Industrietaugliche Business-Software: Standards im ERP-System

Colleagues in high tech company controlling industrial robots using digital tablet
Bild: ©Westend61/gettyimages.com

Standardisierte ERP-Systeme basieren auf Best Practices, und sind teils auf die Anforderungen bestimmter Branchen zugeschnitten. Einer der größten Effekte liegt dabei in der schnellen Implementierung. Unternehmen können auf vorgefertigte Strukturen zurückgreifen, anstatt ein System von Grund auf neu aufzusetzen. Das spart in der Regel Zeit, reduziert Beratungs- und Entwicklungskosten und sorgt für eine stabile Basis. Standardisierte ERP-Systeme lassen sich zudem skalieren. Unternehmen können neue Standorte oder Produktionslinien in das System integrieren. Da Prozesse und Datenstrukturen bereits definiert sind, bleibt die IT-Landschaft konsistent, auch wenn das Unternehmen wächst. Zudem können standardisierte Systeme eine hohe Betriebssicherheit bieten, da regelmäßige Updates und Weiterentwicklungen meist anbieterseitig gestellt werden. Sowohl gesetzliche Anforderungen als auch technologische Neuerungen sollten so ohne individuelle Anpassungen im Unternehmen verfügbar werden.

Anpassbare Prozesse und Schnittstellen

Oft heißt es, standardisierte ERP-Systeme seien zu unflexibel für spezifische Unternehmensanforderungen. Doch viele Systeme ermöglichen Anpassungen, ohne die Standard-Architektur darunter zu verändern. Produktionsunternehmen können so etwa individuelle Parameter für Fertigungsaufträge, Materialverwaltung oder Qualitätssicherung definieren. Eigene Datenfelder, Dashboards und Berichte dienen der Bereitstellung von Kennzahlen. Gleichzeitig lassen sich Workflows konfigurieren. Über standardisierte APIs lassen sich ERP-Systeme mit anderen Anwendungen verknüpfen – von der Maschinenanbindung bis hin zur Synchronisierung mit Lager- und Logistiksystemen. Diese Interoperabilität ist ein zentraler Baustein für die digitale Transformation in der Produktion.

Multi-Mandantenfähigkeit oft vorausgesetzt

Wachstum, Internationalisierung und Übernahmen stellen Unternehmen vor organisatorische Herausforderungen. Hier müssen ERP-Systeme in der Regel Multi-Mandantenfähigkeit mitbringen. Diese Funktion ermöglicht es, mehrere Standorte oder Tochtergesellschaften innerhalb einer Plattform zu verwalten. Durch eine zentrale Datenhaltung und standardisierte Prozesse soll die Transparenz über alle Unternehmensbereiche hinweg erhalten bleiben. Gleichzeitig sollten Anwendungen flexibel genug sein, um lokale Anforderungen und Gesetze zu berücksichtigen. Dies ist besonders für international tätige Produktionsbetriebe wichtig, die länderspezifische Compliance-Vorgaben einhalten müssen.

ERP-Systeme in der Industrie müssen längst auch Daten mit der OT-Welt austauschen.
ERP-Systeme in der Industrie müssen längst auch Daten mit der OT-Welt austauschen.Bild: ©ricardoazoury/gettyimages.com

Compliance absichern

Verstöße gegen regulatorische Vorgaben können zu hohen Strafen oder Betriebsunterbrechungen führen. Standardisierte ERP-Systeme unterstützen daher dabei, Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Durch Updates werden gesetzliche Vorgaben etwa automatisch in das System integriert, etwa Steuerfristen, Datenschutzrichtlinien und Zertifizierungen. Zusätzlich können automatisierte Compliance-Funktionen die Dokumentation und Nachverfolgbarkeit von Geschäftsprozessen unterstützen. Prüfberichte, Zertifikate und Audit-Dokumente werden dazu erfasst und archiviert. Das reduziert den administrativen Aufwand.

Sicherheit für vernetzte Systeme

Zum Schutz vor Cyberbedrohungen setzen viele ERP-Systeme auf Verschlüsselungstechnologien, Zugriffskontrollen und Sicherheitsupdates. In der Zugriffsrecht-Verwaltung werden Berechtigungen vergeben, was gerade für externe Dienstleister und Zulieferer essenziell ist. Um den Cloud-Betrieb abzusichern können ERP-Systeme Daten verschlüsselt übertragen.

Prozesse automatisieren, Effizienz steigern

384369 P1168896
Autor Robin Brinkmann – Bild: Exact Software Germany GmbH

In standardisierten ERP-Systemen lassen sich Geschäftsprozesse oft automatisieren. Durch den Einsatz definierter Workflows lassen sich wiederkehrende Abläufe effizient gestalten. In der Produktionssteuerung können automatisierte Prozesse helfen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und Lieferketten optimal zu koordinieren. Auch im Bereich der Qualitätssicherung trägt die Prozessautomatisierung dazu bei, Fehler zu reduzieren und Dokumentationspflichten zu erfüllen. Analysefunktionen können es ermöglichen, Produktionsdaten in Echtzeit auszuwerten. Unternehmen können so Trends erkennen und Fertigungsprozesse kontinuierlich optimieren.



  • Plattformmodul für die Produktion

    Plattformmodul für die Produktion

    Dynatrace tritt in den Markt für Cloud Application Security ein. Dazu hat das Unternehmen seine Software-Intelligence-Plattform um ein neues Modul erweitert: Das neue Dynatrace Application Security Module bietet kontinuierliche Runtime-Application-Self-Protection…

    mehr lesen: Plattformmodul für die Produktion

  • Gefahrenpotenzial steigt weiter

    Gefahrenpotenzial steigt weiter

    Was wird sich bei der Sicherheit kritischer Infrastrukturen, Industrie- und Produktionsanlagen im neuen Jahr ändern? Welche Herausforderungen erwarten die Sicherheitsverantwortlichen, welche Trends zeichnen sich ab? Die Experten für industrielle Cybersecurity…

    mehr lesen: Gefahrenpotenzial steigt weiter

  • Mehr Polizeipräsenz im digitalen Raum

    Mehr Polizeipräsenz im digitalen Raum

    Die Bedrohung durch Internetkriminelle wird immer größer. Darüber sind sich 94% der Internetnutzer einig. Die große Mehrheit sieht daher Staat und Behörden in der Pflicht, stärker gegen Kriminelle im digitalen…

    mehr lesen: Mehr Polizeipräsenz im digitalen Raum

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Ende-zu-Ende Technologie-Stack mit Funktechnik

    Ende-zu-Ende Technologie-Stack mit Funktechnik

    Um die Entwicklung KI-basierter Funksensor-Edge-Anwendungen zu vereinfachen, hat SSV mit dem WSEI/154A den weltweit ersten Ende-zu-Ende Technologie-Stack mit einer 868MHz-Funktechnik gemäß IEEE802.15.4 entwickelt. Als Sensing Endpoint gehört ein Evaluation Board…

    mehr lesen: Ende-zu-Ende Technologie-Stack mit Funktechnik

  • Intelligente Überwachung von Produktionsmaschinen

    Intelligente Überwachung von Produktionsmaschinen

    Die Forschungspartner Technische Hochschule Deggendorf und die Technische Universität München sowie den beiden Unternehmen Schindler & Schill (EasyLogix) und Systema haben das BMWi-ZIM-Projekt MobiCM erfolgreich abgeschlossen. Ziel war die Entwicklung…

    mehr lesen: Intelligente Überwachung von Produktionsmaschinen

  • Verlängerter Lockdown lässt Wirtschaft stagnieren

    Verlängerter Lockdown lässt Wirtschaft stagnieren

    Nach ersten Schätzungen geht das Ifo-Institut von einer Stagnation der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal aus. Erst im zweiten Quartal gehen die Experten wieder von einem Zuwachs aus.

    mehr lesen: Verlängerter Lockdown lässt Wirtschaft stagnieren

  • DIN und VDE DKE kooperieren mit Enterprise Singapore

    DIN und VDE DKE kooperieren mit Enterprise Singapore

    Die Normungsorganisationen DIN und VDE DKE haben eine Kooperationsvereinbarung mit ‚Enterprise Singapore‘ getroffen. Die Zusammenarbeit soll unter anderem die Bereiche Industrie 4.0 sowie künstliche Intelligenz umfassen.

    mehr lesen: DIN und VDE DKE kooperieren mit Enterprise Singapore

  • Anstieg der Konjunkturerwartungen im Januar

    Anstieg der Konjunkturerwartungen im Januar

    Im Januar sind die Konjunkturerwartungen im ZEW-Indikator gestiegen. Trotz des Lockdowns haben sich die Aussichten demnach verbessert. Dabei seien vor allem die Exporterwartungen gestiegen, sagt ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

    mehr lesen: Anstieg der Konjunkturerwartungen im Januar

  • Produktion unter erschwerten Bedingungen

    Produktion unter erschwerten Bedingungen

    Elektronikfertigung während der Pandemie Produktion unter erschwerten Bedingungen Da man in der Produktion nicht so ohne weiteres auf Homeoffice setzen kann, müssen sich Fertiger Konzepte einfallen lassen, wie sie unter…

    mehr lesen: Produktion unter erschwerten Bedingungen