Den Bestellprozess verkürzt

307651 Workflow Bestellungen 1
Bild: Evy Solutions GmbH

Gla-Wel aus dem niedersächsischen Melle produziert mit rund 150 Beschäftigten seit 1996 Bauteile aus Stahl, Edelstahl und Aluminium in hoher Fertigungstiefe. Die eingehenden Bestellungen der Kunden variieren dabei stark. Sie umfassen bis zu 100 verschiedenen Positionen, die entweder entsprechend den kundeneigenen Artikelnummern oder den jeweils korrespondierenden Zeichnungsnummern sowie deren Varianten-Index aufgebaut sind. Eine solche Bestellung manuell zu erfassen, dauerte bislang mehrere Stunden. Eine KI-basierte Software schafft das in durchschnittlich drei Minuten.

Die Software von Evy Solutions arbeitet mit einem textbasierten Ansatz, mit dem sich auch aus unstrukturierten Daten relevante Informationen herauslesen und klassifizieren lassen. Es kommt also nicht darauf an, an welcher Stelle Informationen in einem Text stehen. Bei der Integration unterstützte die auf metallverarbeitende Produktionsbetriebe spezialisierte Oberschelp Unternehmensberatung.

„Vor der Einführung von Evy Xpact, hat sich eine Mitarbeiterin die neue Bestellung aus dem Eingangsordner geholt und sie manuell in das speziell auf die Metallbau-Industrie ausgelegte ERP-System Octoflex eingegeben. Da die Bestellungen oft viele Positionen umfassen – mit langen Bestellnummern – dauerte das bei beispielsweise 100 Positionen etwa zwei Stunden und war darüber hinaus sehr fehleranfällig“, sagt Hermann Oberschelp, Geschäftsführer des Implementierungsparners. Mit der neuen Software ist eine solche Bestellung in etwa drei Minuten im System angelegt. Inklusive Kontrolle durch die Sachbearbeiterin und gegebenenfalls nötiger händischer Anpassungen dauert die gesamte Bestellverarbeitung maximal 20 Minuten.

Lara Meyer zu Reckendorf, Vertriebs-Sachbearbeiterin bei Gla-Wel und verantwortlich für das Auftrags- und Bestell-Management war von Beginn an in die Einführung der Software eingebunden: „Durch die Lösung bin ich jetzt nicht mehr nur Auftragssachbearbeiterin, sondern ich erstelle mittlerweile auch Stücklisten und Arbeitspläne. Früher brauchte ich all meine Zeit zum Eingeben der Aufträge und Angebote, heute bearbeite ich anspruchsvollere Aufgaben“, sagt sie.

Die Funktionsweise

Der voll automatisierte Importprozess von Bestellungen und Anfragen in das ERP-System funktioniert wie folgt: Die Software liest aus Dokumenten wie etwa PDF- oder Office-Dateien sowie E-Mails die für die Bearbeitung des Auftrags bzw. der Anfrage nötigen Positionen aus. Dazu zählen etwa Mengen-, Artikel- und Kundennummer sowie Lieferadresse. „Bei den Artikeln ist die führende Kennzahl meist die Nummerierung der mitgeschickten Zeichnungsnummer, auf Basis derer der Metallverarbeiter die Bauteile unterscheidet und fertigt“, erklärt Oberschelp. Diese Zeichnungsnummern haben eine Historie, die sich im Laufe des Lebenszyklus mit der Weiterentwicklung des Bauteils ändert, was wiederum am Index der jeweiligen Nummer (etwa von A-Z oder 1-10) ersichtlich ist.

Automatisierter Abgleich

Die fertig ausgelesene Bestellung wird im nächsten Schritt über eine Schnittstelle in das ERP-System hochgeladen, wo der Auftrag dazu generiert wird. Die Daten der Bestellung und die im System hinerlegten Daten werden automatisiert abgeglichen – beispielsweise die Zeichnungsnummer samt Index. Gibt es eine Abweichung im Index, werden die Stammdaten des Artikels trotzdem angelegt, aber mit dem (neuen) Index aus der Bestellung, und die Position wird im ERP-System automatisch markiert. So sieht die Sachbearbeiterin sofort, dass die Bestellposition zwar zu einem bestehenden Artikelstamm gehört, es aber eine Indexänderung gibt und sie nacharbeiten muss.

Handelt es sich nicht um eine Bestellung, sondern um eine Anfrage, aus der ein Angebot generiert wird, dann gleicht das ERP-System ebenfalls ab, ob der Artikel bereits im Artikelstamm hinerlegt ist oder nicht. Im zweiteren Fall legt die Lösung dazu eine freie Artikelposition ohne Artikelnummer an, die dann in Folge manuell bearbeitet werden muss.

Einsatzbereit und anpassbar

Was die Einführung und weitere Entwicklung der Software betrifft, meint Oberschelp: „Gla-Wel konnte mit der Lösung binnen kürzester Zeit live gehen. Bereits nach zwei Wochen verarbeitete die Software die erste Bestellung exakt so, wie wir sie brauchen“. Zudem lässt sich der Trainingsmodus der Software mithilfe diverser Schlagworte individuell erweitern und verwalten.

Schneller und weniger Fehler

Für Oberschlep ist der größte Effekt die Zeitersparnis durch die automatische Erfassung und den Abgleich der Daten. „Aber auch die Fehlerminimierung, die sich dadurch ergibt, ist ein großer Vorteil“. Zukünftig soll die KI auch Bestell-E-Mails mit angehängten Zeichnungen, deren Dateiname mit den Zeichnungsnummern der bestellten Positionen korrespondieren, in das ERP-System übertragen. Das ERP-System importiert diese dann in die belegbezogene Dokumentenablage und hängt sie im Anschluss automatisch mit an die jeweilige (richtige) Bestellposition an. „Mit diesem Schritt minimieren wir die verbleibenden 20 Minuten, die die Sachbearbeiterin aktuell noch nach der Bestellerfassung bis zum Abschluss eines Auftrags aufwenden muss auf ein absolutes Minimum“, sagt Oberschelp.



  • Materialengpässe in der Industrie leicht rückläufig

    Materialengpässe in der Industrie leicht rückläufig

    Situation weiter entspannt Materialengpässe in der Industrie leicht rückläufig Mehr als die Hälfte der Unternehmen aus dem Automobilbau berichtet nach wie vor von Materialengpässen. In vielen anderen Industriesektoren hat sich…

    mehr lesen: Materialengpässe in der Industrie leicht rückläufig

  • Connected-Worker-Plattform

    Connected-Worker-Plattform

    Connected-Worker-Plattform Sieben Schritte zur autonomen Instandhaltung Gestiegene Preise belasten die deutsche Industrie weiterhin. Und auch beim Thema Fachkräfte ist keine Entspannung in Sicht. Hier kommt die autonome Instandhaltung ins Spiel.…

    mehr lesen: Connected-Worker-Plattform

  • Markus Wambach wird COO bei MHP

    Markus Wambach wird COO bei MHP

    Geschäftsführung erweitert Markus Wambach wird COO bei MHP MHP erweitert zum 1 Januar 2024 die Geschäftsführung. Markus Wambach verantwortet dann das operative Geschäft der Management- und IT-Beratung.

    mehr lesen: Markus Wambach wird COO bei MHP

  • Thomas Hibinger wird CEO der Viastore Group

    Thomas Hibinger wird CEO der Viastore Group

    Philipp Hahn-Woernle übergibt den Staffelstab Thomas Hibinger wird CEO der Viastore Group Die Viastore-Gruppe steht ab dem 1. Januar 2024 unter neuer Leitung. Thomas Hibinger übernimmt dann das Amt des…

    mehr lesen: Thomas Hibinger wird CEO der Viastore Group

  • Materialengpässe in der Industrie erneut rückläufig

    Materialengpässe in der Industrie erneut rückläufig

    Ifo-Umfrage Materialengpässe in der Industrie erneut rückläufig Im August waren erneut weniger Industrieunternehmen von Materialengpässen betroffen als noch im Juli. Am stärksten betroffen ist nach wie vor die Autoindustrie.

    mehr lesen: Materialengpässe in der Industrie erneut rückläufig

  • Fraunhofer IPA bietet Potenzialanalyse für die Intralogistik

    Fraunhofer IPA bietet Potenzialanalyse für die Intralogistik

    Fahrerlose Transportfahrzeuge und mobile Roboter Fraunhofer IPA bietet Potenzialanalyse für die Intralogistik Die Nachfrage nach mehr Automatisierung für intralogistische Abläufe ist hoch. Wann und wie genau sich fahrerlose Transportfahrzeuge oder…

    mehr lesen: Fraunhofer IPA bietet Potenzialanalyse für die Intralogistik

  • Rockwell Automation übernimmt Clearpath Robotics

    Rockwell Automation übernimmt Clearpath Robotics

    Rockwell Automation übernimmt Clearpath Robotics Durch die Übernahme des kanadischen Robotik-Spezialisten Clearpath Robotics will Rockwell sein Portfolio für die autonome Produktionslogistik ergänzen.

    mehr lesen: Rockwell Automation übernimmt Clearpath Robotics

  • LeanBI und Substring kooperieren

    LeanBI und Substring kooperieren

    IoT-Anwendungen für die Industrie LeanBI und Substring kooperieren Gemeinsam wollen LeanBI und Substring Produkte für das Internet der Dinge entwickeln und anbieten. Dafür haben die Unternehmen eine Entwicklungs- und Vertriebs-Kooperation…

    mehr lesen: LeanBI und Substring kooperieren

  • Thomas Hähn wird Vorstandsmitglied

    Thomas Hähn wird Vorstandsmitglied

    VDMA Robotik Thomas Hähn wird Vorstandsmitglied Der Vorstand von VDMA Robotik hat Thomas Hähn, Gründer & CEO der United Robotics Group, als neues Vorstandsmitglied berufen.

    mehr lesen: Thomas Hähn wird Vorstandsmitglied

  • IFS übernimmt KI-Anbieter Falkonry

    IFS übernimmt KI-Anbieter Falkonry

    KI-gestützte Anomalieerkennung IFS übernimmt KI-Anbieter Falkonry Der schwedische Softwareanbieter IFS hat die Übernahme von Falkonry bekanntgegeben. Falkonry ist ein kalifornisches Industrie-KI-Softwareunternehmen, das auf die automatisierte Highspeed-Datenanalyse und Anomalieerkennung für die…

    mehr lesen: IFS übernimmt KI-Anbieter Falkonry

  • All About Automation in Chemnitz wächst gegenüber Vorjahr

    All About Automation in Chemnitz wächst gegenüber Vorjahr

    Praxisnah automatisieren All About Automation in Chemnitz wächst gegenüber Vorjahr Am 27. und 28. September 2023 dreht sich in der Messe Chemnitz alles um die Themen Industrieautomation, Digitalisierung und Robotik.…

    mehr lesen: All About Automation in Chemnitz wächst gegenüber Vorjahr

  • Viastore beruft Dominic Daly zum CFO

    Viastore beruft Dominic Daly zum CFO

    Manager in der Intralogistik-Branche Viastore beruft Dominic Daly zum CFO Dominic Daly (Bild) ist neuer CFO bei Viastore Group, einem Anbieter von Intralogistik-Systemen. Zuvor war der studierte Betriebswirt als Führungskraft…

    mehr lesen: Viastore beruft Dominic Daly zum CFO