Der Copilot im Enterprise Resource Planning-System

480624
Bild: Kumavision AG

Ein Kunde bittet um die erneute Zusendung einer Rechnung, der Interessent fragt nach einem Datenblatt, ein Händler erkundigt sich nach dem Status seiner Bestellung – Mitarbeitende werden Tag für Tag mit zahlreichen Anfragen konfrontiert, die zwar einfach aussehen, aber letztlich viel Zeit kosten. Künstliche Intelligenz ist ein Gegenmittel gegen solche Zeitfresser. Das KI-Tool Microsoft Copilot kann Anfragen automatisch beantworten, Suchvorgänge beschleunigen oder Mitarbeitende durch vorformulierte Antworttexte inklusive den passenden Dateianhängen unterstützen. Über den Produktlebenszyklus fallen in der Medizintechnik eine enorme Menge von Daten und Dokumenten an. Vielfach verfügen nur einzelne, langjährige Fachkräfte über einen Überblick und die dahinter liegenden Zusammenhänge. Verlassen solche Personen das Unternehmen, entsteht ein Informationsdefizit. Werkzeuge mit künstlicher Intelligenz könnten künftig helfen, das Wissen allen Beschäftigten zur Verfügung zu stellen, unabhängig von ihrer Betriebszugehörigkeit, aber ohne die Datenhoheit zu verlieren. Mit Copilot lassen sich beispielsweise ohne Programmierkenntnisse Chatbots erstellen, die ausgewählte Dokumente oder ganze Ordnerstrukturen als Datenbasis nutzen. Mitarbeitende können dann in Microsoft Teams diesen Chatbots Fragen wie ‚Welche Arbeitsschritte sind für eine technische Prüfung des Geräts AB12 erforderlich?‘ stellen.

Abgesicherte Supply Chain

Die Covid-Pandemie hat gezeigt: Stabile Lieferketten sind in der Medizintechnik besonders wichtig. Das Microsoft-Tool kann hier etwa mit Echtzeitprognosen dazu beitragen, drohende Materialengpässe im Vorfeld zu erkennen. Im ERP-System Medtec365 von Kumavision kann es Bestellungen automatisch auslösen oder alternative Lieferanten identifizieren, um Produktionsstillstände zu vermeiden. Ein weiteres Einsatzgebiet für KI ist die Produktionsplanung, um die Ressourcenauslastung zu erhöhen und damit die Produktivität.

IoT-Integration für das Qualitätsmanagement

Durch maschinelles Lernen können Unternehmen Anomalien in Produktionsprozessen erkennen, bevor sie zu Qualitätsproblemen führen. Voraussetzung ist, möglichst viele Daten aus der Produktion in der ERP-Software oder in angebundenen Systemen zu erfassen, um die für KI-Funktionalitäten erforderliche Datenbasis zu schaffen. Das ERP-System von Kumavision ist deswegen auf eine IoT-Integration vorbereitet, mit der sich beispielsweise Parameter wie Partikeldichte, Temperaturkurven oder Maschineneinstellungen an die ERP-Software übermitteln und im jeweiligen Fertigungsauftrag hinterlegen lassen. Bei Reklamationen lassen sich damit auffällige Muster in der Produktion einfacher identifizieren.

Unstrukturierte Daten sammeln und speichern

KI kann Medizintechnik-Unternehmen weiterhin dabei unterstützen, komplexe regulatorische Anforderungen zu überwachen und sicherzustellen, dass alle Produkte und Prozesse den geltenden Vorschriften entsprechen. Auch bei Audits ist der Copilot eine große Hilfe: Alle relevanten Informationen – von der Produktidee bis zur Außerverkehrsetzung – können zu einer Seriennummer automatisiert gesammelt und übersichtlich aufbereitet werden. Die Fähigkeit, unstrukturierte Daten aus verschiedenen Quellen strukturiert aufzubereiten, bietet nicht nur bei Audits eine zeitsparende Unterstützung der Mitarbeitenden, sondern auch beim Risikomanagement (Capa und FMEA), das ebenfalls in der Branchensoftware abgebildet ist.

Mitarbeitende schneller produktiv

Die Prozesse in der Medizintechnik sind komplex. Entsprechend aufwendig gestaltet sich vielfach die Einarbeitung von neuem Personal in die ERP-Software. Der KI-Assistent kann Fragen beantworten wie: ‚Was beinhaltet das Feld Fehlercode?‘, ‚Wie erstelle ich eine Verkaufsgutschrift?‘ und ‚Wo starte ich eine Chargennummernverfolgung?‘ Es beschleunigt das Onboarding, wenn Mitarbeitende Fragen in natürlicher Sprache zu einem Feld oder Prozess in der ERP-Software Dynamics 365 stellen können und direkt eine Antwort darauf erhalten. Dafür müssen weder ERP-Dokumentationen gelesen, noch erfahrene Kollegen befragt werden.

KI in den Serviceprozessen

Chatbots können den Kundensupport verbessern, indem sie häufig gestellte Fragen automatisiert beantworten. Doch mit dem Tool Copilot Studio lassen sich auch komplette Workflows automatisieren, die neben der ERP-Branchensoftware weitere Anwendungen umfassen können. Workflows lassen sich über beliebige Ereignisse auslösen. Bittet ein Kunde per E-Mail um einen Servicetermin, erstellt Copilot automatisch einen Serviceauftrag im ERP-System, sucht einen qualifizierten Service-Techniker in der Region des Kunden, ermittelt die typischerweise benötigen Ersatzteile, reserviert den Termin und informiert Kunden und Techniker per E-Mail oder Teams. Die Rechnungsstellung mit allen erforderlichen Dokumenten, ebenso die Aktualisierung der elektronischen Geräte in der Branchensoftware erfolgen ebenfalls systemgesteuert. Das kann die Produktivität im Service erhöhen, und über schnelle Reaktionszeiten für zufriedene Kunden sorgen.

Standards für Prozesse schaffen

KI kann in der Enterprise Software von regulierten Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit signifikant steigern. Um das Potenzial auszuschöpfen, ist eine ganzheitliche Betrachtung der Prozesslandschaft und der beteiligten IT-Systeme geboten. Dann können mit den verfügbaren Tools Prozesse anwendungsübergreifend standardisiert werden, was auf die Prozesssicherheit einzahlt, indem Risiken wie Falschlieferungen, Compliance-Verstöße oder Budgetüberschreitungen reduziert werden. Für alle Szenarien gilt: Beim Einsatz des KI-Assistenten bleiben sämtliche Daten immer in der Systemumgebung des Kunden und werden nur dort verarbeitet.



  • Umsatzplus bei Siemens

    Umsatzplus bei Siemens

    Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres lagen Auftragseingang, Umsatzerlöse sowie der Gewinn nach Steuern der Siemens AG über den Werten des Vorjahresquartals.

    mehr lesen: Umsatzplus bei Siemens

  • IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    Bei der Arbeit an der neuen Version der Ixon-IIoT-Cloud haben die Entwickler insbesondere die Themen Kollaboration und Benutzerfreundlichkeit in den Mittelpunkt gerückt. Der Hersteller schreibt, die Erweiterung eng an den…

    mehr lesen: IIoT-System mit überarbeitetem Interface

  • Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal hat die Geschäftsleitung um Jacek Kruszynski und Siegfried Wendel erweitert. Der Wechsel fand bereit am 1. Oktober 2020 statt und soll dem Unternehmen helfen, die Kernkompetenzen zu stärken.

    mehr lesen: Mapal erweitert Geschäftsleitung

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Curecomp gehört zukünftig zur Proalpha-Gruppe, wie der ERP-Anbieter am Montag mitgeteilt hat. Zudem erwarb der ERP-Anbieter eine Mehrheitsbeteiligung am Softwarehaus Böhme & Weihs.

    mehr lesen: Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

  • Automobilindustrie erwartet Besserung

    Automobilindustrie erwartet Besserung

    Die deutschen Automobilbauer und ihre Zulieferer blicken etwas positiver in die Zukunft als noch Ende des vergangenen Jahres. Der Anstieg in der aktuellen Ifo-Befragung fällt jedoch nur gering aus.

    mehr lesen: Automobilindustrie erwartet Besserung

  • Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Die 34. Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – findet auch in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung statt. Geplant war das Branchenhighlight für den 4. bis 7. Mai 2021.

    mehr lesen: Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

  • SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt das Berliner Startup Signavio, einen Anbieter von Business Process Intelligence und Prozessmanagement-Lösungen. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird der Abschluss der Transaktion für das erste Quartal 2021 erwartet, vorbehaltlich…

    mehr lesen: SAP übernimmt Signavio

  • Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    „Ich mache mir keine großen Sorgen, dass der Strukturwandel in der Automobilindustrie langfristig zu einem Aderlass im deutschen Maschinenbau führen wird“, betonte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel im Rahmen einer Pressekonferenz.

    mehr lesen: Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

  • Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

    Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

    Im Januar waren wieder mehr Menschen in Kurzarbeit. In der Industrie ging die Zahl nach Schätzungen des Ifo-Instituts insgesamt jedoch zurück, wobei es je nach Branche unterschiedliche Entwicklungen gibt.

    mehr lesen: Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

  • Quantenprozessor besser machen

    Quantenprozessor besser machen

    Quantenrechner sollen unter anderem Optimierungsaufgaben lösen, etwa für Produktionsprozesse. Im Verbundprojekt ‘GeQCoS‘ wollen Forscher Konzepte für den Bau eines verbesserten Quantenprozessors entwickeln.

    mehr lesen: Quantenprozessor besser machen

  • Exeon erweitert Geschäftsführung

    Exeon erweitert Geschäftsführung

    Exeon erweitert die Geschäftsleitung um einen Chief Marketing Officer. Gregor Erismann, der die Stelle am 1. Februar 2021 antritt, war zuvor Geschäftsleitungsmitglied und CMO der Digitalagentur Namics.

    mehr lesen: Exeon erweitert Geschäftsführung