Automatisierung bleibt für viele Industriebetriebe eine Kostenfrage

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Bild: RobCo GmbH

Hohe Investitionskosten halten laut einer Untersuchung des Automatisierungsspezialisten RobCo fast jedes zweite deutsche Industrieunternehmen (49%) von der Automatisierung ihrer Prozesse ab. Gleichzeitig geben 52% den Fachkräftemangel als größte Herausforderung an. Auf der anderen Seite, sagt fast die Hälfte der teilnehmenden Betriebe, mit Automatisierung bereits Kosten gesenkt (49%) zu haben. 42 Prozent berichten von einer spürbaren Entlastung ihrer Mitarbeitenden. Befragt wurden insgesamt 250 Entscheider im Bereich Automation aus deutschen Industriebetrieben.

Hohe Kosten, Automobilhersteller investieren

Mehr als die Hälfte der Betriebe (56%) stuft die Kosten für Prozessautomatisierung als hoch ein, 13 Prozent davon sogar als extrem hoch. Bei den Automobilherstellern investieren 74 Prozent stark in den Ausbau der Automatisierung. Auch große Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten zeigen laut Studienergebnis überdurchschnittliche Investitionsbereitschaft (68%).

Diese Investitionen zahlen sich für die Unternehmen aus: Fast die Hälfte der Firmen, die bereits Prozesse automatisiert haben oder dies planen, konnten demnach ihre operativen Kosten senken (49%) – dies gilt besonders für Automobil- (64 %) und Logistik-Unternehmen (53%). Auch qualitative Verbesserungen zeigten sich: 42 Prozent der befragten Unternehmen reduzierten manuelle Fehler, 46% steigerten ihre Qualität und ebenso viele ihre Produktivität. Zudem berichten 50%, dass Abfälle reduziert und Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

Bisher setzen die meisten der teilnehmenden Unternehmen beim Thema Finanzierung auf klassische Kaufmodelle oder staatliche Förderungen. 35% der befragten Unternehmen nutzen Leasingmodelle, 25 Prozent setzen auf Revenue-Share-Modelle mit Anbietern. Besonders niedrig ist die Quote bei kleinen Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitenden (20% und 18%). „Gerade Produktionsunternehmen können von flexiblen Modellen profitieren. So setzen sie ihre Projekte schneller um, ohne viel Kapital zu binden“, sagt Roman Hölzl, CEO und Gründer von RobCo.

Automatisierungsreife oft besser als angenommen

Trotz der Hindernisse stuft die Studie deutsche Unternehmen weiter vorne ein als oft angenommen: Fast ein Drittel (30%) weist laut RobCo bereits einen hohen Automatisierungsreifegrad auf. Weitere 25 Prozent befinden sich auf einem mittleren Niveau und treiben die Einführung neuer Prozesse aktiv voran. Zum Vergleich: In den USA rangieren 56% der Unternehmen noch auf den unteren Reifestufen. Mit 88 Prozent plant zudem die überwiegende Mehrheit, in den nächsten ein bis drei Jahren weitere Automatisierungstechnik einzuführen.

„Unsere Studie zeigt: Viele Unternehmen machen sich das Leben schwerer, als es sein müsste“, sagt Hölzl.

Methodik: Die Umfrage wurde von Sapio im Auftrag von von RobCo im August 2025 in Deutschland und den USA durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 250 Entscheidungsträger in Deutschland befragt, die verantwortlich für die Automatisierung von virtuellen und maschinellen Prozessen in ihrem Unternehmen sind.



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