Das war der Automatisierungstreff 2026

Logo AT 2027 pos
Bild: Strobl GmbH

Am 16. und 17. Juni wurde das WTZ-Tagungszentrum in Heilbronn beim Automatisierungstreff erneut zum Treffpunkt für Anwender, Entwickler und Entscheider aus Automatisierung und industrieller IT. In den ganztägigen Workshops arbeiteten die Teilnehmer aktiv mit der bereitgestellten Hard- und Software, erprobten Lösungen unmittelbar vor Ort und klärten offene Punkte im Gespräch mit den Fachleuten der Anbieter. Das Motto der Veranstaltung war ‚Anfassen. Ausprobieren. Anwenden.‘. Thematisch spannte das Programm den Bogen über die zentralen Schlüsseltechnologien von Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things (IIoT): künstliche Intelligenz und Machine Learning, Edge- und Cloud-Computing, Digital Twins, Predictive Maintenance, industrielle Kommunikation, Sensorik sowie Sicherheit und Compliance. Deutlich sichtbar war vor allem ein Trend: künstliche Intelligenz verlässt das Stadium der Absichtserklärungen und hält Einzug in die konkreten Werkzeuge des Automatisierers.

So zeigte Codesys in ihrem Workshop ‚Codesys Engineering mit KI-Unterstützung‘, wie sich die SPS-Programmierung in der IEC61131-3-konformen Entwicklungsumgebung durch KI-Assistenz beschleunigen lässt. Aptean führte unter dem Titel ‚MES meets AI: Dein digitaler Co-Worker in der Fertigung‘ vor, wie KI-Funktionen in das Manufacturing Execution System einziehen und Werker wie Planer im Fertigungsalltag entlasten. Das Fraunhofer IOSB wiederum adressierte mit seinem Workshop zur professionellen Planung und zum Management von KI-Projekten eine der größten Hürden in der Praxis: Viele KI-Initiativen scheitern nicht an der Technologie, sondern an fehlender Projektmethodik.

Cybersecurity: Der Cyber Resilience Act wirft seine Schatten voraus

Ein zweites Schwerpunktthema, das den Nerv der Besucher traf, war die regulatorisch getriebene Cybersicherheit. Bihl+Wiedemann machte mit der ‚Cyber Resilience Act (CRA) Tour 2026‘ Station in Heilbronn und erläuterte Maschinen- und Anlagenbauern, wie sie ihre Produkte fit für die Anforderungen der neuen EU-Verordnung machen.

Von der Feldebene bis zum MES: Durchgängigkeit in der Praxis

Auch die klassischen Automatisierungsdisziplinen kamen nicht zu kurz. Baumer präsentierte smarte 2D-Profilsensoren als ‚Schweizer Taschenmesser der Sensorik‘ und ließ die Teilnehmer die vielseitigen Messkünste der Geräte live erleben. Lapp nahm den Besuchern in dem Workshop ‚Industrielle Glasfasertechnik – Keine Angst vor LWL‘ die Berührungsängste vor der Lichtwellenleitertechnik ab – ein Thema, das mit steigenden Datenraten in der vernetzten Fabrik zunehmend an Relevanz gewinnt. B&R Industrie Elektronik schlug mit ‚Mechatronische Technologien: Von der Simulation zur perfekten Automatisierung‘ die Brücke vom digitalen Zwilling zur realen Maschine.

Im Bereich der industriellen Kommunikation informierte die CC-Link Partner Association (CLPA) an beiden Tagen in flexiblen Zeitslots über CC-Link IE TSN – und damit über das Zusammenspiel von GBit-Bandbreite und Echtzeitfähigkeit auf Basis von Time-Sensitive Networking.

Wie Maschinendaten in konkreten Mehrwert übersetzt werden, zeigten gleich mehrere Anbieter: BE.Services stellte mit der Edge-KI-Lösung Coligo die Datenauswertung in Echtzeit an bestehenden Anlagen in den Fokus, während In.Hub unter dem Titel ‚Ohne Code, ohne Cloud, ohne Stress‘ nachrüstbare Lösungen für die niederschwellige Maschinendigitalisierung präsentierte. Der MES D.A.CH Verband bündelte gemeinsam mit Aptean, dem Fraunhofer IOSB und HIR im Workshop ‚From Data to Action: Smart Manufacturing in der Praxis‘ die Perspektiven von Verband, Softwareanbieter, Forschung und Beratung – ergänzt um die Frage, wie das ‚Smart‘ eigentlich in die Factory kommt.

Innovation-Café: Networking auf Augenhöhe

Parallel zu den Workshops bot das Innovation-Café den Rahmen für den informellen Austausch. In entspannter Atmosphäre kamen Besucher mit den Fachleuten der ausstellenden Unternehmen ins Gespräch – über aktuelle Trends in Automatisierung, IIoT, KI und IT-Security, von IO-Link-Integrationskonzepten über feldbusunabhängige ASi-5-Lösungen bis hin zu leistungsfähigen industriellen Netzwerkinfrastrukturen.

Seiten: 1 2



  • Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

    Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

    Wo ist die Arbeitsbelastung höher – im Büro oder im Homeoffice? Dieser Frage ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nachgegangen und hat im Rahmen einer Studie ermittelt, dass die Arbeitsbelastung nicht…

    mehr lesen: Zu wenig sozialer Kontakt im Homeoffice

  • Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

    Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

    Trotz des dritten Rückgangs in Folge verbleibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer noch auf einem hohen Niveau. Einen größeren Rückschlag durch die vierte Pandemie-Welle erwarten die Experten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung…

    mehr lesen: Arbeitslosigkeit sinkt langsamer

  • Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

    Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

    Zusätzlich zu CEO Dr. Tim Weckerle und COO Stefan Jesse wird zukünftig auch Dr. Diego Ricardo Rapela dem Auvesy-Management-Team angehören. Er übernimmt die neugeschaffene Position des Chief Technology Officers.

    mehr lesen: Diego Rapela wird CTO bei Auvesy

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Keine Erholung beim Materialmangel

    Keine Erholung beim Materialmangel

    Nach einem leichten Rückgang im vergangenen Monat, hat sich der Materialmangel in der Industrie im November wieder verstärkt. Rund drei Viertel der Unternehmen klagen über Engpässe.

    mehr lesen: Keine Erholung beim Materialmangel

  • Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

    Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

    Nach einem Rückgang im Oktober haben sich die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen im November wieder verbessert. Nach Angaben des Ifo Instituts erwarten dabei vor allem die Automobilindustrie und Hersteller elektrischer…

    mehr lesen: Exportindustrie mit verbesserten Erwartungen

  • Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

    Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

    Congatec gibt seine strategische Partnerschaft mit Sysgo bekannt. Ziel ist es, den Märkten für kritische Systeme – wie Industrieautomation, Medizintechnik, Smart Energy, Eisenbahn, kommerzielle und autonome Fahrzeuge oder Baumaschinen -…

    mehr lesen: Congatec und Sysgo gehen Partnerschaft ein

  • CAS und ELO kooperieren

    CAS und ELO kooperieren

    Enterprise Content Management und Customer Relationship Management näher aneinander rücken ist das Ziel der Kooperation zwischen ELO Digital Office und CAS Software.

    mehr lesen: CAS und ELO kooperieren

  • Fünf IT-Trends für 2022

    Fünf IT-Trends für 2022

    Auch 2022 werden sich die IT-Systeme von Unternehmen weiterentwickeln. Oliver Rozić, Vice President Product Engineering bei Sage, weiß wie und welche Trends dabei eine Rolle spielen könnten.

    mehr lesen: Fünf IT-Trends für 2022

  • Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

    Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

    Unternehmen gehen digital gestärkt ins dritte Corona-Jahr, so das Ergebnis einer Bitkom-Befragung unter 602 Unternehmen. Demnach will die große Mehrheit ihre Digitalisierungs-Projekte fortsetzen. Diese Aufbruchsstimmung müsse genutzt werden, so Bitkom-Präsident…

    mehr lesen: Digitalisierungsschub überdauert die Pandemie

  • Mittelmaß bei der Digitalisierung

    Mittelmaß bei der Digitalisierung

    Im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei der Digitalisierung keine Spitzenposition, sondern tendiert eher zum Mittelfeld. So zumindest legt es eine Studie des Ifo Instituts nahe. Demnach sei nicht nur die…

    mehr lesen: Mittelmaß bei der Digitalisierung

  • Bauteilschwingungen Vorhersagen

    Bauteilschwingungen Vorhersagen

    Bauteilschwingungen, die bei vielen Fertigungsverfahren entstehen, führen oftmals dazu, dass die Oberfläche des Werkstücks beschädigt wird. Darüber hinaus sind sie ein Grund für erhöhten Werkzeugverschleiß. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT…

    mehr lesen: Bauteilschwingungen Vorhersagen