CAQ für hochpräsize Mechanik: Qualität als Standard

Das CAQ-Team von Eckerle unter der Leitung von Peter Hertweck (2.v.l.): Alle fünf Key-User waren von Anfang an in die Installation und Implementierung eingebunden. Dadurch konnten sie das System aktiv mitgestalten und sind direkt mit der Software gewachsen.
Das CAQ-Team von Eckerle unter der Leitung von Peter Hertweck (2.v.l.): Alle fünf Key-User waren von Anfang an in die Installation und Implementierung eingebunden. Dadurch konnten sie das System aktiv mitgestalten und sind direkt mit der Software gewachsen. – Bild: Aptean Germany GmbH

Der Vater hat mittlerweile an den Sohn, Otto Michael Eckerle, übergeben. Unter seiner Leitung entwickelte sich Eckerle zu einem wachsenden, innovationsgetriebenen Unternehmen, dessen Einfluss bis nach China reicht. Besonders bekannt sind die Hydraulikpumpen, doch das Produktportfolio umfasst auch Pumpensysteme für Heizung, Klima und Medizintechnik sowie elektronische Betriebsgeräte für Beleuchtung und Oberflächendesinfektion. Der bei weitem größte Geschäftsbereich ist die Hydraulik Division am Firmenstammsitz in Malsch, Baden. Dort arbeitet etwa die Hälfte der 180 Beschäftigten. Produziert werden spaltkompensierte Hochdruck-Innenzahnradpumpen für eine Vielzahl industrieller und mobiler Anwendungen, insbesondere für Flurförderfahrzeuge wie Gabelstapler, aber auch für industrielle Pressen oder Windkraftanlagen.

Qualität im Haus produziert

Die im Laufe der Jahre erreichte Fertigungstiefe ist bemerkenswert, da Eckerle die gesamte innere Mechanik, einschließlich Segmente und Getriebe, in Eigenregie produziert. Lediglich die Gehäuse werden von Lieferanten bezogen. Die Innenverzahnungen werden mittels Räumen, einem speziellen Zerspanungsverfahren, gefertigt, während die Ritzelwellen auf CNC-Bearbeitungszentren und CNC-Schleifmaschinen hergestellt werden. Beide Komponenten müssen präzise aufeinander abgestimmt sein, um einen besonders geräuscharmen und energieeffizienten Betrieb der Pumpen zu erreichen. Produziert werden meist kleinere Losgrößen, aber auch Serien bis zu 500 Stück.

Erwartungen steigen stetig

Ein Merkmal der Eckerle-Pumpen ist die integrierte Ventiltechnik, bei der die Ventile direkt an der Pumpe angebracht werden. Dadurch entfällt der Bedarf an zusätzlichen Rohrleitungen. Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung einer Reversierpumpe für die Kunststoffbranche. Durch einfaches Umdrehen der Drehrichtung der Pumpe wird eine schnelle Entleerung der Zylinder ermöglicht. So kann die Fördermenge, die in den Zylinder einer Kunststoffspritzmaschine gelangt, exakt an den Bearbeitungszyklus angepasst werden. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Kunden die beste Lösung zu erarbeiten“, betont Peter Hertweck, Prokurist und Leiter des Qualitätswesens bei der Eckerle Technologies GmbH. „Parallel erwarten unsere Kunden, dass wir mit ihren Qualitätsstandards und gesetzlichen Regularien mitziehen können“, schildert Hertweck weiter. Dies sei insbesondere bei Branchen wie der Automobilindustrie oder Medizintechnik oft eine Herausforderung. „Wir sind zwar nach ISO9001 zertifiziert, beobachten aber einen Trend hin zu noch höheren Anforderungen seitens des Marktes – etwa nach VDA 6.3 oder der IATF-Norm. Obwohl diese Standards noch nicht explizit von uns gefordert werden, gehen die Kunden davon aus, dass unsere Prozesse bereits diesen Normen entsprechen.“

Digitales Qualitätsmanagement

Wie bei mittelständischen Unternehmen häufig üblich, griff auch Eckerle lange Zeit auf Excel zurück. Jedoch wäre langfristig der Aufwand für die Generierung und Pflege dieser wachsenden Datenmengen zu hoch gewesen. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen um Peter Hertweck für die Einführung der Software Syncos CAQ. „Mit unserem neuen CAQ können wir qualitätsbezogene Informationen zentral verwalten und sicher dokumentieren“, erläutert Peter Hertweck die Entscheidung. „Wir schaffen durchgängige Prozesse bis an die Maschinen, während wir uns gleichzeitig von Excel und anderen isolierten Programmen lösen. Diese sind ab einer bestimmten Betriebsgröße einfach nicht mehr zielführend.“ Mit dem IT-Anbieter Aptean zusammen wurden die Daten aus den Systemen der einzelnen Abteilungen nach und nach in das CAQ-System überführt. Jetzt arbeitet keine Abteilung mehr isoliert für sich allein und manuelle Übertragungsfehler oder Datenredundanzen gehören der Vergangenheit an. Informationen werden nun strukturiert im CAQ-System erfasst, statt wie zuvor als Text vorzuliegen. Dadurch ist eine detaillierte Fehleranalyse bis hinunter zu den einzelnen Bauteilen möglich. Peter Hertweck betont: „Eines unserer zentralen Anliegen ist die verstärkte Prozesskontrolle, um damit unsere Prozessfähigkeit gezielt zu überwachen und sicherzustellen, dass jede Produktionscharge zu 100 Prozent qualitativ hochwertig ist.“

Seiten: 1 2 3



  • Maschinenbauer meldet Rekordexporte für 2023

    Maschinenbauer meldet Rekordexporte für 2023

    Der Maschinen- und Anlagenbau hat 2023 aufgrund eines starken ersten Halbjahrs einen Rekordwert der Exporte verbucht. Wie der VDMA mitteilt, macht sich die aktuelle Konjunkturflaute aber auch bei den Ausfuhren…

    mehr lesen: Maschinenbauer meldet Rekordexporte für 2023

  • MainDays 2024 in Berlin

    MainDays 2024 in Berlin

    Auf den MainDays treffen sich am 12. und 13. März Verantwortliche aus Instandhaltung und technischem Service, um Trends und Herausforderungen zu diskutieren und Transformationsprojekte vorzustellen.

    mehr lesen: MainDays 2024 in Berlin

  • Pal2Rec forscht an sensorbasierter Aktivitätserkennung

    Pal2Rec forscht an sensorbasierter Aktivitätserkennung

    Als Ladungsträger bewegen Paletten Dinge von A nach B. Das im Februar 2024 gestartete Projekt ’Pal2Rec’ untersucht nun, wie sich (Euro-)Paletten eigenständig in logistische Prozesse mittels sensorbasierter Aktivitätserkennung einbeziehen lassen.

    mehr lesen: Pal2Rec forscht an sensorbasierter Aktivitätserkennung

  • Bessere CO2-Bilanz durch additiv gefertigte Komponenten

    Bessere CO2-Bilanz durch additiv gefertigte Komponenten

    Der Autobau kann mit maßgeschneiderten Komponenten die CO2-Bilanz von Werkzeugen und Maschinen verbessern und mit einbaufertigen Komponenten, sogenannten ’Engineered Products’, Leistungssteigerungen bei den Materialeigenschaften erzielen. Das zeigt eine Fallstudie in…

    mehr lesen: Bessere CO2-Bilanz durch additiv gefertigte Komponenten

  • Emissionen von künstlicher Intelligenz beziffern

    Emissionen von künstlicher Intelligenz beziffern

    Auch künstliche Intelligenz verbraucht Ressourcen. Forschende des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung, AlgorithmWatch und des DAI-Labors der TU Berlin fordern daher, die Nachhaltigkeitsauswirkungen von KI über den gesamten Lebenszyklus hinweg stärker…

    mehr lesen: Emissionen von künstlicher Intelligenz beziffern

  • Was Anwender von KI-Anbietern erwarten

    Was Anwender von KI-Anbietern erwarten

    Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Anwender KI-Anbietern vertrauen können und deren KI-Lösung nutzen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Forschungsprojektes ‘TrustKI’, das Anfang 2023 am Institut für Internet-Sicherheit –…

    mehr lesen: Was Anwender von KI-Anbietern erwarten

  • Materialengpässe in der Industrie weiter rückläufig

    Materialengpässe in der Industrie weiter rückläufig

    12,5 Prozent der Industrieunternehmen klagen nach wie vor über Materialengpässe. Nach Angaben des Ifo Instituts ging der Wert im Vergleich zum Vormonat jedoch erneut zurück.

    mehr lesen: Materialengpässe in der Industrie weiter rückläufig

  • DMG Mori baut Standort München zur Europazentrale aus

    DMG Mori baut Standort München zur Europazentrale aus

    München wird zur Europazentrale von DMG Mori. Der Werkzeugmaschinenhersteller errichtet dort das Business-Quartier ‚Go Four It‘ und mietet zusätzlich Gebäudeflächen.

    mehr lesen: DMG Mori baut Standort München zur Europazentrale aus

  • Xplanis gründet deutsche Tochtergesellschaft

    Xplanis gründet deutsche Tochtergesellschaft

    Xplanis, ein Spezialist für Transport Management Software, steigt in den deutschen Markt ein. Die Geschäftsführung der Xplanis Deutschland GmbH übernimmt Volker Möller.

    mehr lesen: Xplanis gründet deutsche Tochtergesellschaft

  • Mesago zieht positive SPS-Bilanz

    Mesago zieht positive SPS-Bilanz

    In ihrer Messeanalyse zieht die Mesago Messe Frankfurt ein positives Fazit der SPS in Nürnberg. Demnach erfuhr die Veranstaltung großen Zuspruch seitens Ausstellern und Fachbesuchern.

    mehr lesen: Mesago zieht positive SPS-Bilanz

  • WIIT übernimmt Teil von German Edge Cloud

    WIIT übernimmt Teil von German Edge Cloud

    Die WIIT, ein Cloud Computing-Anbieter aus Italien, hat über die deutsche Tochtergesellschaft WIIT AG einen Vertrag zum Erwerb des Geschäftsbereichs Edge & Cloud der zur Friedhelm Loh Group gehörenden German…

    mehr lesen: WIIT übernimmt Teil von German Edge Cloud

  • Aufatmen in der deutschen Automobilindustrie

    Aufatmen in der deutschen Automobilindustrie

    Im Januar hat sich die Stimmung der deutschen Autobauer verbessert. Trotz einiger positiver Signale, gibt das Ifo Institut jedoch noch keine Entwarnung. Unter anderem bereiten Auftragslage und der Fachkräftemangel sorgen.

    mehr lesen: Aufatmen in der deutschen Automobilindustrie