Mit Potenzialanalysen die richtigen Ansatzpunkte finden

PSI People 84 AI generated by OpenWonder
Bild: PSI Software SE (KI-generiert)

Operative Probleme haben häufig mehrere Ursachen, die sich über unterschiedliche Prozessschritte verteilen. Startet ein Auftrag verspätet, kann fehlendes Material ebenso dafür verantwortlich sein wie ungeeignete Dispositionsparameter, unklare Rückmeldungen, begrenzte Kapazitäten oder eine zu optimistische Terminlogik. Ähnlich verhält es sich bei einer zu geringen Ausbringung, für die nicht immer die vermeintlich ausgelastete Maschine der eigentliche Engpass ist. Auch Personal, Prüfplätze, Transportressourcen oder vorgelagerte Arbeitsschritte können den Durchsatz begrenzen. Deshalb sollte ein Unternehmen zunächst klären, wo im Prozess die Gründe für die auftretenden Störungen oder Zielabweichungen liegen und welche Abhängigkeiten dabei eine Rolle spielen. Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, ob etwa angepasste Parameter, veränderte Abläufe oder zusätzliche Softwareunterstützung zur Problembehebung beitragen. Andernfalls besteht die Gefahr, eine Maßnahme umzusetzen, die zwar an einem Symptom ansetzt, das zugrunde liegende Problem aber bestehen lässt.

Prozesse entlang ihrer Abhängigkeiten betrachten

Eine Potenzialanalyse betrachtet mögliche Ursachen über einzelne Bereiche hinweg und ordnet sie in den gesamten Prozess ein. Bei Materialengpässen oder wachsenden Rückständen richtet sich der Blick deshalb über die Bestände hinaus auf Bedarf, Beschaffung, Lieferanteninformationen, Dispositionsparameter und Auftragsfreigabe. Hinzu kommen Faktoren, die Unternehmen nicht unmittelbar in einzelnen Kennzahlen ablesen können. Dazu zählen etwa die Qualität der zugrunde liegenden Daten, klar definierte Rollen und Übergaben sowie funktionierende Schnittstellen zwischen den beteiligten Systemen und Bereichen. Medien- oder Systembrüche können Informationen verzögern, unklare Rückmeldungen die Planung erschweren. Auch unterschiedliche Zielsetzungen zwischen einzelnen Bereichen können dazu führen, dass eine Verbesserung an einer Stelle an anderer Stelle neue Schwierigkeiten verursacht. Die Potenzialanalyse macht solche Zusammenhänge nachvollziehbar und grenzt ein, welche Faktoren tatsächlich zu einer Abweichung beitragen. Dabei kann sich etwa herausstellen, dass weniger die verfügbare Kapazität als vielmehr die Steuerungslogik, fehlende Transparenz oder organisatorische Übergaben den Prozess beeinträchtigen.

Vom Befund zur Veränderung

Wie weit der daraus abgeleitete Veränderungsbedarf reicht, hängt vom jeweiligen Unternehmen und seiner Prozesslandschaft ab. In manchen Fällen genügen Anpassungen an bestehenden Abläufen, in anderen können unklare Zuständigkeiten, fehleranfällige Übergaben oder eine nicht mehr passende Steuerungslogik eine grundlegendere Neuausrichtung erforderlich machen. Daraus kann z.B. eine engere Verzahnung von Planung, Fertigung, Qualität und Logistik oder ein weitergehendes Prozess-Redesign entstehen. Die Analyse schafft zugleich eine Grundlage, um Veränderungen zu priorisieren und die nächsten Schritte aufeinander abzustimmen. Dabei reicht das Spektrum von Materialverfügbarkeit und Kapazitäten bis zu Qualität und Instandhaltung.

KI-Potenziale ableiten

Die Prozessanalyse schafft zugleich die Grundlage, um mögliche KI-Anwendungen fachlich einzuordnen. Erst wenn klar ist, wo Abläufe ins Stocken geraten, welche Daten verfügbar sind und welches Ziel erreicht werden soll, können Unternehmen verlässlich beurteilen, welcher Lösungsansatz zur jeweiligen Fragestellung passt. Im Rahmen einer KI-Stack-Analyse werden die Ergebnisse der Prozessanalyse aufgegriffen und unterschiedliche KI-Ansätze dem jeweiligen Bedarf zugeordnet. Adaptive Analysis kann beispielsweise bei Zielkonflikten, Engpässen oder komplexen Entscheidungsfragen unterstützen. Predictive Analysis zielt auf Prognosen etwa zu Ausfällen, Qualität oder Bedarf, während Generative Analysis vorhandenes Prozesswissen, Dokumentationen oder Arbeitsanweisungen leichter zugänglich machen kann. Der KI-Einsatz knüpft damit unmittelbar an die zuvor identifizierten Prozesspotenziale an, statt losgelöst davon betrachtet zu werden.

Von der Analyse zur Transformations-Roadmap

Die Ergebnisse der Potenzialanalyse münden schließlich in eine Transformations-Roadmap. Sie führt die identifizierten Handlungsfelder zusammen und strukturiert den weiteren Entwicklungspfad. Dabei wird sichtbar, welche Prozesse Unternehmen anpassen sollten, wo zusätzliche Softwareunterstützung hilfreich ist und an welchen Stellen KI-Anwendungen vorbereitet oder umgesetzt werden können. Die Roadmap führt die einzelnen Veränderungsschritte zu einem abgestimmten Entwicklungspfad zusammen, der ihre Abhängigkeiten berücksichtigt und je nach Ausgangslage von gezielten Prozessanpassungen bis zu weiterreichenden Veränderungen an Steuerungslogik, Organisation und IT-Unterstützung reicht. Business Transformation entwickelt sich so schrittweise aus den konkreten Anforderungen des Unternehmens heraus und nicht aus einer vorab festgelegten Technologie.

Verstehen und Verändern

Eine Potenzialanalyse schafft für Fertigungsunternehmen eine belastbare Grundlage, um Verbesserungen aus den tatsächlichen Prozesszusammenhängen heraus abzuleiten. Software, Datenanalyse und KI werden damit nicht zum Ausgangspunkt, sondern zu möglichen Instrumenten auf einem klar umrissenen Entwicklungspfad. Je nach Ausgangslage kann dieser von gezielten Anpassungen bis zu einer umfassenderen Business Transformation reichen.

AnalysefeldBetrachtete ZusammenhängeMögliche Unterstützung
Materialverfügbarkeit und RückständeBedarf, Beschaffung, Lieferanteninformationen, Dispositionsparameter, AuftragsfreigabeDatenanalyse, Mustererkennung
Kapazitäten und EngpässeMaschinen, Personal, Prüfplätze, Transportressourcen, vorgelagerte ArbeitsschritteSimulation, Szenarioanalyse
Qualität und InstandhaltungMaschinen-, Prozess- und Qualitätsdaten, Abweichungen, Nacharbeit, StillständePredictive Analysis
Typische Potenziale in der Fertigung


  • IDTA und IDSA arbeiten zusammen

    IDTA und IDSA arbeiten zusammen

    Die Industrial Digital Twin Association (IDTA) und die International Data Spaces Association (IDSA) bündeln ihre Kompetenzen.

    mehr lesen: IDTA und IDSA arbeiten zusammen

  • Quantencomputing: Innovationen gewinnen an Dynamik

    Quantencomputing: Innovationen gewinnen an Dynamik

    Laut einer Analyse des Deutschen Patent- und Markenamts hat sich die Innovationstätigkeit auf dem Gebiet der Quantentechnologien in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren nahezu versiebenfacht.

    mehr lesen: Quantencomputing: Innovationen gewinnen an Dynamik

  • Die MainDays in Berlin

    Die MainDays in Berlin

    Um Erfolgsfaktoren industrieller Instandhaltung geht es am 5. und 6. Mai auf den MainDays in Berlin.

    mehr lesen: Die MainDays in Berlin

  • Deutsche Gesellschaft für Robotik gegründet

    Deutsche Gesellschaft für Robotik gegründet

    Mit der Deutschen Gesellschaft für Robotik e.V. hat sich im März 2026 eine neue gemeinnützige Fachgesellschaft gegründet, die die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung im Bereich der Robotik zum…

    mehr lesen: Deutsche Gesellschaft für Robotik gegründet

  • Ein Lernzentrum für Roboter entsteht

    Ein Lernzentrum für Roboter entsteht

    Das Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) der Technischen Universität München (TUM) und das Unternehmen Neura Robotics planen ein Forschungs- und Trainingszentrum für Robotik im wissenschaftlichen Bereich.

    mehr lesen: Ein Lernzentrum für Roboter entsteht

  • Aimtec beruft Bohuslav Dohnal in den Aufsichtsrat

    Aimtec beruft Bohuslav Dohnal in den Aufsichtsrat

    Das Pilsener Technologie- und Beratungsunternehmen Aimtec hat mit Bohuslav Dohnal ein neues Mitglied in seinen Aufsichtsrat bestellt.

    mehr lesen: Aimtec beruft Bohuslav Dohnal in den Aufsichtsrat

  • Grob-Werke und Coscom mit Partnerschaft im Tool-Management

    Grob-Werke und Coscom mit Partnerschaft im Tool-Management

    Im Institut für Produktionstechnik und CIMTT (CIM-Technologie-Transfer) in Kiel sowie in Unternehmen wie der Franz Xaver Meiller Fahrzeug- und Maschinenfabrik kommen Grob-Bearbeitungszentren zum Einsatz.

    mehr lesen: Grob-Werke und Coscom mit Partnerschaft im Tool-Management

  • Thomas Saueressig wird Chief Customer Officer

    Thomas Saueressig wird Chief Customer Officer

    SAP hat die Gründung des neuen Vorstandsbereichs Customer Value Group bekannt gegeben, in dem die Bereiche Customer Success und Customer Services & Delivery mit Wirkung zum 1. April zusammengeführt werden.

    mehr lesen: Thomas Saueressig wird Chief Customer Officer

  • Mit CraftForward zum digitalen Produktpass für Handwerksbetriebe

    Mit CraftForward zum digitalen Produktpass für Handwerksbetriebe

    Im neuen Forschungsprojekt ‚CraftForward‘ entwickelt das Fraunhofer IPK gemeinsam mit vier Partnern aus Industrie und Handwerk einen digitalen Produktpass, der zirkuläre Geschäftsmodelle in Servicebetrieben unterstützt.

    mehr lesen: Mit CraftForward zum digitalen Produktpass für Handwerksbetriebe

  • All for One Group übernimmt Apsolut

    All for One Group übernimmt Apsolut

    Das IT-Consulting-Unternehmen All for One aus Filderstadt hat mit Wirkung zum 5. März alle Anteile an dem SAP Procurement-Spezialisten und SAP Gold Partner Apsolut Group erworben.

    mehr lesen: All for One Group übernimmt Apsolut

  • Strategische Partnerschaft zwischen Copa-Data und Pavis Engineering

    Strategische Partnerschaft zwischen Copa-Data und Pavis Engineering

    Copa-Data, Anbieter von Software für industrielle Automatisierung und Digitalisierung, und Pavis Engineering, ein Integrator für industrielle Software, haben eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben.

    mehr lesen: Strategische Partnerschaft zwischen Copa-Data und Pavis Engineering

  • Neue Bestmarken für Maintenance und Pumps & Valves

    Neue Bestmarken für Maintenance und Pumps & Valves

    Das Messe-Duo aus Maintenance und Pumps & Valves (25. bis 26. Februar) verzeichnete mit knapp 330 Ausstellern und insgesamt 7.066 Besuchern neue Höchstwerte.

    mehr lesen: Neue Bestmarken für Maintenance und Pumps & Valves