Smarties warnen vor Extremereignissen

Schematische Darstellung der Mini-Wetterballons mit Umweltsensoren und der Basisstationen auf der Erde und im CloudKite
Schematische Darstellung der Mini-Wetterballons mit Umweltsensoren und der Basisstationen auf der Erde und im CloudKite – Bild: Fraunhofer-Institut IIS

Um die Folgen lokaler Extremereignisse wie etwa Vulkanausbrüchen einzudämmen, ist eine zuverlässige und schnelle Warnung unerlässlich. Durch eine zielgerichtete Messung der lokalen Atmosphäre können aber auch etwa die Verbreitung von in der Luft befindlichen Verschmutzungen oder Blütenpollen besser vorhergesagt werden.

Genauere Vorhersagen auch in kleineren Gebieten

Für atmosphärische Strömungen ist der großflächige Transport von Schadstoffen und Belastungen für Gebietsgrößen über 50km gut erforscht und wird durch Messstationen und Satellitenbeobachtungen konstant überwacht. Das Wissen über kleinere Gebiete in der Größenordnung von 100m bis 50km sowie über die damit verbundenen Konzentrationsschwankungen ist hingegen derzeit begrenzt. Genau hier setzt das Smarties-Projekt (Smart Integrated Electronic Sensors for quantifying atmospheric transport and mixing) an.

Smarties arbeiten mit Mioty

Smarties sind kleine und sehr leichte Messinstrumente, die aus Umweltsensoren und einer drahtlosen Kommunikationseinheit bestehen. Mithilfe von mehreren kleinen, biologisch abbaubaren Ballons verteilen sie sich in der Atmosphäre. Während des Fluges übertragen sie Sensordaten an ein Netz von Basisstationen. „Sowohl die Datenübertragung als auch die Ortung der Ballons funktioniert mit der von Fraunhofer IIS entwickelten Mioty-Technologie. Dadurch sind sie wesentlich energieeffizienter und leichter skalierbar als bisherige Lösungen“, erklärt Prof. Alexander Martin, Institutsleiter des Fraunhofer IIS. Diese neue Kombination von Technologien ermöglicht es somit erstmals, sehr viele atmosphärische Daten auf kleinem Raum zu sammeln. Darunter zählen zum Beispiel Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit.

„Anhand dieser Daten können wir neue Modelle für das Strömungsverhalten in lokalen Gebieten entwickeln“, erläutert Dr. Mohsen Bagheri vom MPI-DS die Inhalte des Projektes. So sollen etwa präzise Vorhersagen der Verteilung von Partikeln möglich sein. „Durch Smarties können wir dann über diese neuen Modelle bei akuten gefährlichen Ereignissen Menschen durch genauere Vorhersagen besser warnen“, ergänzt Prof. Eberhard Bodenschatz, geschäftsführender Direktor des MPI-DS.

Tests auf der Zugspitze und in Finnland

Das Projekt ist Teil des Fraunhofer-Max-Planck-Kooperationsprogramms und wird in Zusammenarbeit mit dem MPI-DS unter der Teilprojektleitung von Dr. Mohsen Bagheri und dem Fraunhofer IIS unter der Teilprojektleitung von Dipl.-Ing. Ferdinand Kemeth durchgeführt. Grundlage für das Projekt sind unter anderem atmosphärische Messungen an der Umweltforschungsstation ’Schneefernerhaus’ auf der Zugspitze. Am Ende des Projektes soll das System in mehreren Messkampagnen u.a. in Pallastunturi, Finnland getestet werden.

Seiten: 1 2



  • KI ist wichtig, die Umsetzung läuft noch schleppend

    KI ist wichtig, die Umsetzung läuft noch schleppend

    Die Unternehmen sprechen der künstlichen Intelligenz eine herausragende Bedeutung zu, tun sich aber schwer damit, die Technologie praktisch einzusetzen. Dies geht aus einer branchenübergreifenden Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 603…

    mehr lesen: KI ist wichtig, die Umsetzung läuft noch schleppend

  • Hilpert vertreibt Critical Manufacturing-MES in der Schweiz

    Hilpert vertreibt Critical Manufacturing-MES in der Schweiz

    Das MES von Critical Manufacturing können Schweizer Unternehmen künftig auch von Hilpert Electronic beziehen. Der Spezialist für Applikationen rund um die Mikroelektronikfertigung ist neuer Vertriebspartner des weltweit agierenden MES-Herstellers mit…

    mehr lesen: Hilpert vertreibt Critical Manufacturing-MES in der Schweiz

  • Algorithmen automatisiert trainieren

    Algorithmen automatisiert trainieren

    Durch künstliche Intelligenz (KI) können Maschinen Objekte erkennen. Dafür werden Algorithmen mit Bilddaten manuell trainiert. Das am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entstandene Start-up Kimoknow hat eine Technologie entwickelt, um…

    mehr lesen: Algorithmen automatisiert trainieren

  • Übungen als Schutz vor Cyberrisiken?

    Übungen als Schutz vor Cyberrisiken?

    Immer mehr IT-Abteilungen vertrauen auf Penetrationstests oder Bug-Bounty-Programme und simulieren Cyberattacken, um ihre Mitarbeiter zu sensibilisieren. Grund dafür ist der explosionsartige Anstieg von Cyberbedrohungen. 

    mehr lesen: Übungen als Schutz vor Cyberrisiken?

  • Stephan Klokow in Vorstand des Cluster IT Mitteldeutschland gewählt

    Stephan Klokow in Vorstand des Cluster IT Mitteldeutschland gewählt

    Stephan Klokow, Direktor DPI (Deep Packet Inspection) beim Rohde & Schwarz Tochterunternehmen Ipoque, wurde während der Mitgliederversammlung am 18. Mai 2020 in den Vorstand des Branchennetzwerks Cluster IT Mitteldeutschland e.V.…

    mehr lesen: Stephan Klokow in Vorstand des Cluster IT Mitteldeutschland gewählt

  • Netzwerk-Firewall für interne Segmentierung

    Netzwerk-Firewall für interne Segmentierung

    Fortinet stellt mit der FortiGate 4200F eine leistungsstarke Netzwerk-Firewall vor. Diese basiert auf dem NP7, dem von Fortinet entwickelten Netzwerkprozessor der siebten Generation. Indem sie Networking mit Security verbindet, ermöglicht…

    mehr lesen: Netzwerk-Firewall für interne Segmentierung

  • Industrie rechnet weiter mit Rückgang der Produktion

    Industrie rechnet weiter mit Rückgang der Produktion

    Trotz eines Anstiegs im Vergleich zum Vormonat bleiben die Ifo-Produktionserwartungen im negativen Bereich. Die deutsche Industrieunternehmen erwarten somit einen weiteren Rückgang der Produktion.

    mehr lesen: Industrie rechnet weiter mit Rückgang der Produktion

  • Harald Rackel wird COO bei SSI Schäfer

    Harald Rackel wird COO bei SSI Schäfer

    Zum 1. Oktober hat die SSI Schäfer Gruppe die Position des Chief Operating Officer besetzt. Der Beirat der Unternehmensgruppe hat Harald Rackel in das Amt berufen.

    mehr lesen: Harald Rackel wird COO bei SSI Schäfer

  • Fusionen und Übernahmen 2019 stabil auf niedrigem Niveau

    Fusionen und Übernahmen 2019 stabil auf niedrigem Niveau

    Deutsche Unternehmen waren im Jahr 2019 an weniger Fusionen und Übernahmen beteiligt als im Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte ermittelte der ZEW-Zephyr M&A-Index sogar den tiefsten Stand seit Beginn der…

    mehr lesen: Fusionen und Übernahmen 2019 stabil auf niedrigem Niveau

  • Arbeitsmarktbarometer fängt sich auf niedrigem Niveau

    Arbeitsmarktbarometer fängt sich auf niedrigem Niveau

    Nach seinem Tiefststand im Vormonat, ist das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Mai wieder leicht gestiegen.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer fängt sich auf niedrigem Niveau

  • Neuer Vertriebspartner nah am SAP-Markt

    Neuer Vertriebspartner nah am SAP-Markt

    Die Feinplanungsspezialistin Dualis GmbH IT Solution will mit einer neuen Vertriebspartnerschaft ihre Position im SAP-Umfeld stärken. Cpro IoT Connect vertreibt und implementiert künftig die APS-Lösung Ganttplan als Platinum-Partner.

    mehr lesen: Neuer Vertriebspartner nah am SAP-Markt

  • SAP kündigt Travel Management-Alternative auf S/4Hana an

    SAP kündigt Travel Management-Alternative auf S/4Hana an

    Reisekostenmanagement mit SAP-Software ist weiterhin On-Premise möglich. Nach dem Druck der SAP-Anwendervereinigung DSAG hat SAP angekündigt, die Lösung Travel Management auf die Hana-Plattform zu migrieren. Damit können Firmen den Wechsel…

    mehr lesen: SAP kündigt Travel Management-Alternative auf S/4Hana an