Brandsimulation für die Flughafenfeuerwehr

Nachbau eines A320/B737-Flugzeugs für 
Trainingszwecke.
Nachbau eines A320/B737-Flugzeugs für Trainingszwecke.Bild: Fire Go GmbH

Fire Go mit Sitz in Alsdorf entwickelt Brandschutzsimulationssysteme für Rettungsdienste in Europa und im Nahen Osten. Das Unternehmen baut feuerfeste Konstruktionen, die mithilfe kontrollierter Gassysteme echte Flugzeugbrände simulieren und authentisch auf Löschschaum oder Wasser reagieren. „Alles, was in der Realität brennen kann und einen Feuerwehreinsatz erfordert, bauen wir aus feuerfesten Materialien und lassen es realistisch brennen“, erklärt Jochen Schürgers, Geschäftsführer von Fire Go. „Das System ist computergesteuert, gasbetrieben und reagiert wie ein echtes Feuer.“ Auf dieser Basis entwickelte das Unternehmen einen mobilen Simulator in Originalgröße, zusammengesetzt aus acht 20-Fuß-Containern mit 28 Feuersimulationspunkten. Damit lassen sich Notfallszenarien vom Cockpit- bis zum Triebwerksbrand nachstellen. Das Ziel: ein mobiles System, das schnell an verschiedenen Flughäfen eingesetzt werden kann und eine qualitativ hochwertige Ausbildung direkt vor Ort ermöglicht. Stationäre Systeme boten hierfür nicht die nötige Flexibilität.

Nachbau eines A320/B737-Flugzeugs für Trainingszwecke.
Nachbau eines A320/B737-Flugzeugs für Trainingszwecke.Bild: Fire Go GmbH

Full-Scale-Simulator für realistisches Training

In Kooperation mit Siebers Mechanical Engineering aus Marsberg entschied sich Fire Go für Automatisierungstechnologien von Mitsubishi Electric. Das Melsec System-Q SPS-System verwaltet alle Simulatorfunktionen. Es steuert komplexe Szenarien im Full-Scale-Simulator, der ein Flugzeug vom Typ A320/B737 mit authentischem Cockpit, Passagierkabine und Frachtraum nachbildet. Zusätzlich koordiniert es Gasströme, Sicherheitssysteme und Brandverhaltensparameter. Über die GOT2000 HMI-Touchscreens können Ausbilder Trainingsszenarien in Echtzeit anpassen, von der Flammenintensität bis zur Windrichtung, um verschiedene Brandbekämpfungsstrategien zu testen.

Die Datenerfassungsplattform des Genesis-Systems protokolliert sämtliche Abläufe, inklusive Reaktionsgeschwindigkeit und Effektivität der angewandten Löschtechniken. So lassen sich Trainings gezielt optimieren und Ausbilder erkennen, ob einzelne Feuerwehrleute weiterer Trainings bedürfen. „Die Zuverlässigkeit unserer Melsec System-Q-Plattform in Kombination mit HMI und Datenerfassung bietet eine robuste Basis für Trainingssysteme, bei denen konstante Leistung unverzichtbar ist“, betont Jörg Springsguth, Vertriebsingenieur bei Mitsubishi Electric Europe. „Wenn Feuerwehrleute sich auf ihre Ausbildung verlassen, um Leben zu retten, muss jede Komponente zuverlässig funktionieren.“

391412 ME FireGo Pic 3

Realistische Feuerwehrübungen

Die präzise Steuerung der Brandsimulationen sorgt für realistische, aber sichere Szenarien. Feuerwehrleute können auch riskante Techniken üben, ohne Verletzungen oder Schäden zu riskieren. Durch die mobile Bauweise ist ein Training direkt an Flughäfen möglich. Mit den Flugzeugtypen und Layouts, die auch im Ernstfall vor Ort vorkommen.

Mit 28 Simulationspunkten deckt das System Triebwerks- und Fahrwerksbrände, Kabinen- und Tankleckszenarien ab. Die Datenerfassung liefert Ausbildern Einblicke in Effektivität und Lernfortschritte der einzelnen Teilnehmer. Regelmäßige Wartung, Ersatzteilversorgung und Service sichern die Einsatzbereitschaft.

Auch für andere Bereiche relevant

Durch die mobile Einsatzfähigkeit kann das Training an den Flughäfen stattfinden, an denen die Feuerwehrleute tatsächlich arbeiten bzw. arbeiten werden. Dies ermöglicht eine kontextbezogene Vorbereitung, die die Effektivität von Notfalltrainingsprogrammen unterstützt. Derartige Simulationstrainings steigern nachweislich die Entscheidungsfähigkeit. Studien der Feuerwehr in Allen, Texas (USA), zeigen eine Verbesserung um bis zu 22 Prozent. Und auch über Flughäfen hinaus ist das mobile System für Branchen mit hohen Sicherheitsanforderungen relevant – etwa Chemie, Energie, Verkehr oder Logistik. Überall dort, wo Teams und Rettungskräfte auf den Ernstfall vorbereitet werden müssen, sorgt die Kombination aus Automatisierungstechnologie und Ingenieurskompetenz für präzise, wiederholbare und sichere Trainingsbedingungen.



  • Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

    Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

    Sick hat im Geschäftsjahr 2019 seinen Umsatz um 7% auf 1,7Mrd.€ erhöht. Der Auftragseingang lag bei 1,8Mrd.€ (2018: 1,7Mrd.€).

    mehr lesen: Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

  • Eine App zur Bauteilerkennung

    Eine App zur Bauteilerkennung

    In der Bildverarbeitung kommt künstliche Intelligenz seit langem zum Einsatz. Neuronale Netze erkennen beispielsweise Objekte des alltäglichen Lebens mit einer höheren Genauigkeit wieder als der Mensch. Forscher des Fraunhofer-Instituts für…

    mehr lesen: Eine App zur Bauteilerkennung

  • VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    Durch industrielle biotechnologischen Prozesse ist es möglich, Güter ressourcenschonender und nachhaltiger zu produzieren. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) hat als Online-Tool einen Prozess visualisiert, mit dem sich biotechnologische Verfahren…

    mehr lesen: VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Worauf CIOs achten sollten

    Worauf CIOs achten sollten

    Nicht Wachstum, sondern die Sicherung der Unternehmenszukunft steht während der Corona-Pandemie im Fokus der Unternehmen. Das Beratungsunternehmen Gartner hat diesbezüglich acht Maßnahmen identifiziert, die CIOs ergreifen sollten.

    mehr lesen: Worauf CIOs achten sollten

  • Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    ITK-Unternehmen bewerten Geschäftslage noch als befriedigend, blicken aber pessimistisch in die Zukunft. Der Digitalindex des Branchenverbandes Bitkom rutschte auf den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung.

    mehr lesen: Digitalindex rutscht auf Tiefststand

  • Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Etwa 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt. Darunter nicht nur Firmen, die stark von der Pandemie betroffen sind. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft…

    mehr lesen: Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

  • Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Mit einem Stand von 93,5 Punkten weißt das IAB-Arbeitsmarktbarometer den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung im Jahr 2008 auf.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

  • KI und ERP für verbesserten Service

    KI und ERP für verbesserten Service

    Durch die Kooperation zwischen Proalpha und Empolis können Unternehmen ihren Servicemitarbeitern Wissen kontextsensitiv zur Verfügung stellen. Konkret wird Empolis Service Express in das ERP-System von Proalpha integriert.

    mehr lesen: KI und ERP für verbesserten Service

  • Ein FTS für kleine Unternehmen

    Ein FTS für kleine Unternehmen

    In einem gemeinsamen Forschungsprojekt wollen das Startup Flexlog und das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover ein besonders günstiges und flexibles Fahrerloses Transportsystem entwickeln, das noch dazu ganz einfach…

    mehr lesen: Ein FTS für kleine Unternehmen

  • Handel mit China stark beeinträchtigt

    Handel mit China stark beeinträchtigt

    Zwar konnten die deutschen Elektroexporte im Februar 2020 mit einem Volumen von 16,7 Milliarden Euro noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen. Jedoch gingen die…

    mehr lesen: Handel mit China stark beeinträchtigt

  • Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz in Höhe von 5,8Mrd.€ erzielt. Das ist ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    mehr lesen: Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig