Palo Alto Networks: KI mit KI bekämpfen

Ein aktueller Report von ABI Research und Palo Alto Networks zeigt: Mehr als 76 Prozent der befragten Unternehmen waren bereits Opfer von Cyberangriffen, wobei etwa 75 Prozent von regelmäßigen Attacken berichten – monatlich, wöchentlich oder sogar täglich. Und gerade die zunehmende Vernetzung von IT (Informationstechnologie) und OT (Operative Technologie) schafft neue Angriffsflächen für Cyberkriminelle. 72 Prozent der Angriffe auf den OT-Bereich kommen aus der IT-Umgebung. Diese Angriffe lassen sich in zwei Kategorien einteilen: breit angelegte Angriffe auf möglichst viele Opfer und gezielte Attacken auf spezifische Unternehmen oder Branchen. Gerade letztere werden durch den Einsatz künstlicher Intelligenz zu einer immer größeren Gefahr.

Marc Meckel ist Manager Domain 
Consulting bei Palo Alto Networks.
Marc Meckel ist Manager Domain Consulting bei Palo Alto Networks.Bild: Palo Alto Networks

Häufige Angriffsvektoren

Zu den häufigsten Einfallstoren für Cyberangriffe in der fertigenden Industrie zählen weiterhin Phishing und Social Engineering. Mitarbeiter werden hier zur Preisgabe sensibler Informationen verleitet. Als weiteren Angriffsvektor nutzen Cyberkriminelle Schwachstellen in der IT-Infrastruktur aus. Sie zielen vor allem auf bereits bekannte Sicherheitslücken in Softwaresystemen ab. Ein Problem sind auch veraltete Systeme, die in vielen Fertigungshallen als sogenannte Legacy-Systeme im Einsatz sind. Eine weitere Gefahr stellt die Verbreitung von Remote-Zugriffen auf Unternehmenssysteme dar. Sowohl eigene Mitarbeiter als auch Zulieferer können dadurch unwissentlich ein Einfallstor für Schadcode bieten. Der Einsatz von IoT-Geräten und die BYOD-Praxis (Bring Your Own Device) erhöhen die Angriffsfläche. Hier hat sich insbesondere seit der COVID-19-Pandemie die Nutzung privater Geräte im beruflichen Kontext verstärkt, aber oft ohne ausreichende Sicherheitsmaßnahmen im Gegenzug.

Gezielte Angriffe

In der Vergangenheit waren es oft gezielte Kampagnen, die Aufmerksamkeit erregten: Im Februar 2021 wurde etwa versucht, das Trinkwasser der Stadt Oldsmar in Florida mittels Fernzugriff auf die Steuerung der Zufuhr von Natriumhydroxid von 100 ppm auf 11.100 ppm zu vergiften. Im Mai 2021 ereignete sich ein Ransomware Angriff auf Colonial Pipeline in den USA, bei dem die Daten des Unternehmens verschlüsselt und ein Lösegeld von 4,4 Millionen Dollar gefordert wurden.

Aktuell werden im OT-Umfeld der fertigenden Industrie überwiegend gezielte Angriffe beobachtet. Die Vorgehensweise lässt sich dabei oft in mehrere Phasen unterteilen. Zunächst sammeln Angreifer Informationen über das Zielunternehmen, seine Mitarbeiter und Systeme. Darauf folgt die soziale Manipulation, bei der Methoden wie Phishing oder sogar Spearphishing gegen Schlüsselpersonal eingesetzt werden. Die eigentliche Kompromittierung erfolgt letztendlich durch Ausnutzung von entdeckten Schwachstellen oder Social Engineering. Nach der erfolgreichen Kompromittierung eines Accounts können sich die Angreifer lateral im Netzwerk bewegen, um wertvolle Assets zu erreichen. Je nach Ziel und Motivation des Angriffs werden dann Daten gestohlen oder Systeme manipuliert.

Angreifer nutzen oft einen Zugang über externe Lieferanten, die als unbeabsichtigte Eintrittspunkte dienen. Hierauf haben die Unternehmen selbst selten einen direkten Einfluss. Umso mehr müssen sie aber die Sicherheit ihrer gesamten Lieferkette im Blick haben. Die Komplexität und Verflechtung moderner Lieferketten machen dies zu einer besonderen Herausforderung, da jeder Zulieferer eine potenzielle Schwachstelle darstellen kann. Als Reaktion darauf implementieren immer mehr Unternehmen das ‚Zero Trust‘-Prinzip. Der Report zeigt, dass 87 Prozent der Unternehmen diesen Ansatz mittlerweile als essenziell für den Schutz ihrer Produktionsumgebungen betrachten.

Seiten: 1 2



  • Stimmung unter deutschen Exporteuren bessert sich

    Stimmung unter deutschen Exporteuren bessert sich

    Deutsche Exporteure blicken wieder optimistischer in die Zukunft. Die Ifo-Exporterwartungen sind im Oktober, im Gegensatz zu den Vormonaten, wieder deutlich angestiegen — bleiben jedoch im negativen Bereich.

    mehr lesen: Stimmung unter deutschen Exporteuren bessert sich

  • Nadine Böllner wird Teil der Docufy-Geschäftsführung

    Nadine Böllner wird Teil der Docufy-Geschäftsführung

    Mit der Berufung von Nadine Böllner zur kaufmännischen Geschäftsführerin steht zukünftig ein Führungstrio an der Spitze des Softwareanbieters Docufy.

    mehr lesen: Nadine Böllner wird Teil der Docufy-Geschäftsführung

  • Mehr Speicher für Sicherheitskameras

    Mehr Speicher für Sicherheitskameras

    Western Digital kündigt die WD Purple Ultra Endurance MicroSD-Karte mit 96-Layer-3D-Nand-Technologie für Sicherheits- und Edge-Speicherkameras an und erweitert sein Festplattenportfolio mit der WD Purple 14TB für den Überwachungsbereich.

    mehr lesen: Mehr Speicher für Sicherheitskameras

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Hanna Hennig wird Siemens-CIO

    Hanna Hennig wird Siemens-CIO

    Siemens bekommt zum Jahreswechsel eine neue IT-Chefin. Hanna Hennig, die von Osram zum Technologiekonzern stößt, soll dann das Amt von Helmuth Ludwig übernehmen.

    mehr lesen: Hanna Hennig wird Siemens-CIO

  • Bosch kündigt Technologiesprung an

    Bosch kündigt Technologiesprung an

    Neue Mikrochips aus Siliziumkarbid (SiC) sollen nach Angaben des Herstellers Bosch für einen Technologiesprung in der Elektromobilität sorgen. „Für Autofahrer bedeutet das sechs Prozent mehr Reichweite“, teilte Bosch-Geschäftsführer Harald Kröger…

    mehr lesen: Bosch kündigt Technologiesprung an

  • Gefasoft eröffnet neuen Firmensitz

    Gefasoft eröffnet neuen Firmensitz

    In Regensburg ist die neue Firmenzentrale von Gefasoft offiziell eingeweiht worden.

    mehr lesen: Gefasoft eröffnet neuen Firmensitz

  • 4. Verpackungstag

    4. Verpackungstag

    Auf dem 4. Verpackungstag in Marktheidenfeld am 6. November werden die neuesten Trends für Verpackungsmaschinen vorgestellt. Das Networking-Event der Verpackungstechnik findet diesmal im globalen Headquarter für Machine Solutions von Schneider…

    mehr lesen: 4. Verpackungstag

  • Microsoft und Nvidia arbeiten zusammen

    Microsoft und Nvidia arbeiten zusammen

    Die beiden IT-Konzerne Nvidia und Microsoft kooperieren mit dem Ziel, Edge Computing intelligenter und schneller zu machen. Das gab Nvidia-CEO Jensen Huang im Rahmen des Mobile World Congress in Las…

    mehr lesen: Microsoft und Nvidia arbeiten zusammen

  • Smarte Daten nutzen

    Smarte Daten nutzen

    Die Managementberatung T.A. Cook lädt vom 5. bis zum 6. Dezember zum Fachforum ‚Smart Data und Data Analytics in Instandhaltung und Technik‘ nach Berlin ein.

    mehr lesen: Smarte Daten nutzen

  • Erlöse mit Abo-Modellen wachsen

    Erlöse mit Abo-Modellen wachsen

    Weltweit hat die Subscription Economy in den vergangenen sieben Jahren zugelegt, um mehr als 350 Prozent. Im aktuellen Subscription Economy Index von Zuora wartet besonders die fertigende Industrie mit steigenden…

    mehr lesen: Erlöse mit Abo-Modellen wachsen

  • Unternehmen passen ihre Strategie an

    Unternehmen passen ihre Strategie an

    Disruption und Digitalisierung stellen Unternehmen vor Herausforderungen. In einer Studie des Datenspezialisten Teradata sieht sich die Mehrheit der Befragten damit konfrontiert, aufgrund dieser Herausforderungen die eigene Strategie zu überdenken.

    mehr lesen: Unternehmen passen ihre Strategie an