
Wie Werkerassistenzsysteme bislang verborgene Effizienzpotenziale aufdecken und warum sie sich oft schon nach wenigen Monaten amortisieren erklärt Michael Kunze, Geschäftsführer von MKey Solution, eine Spezialisten für Messtechnik und Bildverarbeitung.
Kunze weist darauf hin, dass Werkerassistenzsysteme häufig primär als digitale Anleitung verstanden werden, die Beschäftigte durch komplexe Montage- oder Fertigungsprozesse führt. Ihr eigentlicher strategischer Wert entfalte sich jedoch erst, wenn die dabei entstehenden Daten systematisch genutzt werden. Als besonders wirkungsvoll bezeichnet Kunze den Vergleich identischer Arbeitsschritte über verschiedene Stationen, Mitarbeitende und Schichten hinweg: „Genau hier entstehen die Unterschiede, die im Alltag oft unbemerkt bleiben, sich jedoch in der Summe erheblich auf Produktivität und Qualität auswirken.“
Daten interpretieren, nicht nur erfassen
„In vielen Betrieben zeigt sich, dass ein Arbeitsschritt morgens schneller erledigt wird als in der Spätschicht oder dass zwei Stationen mit identischer Ausstattung unterschiedliche Durchlaufzeiten aufweisen“, so Kunze. Er verweist darauf, dass ein Werkerassistenzsystem solche Abweichungen präzise sichtbar machen kann, ohne den Arbeitsfluss zu stören. Entscheidend sei jedoch, diese Daten nicht isoliert zu betrachten. Erst durch die Verknüpfung mit Kontextinformationen wie Materialverfügbarkeit, ergonomischen Bedingungen oder Qualifikationsniveau der Mitarbeitenden entstehe belastbares Bild. SAP-Verantwortliche wissen, dass sie handeln müssen – aber nicht, wie sie fundiert entscheiden. ‣ weiterlesen
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Best Practices identifizieren und übertragen
Zudem sieht Kunze einen zentralen Hebel darin, besonders effiziente Abläufe gezielt zu identifizieren und als Referenz nutzbar zu machen. Dabei gehe es nicht darum, starre Vorgaben zu definieren, sondern funktionierende Lösungen transparent zu machen. Er nennt als Beispiel eine Station, die konstant kürzere Bearbeitungszeiten erzielt. Hier lohnt sich ein Blick in die gelebte Praxis. Kunze betont, dass oft schon kleine Anpassungen in der Reihenfolge von Handgriffen oder in der Positionierung von Bauteilen einen Unterschied machen. „Werkerassistenzsysteme können solche Erkenntnisse dokumentieren und in angepasste, kontextsensitive Arbeitsanweisungen überführen“, so der MKey-Geschäftsführer.
Mitarbeitende als Wissensquelle einbinden
„Die größte Stärke dieser Systeme liegt nicht allein in der Datenerhebung, sondern in der Verbindung von Daten mit Erfahrungswissen. Mitarbeitende sollten daher aktiv in die Analyse einbezogen werden“, betont der MKey-Geschäftsführer. „Sie können am besten erklären, warum bestimmte Abläufe effizienter sind oder wo Hindernisse entstehen.“ Wird dieses Wissen systematisch erfasst und im System hinterlegt, unterstützt dies einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der von innen heraus entsteht und nicht als externe Vorgabe wahrgenommen wird.








































