Vom Beleg zum ERP-Datensatz: Automatisierte Dokumentenverarbeitung mit KI

Portrait of positive looking businesswoman working a the office. She's enjoying her financial work duties.
Bild: ©visualspace/istock.com

Manuelle Datenerfassung gehört in vielen Betrieben nach wie vor zum Alltag. Eingehende Bestellungen oder Lieferscheine etwa werden geöffnet, geprüft und abgetippt – ein Prozess, der Zeit frisst und Konzentration fordert. Dabei schleichen sich Tippfehler ebenso wie doppelte Eingaben oder unvollständige Übertragungen ein. Andere Unternehmen nutzen bereits Dokumentenverarbeitungsanwendungen. Diese Systeme erkennen Texte und lesen definierte Felder aus. Solange sich das Layout nicht ändert, funktioniert das zuverlässig. Doch in der Realität sieht kaum ein Beleg aus wie der andere. Lieferanten nutzen eigene Formate, kombinieren Tabellen und Freitext oder verschieben Positionen im Dokument. In all diesen Situationen sind trotz digitalisierter Prozesse Nacharbeiten erforderlich.

Vom Dokument ins ERP-System

KI-gestützte, ins ERP integrierte Systeme zur automatisierten Dokumentenverarbeitung können diese Lücke schließen. Denn entsprechende Anwendungen gehen über starre Layout- oder Template-Regeln hinaus und analysieren Belege inhaltlich. Anstatt nur zu erkennen, wo sich ein Feld befindet, versteht die KI, was es bedeutet – unabhängig von Format, Position oder Schreibweise. Damit wird die Erfassung eingehender Dokumente nicht nur automatisiert, sondern auch deutlich robuster gegenüber Abweichungen. PSIpenta/ERP kombiniert beispielsweise Technologien zur Sprachverarbeitung mit maschinellem Lernen. Das System erkennt Tabellen, Kopf- und Fußzeilen sowie Fließtexte und ordnet Informationen semantisch zu, also entsprechend ihrer Bedeutung. Die erkannten Informationen werden in strukturierte Datensätze transformiert und im JSON-Format an das ERP-System übergeben. Die KI identifiziert Muster und interpretiert Zusammenhänge. Sie erkennt z.B., dass eine Angabe wie ‚verpackt zu 1.000 Stück‘ eine Mengeninformation ist, oder dass eine Bestellnummer in der Kopfzeile dieselbe Bedeutung hat wie in der Positionsliste.

Auch nachgelagerte Prozesse können von hoher Datenqualität profitieren, bis hinunter auf den Shopfloor.
Auch nachgelagerte Prozesse können von hoher Datenqualität profitieren, bis hinunter auf den Shopfloor.Bild: ©Gorodenkoff/istockphoto.com

Typische Use Cases

Bestellungen, Lieferscheine oder Gutschriften – viele Lieferanten nutzen hierfür unterschiedliche Strukturen. Fertigungsunternehmen müssen folglich mit vielen Dokumentenlayouts umgehen. Typische Anwendungsfälle in der Praxis sind etwa:

Standardisierte Bestellungen – Das System liest klar strukturierte Positionslisten automatisiert aus und ordnet die enthaltenen Werte den ERP-Bestellzeilen zu, z.B. Bestellnummer, Menge oder Nettopreis.

Abweichende Layouts – Wenn Formate variieren oder Informationen an anderer Stelle stehen, identifiziert das System Zusammenhänge und findet relevante Angaben kontextbasiert – etwa Lieferdaten oder Artikelnummern.

Freitext- oder Mischformate – Auch nicht-tabellarische Angaben erkennt das KI-basierte System. Formulierungen wie ‚verpackt zu 1.000 Stück‘ oder ’nach Absprache geliefert‘ ordnet es automatisiert zu und macht es so nutzbar für Folgeprozesse.

Dr Thomas Mueller 2025 1zu1
Autor Dr.-Ing. Thomas Müller – Bild: PSI Software SE

Datenqualität und Skalierbarkeit

Durch diese Automatisierung entfällt ein Großteil der manuellen Eingaben. Neben der Zeitersparnis für Mitarbeitende sollte sich auch die Datenqualität erhöhen. Denn KI-Modelle können fehlende und widersprüchliche Angaben erkennen, Unstimmigkeiten markieren und die Fehlerquote senken. Von der Datenkonsistenz können nachgelagerte Prozesse profitieren: Einkauf, Disposition und Produktionsplanung greifen auf verlässliche Informationen zu, was Abläufe stabilisiert und Entscheidungen beschleunigt. Ein weiterer Effekt liegt in der Skalierbarkeit. Steigt das Belegvolumen, wächst das System mit. So kann ein belastbarer Prozess vom Dokumenteingang bis zur ERP-Buchung entstehen – automatisiert, nachvollziehbar und und individuell anpassbar.



  • Smarte Daten nutzen

    Smarte Daten nutzen

    Die Managementberatung T.A. Cook lädt vom 5. bis zum 6. Dezember zum Fachforum ‚Smart Data und Data Analytics in Instandhaltung und Technik‘ nach Berlin ein.

    mehr lesen: Smarte Daten nutzen

  • Erlöse mit Abo-Modellen wachsen

    Erlöse mit Abo-Modellen wachsen

    Weltweit hat die Subscription Economy in den vergangenen sieben Jahren zugelegt, um mehr als 350 Prozent. Im aktuellen Subscription Economy Index von Zuora wartet besonders die fertigende Industrie mit steigenden…

    mehr lesen: Erlöse mit Abo-Modellen wachsen

  • Unternehmen passen ihre Strategie an

    Unternehmen passen ihre Strategie an

    Disruption und Digitalisierung stellen Unternehmen vor Herausforderungen. In einer Studie des Datenspezialisten Teradata sieht sich die Mehrheit der Befragten damit konfrontiert, aufgrund dieser Herausforderungen die eigene Strategie zu überdenken.

    mehr lesen: Unternehmen passen ihre Strategie an

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Software AG steigert Quartalsumsatz und -gewinn

    Software AG steigert Quartalsumsatz und -gewinn

    Im dritten Geschäftsquartal hat die Software AG bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Der Gesamtumsatz wuchs um 7 Prozent, der Gewinn um 15 Prozent.

    mehr lesen: Software AG steigert Quartalsumsatz und -gewinn

  • Immer mehr Unternehmen setzen Industrie 4.0 um

    Immer mehr Unternehmen setzen Industrie 4.0 um

    Der Industrie-4.0-Index, den die Unternehmensberatung Staufen bereits zum sechsten Mal aufgelegt hat, ist auch in der 2019er Auflage erneut gestiegen. Demnach setzen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen Industrie…

    mehr lesen: Immer mehr Unternehmen setzen Industrie 4.0 um

  • 105 Millionen Angriffe im ersten Halbjahr 2019

    105 Millionen Angriffe im ersten Halbjahr 2019

    Die IT-Security Eperten haben die Daten ihrer selbst eingerichteten Honeypots ausgwertet. Dabei zeigt sich ein großer Anstieg der Angriffe auf IoT-Geräte im Vergleich zum Vorjahr.

    mehr lesen: 105 Millionen Angriffe im ersten Halbjahr 2019

  • Wibu Systems errichtet neue Firmenzentrale

    Wibu Systems errichtet neue Firmenzentrale

    Auf insgesamt 8.400m² errichtet Wibu System zwei neue Gebäude. Das eine soll zukünftig als Unternehmenssitz dienen, das andere soll als House of IT Security u.a. die Zusammenarbeit mit Startups fördern.

    mehr lesen: Wibu Systems errichtet neue Firmenzentrale

  • Unternehmen erstellen Einsatzkonzepte für digitalen Zwilling

    Unternehmen erstellen Einsatzkonzepte für digitalen Zwilling

    Der Einsatz des digitalen Zwillings verspricht vielfältige Potenziale für den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Im Rahmen einer Befragung der Managementberatung Detecon halten die Studienteilnehmer vor allem den Unternehmensübergreifenden Einsatz für…

    mehr lesen: Unternehmen erstellen Einsatzkonzepte für digitalen Zwilling

  • ZVEI erwartet Produktionsrückgang

    ZVEI erwartet Produktionsrückgang

    Die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie sind im August 2019 um 6,7% gegenüber Vorjahr zurückgegangen. Die Inlandsbestellungen gaben um 9,6 und die Auslandsbestellungen um 4,5% nach. Im Gesamtzeitraum von Januar…

    mehr lesen: ZVEI erwartet Produktionsrückgang

  • it-sa verzeichnet Besucher- und Ausstellerplus

    it-sa verzeichnet Besucher- und Ausstellerplus

    Mehr Fachbesucher und eine größere Ausstellerzahl: Die IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg hat mit ihrer diesjährigen Ausgabe neue Bestmarken erzielt.

    mehr lesen: it-sa verzeichnet Besucher- und Ausstellerplus

  • Einsatz von 3D-Druck nimmt zu

    Einsatz von 3D-Druck nimmt zu

    Der Anteil der deutschen Unternehmen, die 3D-Druck einsetzen, ist zwar im Vergleich zum Jahr 2016 gestiegen – von 37 auf 63 Prozent. Eine Führungsposition hat Deutschland in der Studie des…

    mehr lesen: Einsatz von 3D-Druck nimmt zu