„Ingenieurinnen sind ein 7-Milliarden-Euro-Wachstumsprogramm“

csm KV Frauenstudie Drazen 2026 RG 20260420085859
Bild: ©Drazen_/gettyimages.com

Der VDI hat gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft neue Zahlen zur Rolle von Ingenieurinnen für den Standort Deutschland vorgestellt. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde ein Gutachten präsentiert, das zeigt: Deutschland nutzt das Potenzial von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen noch immer nicht ausreichend.

Demnach sind mit bis zu 56.100 zusätzlichen weiblichen Fachkräften bis 2035 7Mrd.€ weitere Wertschöpfung pro Jahr möglich, wenn die Potenziale von Frauen für die Ingenieur- und Informatikberufe konsequenter gehoben werden. Dieser Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt könnte der Studie zufolge noch deutlich höher ausfallen, wenn zusätzlich Frauen mit einem Ingenieurstudium auch in anderen Berufsfeldern – etwa Bildung, Forschung oder öffentlichem Dienst – mit eingerechnet werden.

Aktuell liegt der Frauenanteil in Ingenieurberufen bei 20,6%. Das entspricht rund 217.400 Ingenieurinnen bei insgesamt etwa 1,05 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Beruf.

„Die größte Herausforderung der Transformation ist nicht die Technik, sondern ihre Umsetzung“, sagt Adrian Willig, Direktor des VDI. „Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands entscheidet sich nicht an unseren Potenzialen, sondern daran, ob wir sie konsequent heben. Dazu gehört auch, dass wir das Potenzial von Ingenieurinnen endlich stärker nutzen. Mehr Ingenieurinnen sind nicht nur ein Gleichstellungsthema, sondern ein 7-Milliarden-Euro-Wachstumsprogramm für Deutschland. Es geht nicht um Ersatz, sondern um die konsequente Nutzung vorhandener Talente“, so Willig weiter.

Ingenieurinnen fehlen in industriellen Schlüsselbranchen

Viele Ingenieurinnen arbeiten laut Erhebung nicht in industriellen Kernbranchen bzw. außerhalb ihres eigentlichen Berufsfeldes und entscheiden sich häufiger für wissensintensive Bereiche wie Forschung, Lehre oder Bildung. Sie sind unter anderem Lehrkräfte in MINT-Fächern, Prüferinnen, Unternehmensberaterinnen oder Vertrieblerinnen technischer Produkte. Junge Frauen zeigen insbesondere bei zukunftsrelevanten Themen wie dem Klimaschutz ein starkes Interesse. In industriellen Schlüsselbranchen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik sind Ingenieurinnen jedoch deutlich unterrepräsentiert. Im Maschinenbau liegt der Frauenanteil bei 9,0%. In der Elektroindustrie liegt er nur etwas höher bei 9,5%.

Vorhandene Potenziale besser nutzen

„Wenn wir das Potenzial von Frauen stärker nutzen, reden wir über ein Wachstumsprogramm in Milliardenhöhe für den Standort Deutschland“, sagt Prof. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. „Allein durch eine weitere Erhöhung des Anteils von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen könnten bis 2035 rund 56.000 zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden. Entscheidend ist, vor allem vorhandene Potenziale besser zu heben und zusätzlich neue Qualifikationen zu schaffen.“

„Ingenieurinnen sind in vielen wichtigen Bereichen aktiv. Netzwerke, Sichtbarkeit und Role Models sind entscheidend, um mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen und sie langfristig in diesen Feldern zu halten“, sagt Prof. Burghilde Wieneke-Toutaoui, Co-Vorsitzende des Netzwerks Frauen im Ingenieurberuf im VDI. Sie verwies auf der Pressekonferenz unter anderem darauf, dass es auch darum gehe, Studiengänge attraktiver zu gestalten.

Was macht der VDI?

Neben dem Netzwerk ‚Frauen im Ingenieurberuf‘, setzt der VDI auf Mentoring-Programme und will auch mit der Initiative ‚Zukunft Deutschland 2050‘ die Rolle von Ingenieurinnen stärker sichtbar machen sowie vorhandene Potenziale systematisch erschließen.

Seiten: 1 2



  • Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

    Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

    Die Proalpha Group, ein Anbieter von ERP- und Business Software, beruft Michael Wüstemeier (Bild) für die neugeschaffene Position des Chief Revenue Officers (CRO).

    mehr lesen: Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

  • Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

    Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

    Die Wirtschaftlichkeit großer Sprachmodelle steht kurz davor, mit der Unternehmensrealität zu kollidieren, schreibt Pegasystems-CEO Alan Trefler (Bild).

    mehr lesen: Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

  • Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

    Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

    Im Zuge des 25-jährigen Bestehens der SimPlan Integrations hat die SimPlan Group angekündigt, dass im Jahr 2028 ein geplanter Geschäftsführerwechsel beim Tochterunternehmen stattfinden wird.

    mehr lesen: Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

    Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

    Laut VDMA-Ausbildungsumfrage steht die duale Ausbildung im Maschinen- und Anlagenbau auf einem stabilen Fundament und punktet mit hochmotivierten und zufriedenen Ausbilderinnen und Ausbildern.

    mehr lesen: Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

  • Forterro übernimmt 3E Datentechnik

    Forterro übernimmt 3E Datentechnik

    Forterro, ein europäischer Anbieter von Industriesoftware, hat die geplante Übernahme des Software-Spezialisten 3E Datentechnik bekannt gegeben, dessen Software bei der Konstruktion und Herstellung von Fenstern und Türen zum Einsatz kommt.

    mehr lesen: Forterro übernimmt 3E Datentechnik

  • AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

    AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

    Das Forschungsprojekt AutoSim vereinfacht die Erstellung von Simulationsmodellen für die Produktion. Es kombiniert intelligente Datenverarbeitung mit interoperablen Informationsmodellen.

    mehr lesen: AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

  • SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

    SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

    SAP investiert in die KI-Automatisierungsplattform n8n, wodurch sich die Bewertung des in Berlin ansässigen Startups auf 5,2Mrd.US$ erhöht und somit mehr als verdoppelt.

    mehr lesen: SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

  • BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

    BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

    Unter der Federführung des BSI und der italienischen Cybersicherheitsbehörde ACN haben die Cybersicherheitsbehörden der G7-Staaten unter Mitwirkung der EU Kommission eine Richtlinie zur Software Bill of Materials (SBOM) for AI…

    mehr lesen: BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

  • Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

    Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

    Künstliche Intelligenz automatisiert längst digitale Prozesse. Jetzt übernehmen Roboter auch physische Routinen. Was das für die Menschen bedeutet, beleuchtet Sören Michl, Vice President AI Adoption bei IFS.

    mehr lesen: Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

  • Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

    Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

    Seit mehr als 60 Jahren gilt das ‚Bellsche Theorem‘ als Goldstandard, um zu zeigen, dass die Quantenmechanik den Regeln der klassischen Physik widerspricht.

    mehr lesen: Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

  • Der VDI feiert 170-jähriges Bestehen

    Der VDI feiert 170-jähriges Bestehen

    Vor 170 Jahren, am 12. Mai 1856, wurde der VDI in Alexisbad gegründet. Aus diesem Anlass blickt der Verein zurück und gibt zugleich die Gründung eines neuen Gremiums bekannt.

    mehr lesen: Der VDI feiert 170-jähriges Bestehen