Der Schlüssel zur Mensch-Maschine-Interaktion

Admatec Bildschirm
Bild: Admatec AG

Damit ein Display in der Industrie seinen Zweck erfüllt, reicht nicht nur eine ansprechende Optik oder seine Bedienbarkeit. Es muss spezifischen, oft extremen Anforderungen gerecht werden, technisch sowie im täglichen Einsatz. Weit mehr als bei Consumer-Geräten zählen in der Industrie Langlebigkeit, Verlässlichkeit und Widerstandsfähigkeit. Das Display ist das Bindeglied zwischen Mensch und Maschine – hier entscheidet sich, wie intuitiv, sicher und effizient der Bediener mit der Technik interagieren kann. Neben Komfortfunktionen sorgen Robustheit und Präzision für reibungslose Abläufe und im Ernstfall sogar für Sicherheit.

Industrie und Verbraucher

Ein Beispiel: In einem CNC-Bearbeitungszentrum muss ein Facharbeiter das Display auch bei direktem LED-Hallenlicht und seitlicher Sicht ablesen können. Nur so kann er schnell und fehlerfrei reagieren, wenn Produktionsparameter angepasst werden müssen. Ein Consumer-Panel wäre hier durch Spiegelungen oder eine geringe Helligkeit unbrauchbar. Industrielle Displays erreichen dagegen mittlerweile mehr als 1.000cd/m² Leuchtdichte und nutzen entspiegelte oder chemisch gehärtete Frontgläser, um Reflexionen zu reduzieren und die Lesbarkeit zu sichern. Weitere Unterschiede liegen in der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV), Vibrationstoleranz, Temperaturbeständigkeit und IP-Schutzklasse. Displays an mobilen Baumaschinen müssen etwa -30 bis +85°C aushalten, während Bedienterminals in Reinräumen komplett versiegelt und mit Desinfektionsmitteln kompatibel sein müssen. Ein zentraler Punkt ist auch die Langzeitverfügbarkeit. In der Medizintechnik oder im Bahnsektor bleiben Geräte oft bis zu 20 Jahre im Einsatz. Wird ein Display abgekündigt, kann das eine vollständige Neukonstruktion des Geräts erzwingen, mit enormen Kosten. Hersteller industrieller Displays versprechen daher über viele Jahre identische Bauformen und Ersatzteilverfügbarkeit.

Maßgeschneiderte Produkte

Diese Anforderungen führen dazu, dass industrielle Displays fast ausschließlich kundenspezifisch entstehen. Selbst scheinbar kleine Anpassungen wie ein anderer Steckerwinkel, ein spezifischer Montagerahmen oder ein abweichender Druck machen aus einem Standarddisplay ein individuell entwickeltes Produkt. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Hersteller von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge benötigte ein Display, das auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar ist und Temperaturschwankungen zwischen -30 bis +85°C standhält. Standard-TFTs fielen hier durch. Gepasst hat stattdessen ein optisch gebondetes High-Brightness-IPS-Display mit UV-stabilem Coverglas und integriertem Heizelement, das Kondensbildung im Winter verhindert. Ein weiteres Beispiel aus der Lebensmittelproduktion: Hier werden Touchdisplays mit PCT-Technologie (Projected Capacitive Touch) eingesetzt, die durch dicke Glasabdeckungen hindurch bedienbar bleiben, auch mit Handschuhen oder bei Feuchtigkeit. Die Front muss dabei IP69K-zertifiziert sein, um Hochdruckreinigungen zu überstehen. In der Lebensmittelproduktion ist es außerdem maßgeblich, dass Glas bei Bruch nicht splittert. Daher kommen Folien zum Einsatz, die dies verhindern können.

Umwelteinflüsse, Normen und Integration

In mobilen Arbeitsmaschinen etwa werden Displays mechanisch entkoppelt, um Vibrationen bis 5gRMS standzuhalten. Bei Bahnsteuerungen ist EN50155 für Schock, Temperatur und Spannungsschwankungen verbindlich. In der Medizintechnik gelten EN60601-1 und ISO13485, die auch optische und elektromagnetische Eigenschaften regeln. Zudem müssen internationale Materialregularien wie REACH und RoHS eingehalten werden. Bei global eingesetzten Maschinen – etwa in Asien oder den USA – fließen zusätzliche Zulassungsnormen wie UL und CCC in die Entwicklung ein.

Ergonomie und Technik

Am Ende aller technischen Anforderungen steht der Mensch: Wie gut ein industrielles Display funktioniert, zeigt sich nicht in Lumen oder IP-Klassen, sondern in der täglichen Interaktion – wenn ein Maschinenbediener intuitiv, sicher und ermüdungsfrei arbeiten kann. Neben der technischen Robustheit zählt daher ebenso die Ergonomie. In der Medizintechnik etwa müssen Displays feine Strukturen oder Bildkontraste exakt darstellen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. In der Fertigung wiederum steht eine schnelle visuelle Erfassung im Vordergrund – große Symbole, klare Farbkontraste und hoher Kontrast bei Umgebungslicht. TFT-Displays mit Touchfunktion haben sich in der Industrie etabliert.

Während früher TN-Panels mit eingeschränkten Blickwinkeln Standard waren, dominieren heute IPS-Panels mit brillanter Farbdarstellung und stabilen Blickwinkeln. Gleichzeitig schreitet die Anpassung an spezielle Einbausituationen voran: Quadratische oder Bartype-Formate, runde Displays für Bedienelemente oder vollflächig integrierte Glasanzeigen gewinnen an Bedeutung. Wenn alle Parameter passen, sind industrielle Displays robuste Steuer- und Kommunikationsschnittstellen selbst unter extremen Bedingungen. Denn letztlich entscheidet nicht die Technologie allein, sondern wie gut sie auf ihre industrielle Umgebung abgestimmt ist – und wie zuverlässig sie den Menschen in der Praxis unterstützt.



  • China steigert Industrieroboter-Absatz

    China steigert Industrieroboter-Absatz

    Weltweit waren die Roboterinstallationen im vergangenen Jahr rückläufig, in China stieg jedoch die Zahl der verkauften Industrieroboter. Für Europa und Nordamerika erwartet die International Federation of Robotics ein starkes Wachstum…

    mehr lesen: China steigert Industrieroboter-Absatz

  • Partnerschaft zwischen AWS und Salesforce

    Partnerschaft zwischen AWS und Salesforce

    Salesforce und AWS wollen ihre jeweiligen Lösungen im Rahmen einer Partnerschaft neu integrieren, so dass Anwender die Lösungen in Kombination nutzen können.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen AWS und Salesforce

  • Paul Repmann wird Manager Sales & Marketing in Chicago

    Paul Repmann wird Manager Sales & Marketing in Chicago

    MPDV will mit Paul Repmann als Manager für Sales & Marketing die Präsenz in Nordamerika stärken.

    mehr lesen: Paul Repmann wird Manager Sales & Marketing in Chicago

  • Positive Aussichten für den Arbeitsmarkt

    Positive Aussichten für den Arbeitsmarkt

    Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat im Juni gegenüber dem Vormonat um 2,7 Punkte auf 107,4 Punkte zugelegt. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erreicht damit den höchsten Stand seit Beginn…

    mehr lesen: Positive Aussichten für den Arbeitsmarkt

  • Exporterwartungen legen zu

    Exporterwartungen legen zu

    Die Exporterwartungen des Ifo Instituts sind im Juni gestiegen, auf den höchsten Wert seit Januar 2011. Nahezu alle Branchen rechnen in der aktuellen Erhebung mit steigenden Exporten.

    mehr lesen: Exporterwartungen legen zu

  • Preisgestaltung oftmals nicht transparent genug

    Preisgestaltung oftmals nicht transparent genug

    Cloud-Produkte sind in den meisten Unternehmen und Branchen etabliert. Details liefert diesbezüglich eine Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG). Zu den Ergebnissen zählt unter anderem, dass die Transparenz der Preisgestaltung…

    mehr lesen: Preisgestaltung oftmals nicht transparent genug

  • Partnerschaft zwischen Photocentric und CoreTechnologie

    Partnerschaft zwischen Photocentric und CoreTechnologie

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen der Softwareanbieter CoreTechnologie und der Druckmaschinenhersteller Photocentric gemeinsame Lösungen anbieten.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Photocentric und CoreTechnologie

  • Personelle Veränderungen bei Robert Bosch

    Personelle Veränderungen bei Robert Bosch

    Zum Jahreswechsel kommt es bei der Robert Bosch GmbH zu einigen personellen Veränderungen. U.a. verabschiedet sich Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach in den Ruhestand.

    mehr lesen: Personelle Veränderungen bei Robert Bosch

  • Transition Technologies PSC eröffnet deutsche Niederlassung

    Transition Technologies PSC eröffnet deutsche Niederlassung

    Transition Technologies PSC eröffnet als Spezialist im Bereich der digitalen Transformation einen Firmensitz in Deutschland. Die Leitung übernimmt Stefan Zeiler.

    mehr lesen: Transition Technologies PSC eröffnet deutsche Niederlassung

  • Karten spielen und Werkzeug- und Formenbau lernen

    Karten spielen und Werkzeug- und Formenbau lernen

    Studierende und Auszubildende im Bereich Werkzeug- und Formenbau lernen mit einem Kartenspiel spielerisch die Grundlagen ihres Fachs.

    mehr lesen: Karten spielen und Werkzeug- und Formenbau lernen

  • Partnerschaft zwischen Senseye und PTC

    Partnerschaft zwischen Senseye und PTC

    Im Zuge einer Partnerschaft zwischen Senseye und PTC soll die Predictive Maintenance-Lösung von Senseye über die PTC IIoT-Plattform ThingWorx zur Verfügung stehen.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Senseye und PTC

  • Manipulation durch Microsoft-signierte Malware

    Manipulation durch Microsoft-signierte Malware

    Eine als Netzwerktreiber getarnte Schadesoftware ermöglicht Hackern die Manipulation des Datenverkehrs. Dabei trägt die Schadsoftware ein gültiges Microsoft-Zertifikat.

    mehr lesen: Manipulation durch Microsoft-signierte Malware