In sechs Schritten zur Umsetzung

Wie die NIS2-Implementierung konkret in der Praxis aussieht, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, zum Beispiel der Branche, dem Ist-Zustand und den individuellen Bedürfnissen jedes Unternehmens. Doch sie folgt immer einem strukturierten Ansatz, den man in sechs Schritten beschreiben kann:

  • Betroffenheitsanalyse: Im ersten Schritt wird geprüft, ob ein Betrieb unter die NIS2-Regelung fällt. Viele IT-Dienstleister als auch das BSI bieten hierzu Hilfestellung.
  • Ist-Analyse & Gap-Assessment: Systematische Erfassung der aktuellen Sicherheitslage. Es werden Fragen beantwortet wie: Wo stehe ich? Was fehlt?
  • Risikoanalyse, Maßnahmenplanung und Priorisierung: Als nächstes wird eine Risikoanalyse durchgeführt. Mögliche Schwachstellen in der IT-Infrastruktur, Organisation oder Lieferkette werden geprüft. Daraus werden konkrete Maßnahmen abgeleitet und priorisiert sowie die Verantwortlichkeiten im Unternehmen und bei den externen Partnern festgelegt.
  • Notfallprozesse entwickeln: In diesem Prozess werden Sofortmaßnahmen bei Angriffen definiert: Wer informiert wen? Welche Systeme werden priorisiert? Wie erfolgt die Meldung an Behörden?
  • Knowhow an Mitarbeitende vermitteln: Schulungen sind ein zentraler Bestandteil der NIS2-Anforderungen und gehören zur Implementierung von Cybersecurity-Maßnahmen dazu. Teams müssen für Sicherheitsrisiken, Meldepflichten und den Umgang mit verdächtigen Vorfällen sensibilisiert werden.
  • Kontinuierliche Verbesserung und Optimierung: Nach der Implementierung aller Maßnahmen ist die Einrichtung eines kontinuierlichen Monitorings und Verbesserungsprozesses der letzte Schritt. Die Cybersicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.

Weitere Regeln kommen

Noch ist das NIS2UmsuCG in Deutschland nicht in Kraft. Doch die Anforderungen stehen fest. Betriebe, die heute strategisch handeln, wappnen sich für die Zukunft, da die Bedeutung der Cybersicherheit weiter zunehmen wird. Der EU Cyber Resilience Act wird zusätzliche Anforderungen stellen, ebenso Regulierungen wie DORA (Digital Operational Resilience Act) und der EU AI Act. Darüber hinaus gewinnt Cybersecurity für eine internationale Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung, da auch Länder außerhalb der EU beginnen, Daten- und Informationsschutz ernster zu nehmen. Umso wichtiger ist es, jetzt die Grundlagen für eine robuste Cybersicherheitsarchitektur zu legen – auch mit begrenzten IT-Ressourcen.

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