzt war Tim Srock CEO der Siemens-Tochter Mendix. Nun übernimmt er das Ruder beim No-Code-Spezialisten Lobster.

    mehr lesen: Tim Srock wird Geschäftsführer von Lobster

  • Cyberbedrohungen auf Rekord-Niveau

    Cyberbedrohungen auf Rekord-Niveau

    2023 blockierte Trend Micro mehr als 161 Milliarden Cyberbedrohungen weltweit – 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor und fast 107 Milliarden mehr als noch vor fünf Jahren.

    mehr lesen: Cyberbedrohungen auf Rekord-Niveau

  • Deutsche Unternehmen melden wieder mehr Erfindungen an

    Deutsche Unternehmen melden wieder mehr Erfindungen an

    Die Zahl der Patentanmeldungen beim Deutschen Patent- und Markenamt ist im Jahr 2023 gestiegen. Größere Anstiege zeigten sich bei den Digitaltechnologien und bei der Elektromobilität.

    mehr lesen: Deutsche Unternehmen melden wieder mehr Erfindungen an

  • Automatisierungspotenzial steigt auch in Expertenberufen

    Automatisierungspotenzial steigt auch in Expertenberufen

    Auch hochqualifizierte Beschäftigte bekommen die Digitalisierung zu spüren. Laut einer Untersuchung des IAB steigt der Anteil automatisierbarer Tätigkeiten in diesen sogenannten Expertenberufen besonders stark.

    mehr lesen: Automatisierungspotenzial steigt auch in Expertenberufen