Ein kurzer Blick auf CRA, EU-Maschinenverordnung und NIS-2

Cyber security.Digital padlock iconCyber security technology ne
Bild: ©greenbutterfly/stock.adobe.com

Gezielte Cyberangriffe auf Anlagen und Maschinen sind längst Realität. Unsichere Fernwartungszugänge oder ein vernachlässigtes Patch-Management machen dabei aus mangelnder IT- und OT-Sicherheit ein echtes Betriebsrisiko. Mit CRA, NIS2 und der neuen EU-Maschinenverordnung reagiert der Gesetzgeber nicht nur mit klaren Empfehlungen, sondern auch mit konkreten Meldepflichten, Vorgaben und Sanktionen. NTT Data fasst zusammen, was hinter den drei Vorgaben steckt und welche Auswirkungen sie haben.

  • Der Cyber Resilience Act (CRA): Der CRA verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen, Sicherheitsrisiken bereits in der Entwicklungsphase systematisch zu berücksichtigen. Produkte dürfen nicht mit bekannten Schwachstellen in Verkehr gebracht werden, Standardkonfigurationen müssen ab Werk sicher ausgelegt sein und unbefugte Zugriffe sowie Manipulationen sind technisch konsequent zu verhindern. Hersteller müssen außerdem während des gesamten Produktlebenszyklus Sicherheits-Updates sowie Patches bereitstellen und sind verpflichtet, Schwachstellen aktiv zu kommunizieren – sowohl gegenüber Kunden als auch gegenüber zuständigen Behörden. Damit gelten OT-nahe Komponenten wie Steuerungen, Gateways und industrielle IoT-Geräte regulatorisch nicht mehr als reine Funktionsträger, sondern als sicherheitskritische Systeme mit dauerhafter Pflegepflicht.
  • Die EU-Maschinenverordnung: Die neue EU-Maschinenverordnung erweitert den bisherigen Sicherheitsbegriff deutlich und verankert Cyberrisiken als festen Bestandteil der Maschinensicherheit. Hersteller müssen nachweisen, dass vernetzte Maschinen auch bei Angriffen, fehlerhaften Daten, gestörten Verbindungen oder Softwaremanipulationen keine Bedrohung für Abläufe und das Firmennetzwerk darstellen. Steuerungs- und Sicherheitssysteme sind nach der Verordnung so zu gestalten, dass sie sowohl widerstandsfähig gegenüber Cyberangriffen als auch robust gegenüber Hardware- und Softwarefehlern sind. Veränderungen an Software und Parametern müssen nachvollziehbar protokolliert werden. Hinzu kommen neue Anforderungen für den Einsatz von KI in teil- oder vollautonomen Maschinen, insbesondere im Hinblick auf Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und die sichere Begrenzung von Fehlfunktionen.
  • NIS2: Durch die NIS2-Richtlinie müssen Unternehmen in kritischen und wichtigen Sektoren ihre Cyberrisiken systematisch analysieren, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen nachweisen und Sicherheitsvorfälle innerhalb enger Fristen melden. Sicherheitsanforderungen beschränken sich nicht mehr auf klassische IT, sondern erfassen ausdrücklich auch Produktions- und OT-Umgebungen. Zusätzlich rückt die Lieferkette in den Fokus, sodass Risiken bei Zulieferern und Dienstleistern regulatorisch relevant werden. Die Geschäftsleitung trägt somit eine deutlich verschärfte Verantwortung, da Versäumnisse bei der Cybersicherheit haftungs- und sanktionsrechtliche Folgen haben können.

„Weder NIS2, die EU-Maschinenverordnung noch der CRA sind reine Bußgeldthemen, sondern längst zentrale Voraussetzungen für den Marktzugang und die Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Christian Koch, Senior Vice President Cybersecurity IT/OT, Innovations & Business Development bei NTT Data DACH.



  • Fokus Wirtschaftsspionage – Cybersecurity Essentials for Managers

    Fokus Wirtschaftsspionage – Cybersecurity Essentials for Managers

    Modernste Technologien zur Abwehr von Angriffen auf sensible Daten sind wichtige Maßnahmen, aber keine Technologie kann den Faktor Mensch kompensieren. Gut geschulte Führungskräfte in Kombination mit sinnvollen Unternehmensrichtlinien zur Informationssicherheit…

    mehr lesen: Fokus Wirtschaftsspionage – Cybersecurity Essentials for Managers

  • Verfassungsschutz warnt vor Winnti

    Verfassungsschutz warnt vor Winnti

    Der Verfassungsschutz hat kürzlich eine Warnung vor Hackerangriffen der chinesischen Gruppierung Winnti herausgegeben. Bereits Mitte des Jahres sind deutsche Unternehmen Opfer von Angriffen geworden, die Winnti zugeschrieben werden konnten.

    mehr lesen: Verfassungsschutz warnt vor Winnti

  • Hochschule des Bundes bildet Cybersecurity-Experten aus

    Hochschule des Bundes bildet Cybersecurity-Experten aus

    Ein neuer Studiengang an der Hochschule des Bundes richtet sein Augenmerk ab dem nächsten Wintersemester auf die Cybersicherheit.

    mehr lesen: Hochschule des Bundes bildet Cybersecurity-Experten aus

  • MHP Solutions erwirbt Transdata, Panda Products und AZ

    MHP Solutions erwirbt Transdata, Panda Products und AZ

    Mit drei Firmenkäufen stehen die Zeichen bei der MHP Solution Group mit Hauptsitz in Neustadt am Rübenberge bei Hannover weiter auf Wachstum. Die Unternehmen Transdata, Panda Products und AZ erweitern…

    mehr lesen: MHP Solutions erwirbt Transdata, Panda Products und AZ

  • Joint Venture von Porsche, MHP und Munich Re

    Joint Venture von Porsche, MHP und Munich Re

    Die Entwicklung neuer Konzepte, um die Wirtschaftlichkeit kleiner Produktionsvolumen zu verbessern, ist das Ziel eines Joint Ventures von Porsche, MHP und der Munic Re.

    mehr lesen: Joint Venture von Porsche, MHP und Munich Re

  • Jürgen Gut übernimmt alle Anteile an der IT-On.Net Süd

    Jürgen Gut übernimmt alle Anteile an der IT-On.Net Süd

    Die Nachfolge ist geregelt: Jürgen Gut übernimmt alle Geschäftsanteile der IT-On.NET Süd in Hüfingen. Zudem bleiben Karsten Agten und Manfred Haußmann Geschäftsführer der IT-On.Net GmbH.

    mehr lesen: Jürgen Gut übernimmt alle Anteile an der IT-On.Net Süd

  • Stabile Prognose zum Jahresende

    Stabile Prognose zum Jahresende

    Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat sich im Dezember auf seinem Vormonatswert behauptet. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lag bei 102 Punkten, was eine weiterhin gute Arbeitsmarktentwicklung signalisiert.

    mehr lesen: Stabile Prognose zum Jahresende

  • Neue Personalchefin bei Microsoft Deutschland

    Neue Personalchefin bei Microsoft Deutschland

    Seit dem 1. Januar ist Claudia Hartwich neue Personalchefin bei Microsoft Deutschland.

    mehr lesen: Neue Personalchefin bei Microsoft Deutschland

  • Neuer IFR-Präsident

    Neuer IFR-Präsident

    Der Robotikverband IFR hat Steven Wyatt, ABB (m.) zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt auf Junji Tsuda, Yaskawa (l.), der seit Dezember 2017 in der Funktion tätig war.

    mehr lesen: Neuer IFR-Präsident

  • Lage im Maschinenbau bleibt angespannt

    Lage im Maschinenbau bleibt angespannt

    Die Umsatzerwartungen sowie die Auslastung im Maschinenbau erreichen im aktuellen Maschinenbau-Barometer der Beratungsgesellschaft PwC einen neuen Tiefststand.

    mehr lesen: Lage im Maschinenbau bleibt angespannt

  • Unterstützung bei Normung und Standardisierung

    Unterstützung bei Normung und Standardisierung

    Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Technologieförderprogramm Wipano bis 2023 verlängert. Zudem gibt es einen neuen Förderschwerpunkt.

    mehr lesen: Unterstützung bei Normung und Standardisierung

  • Unternehmen sehen sich als Digitalisierungs-Nachzügler

    Unternehmen sehen sich als Digitalisierungs-Nachzügler

    Deutsche Unternehmen sehen sich in Sachen Digitalisierung oft noch als Nachzügler. Wie der Digitalverband Bitkom ermittelt hat, zeigen sich dabei – je nach Unternehmensgröße – deutliche Unterschiede.

    mehr lesen: Unternehmen sehen sich als Digitalisierungs-Nachzügler