Multilingualer ERP-Rollout an sechs Standorten

DCIM100MEDIADJI_0176.JPG
Bild: GEMO R.S. GmbH

Ob Elektro-Auto oder Verbrenner – wenn ein Sitz verstellt oder ein Schiebedach geöffnet wird, kommen meist Drahtkabel in einer biegsamen Hülle zum Einsatz. So lässt sich Kraft ohne starre Wellen von einem Punkt an einen anderen übertragen. Die Steigungskabel von Gemo werden von Automotive-Zulieferbetrieben weltweit in Tür-, Schiebedach- und Sitzsystemen verbaut. Die Firma wurde 1922 in Berlin gegründet, in den 1950er Jahren zog die Firmenzentrale an den heutigen Stammsitz nach Krefeld. Um die internationalen Abnehmer schnell und lokal beliefern zu können, eröffnete Gemo Fertigungsstätten in Polen, Mexiko und China. Eine einzige ERP-Softwareplattform ist an allen Standorten für reibungslose Prozesse zuständig und führt gleichzeitig die Unternehmensdaten zentral zusammen, damit sie für unternehmerische Entscheidungen und den Echtzeit-Einblick in die Performance zur Verfügung stehen. Seit den 1980er Jahren setzte Gemo eine Unix-basierte Software für Warenwirtschaft und Produktionsplanung ein. Bedingt durch das Firmenwachstum zerfiel die Infrastruktur in einzelne Systeme, der Bedarf für eine Vereinheitlichung stieg: „Mit Blick auf die Zukunft wurde 2009 klar, dass die eingesetzten Altsysteme keine Zukunft hatten. Der personelle Aufwand für die Pflege war immens und die Struktur ließ eine standortübergreifende Datenhaltung nicht zu“, sagt Britta Hackbarth, ERP-Administratorin bei Gemo.

Einheitliches System gesucht

Es begann die Suche nach einer Standardsoftware, die neben den Funktionen für Produktionsplanung, Vertrieb und Einkauf auch für den Einsatz an allen Standorten geeignet sein sollte. Ziele waren eine einheitliche Datenbasis und Systemoberfläche an allen Standorten. Vier ERP-Anbieter kamen in die engere Auswahl, nach Präsentationen und Testläufen mit den einzelnen Softwareherstellern fiel die Entscheidung auf Fepa. Das ERP-System des mittelständischen Software-Anbieters Planat aus Stuttgart punktete nicht nur durch den Funktionsumfang, sondern auch durch die Bedienbarkeit und die gemeinsame Datenhaltung über die Standorte hinweg.

ERP-Software für global agierende Produzenten

Nach sorgfältiger Vorbereitung wurde im Sommer 2012 mit dem Rollout an die internationalen Standorte begonnen. Dazu wurde Fepa in die Sprachen Polnisch, Spanisch und Chinesisch übersetzt. „Innerhalb von sechs Jahren haben wir sechs Standorte angebunden. Die Implementierung erfolgte ohne externe Partner, neben unserem eigenen IT-Team mit drei ERP-Administratoren arbeiten wir nur direkt mit Planat zusammen. Trotz der unterschiedlichen Standorte der eigenständigen Tochtergesellschaften arbeiten wir mit einer zentralen Datenbank, um einen vollständigen Überblick über das Unternehmen zu haben. Spezifische Funktionen wie die Finanzbuchhaltung werden an den einzelnen Standorten individuell mit eigenen Anwendungen wie TimeLine Financials abgebildet“, sagt Britta Hackbarth von Gemo. Das Qualitätsmanagement der gesamten Gemo-Gruppe ist nach ISO9001 und IATF16949 zertifiziert. Die im ERP-System abgebildeten Prozesse helfen, die strengen Vorgaben einzuhalten.

Transparenz hergestellt

Von Deutschland aus wurde der internationale Rollout an den verschiedenen Standorten gesteuert. An jedem Standort wurden Key User ausgebildet, um die übrigen Mitarbeiter vor Ort zu schulen und zu betreuen. Bei Fragen oder Anpassungen stehen die lokalen Key User ebenfalls zur Verfügung, über ein Ticketsystem kann das IT-Team aus Deutschland eingreifen. Verglichen mit den Altsystemen kommt das Setup mit deutlich weniger Administrationsaufwand aus. Gleichzeitig bietet Fepa genügend Spielraum zum Skalieren: In Spitzenzeiten hatte die gesamte Gemo-Gruppe rund 1.000 Mitarbeiter. Heute sind aufgrund zahlreicher Optimierungsmaßnahmen in Produktion und Verwaltung knapp 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Zusammenarbeit über sechs Standorte weltweit funktioniert gut: Während das Dokumentenmanagement standortübergreifend auf einer gemeinsamen Plattform in Deutschland gehostet und an Fepa angebunden ist, erfolgt die Finanzbuchhaltung standortbezogen nach lokalen Vorgaben mit eigener Software. Der Datenaustausch erfolgt über Schnittstellen, um stets aktuelle Zahlen im ERP-System nutzen zu können. Um Verwechslungen zwischen den Standorten zu vermeiden, ist auch der lokale Wareneingang sowie die Warenverwaltung nur für den jeweiligen Ort sichtbar. Zur Abbildung dieses Konstrukts wurde mit Planat zusammen die Mandantenverwaltung in Fepa angepasst. Dennoch schafft die zentrale Datenbank Transparenz im Unternehmen. „Wir sind mit Fepa als ERP-Plattform sehr zufrieden. Alle unsere Kernprozesse werden optimal abgebildet und ermöglichen darüber hinaus Auswertungen, die eine wertvolle Grundlage für die täglichen Entscheidungen im Geschäftsalltag bieten“, sagt Britta Hackbarth.



  • Fraunhofer-Institute forschen an neuen Recyclingmöglichkeiten

    Fraunhofer-Institute forschen an neuen Recyclingmöglichkeiten

    Ein Großteil der täglich genutzten Verbrauchs- und Gebrauchsgegenstände besteht aus Kunststoffen, die auf Erdöl basieren. Nur etwas weniger als die Hälfte der dadurch resultierenden kunststoffhaltigen Abfälle wird in Deutschland werkstofflich…

    mehr lesen: Fraunhofer-Institute forschen an neuen Recyclingmöglichkeiten

  • Orderrückgang im Maschinen- und Anlagenbau

    Orderrückgang im Maschinen- und Anlagenbau

    Im Januar blieben die Bestellungen im Maschinen und Anlagenbau 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Mit Blick auf die vergangenen drei Monate ergibt sich ein ähnliches Bild.

    mehr lesen: Orderrückgang im Maschinen- und Anlagenbau

  • Forcam Enisco und Jasan Automation werden Partner

    Forcam Enisco und Jasan Automation werden Partner

    Um die eigene Präsenz in Indien auszubauen und dort ansässige Industrieunternehmen mit MES-Software zu beliefern, arbeitet Forcam Enisco künftig mit Jasan Automation zusammen.

    mehr lesen: Forcam Enisco und Jasan Automation werden Partner

  • Materialengpässe in der Industrie leicht gestiegen

    Materialengpässe in der Industrie leicht gestiegen

    Im Februar berichten wieder mehr Industrieunternehmen von Materialengpässen. Laut Ifo Institut verzeichnen vor allem Unternehmen aus der Chemischen Industrie Zuwächse.

    mehr lesen: Materialengpässe in der Industrie leicht gestiegen

  • Bosch und Microsoft erarbeiten Einsatzmöglichkeiten generativer KI im Auto

    Bosch und Microsoft erarbeiten Einsatzmöglichkeiten generativer KI im Auto

    Gemeinsam mit Microsoft will Bosch generative KI ins Auto bringen, etwa um die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Beide Unternehmen wollen zunächst Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergründen.

    mehr lesen: Bosch und Microsoft erarbeiten Einsatzmöglichkeiten generativer KI im Auto

  • T-Systems ernennt Christine Knackfuß-Nikolic zur CTO

    T-Systems ernennt Christine Knackfuß-Nikolic zur CTO

    Christine Knackfuß-Nikolic wechselt von der Telekom zu T-Systems und wird dort ab März die Position der CTO übernehmen.

    mehr lesen: T-Systems ernennt Christine Knackfuß-Nikolic zur CTO

  • Prozessdampf nachhaltiger machen

    Prozessdampf nachhaltiger machen

    Für technische Produktionsprozesse, etwa in der chemischen Industrie, kommt zur Wärmeversorgung sogenannter Prozessdampf zum Einsatz. Für die Dampferzeugung werden bisher zumeist fossile Brennstoffe verwendet. Ein Forschungsprojekt will diesen Prozess nun…

    mehr lesen: Prozessdampf nachhaltiger machen

  • Autocrypt und MicroNova arbeiten zusammen

    Autocrypt und MicroNova arbeiten zusammen

    Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft wollen die Unternehmen Autocrypt und MicroNova Testlösungen im Bereich der automobilen Cybersicherheit entwickeln.

    mehr lesen: Autocrypt und MicroNova arbeiten zusammen

  • Mehr Rechtssicherheit für die Cybersicherheitsforschung

    Mehr Rechtssicherheit für die Cybersicherheitsforschung

    Cybersicherheitsforschende können Datenschutzvorschriften oft nicht befolgen, da sie vor Beginn einer Forschungsaktivität nicht wissen, ob und welche personenbezogenen Daten sie genau verarbeiten werden.

    mehr lesen: Mehr Rechtssicherheit für die Cybersicherheitsforschung

  • Wibu-Systems lädt zum Informationstag

    Wibu-Systems lädt zum Informationstag

    Am 20. März 2024 veranstaltet Wibu-Systems einen Informationstag zum Thema IT-Security in der Fertigung.

    mehr lesen: Wibu-Systems lädt zum Informationstag

  • Mehr als 5.000 Besucher kamen zur Maintenance

    Mehr als 5.000 Besucher kamen zur Maintenance

    Mit einem Besucherzuwachs von 25 Prozent ziehen die Veranstalter der Messen Maintenance und Pumps & Valves ein positives Fazit und wollen die Veranstaltung auch im nächsten Jahr zeitgleich ausrichten.

    mehr lesen: Mehr als 5.000 Besucher kamen zur Maintenance

  • 8 von 10 Betrugsspezialisten wollen bis 2025 generative KI einsetzen

    8 von 10 Betrugsspezialisten wollen bis 2025 generative KI einsetzen

    Generative AI könnte in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle bei der Betrugsbekämpfung spielen. So planen 83 Prozent der Teilnehmer am Anti-Fraud Technology Benchmarking Report, die Technologie innerhalb der nächsten…

    mehr lesen: 8 von 10 Betrugsspezialisten wollen bis 2025 generative KI einsetzen