Unikatefertigung bei Beckmann Managementsysteme

Unternehmen Gebaeude

Losgröße Eins ist seit Jahrzehnten ein Leitgedanke vieler Industrieunternehmen – also die effiziente Fertigung von maßgeschneiderten Produkten ohne typische Nachteile der Einzelfertigung. Dabei sorgen flexible Herstellungsprozesse für kurze Reaktionszeiten und niedrige Kosten.

Aufwendiger Angebotsprozess

Für die Angebots- und Planungsphase heißt das jedoch: unterscheiden sich Produkte, steigt der Aufwand bei jeder Preiskalkulation. Dazu kommt eine komplexe Steuerung im ‚Buying Center‘. Hier wandert die Kundenanfrage zwischen technischen Zeichnern, Produktionsplanern und Key Account Managern mitunter hin und her, bis eine Konfiguration und ein Preis feststehen. Der Prozess ist ebenso zeitaufwendig wie fehleranfällig.

Wie eine datengetriebene Organisation hierbei für mehr Prozesssicherheit sorgen kann, zeigt das Beispiel des Unternehmens Beckmann mit Sitz in Hövelhof bei Paderborn: Mit seinen 16 Beschäftigten produziert das Unternehmen Kassensysteme, Einfahrtssäulen und Zugangsleser, die etwa in Parkhäusern oder Schwimmbädern zum Einsatz kommen.

„Rund 80 Prozent ist Projektgeschäft, wobei wir unsere Systeme in vielen Details individualisieren“, sagt Geschäftsführer Michael Beckmann. Die Kunden entscheiden im Vorfeld etwa darüber, wie die Bezahlung am Kassensystem funktionieren soll, ob die Einfahrt an der Schranke mit Nummernschild-Erkennung funktioniert oder welche Art von Touchpad zum Einsatz kommt. Für die verschiedenen Produktvarianten stehen insgesamt rund 50 Module zur Verfügung, die je nach Anwendungsfall kombinieren werden können.

Welches Modul passt?

Folglich mussten Vertriebsmitarbeitende im Gespräch mit den Kunden bereits sehr frühzeitig eine Modulauswahl treffen. Anschließend ließ sich das neu konfigurierte Bezahlsystem kalkulieren. Allerdings gab es dabei zwei Herausforderungen: Zum einen standen für ein Produkt wie den ‚Ticketgeber mit Vorhalteleser‘ nur bestimmte Module zur Verfügung – es lassen sich also nicht alle Einzelkomponenten miteinander kombinieren. Zum anderen entwickelt Beckmann seine Technologie ständig weiter, weshalb es für die Beschäftigten schwierig ist, die aktuell passenden Modulkombinationen auswendig zu kennen. Letzteres war in der Vergangenheit aber notwendig, denn die zuvor im Vertrieb eingesetzte Software hatte den Nachteil, dass es nur der Erfassung der Kundenanfrage diente und nicht bei der Produktkonfiguration unterstützte. „Deshalb kam es mitunter zu Fehlern. Es wurde also etwas zusammengestellt, das technisch nicht zusammenpasste“, erklärt Michael Beckmann. „Allerdings fiel uns das erst sehr viel später auf. Wir mussten dann unter Umständen kurz vor der Produktion den Kunden kontaktieren und Änderungen besprechen.“

Zugriff per Cloud

Vor diesem Hintergrund suchte Beckmann nach einer ERP-Software, die die Produktkonfiguration mit automatisierten Prozessen unterstützt und das Fehlerrisiko reduziert. Zudem sollte per Cloud der Zugriff auf das EPR-System von jedem Ort aus möglich sein. Unter sechs verschiedenen Systemen entschied sich Beckmann für Haufe X360. Ähnlich wichtig war die Suche nach einem ERP-Implementierungspartner mit Industrie-Knowhow, der die spezifische Wertschöpfung des Unternehmens analysiert. Die Wahl fiel hierbei auf das Unternehmen handeln.de aus Nürnberg.

Unternehmen Brueder
Bild: Beckmann GmbH

Zwei Funktionen im Mittelpunkt

Bei Beckmann stehen nun vor allem zwei Funktionen der ERP-Software im Mittelpunkt: der Produktkonfigurator und das Finanzmodul. Das erstgenannte Element ist fester Bestandteil des ERP-Systems. Jeder Verkaufsprozess läuft hierbei entlang einer systemgeführten Checkliste ab: Vertriebsmitarbeiter:innen beantworten zusammen mit Kunden verschiedene Fragen zum gewünschten Produkt per Klick auf die angebotenen Optionen. Dabei beeinflusst jede Antwort die Auswahlmöglichkeiten bei der nächsten Frage. Man kommt also Schritt für Schritt dem Endprodukt näher. Am Ende erzeugt das ERP-System ein Angebot sowie individuelle Stücklisten und Arbeitspläne. „Wir haben dieses Modul seit einigen Jahren im Einsatz und es kam zu keinem einzigen Fehler. In der Folge muss auch niemand in der Geschäftsführung die Angebote kontrollieren. Das ist eine riesige Entlastung“, bestätigt Michael Beckmann.

Auch finanziell zeigten sich Effekte: Wo früher pro Jahr 50 bis 80 Leitz-Ordner mit ausgedruckten Rechnungen anfielen, kommt das Unternehmen heute mit einem einzigen Ordner aus – der Rechnungslauf erfolgt papierlos aus dem ERP-System heraus. Auch die Zahl der offenen Rechnungen hat sich dabei um rund 90 Prozent reduziert, weil Mahnungen nach abgelaufener Zahlungsfrist automatisiert erzeugt werden. Darüber hinaus überblickt Michael Beckmann den Status seines Unternehmen in einer neuen Weise, wie er betont: „Wie sieht der Bestelleingang aus, was für Produktaufträge wurden noch nicht abgearbeitet und wie entwickelt sich der Gewinn? Diese Fragen konnten wir in der Vergangenheit nur mühsam beantworten. Durch die ERP-Software haben wir nun einen Rundumblick auf alle Entwicklungen.“



  • Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

    Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

    Innovation gehört zu den drei wichtigsten Digitalisierungszielen im Mittelstand, gleich nach Mitarbeiterproduktivität und Prozessmodernisierung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die im Auftrag des ERP-Anbieters Proalpha entstand. Doch wo ist…

    mehr lesen: Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

  • Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

    Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

    Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im September 2020 um 1,7 Punkte auf 100,1 Punkte gestiegen. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise liegt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) damit nicht…

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

  • Ergänztes IT-Sicherheitskonzept für Profinet

    Ergänztes IT-Sicherheitskonzept für Profinet

    Parallel mit den ersten Profinet-Spezifikationen veröffentlichte PI ein umfassendes Security-Konzept, das in mehreren Schritten weiter detailliert und angepasst wurde.

    mehr lesen: Ergänztes IT-Sicherheitskonzept für Profinet

  • GIS und EAM fusionieren zu Rodias

    GIS und EAM fusionieren zu Rodias

    Innerhalb der Robur-Gruppe haben sich die Firmen GIS und EAM zusammengetan. Beide Firmen bringen langjährige Erfahrungen rund um die Instandhaltung, Wartung und das Anlagenmanagement in den Zusammenschluss ein. Als Rodias…

    mehr lesen: GIS und EAM fusionieren zu Rodias

  • Startups stellen Lösungen vor

    Startups stellen Lösungen vor

    Zehn IT-Sicherheitsanbieter haben Chance, als das beste Security-Startup der DACH-Region ausgezeichnet zu werden. Nachdem sie im Fachjuryentscheid überzeugen konnten, heißt es jetzt, im Speed-Pitch das Publikum zu gewinnen.

    mehr lesen: Startups stellen Lösungen vor

  • Hindernisse für den KI-Einsatz überwinden

    Hindernisse für den KI-Einsatz überwinden

    Trotz zahlreicher Innovationsmöglichkeiten zögern viele Unternehmen und Behörden noch bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) im Bereich Cybersicherheit.

    mehr lesen: Hindernisse für den KI-Einsatz überwinden

  • Integrierte OT-Sicherheit

    Integrierte OT-Sicherheit

    Rhebo und Barracuda adressieren mit einer kombinierten Lösung vollumfängliche Cybersicherheit für industrielle Netzwerke und IIoT-Geräte.

    mehr lesen: Integrierte OT-Sicherheit

  • Credential Stuffing in der Medienbranche

    Credential Stuffing in der Medienbranche

    Angriffe auf Medienunternehmen durch Kontoübernahmen stiegen bereits zwischen 2018 und 2019 deutlich an. Im Zuge der diesjährigen Pandemie vervierfachten sich schädliche Anmeldeversuche sogar.

    mehr lesen: Credential Stuffing in der Medienbranche

  • Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

    Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

    Cloudanwendungen boomen: Aktuell gibt es nach Aussagen von führenden TÜV Rheinland-Experten mehr als 30.000 Cloudanwendungen weltweit, von denen Unternehmen aktiv durchschnittlich 1.500 Anwendungen nutzen – mit oder ohne Freigabe der…

    mehr lesen: Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

  • Schutz von Remote-Mitarbeitern

    Schutz von Remote-Mitarbeitern

    Um die Verwaltung der Cybersicherheit einfacher und zugänglicher zu gestalten, stellt SonicWall die Zero-Touch-fähigen Multi-Gbit TZ-Firewalls mit SD-Branch-Funktionen vor. Die neuen Firewalls TZ570 und TZ670 sind die ersten Desktop-Firewalls, die…

    mehr lesen: Schutz von Remote-Mitarbeitern

  • Sicherheit vor Malware und Hackern

    Sicherheit vor Malware und Hackern

    Fernwirkanlagen und Scada-Systeme nutzen das Internet und sind damit potenziellen Angriffen von Hackern und Schadsoftware ausgesetzt. Auf der Seite der Datenbank kann auch das Unternehmen ConiuGo nur die bekannten Konzepte…

    mehr lesen: Sicherheit vor Malware und Hackern

  • Maschinenbau baut digitale Dienste aus

    Maschinenbau baut digitale Dienste aus

    Fast 80 Prozent der Maschinenbauer sehen die Notwendigkeit, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren. Das hat der VDMA in einer Befragung mit McKinsey ermittelt. Auf großes Wachtumspotenzial deutet dabei hin, dass…

    mehr lesen: Maschinenbau baut digitale Dienste aus