Wie ein MES die Lean-Strategie unterstützt

Optimierungspotenzial mit Hilfe des MES.
Optimierungspotenzial mit Hilfe des MES. – Bild: Böhme & Weihs Systemtechnik GmbH & Co. KG

Lean Management verfolgt das Ziel, Verschwendungen zu minimieren und Wertschöpfung zu maximieren. Es basiert auf den Grundsätzen der Kundenorientierung, Prozesseffizienz, Flexibilität und der kontinuierlichen Verbesserung. Lean Production legt den Fokus auf die Reduzierung von Verschwendung in Fertigungsprozessen. Das Akronym ‚Timwoods‘ beschreibt acht typische Verschwendungsarten in der Produktion. Ein MES hilft, diese zu reduzieren.

  • Transport: Reduzierung unnötiger Materialbewegungen durch optimierte Materialanforderung und digitale Nachschubsteuerung.
  • Inventory (Bestände): Echtzeit-Bestandskontrolle zur Vermeidung von übermäßiger Lagerhaltung und Ausrichtung auf bedarfsgerechte Produktion.
  • Motion (Bewegung): Reduzierung unnötiger Wege und Suchzeiten durch arbeitsplatzbezogene Dokumentation.
  • Waiting (Wartezeiten): Verkürzte Reaktionszeiten durch automatische Warnmeldungen bei Engpässen.
  • Overproduction (Überproduktion): Rüstoptimierte Planung zur Verhinderung unnötiger Lagerproduktion.
  • Overprocessing (Überverarbeitung): Verhindern unnötiger Prozessschritte durch standardisierte Checklisten und digitale Arbeitsanweisungen.
  • Defects (Fehler/Ausschuss): Frühzeitiges Aufdecken von Fehlerquellen durch integrierte Qualitätssicherung.
  • Skills (ungenutztes Wissen): Sichere Ausführung von Aufgaben durch geschultes Personal mittels Qualifikationsprüfungen.

Verdeckte Verschwendung

Die große Herausforderung liegt darin, verdeckte Verschwendungen zu erkennen, dazu gehören unnötige Transportwege, lange Umrüstzeiten oder komplexe Prüfprozesse. Hier setzt die MES-Software MESQ-IT von Böhme & Weihs an: Durch die integrierte Erfassung von Betriebs-, Maschinen- und Prozessdaten können kritische Abweichungen sichtbar werden, bevor sie zu messbaren Verlusten führen. So lassen sich Ursachen analysieren und gezielte Gegenmaßnahmen einleiten, ganz im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP).

Optimierte Rüstzeiten

Die Software unterstützt auch das zentrale Ziel der Lean Production, bestmöglichen Kundennutzen mit minimalem Ressourceneinsatz zu erzielen. Durch die Feinplanung unter Berücksichtigung von Maschinen, Werkzeugen und Personal wird der Ressourceneinsatz optimiert. Planungsheuristiken ermöglichen es, Fertigungsaufträge so zuzuweisen, dass Engpässe früh identifiziert und Umplanungen automatisch vorgenommen werden. Dabei werden beispielsweise Werkzeugverfügbarkeiten, Maschinenauslastung und notwendige Mitarbeiterqualifikationen einbezogen. MESQ-IT kann Auftragsketten automatisch generieren und berücksichtigt dabei Rüstmatrizen, sodass unnötige Rüstvorgänge vermieden werden. Berücksichtigt werden auch parallele Rüstvorgänge, beispielsweise bei mechanischen und elektrischen Umrüstungen. So kann eine vorausschauende Steuerung entstehen, die zu einer höheren Termintreue und besseren Auslastung führt.

Qualifikationen gezielt einsetzen

Auch gegen sogenanntes Skill Waste kann das MES helfen: Qualifikationsmatrizen und Terminals helfen dabei, dass nur geschultes Personal qualitätskritische Arbeitsschritte durchführt und das Potenzial der Mitarbeitenden ausgeschöpft wird. Die MES-Terminals selbst dienen zudem als Informationsquelle für die Beschäftigten auf dem Shopfloor – konfigurierbar und digital.

Echtzeit-Leitstände für den Shopfloor

Für Transparenz in der Produktion stellt die Software konfigurierbare Leitstandsichten von Produktionsinformationen in Echtzeit dar. Ob auf einem Großbildschirm in der Halle oder im Meisterbüro: Mitarbeitende sehen, wie die Fertigung gerade läuft oder wo es Probleme gibt. So sollen Reaktionszeiten verkürzt und Entscheidungen datenbasiert getroffen werden.

Synergien zwischen MES und Lean-Methoden

Ein MES kann also mehr als eine Steuerungssoftware sein – nämlich ein effektives Werkzeug für eine schlanke und effiziente Produktion. Die Nutzung von Echtzeitdaten, automatisierten Rückmeldungen und standardisierten Abläufen, kann den Lean-Gedanken greifbar machen und der Umsetzung zuträglich sein: Prozesse lassen sich analysieren, Engpässe früh identifizieren und Optimierungen strukturiert umsetzen. Statt isolierter Maßnahmen kann ein ganzheitlicher Verbesserungsansatz entstehen – für mehr Transparenz, weniger Verschwendung und höhere Wettbewerbsfähigkeit. Wer seine Produktion zukunftssicher gestalten möchte, sollte deshalb die Synergien zwischen MES und Lean konsequent nutzen.



  • Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

    Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

    Sick hat im Geschäftsjahr 2019 seinen Umsatz um 7% auf 1,7Mrd.€ erhöht. Der Auftragseingang lag bei 1,8Mrd.€ (2018: 1,7Mrd.€).

    mehr lesen: Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

  • Eine App zur Bauteilerkennung

    Eine App zur Bauteilerkennung

    In der Bildverarbeitung kommt künstliche Intelligenz seit langem zum Einsatz. Neuronale Netze erkennen beispielsweise Objekte des alltäglichen Lebens mit einer höheren Genauigkeit wieder als der Mensch. Forscher des Fraunhofer-Instituts für…

    mehr lesen: Eine App zur Bauteilerkennung

  • VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    Durch industrielle biotechnologischen Prozesse ist es möglich, Güter ressourcenschonender und nachhaltiger zu produzieren. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) hat als Online-Tool einen Prozess visualisiert, mit dem sich biotechnologische Verfahren…

    mehr lesen: VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

  • Worauf CIOs achten sollten

    Worauf CIOs achten sollten

    Nicht Wachstum, sondern die Sicherung der Unternehmenszukunft steht während der Corona-Pandemie im Fokus der Unternehmen. Das Beratungsunternehmen Gartner hat diesbezüglich acht Maßnahmen identifiziert, die CIOs ergreifen sollten.

    mehr lesen: Worauf CIOs achten sollten

  • Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    ITK-Unternehmen bewerten Geschäftslage noch als befriedigend, blicken aber pessimistisch in die Zukunft. Der Digitalindex des Branchenverbandes Bitkom rutschte auf den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung.

    mehr lesen: Digitalindex rutscht auf Tiefststand

  • Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Etwa 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt. Darunter nicht nur Firmen, die stark von der Pandemie betroffen sind. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft…

    mehr lesen: Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

  • Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Mit einem Stand von 93,5 Punkten weißt das IAB-Arbeitsmarktbarometer den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung im Jahr 2008 auf.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

  • KI und ERP für verbesserten Service

    KI und ERP für verbesserten Service

    Durch die Kooperation zwischen Proalpha und Empolis können Unternehmen ihren Servicemitarbeitern Wissen kontextsensitiv zur Verfügung stellen. Konkret wird Empolis Service Express in das ERP-System von Proalpha integriert.

    mehr lesen: KI und ERP für verbesserten Service

  • Ein FTS für kleine Unternehmen

    Ein FTS für kleine Unternehmen

    In einem gemeinsamen Forschungsprojekt wollen das Startup Flexlog und das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover ein besonders günstiges und flexibles Fahrerloses Transportsystem entwickeln, das noch dazu ganz einfach…

    mehr lesen: Ein FTS für kleine Unternehmen

  • Handel mit China stark beeinträchtigt

    Handel mit China stark beeinträchtigt

    Zwar konnten die deutschen Elektroexporte im Februar 2020 mit einem Volumen von 16,7 Milliarden Euro noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen. Jedoch gingen die…

    mehr lesen: Handel mit China stark beeinträchtigt

  • Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz in Höhe von 5,8Mrd.€ erzielt. Das ist ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    mehr lesen: Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

  • Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Mit einer Kontaktstelle zur Sicherstellung in den Lieferketten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet.

    mehr lesen: Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten