Produktdaten als strategische Frage: Damit KI nicht an der Datenbasis scheitert

0:000:00

IoT
Bild: ©tippapatt/stock.adobe.com

Auf den ersten Blick wirkt vieles gut organisiert: spezialisierte Abteilungen, etablierte Systeme, erfahrene Mitarbeitende. Doch entlang des Produktlebenszyklus verändert sich häufig die Qualität der Daten. Informationen entstehen in der Konstruktion, werden in nachgelagerten Bereichen ergänzt, interpretiert oder manuell korrigiert. Dann sind die Auswirkungen im Tagesgeschäft deutlich spürbar. Planungen werden instabil, Stücklisten stimmen nicht, Änderungen kommen verspätet oder unvollständig an. Rückfragen und Nacharbeit nehmen zu, Durchlaufzeiten verlängern sich, Termintreue leidet. In solchen Fällen geht Wertschöpfung verloren – nicht durch fehlende Kompetenz, sondern durch fehlende Datendurchgängigkeit.

Die Konstruktion als Ausgangspunkt technischer Abhängigkeiten

In der Konstruktion werden die Grundlagen gelegt – für Effizienz oder Ineffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ohne klare Standards, einheitliche Strukturen und automatisierte Prüfmechanismen können Daten entstehen, die fachlich korrekt, aber technisch nicht konsistent weiterverwendbar sind. Was hier nicht eindeutig definiert ist, muss später interpretiert werden. Unschärfe wirkt sich auf nachgelagerte Prozesse aus – bis in Arbeitsvorbereitung und Fertigung hinein.

Wachsende Systemlandschaften als Symptom

Um diese Brüche auszugleichen, wachsen Systemlandschaften. Schnittstellen werden erweitert, Sonderfälle manuell gelöst, Prozesse technisch stabilisiert. Was kurzfristig funktioniert, kann langfristig die Komplexität erhöhen, also den Aufwand für Betrieb, Pflege und Weiterentwicklung. Stabile, skalierbare Strukturen entstehen durch klare Datenmodelle, saubere Übergaben und technische Regeln, die Konsistenz sicherstellen. Was dabei häufig unterschätzt wird: Je länger diese Brüche bestehen, desto schwerer lassen sie sich beheben. Neue Anforderungen wie kürzere Lieferzeiten, höhere Variantenvielfalt oder zusätzliche Dokumentationspflichten treffen auf eine Systemlandschaft, die ursprünglich nicht dafür ausgelegt war. Die Skalierung wird zum Kraftakt.

Mit der Produktdatenqualität entscheidet sich bei vielen Prozessen, ob sie skalieren, Automatisierung greift und neue Technologien sinnvoll eingesetzt werden können.
Mit der Produktdatenqualität entscheidet sich bei vielen Prozessen, ob sie skalieren, Automatisierung greift und neue Technologien sinnvoll eingesetzt werden können. – Bild: ©suththirat/stock.adobe.com

Wertschöpfung wird planbar

In der Fertigung zeigt sich, ob Produktdaten wirklich tragen. Sind sie konsistent und aktuell, laufen viele Prozesse stabiler. Sind sie fehlerhaft, entstehen Verzögerungen, Umrüstaufwände und unnötige Kosten. Durchgängige Produktdaten tragen zu zuverlässigen Arbeitsplänen, Stücklisten und Varianten und ihrer automatisieren Bereitstellung bei. Gleichzeitig entstehen strukturierte Rückmeldedaten aus der Fertigung – eine Voraussetzung, um Prozesse faktenbasiert zu bewerten und gezielt zu verbessern.

Automatisierung sorgt für Konsequenz

Automatisierte Abläufe sorgen nicht für Organisation, sondern für Konsequenz. Regeln werden eingehalten, Änderungen nachvollzogen, Freigaben technisch abgesichert. Manuelle Übergaben entfallen, Fehlerquellen werden reduziert. Durch diese Verlässlichkeit werden Daten konsistent nutz- und auswertbar.

Durchgängige Produktdaten als strategischer Rahmen

Produktdaten durchgängig zu denken, ist eine strategische Frage der Unternehmenssteuerung. Ihre technische Umsetzung erfordert stabile Systeme, klare Datenstrukturen und eine saubere Integration entlang des Produktlebenszyklus. Wenn CAD-, PDM-, PLM- und ERP-Systeme technisch zuverlässig zusammenspielen, entstehen durchgängige Informationsflüsse. Das Ergebnis sind keine neuen Organisationsmodelle, sondern eine belastbare Datenbasis, auf der Unternehmen ihre Prozesse steuern und weiterentwickeln können. Viele Unternehmen erkennen diesen Handlungsbedarf erst dann, wenn Prozesse nicht mehr skalieren oder neue Anforderungen nicht mehr sauber abbildbar sind.

KI-Einsatz ist das Ergebnis, nicht der Anfang

Künstliche Intelligenz benötigt hochwertige und konsistente Daten. Sind diese nicht vorhanden, entfalten KI-Projekte nicht den gewünschten Nutzen. Wer jedoch heute Ordnung in Daten und Systemen schafft, legt die technische Grundlage – von Automatisierung bis zu intelligenten Auswertungen.

Zur Frage nach dem Start von KI-Projekten gehört daher auch diese: Sind unsere Produktdaten dafür bereit? Diese Frage ist unbequem, aber notwendig. Denn sie entscheidet darüber, ob Investitionen Wirkung entfalten oder sogar bestehende Schwächen verstärken. Unternehmen, die hier früh Klarheit schaffen, gewinnen nicht nur technologische Optionen, sondern auch mehr strategische Handlungsfähigkeit.

Technische Grundlage statt Organisationsversprechen

Mit den Produkten und Dienstleistungen von Cideon setzen Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau genau hier an: bei der technischen Umsetzung durchgängiger Produktdaten, integrierter Systemlandschaften und definierter Datenmodelle – von der Konstruktion bis in die Fertigung. Nicht als Gestalter von Organisationen, sondern als Partner für die Einrichtung der technischen und datenbasierten Grundlage, auf der Unternehmen ihre Prozesse stabil, skalierbar und zukunftsfähig ausrichten können. Eine stabile, konsistente Datenbasis bildet das Fundament für Automatisierung, Transparenz und künftige Innovationen.



  • Umfrage unter Deutschlands Ingenieuren 

    Umfrage unter Deutschlands Ingenieuren 

    Die deutschen Ingenieure blicken skeptisch auf das Jahr 2021. In einer Befragung des VDI Wissensforums gibt mehr als die Hälfte der befragten Ingenieure an, dass sich die Auftragslage im eigenen…

    mehr lesen: Umfrage unter Deutschlands Ingenieuren 

  • Neuer Westeuropachef bei Universal Robots

    Neuer Westeuropachef bei Universal Robots

    Andrea Alboni leitet seit dem 1. Dezember die Region Westeuropa für Universal Robots (UR). Damit übernimmt Alboni die Führung in einem der nach Unternehmensangaben wichtigsten Absatzmärkte von UR.

    mehr lesen: Neuer Westeuropachef bei Universal Robots

  • Blick in die Zukunft ist zuversichtlicher

    Blick in die Zukunft ist zuversichtlicher

    Mit einem Plus von 16 Punkten sind die ZEW-Konjunkturerwartungen im Dezember auf 55 Index-Punkte gestiegen. Die aktuelle Lage wird jedoch schlechter eingeschätzt als im Vormonat.

    mehr lesen: Blick in die Zukunft ist zuversichtlicher

  • Warenstau im Reich der Mitte

    Warenstau im Reich der Mitte

    Warentransporte von China nach Europa sind derzeit mit deutlich höheren Kosten als verbunden, als noch vor einigen Wochen. Containerschiffe sind ausgebucht, in der Luftfracht fehlen Kapazitäten und Waggons für Bahntransporte…

    mehr lesen: Warenstau im Reich der Mitte

  • Dassault Systèmes übernimmt alle Anteile von NuoDB

    Dassault Systèmes übernimmt alle Anteile von NuoDB

    Um die Weiterentwicklung seiner 3DEexperience-Plattform im Bereich Cloud und Data Science voranzutreiben, hat Dassault Systèmes das US-Unternehmen NuoDB übernommen.

    mehr lesen: Dassault Systèmes übernimmt alle Anteile von NuoDB

  • Modulare Sicherheit für modulare Produktionsanlagen

    Modulare Sicherheit für modulare Produktionsanlagen

    Die Industrie 4.0-Inititative SmartFactory-KL hat ein Whitepaper zur Absicherung von modularen Produktionsanlagen veröffentlicht. Die Grundlage für das Papier bildet ein ebenfalls modular aufgelegtes Safety-Konzept, das seit 2018 entwickelt wird.

    mehr lesen: Modulare Sicherheit für modulare Produktionsanlagen

  • Mehr Budget für mehr Digitalisierung

    Mehr Budget für mehr Digitalisierung

    Die Digitalisierung von Prozessen ist die Nummer-1-Priorität, wenn es um den Einsatz des IT-Budgets geht. Knapp die Hälfte im Rahmen einer Capgemini-Studie befragten Unternehmen will die Budgets im kommenden Jahr…

    mehr lesen: Mehr Budget für mehr Digitalisierung

  • Maschinen- und Anlagenbau trotzt der Krise

    Maschinen- und Anlagenbau trotzt der Krise

    Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau werden das Krisenjahr 2020 mit deutlichen Minusraten abschließen, die aber nicht so heftig ausfallen, wie erwartet. „Für nicht wenige Betriebe dürfte dieses Jahr im…

    mehr lesen: Maschinen- und Anlagenbau trotzt der Krise

  • Software AG und Re‘Flekt arbeiten zusammen

    Software AG und Re‘Flekt arbeiten zusammen

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen die Software AG und Re‘Flekt eine gemeinsame IoT & AR-Lösung auf den Weg bringen.

    mehr lesen: Software AG und Re‘Flekt arbeiten zusammen

  • Non-Profit-Verein soll Technologietransfer beschleunigen

    Non-Profit-Verein soll Technologietransfer beschleunigen

    Volkswagen hat mit sechs Partnerunternehmen den Industrial.Digitalisation PartnerNet e.V. gegründet. Die herstellerunabhängige Non-Profit-Organisation ist vor allem als Innovationsmotor für die Automobilbranche ausgelegt, aber auch andere Fertigungsbranchen sollen profitieren.

    mehr lesen: Non-Profit-Verein soll Technologietransfer beschleunigen

  • Intec und Z findet online statt

    Intec und Z findet online statt

    Auch das kommende Messejahr wird noch mit Einschränkungen zu kämpfen haben. Die Veranstalter der Intec und Z 2021 verlegen die Messe nun in die virtuelle Welt. Das Motto: ‘Intec und…

    mehr lesen: Intec und Z findet online statt

  • Auftragseingang auf Vorjahresniveau

    Auftragseingang auf Vorjahresniveau

    Im Oktober hielt sich der Auftragseingang der Maschinen- und Anlagenbauer auf dem Niveau des Vorjahres. Jedoch kommen die erneuten Einschränkungen in Folge der Corona-Krise im Berichtsmonat noch nicht zum Tragen.

    mehr lesen: Auftragseingang auf Vorjahresniveau