Wie Anwender ihr ERP-System bewerten

Trovarit Grafilk
Bild: Trovarit AG

ERP-Systeme erfüllen ihre Kernaufgaben aus Sicht der Anwender weiterhin gut. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Integration, Modernisierungsfähigkeit und die Beherrschung zunehmend komplexer Softwarelandschaften. Dies geht aus der aktuellen Auflage der Trovarit-Studie ‚ERP in der Praxis‘ hervor. Für die 13. Ausgabe der Studienreihe gingen 1.538 Bewertungen von ERP-Installationen in die Auswertung ein. Die Studie weist insgesamt uneingeschränkte Zufriedenheitsbewertungen für knapp 40 ERP-Lösungen aus.

Wie Trovarit mitteilt, bleibt die Zufriedenheit mit einer Durchschnittsnote von 1,89 für die ERP-Software und 2,01 für die betreuenden Wartungs- und Softwarepartner auf einem guten Niveau. Gegenüber 2024 fallen beide Bewertungen allerdings etwas schwächer aus.

Die Eintrübung betrifft dabei nicht alle Bereiche gleichermaßen. Kritischer bewerten Anwender insbesondere Schnittstellen, Stabilität und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Positiv entwickeln sich dagegen unter anderem Dokumentation und Anwenderunterstützung. Laut den Studienverantwortlichen erfüllen ERP-Systeme ihre grundlegenden Aufgaben weiterhin zuverlässig, während die Erwartungen an Integration, Wirtschaftlichkeit und Modernisierungsfähigkeit steigen.

Auch die Herausforderungen verschieben sich: Mit rund 23% stehen die laufenden Kosten inzwischen an erster Stelle der priorisierten Probleme im ERP-Betrieb. Schnittstellen und Integration nennen rund 19%. Mit zunehmender Unternehmensgröße gewinnen zudem Datenqualität, Release-Wechsel und Administration deutlich an Gewicht.

Prozesse vereinfachen und beschleunigen

Als wichtigsten Nutzen eines ERP-Systems nennen etwa 60% der Anwender die Vereinfachung und Beschleunigung von Prozessen. Rund 52% sehen einen schnellen und einfachen Informationszugriff als wesentlichen Vorteil, knapp 49% die Bereitstellung korrekter und nützlicher Informationen. Wie weiter mitgeteilt wird, gewinnen gegenüber 2024 insbesondere Fehlerreduktion sowie Transparenz und Prozessverständnis an Bedeutung.

Trovarit erklärt zudem, dass sich die Rolle des ERPs mit wachsender Unternehmensgröße verändert. Demnach arbeitet in kleineren Unternehmen ein deutlich größerer Anteil der Beschäftigten unmittelbar mit dem ERP-System. Bei größeren Unternehmen sinkt dieser Anteil. Wie betont wird, verliert das ERP dadurch jedoch nicht an Bedeutung, sondern entwickelt sich zunehmend zum transaktionalen und prozessualen Kern einer arbeitsteiligen Softwarelandschaft, in der spezialisierte Systeme für CRM, Business Intelligence, MES oder andere Anwendungsbereiche zusätzliche Aufgaben übernehmen.

Dynamische KI-Entwicklung

Trovarit hebt zudem hervor, dass sich das Thema künstliche Intelligenz besonders dynamisch entwickelt. 2022 stuften noch rund 16% der Anwender KI im ERP-Kontext als hoch relevant ein. 2024 waren es 29%, 2026 sind es 57%.

Dabei nennen die Befragten auch konkretere Anwendungsfelder. Besonders hohe Relevanz besitzen demnach die automatische Text- und Dokumentenerstellung sowie KI-gestützte Suche und Wissensnutzung. Auch Stammdatenpflege, Übersetzungen und teilautonome Prozessschritte durch KI-Agenten stoßen auf großes Interesse.

Zwischen wahrgenommener Relevanz und tatsächlicher Umsetzung offenbart die Studie allerdings noch eine deutliche Lücke: Rund 41% der Unternehmen befinden sich derzeit in der Orientierungsphase und prüfen, ob und wie sie KI einsetzen wollen. Weitere 10% sind bereits in der konkreten Planung. Knapp 17% nutzen KI selektiv produktiv für einzelne Use Cases; breit oder regelmäßig eingesetzt wird KI bislang nur von 1,8%. 27% der Unternehmen planen derzeit keinen KI-Einsatz.

Trovarit schließt aus den Ergebnissen, dass der ERP-Markt keinem radikalen Umbruch unterliegt, sondern sich dessen Anforderungen deutlich weiterentwickeln. Die zentrale Frage lautet zunehmend nicht mehr nur, was ein ERP-System kann, sondern, wie gut Unternehmen das Zusammenspiel von ERP, spezialisierten Anwendungen, Daten, Integration und Modernisierung beherrschen.

Das Management Summary der Studie steht ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung: www.trovarit.com



  • Arbeitsmarktbarometer fängt sich auf niedrigem Niveau

    Arbeitsmarktbarometer fängt sich auf niedrigem Niveau

    Nach seinem Tiefststand im Vormonat, ist das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Mai wieder leicht gestiegen.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer fängt sich auf niedrigem Niveau

  • Neuer Vertriebspartner nah am SAP-Markt

    Neuer Vertriebspartner nah am SAP-Markt

    Die Feinplanungsspezialistin Dualis GmbH IT Solution will mit einer neuen Vertriebspartnerschaft ihre Position im SAP-Umfeld stärken. Cpro IoT Connect vertreibt und implementiert künftig die APS-Lösung Ganttplan als Platinum-Partner.

    mehr lesen: Neuer Vertriebspartner nah am SAP-Markt

  • SAP kündigt Travel Management-Alternative auf S/4Hana an

    SAP kündigt Travel Management-Alternative auf S/4Hana an

    Reisekostenmanagement mit SAP-Software ist weiterhin On-Premise möglich. Nach dem Druck der SAP-Anwendervereinigung DSAG hat SAP angekündigt, die Lösung Travel Management auf die Hana-Plattform zu migrieren. Damit können Firmen den Wechsel…

    mehr lesen: SAP kündigt Travel Management-Alternative auf S/4Hana an

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Riverbed ernennt Andreas Riepen zum Regional Vice President

    Riverbed ernennt Andreas Riepen zum Regional Vice President

    Andreas Riepen übernimmt die Position des Regional Vice President Sales für die DACH-Region beim IT-Unternehmen Riverbed.

    mehr lesen: Riverbed ernennt Andreas Riepen zum Regional Vice President

  • Kaspersky identifiziert Angriffe auf Industriezulieferer

    Kaspersky identifiziert Angriffe auf Industriezulieferer

    Wie der IT-Security-Anbieter Kaspersky berichtet, wurden Unternehmen weltweit über zielgerichtete Phishing-Mails angegriffen, bei denen die Angreifer das Mimikatz-Programm nutzten. Kaspersky hat diese Angriffe analysiert.

    mehr lesen: Kaspersky identifiziert Angriffe auf Industriezulieferer

  • Lieferketten kommen wieder in Gang

    Lieferketten kommen wieder in Gang

    In einer 5. Blitzumfrage des VDMA zeigt sich, dass sich die Lieferketten der deutschen Maschinenbauer nach und nach erholen. Die Branche hat jedoch weiterhin mit Auftragseinbußen zu kämpfen.

    mehr lesen: Lieferketten kommen wieder in Gang

  • Wie kann ein passendes Produkt-Service-System aussehen?

    Wie kann ein passendes Produkt-Service-System aussehen?

    Die Grenze zwischen Produkt und ergänzender Dienstleistung verschwimmen zunehmend und produzierende Unternehmen vollziehen den Wandel vom Produkt- zum Service- bzw. Lösungsanbieter. Wie sich solche sogenannten Produkt-Service-Systeme (PSS) entwickeln und damit…

    mehr lesen: Wie kann ein passendes Produkt-Service-System aussehen?

  • Sinkendes Vertrauen unter Cyberkriminellen

    Sinkendes Vertrauen unter Cyberkriminellen

    Der IT-Security-Anbieter Trend Micro hat Erkenntnisse zu cyberkriminellen Aktivitäten sowie dem Handel mit Produkten und Dienstleistungen im Cyberuntergrund veröffentlicht.

    mehr lesen: Sinkendes Vertrauen unter Cyberkriminellen

  • Unternehmen mit steigenden Erwartungen

    Unternehmen mit steigenden Erwartungen

    Nach dem Rückgang im vergangenen Monat legt der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mai wieder zu. Dabei haben sich vor allem die Erwartungen für die kommenden Monate verbessert.

    mehr lesen: Unternehmen mit steigenden Erwartungen

  • PLM-Lösungen im Vergleich

    PLM-Lösungen im Vergleich

    Im Marktspiegel ‘Business Software PLM/PDM 2020/2021‘ werden mehr als 40 PLM-Lösungen hinsichtlich ihrer Funktionen untersucht.

    mehr lesen: PLM-Lösungen im Vergleich

  • „Das hohe Maß an Flexibilität und Kreativität sollte uns positiv in die Zukunft blicken lassen“

    „Das hohe Maß an Flexibilität und Kreativität sollte uns positiv in die Zukunft blicken lassen“

    Die Corona-Krise stellt die Globalisierung auf den Prüfstand. Für VDI-Präsident Volker Kefer ist die Situation Herausforderung und Chance zugleich. Im Interview spricht er über die Lage des Technikstandorts Deutschland heute…

    mehr lesen: „Das hohe Maß an Flexibilität und Kreativität sollte uns positiv in die Zukunft blicken lassen“