Anlagen-Software in Eigenregie

ctrlX OS und Heisenwre Schema
Heisenware greift über die REST-Schnittstelle auf den Data Layer von CtrlX OS zu. Die fertige App läuft im Browser auf Smartphone, Tablet oder Rechner. – Bild: Heisenware GmbH

In der Produktionshalle eines Druckgussbetriebes zeigt ein Andon-Monitor den Zustand der Anlagen. Für die Anzeige einer zusätzlichen Kennzahl sind die Daten zwar vorhanden, aber die Anpassung erfordert eine neue Verrechnung und Änderungen in der Oberfläche. Das kostet schnell mehr als 5.000 Euro und kann Wochen dauern, da der Anbieter hinzugezogen werden muss. Entweder der Betrieb zahlt. Oder er zahlt nicht. Dann entsteht der Prozess auf einem zweiten Bildschirm, in Excel, auf einem Zettel oder in alten Datenbanken.

Jede Änderung wird ein Projekt

Wer die Software entwickelt hat, hat auch das Wissen darüber. Bei jeder Änderung muss sich ein externer Entwickler einarbeiten. Jedes Mal läuft derselbe Prozess ab, von Anfrage bis zur Abnahme – das gilt für kleine Anpassungen ebenso wie für ein neues Modul. Kleine Änderungen bleiben oft auf der Strecke. Ein Teil dieses Problems lässt sich technisch auflösen, wenn die Steuerungsplattform ihre Daten über standardisierte Schnittstellen bereitstellt. Bei CtrlX OS von Bosch Rexroth liegen sie im Data Layer semantisch strukturiert vor und sind über eine REST-Schnittstelle erreichbar. Heisenware bindet sich als Partner im CtrlX World-Ökosystem auf diesem Weg an. Die Verbindung wird aus dem Anlagennetz heraus aufgebaut, ohne eingehende Firewall-Freigabe. Die Plattform selbst kann als Dienst beim Anbieter laufen oder auf eigenen Servern. Logik und Oberfläche von Heisenware lassen sich über Funktionsbausteine konfigurieren, ähnlich wie Formeln in einer Tabellenkalkulation. Es gibt sie für Berechnung und Datenumwandlung genauso wie als Konnektoren für REST, SQL, MQTT oder OPC UA. Dazu kommen Widgets für die Bedienoberfläche. Wer den Prozess kennt, kann diese Bausteine selbst verbinden und etwa die Kennzahl aus dem Beispiel vorne selbst ergänzen.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Für die Kennzahl aus dem Anfangsbeispiel sähe das so aus: Ein REST-Konnektor liest die benötigten Werte zyklisch aus dem Data Layer, einige Bausteine verrechnen sie zur Kennzahl, ein Widget zeigt sie auf dem Andon-Monitor an. Per Klick wird eine neue App-Version veröffentlicht, wahlweise zuerst auf einem Testsystem. Die im Browser laufende App aktualisiert sich automatisch – an der Maschine muss niemand etwas tun. Jede Änderung ist protokolliert. Bei Problemen kann per Git auf den vorherigen Stand zurückgerollt werden.

Und was ist mit KI?

Seitdem KI-Assistenten Apps erzeugen können, ist Bauen kein Engpass mehr. Eine App braucht danach jedoch einen Ort, an dem sie läuft, eine gesicherte Verbindung zu den Maschinendaten, Rechte, Updates, und sie muss sich später ändern lassen. Arbeitet ein KI-Assistent innerhalb der Bausteine einer Plattform, kommt dieselbe Struktur heraus, die auch ein Mensch erstellt hätte. Die kann jeder im Team lesen und weiterbearbeiten.

Handlungsfähiger werden

Wenn Fachabteilungen Apps selbst entwickeln, wird oft Wildwuchs befürchtet. Doch diesen gibt es längst. Denn die Tabelle auf dem Netzlaufwerk hat weder Rechteverwaltung noch einen Verantwortlichen. Entstehen Apps in einer gemeinsamen Umgebung, sind sie zentral sichtbar und über Rollen freigegeben. Die Fertigung behält den Spielraum, die IT die Kontrolle. In der Automatisierungstechnik löst sich Funktionalität gerade von der Hardware. Für die Apps darüber gilt dasselbe. Software für die Fertigung ist kein Produkt mehr, das man einmal beschafft, sondern ein Teil der Anlage, der sich mit ihr weiterentwickelt. Ein laufendes System nicht ohne Not anzufassen, bleibt eine gute Regel. Neu ist, dass der Betrieb wieder selbst entscheidet, wann er es tut.



  • VDMA-Blitzumfrage

    VDMA-Blitzumfrage

    In einer dritten Blitzumfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den deutsche Maschinenbau zeigt sich eine Verschiebung. Viele Unternehmen berichten von Stornierungen und Auftragseinbußen.

    mehr lesen: VDMA-Blitzumfrage

  • Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

    Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

    Die Große Koalition will die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes für Beschäftigte über zwölf Monate hinaus verlängern. Davon könnten viele Maschinenbauer profitieren.

    mehr lesen: Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

  • Bosch Rexroth erzielt Umsatz auf Vorjahresniveau

    Bosch Rexroth erzielt Umsatz auf Vorjahresniveau

    Bosch Rexroth hat 2019 mit 6,2Mrd.€ einen Umsatz auf Vorjahresniveau erzielt. Profitiert hat das Unternehmen dabei vor allem von seinem soliden Kerngeschäft mit Hydraulik sowie dem weiteren Ausbau des Angebots…

    mehr lesen: Bosch Rexroth erzielt Umsatz auf Vorjahresniveau

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Maschinenbau in China fährt langsam wieder hoch

    Maschinenbau in China fährt langsam wieder hoch

    Eine 2. Blitzumfrage des VDMA in China zeigt, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie dort als weniger schlimm eingeschätzt werden als noch im März. Dennoch erwarten die Unternehmen kräftige Umsatzeinbußen.

    mehr lesen: Maschinenbau in China fährt langsam wieder hoch

  • Zertifizierung während der Corona-Krise

    Zertifizierung während der Corona-Krise

    Unternehmen sind derzeit in vielerlei Hinsicht gefordert: Sie müssen ihr wirtschaftliches Überleben sichern, Mitarbeiter ins Homeoffice oder in Kurzarbeit schicken und neue Strategien entwickeln. Sind Managementsysteme für Qualität, Umwelt, Energie…

    mehr lesen: Zertifizierung während der Corona-Krise

  • ZVEI-Umfrage

    ZVEI-Umfrage

    Die Elektroindustrie bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zunehmend zu spüren. Das ergab eine Umfrage des ZVEI unter seinen Mitgliedsunternehmen.

    mehr lesen: ZVEI-Umfrage

  • Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

    Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

    Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat mit Nvidia einen neuen Gesellschafter. Beide Unternehmen forschen gemeinsam in den Bereichen Machine Learning und Deep Learning.

    mehr lesen: Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

  • CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

    CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

    Bezogen auf die Gesamtwirtschaft haben 19 Prozent der Unternehmen die Position eines Chief Digital Officers bzw. eines Leiters Digitalisierung geschaffen. Das geht aus einer Befragung des Digitalverbands Bitkom hervor.

    mehr lesen: CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

  • Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

    Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

    Die Auswirkungen von COVID-19 auf unsere Gesellschaft und die Wirtschaft sind enorm und betreffen uns alle.

    mehr lesen: Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

  • AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

    AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

    Aveva und Axonify wollen gemeinsam eine KI-Microlearning-Lösung für die Industrie anbieten. Beide Unternehmen haben sich diesbezüglich auf eine strategische Partnerschaft geeinigt.

    mehr lesen: AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

  • Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

    Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

    Der TeDo Verlag veranstaltet ab dem 4. Mai eine virtuelle Messe rund um unsere Themen Automatisierung, Robotik und Energieverteilung, Schaltschrankbau, Industrielle IT, IIoT usw. Wir wollen so eine Lösung finden,…

    mehr lesen: Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie