ERP-Einführung in drei Schritten

Material von EVO zum Verlauf eines ERP-Implementierungsprojektes
Material von EVO zum Verlauf eines ERP-Implementierungsprojektes Bild: EVO Informationssysteme GmbH

Ab Januar 2025 müssen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ab 2027 sind Betriebe mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 Euro verpflichtet, E-Rechnungen für inländische B2B-Geschäfte zu versenden. PDF reichen nicht, Rechnungen müssen in einem strukturierten elektronischen Format gemäß europäischer Norm ausgestellt, übermittelt und empfangen werden. Nahzu alle Industrieunternehmen setzen für die betrieblichen Abläufe Warenwirtschafts- oder ERP-Systeme ein. Manchmal findet man in Unternehmen noch Individualsoftware, die teils selbst programmiert ist oder von externen Dienstleistern betreut wird. Vielfach nehmen Unternehmen für den Betrieb ihrer Systeme hohe Wartungs- und Pflegekosten in Kauf. Dabei dauerte die Einführung oft länger als gedacht, die Instandhaltung wurde teurer als veranschlagt oder wichtige Daten blieben unwiderruflich auf der Strecke. So handeln viele Unternehmen im Angesicht des Wandels getreu dem Motto: „Never touch a running system“: Schaut man hinter die Kulissen der Industriebetriebe, stellt man fest, dass das letzte Softwareupdate oft schon lange zurückliegt, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass mit jedem neuen Update wieder neue Fehler zum Vorschein kommen. Während die Digitalisierung in produzierenden Unternehmen so ins Stocken gerät, geht der technologische Fortschritt weiter. Rechtliche Reglementierungen wie die E-Rechnung können in solchen Infrastrukturen hohe Hürden darstellen. Doch Unternehmen können ihren Sprung darüber zum Anlass nehmen, sich weitreichender einer Digitalisierung zu öffnen.

Über E-Rechnungen zu Optimierungen

Eine E-Rechnung ist im Vergleich zu einer Papier- oder PDF-Rechnung ein strukturierter, maschinenlesbarer XML-Datensatz, der elektronisch übermittelt und empfangen werden kann. Er ermöglicht eine medienbruchfreie, automatisierbare und elektronische Verarbeitung. Neben der XRechnung können aber auch andere Standards, wie ZUGFeRD Version 2.3 im Profil XRechnung, im rein strukturierten Format verwendet werden, sofern diese die Anforderungen der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung (EN 16931), der E-Rechnungsverordnung des Bundes und der Nutzungsbedingungen der adressierten Rechnungseingangsplattformen des Bundes erfüllen. Die Vorteile der E-Rechnung halten, wie häufig bei neuen Digitalisierungsschritten, aus einem anfänglichen Zwang zum Systemwechsel heraus Einzug in die Unternehmen. Dabei stellt sich oft heraus, dass die laufende Software veraltet, teuer und risikobehaftet ist und daher aktualisiert werden sollte. Im Ergebnis können Unternehmen mit der Einführung der E-Rechnung ihren Zahlungsverkehr absichern, der schneller abläuft und so kosten spart.

Juergen Widmann 300dpi cmyk
Bild: EVO Informationssysteme GmbH

Zähe Projekte und explodierende Kosten

Erfahrungen aus der Beratungspraxis zeigen, dass etwa 80 Prozent der Unternehmen mit ihrem ERP unzufrieden sind und die Einführung der letzten Software oder des neuesten Updates als gescheitert betrachten. Dabei birgt die Umstellung auf neue Software einige Fallstricke. Sie liegen meist in einer unzureichenden Planung und Vorbereitung, in mangelnder Unterstützung durch das Management, in Problemen bei der Datenmigration, technischen Herausforderungen und folglich Kostenüberschreitungen. Viele Verantwortliche in den Unternehmen sorgen sich vor zähen Projekten, die sich über Jahre hinziehen, als Geldgrube enden und die trotz erheblicher finanzieller, zeitlicher und personeller Investitionen nicht zu den Effizienzgewinnen führen, die ursprünglich vorgesehen waren. Hinzu kommen Sorgen vor Datenverlust, generell vor Veränderungen und durch eine zunehmende Automatisierung drohenden Arbeitsplatzverlust. Aus mangelnder Unterstützung und unzureichender Kommunikation von Seiten des Managements kann eine fehlende Motivation resultieren, Digitalisierungsprojekte auf den Weg zu bringen.

ERP-Einführung mit Etappenzielen

Durchgängige und zukunftsfähige ERP-Systeme lösen in der Regel Insel- und Behelfssysteme ab. Die Einführung einer neuen ERP-Software, bei der die Infrastruktur und die Prozesse auf Vordermann gebracht werden, ist ein Meilenstein, der mit der passenden Strategie und Vorbereitung bewältigt werden kann. Die entsprechende Strategie des IT-Dienstleisters und Beratungshauses EVO ist eine schrittweise Umstellung. Dabei wird ein neues ERP-System eingeführt, bevor das Unternehmen sich im zweiten Schritt von seinen Altsystemen verabschiedet. Erst im dritten Schritt werden dann die Optimierungziele angegangen. Der methodische Ansatz lautet also zusammengefasst: Erfassen, Vorbereiten und Optimieren. Dabei wird zunächst die Ausgangslage im Unternehmen detailliert analysiert. Am Anfang steht deswegen ein Workshop zur Potenzialanalyse, in dem innerhalb eines Tages – bei größeren Firmen in zwei bis drei – die Ist-Situation und die vorhandene Software durchleuchtet werden. Dabei wird auch die Qualität der vorhandenen Daten im alten System bewertet, so dass anschließend fundiert entschieden werden kann, ob und in welchem Umfang diese migriert werden. So kommt es in der Praxis häufig vor, dass schlecht gepflegte Daten veraltet sind und es sehr mühsam wäre, diese Daten einzeln zu überprüfen und zu aktualisieren. Deswegen kann es durchaus sinnvoll sein, den Aufwand, Daten neu anzulegen, nicht zu scheuen. Die Daten sollten dabei verlässlich gepflegt sein, denn so dauert die Datenmigration je nach Umfang in der Regel entgegen vielfacher Befürchtungen nur zwischen einem und fünf Tagen. Der Workshop, bei dem die Sichtung der Daten erfolgt, legt den Grundstein für den Erfolg der Implementierung.

Seiten: 1 2 3



  • Telekom und Trumpf schließen Vertriebspartnerschaft für 5G-System

    Telekom und Trumpf schließen Vertriebspartnerschaft für 5G-System

    Telekom und Trumpf bauen ihre Zusammenarbeit aus. Im Rahmen einer Vertriebspartnerschaft bieten die Unternehmen etwa ein von Trumpf entwickeltes Ortungssystem an, das von T-Systems auf einer Edge-Cloud bereitgestellt wird.

    mehr lesen: Telekom und Trumpf schließen Vertriebspartnerschaft für 5G-System

  • Gründungen auf neuem Tiefststand –  vor allem verarbeitendes Gewerbe betroffen

    Gründungen auf neuem Tiefststand – vor allem verarbeitendes Gewerbe betroffen

    Im Jahr 2018 führten 25 Prozent der jungen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe Marktneuheiten ein. Im aktuellen IAB/ZEW-Gründungspanel ist dieser Wert auf 21 Prozent gesunken. Zudem beobachten die Studienverantwortlichen insgesamt einen…

    mehr lesen: Gründungen auf neuem Tiefststand – vor allem verarbeitendes Gewerbe betroffen

  • Künstliche Intelligenz: Algorithmen und Chips zusammen entwickelt

    Künstliche Intelligenz: Algorithmen und Chips zusammen entwickelt

    Leistungsfähige Mikrochips sind entscheidend für den erfolgreichen Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Das am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierte Projekt EDAI verfolgt einen neuen Ansatz: Die Forschenden koppeln den…

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz: Algorithmen und Chips zusammen entwickelt

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • VDMA-Befragung: Arbeitskräftemangel kostet Umsatz

    VDMA-Befragung: Arbeitskräftemangel kostet Umsatz

    Nur zwei von drei Unternehmen im Maschinenbau können aktuell die Mehrheit ihrer offenen Stellen für Fachkräfte besetzen. Der Arbeitskräftemangel kostet sie nun auch Umsatz.

    mehr lesen: VDMA-Befragung: Arbeitskräftemangel kostet Umsatz

  • Wo Manager zukünftig Cybergefahren sehen

    Wo Manager zukünftig Cybergefahren sehen

    Deutsche und Schweizer C-Level Manager sehen besonders für das Homeoffice Handlungsbedarf, um dort in der Zukunft sensible Daten besser zu schützen. Die Österreicher halten Smart-Building-Technologien für anfällig. Dies zeigen die…

    mehr lesen: Wo Manager zukünftig Cybergefahren sehen

  • Produzenten mit Montage als Teilnehmer gesucht

    Produzenten mit Montage als Teilnehmer gesucht

    Forschende am IPH-Institut für Integrierte Produktion Hannover entwickeln eine Methode, um die Nachhaltigkeit von Automatisierungssystemen zu bewerten und solche Systeme einzuführen. Produzierende Unternehmen können sich am Projekt beteiligen.

    mehr lesen: Produzenten mit Montage als Teilnehmer gesucht

  • Tochterunternehmen Onoff verschmilzt mit SpiraTec

    Tochterunternehmen Onoff verschmilzt mit SpiraTec

    Die Onoff GmbH, eine hundertprozentige Tochterfirma der SpiraTec AG, ist mit der Muttergesellschaft verschmolzen. Die Kombination der Ressourcen, des Knowhows und der Teams soll die Grundlage für die zukünftigen Expansionspläne…

    mehr lesen: Tochterunternehmen Onoff verschmilzt mit SpiraTec

  • Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

    Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

    Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU hat den Bau des neuen Forschungszentrums begonnen. Im Neubau soll dann an Systemen im Sinn einer kognitiven Produktion geforscht werden. Konkreter ist damit…

    mehr lesen: Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

  • 86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

    86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

    Für 86 Prozent der Firmen ist es sehr herausfordernd, die DSGVO umzusetzen, ergab eine Umfrage von Piwik Pro. Doch dass Konformität und ihre Marketingaktivitäten vereinbar seien, gaben 90 Prozent der…

    mehr lesen: 86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

  • SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

    SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

    Der CRM-Softwareanbieter SuperOffice hat Lars Engbork zum neuen CEO ernannt. Er übernimmt die Leitung von Gisle Jentoft, der das norwegische Unternehmen 18 Jahre lang geführt hat. Seit 2020 hält der…

    mehr lesen: SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

  • Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU

    Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU

    Im neu gestarteten Projekt DUH-IT sollen KMU aus Dortmund, Unna und Hamm den Einsatz von Blockchain-Technologie in der Lieferkettengestaltung erkunden. So wollen das Fraunhofer IML und die TU Dortmund die…

    mehr lesen: Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU