Mit Strategie gegen Silos

image 17
Bild: ©travelview/stock.adobe.com

Um den aktuellen und künftigen Herausforderungen in der Fertigungsindustrie zu begegnen, brauchen Unternehmen eine Wertschöpfungskette, die möglichst sämtliche Prozesse und Ressourcen entlang der gesamten Wertschöpfung integriert, harmonisiert, optimiert und dabei resilient bleibt. Eine solche Struktur ermöglicht es Unternehmen, schnell und flexibel auf Marktveränderungen, Kundenbedürfnisse und interne Anforderungen zu reagieren. Das Zielbild verspricht Fertigungsunternehmen eine Reihe von positiven Effekten:

– Kosteneinsparungen: Durch die Reduzierung von Überbeständen, Ausschuss, Transportkosten, Lagerhaltungskosten und anderen operativen Kosten können Unternehmen ihre Gewinnmargen verbessern und wettbewerbsfähiger werden.

– Qualitätsverbesserung: Durch die Verbesserung der Datenqualität, die Reduzierung von Fehlern, die Implementierung von Feedbackschleifen und die Anwendung von kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen können Unternehmen die Qualität ihrer Produkte oder Dienstleistungen steigern und die Reklamationsrate senken.

– Kundenzufriedenheit: Durch kürzere Lieferzeiten, höhere Termintreue, die Anpassung an individuelle Kundenwünsche und die Erhöhung der Servicequalität können Unternehmen die Kundenbindung und -loyalität erhöhen und neue Märkte erschließen.

Silos aufbrechen

Doch was hindert Unternehmen häufig daran, übergreifende Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen? In der Regel ist jede Abteilung ein eigenes Silo, das bereits mit der eigenen Optimierung so ausgelastet, dass für den Blick über den Tellerrand oft keine Zeit bleibt. In MES-Projekten muss seitens der Implementierungspartner neben dem Problemverständnis somit oft sehr viel Zeit darin investiert werden, die Beteiligten der angrenzenden Bereiche mit ins Boot zu holen. Für das Endergebnis ist das jedoch meist gut investierte Zeit. Wie kann aber nun eine synchronisierte Ende-zu-Ende-Wertschöpfungskette im Unternehmen erreicht werden? Im Folgenden werden einige Tipps aus umgesetzten Projekten beschrieben.

Die bestehende Wertschöpfungskette analysieren und Schwachstellen identifizieren: Methoden wie Prozessmapping, Wertstromanalyse oder Lean Management können dafür genutzt werden. Eine umfassende Bestandsaufnahme der Lieferkette kann den Beteiligten ein Gesamtbild vermitteln.

Ziele und Kennzahlen definieren: Welche Aspekte sollen optimiert werden – beispielsweise Kosten, Qualität, Lieferzeit, Kundenzufriedenheit oder Nachhaltigkeit. Zudem sollten Unternehmen bestimmen, wie der Erfolg der Maßnahmen gemessen und überwacht werden soll, etwa durch Kennzahlen, Dashboards oder Reports. Diese Kennzahlen helfen zu bestimmen, welche übergreifenden Daten in welcher Datenstruktur überhaupt gesammelt und ausgewertet werden sollen.

Strategie und Aktionsplan entwickeln: Unternehmen sollten eine Roadmap erstellen, die die einzelnen Schritte, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Zeitpläne für die Implementierung Ihrer Wertschöpfungskette beschreibt. Zu berücksichtigen sind dabei auch mögliche Risiken und Herausforderungen sowie entsprechende Gegenmaßnahmen. Mit agilen Ansätzen reicht eine 80-prozentige Genauigkeit, die Details entstehen im Entwicklungsprozess mit der Priorisierung der Maßnahmen.

Unternehmen können mit diesem Ansatz zeitnah auf Marktveränderungen reagieren.
Unternehmen können mit diesem Ansatz zeitnah auf Marktveränderungen reagieren. Bild:Trebing & Himstedt Prozeßautomation

Betroffene Abteilungen einbeziehen

Auch ist es ratsam, ein interdisziplinäres Team aus allen betroffenen Abteilungen – den dann ehemaligen Silos – zusammenzustellen, die in agil kleinen Schritten vorangehen. Wer einmal nach diesem System vorgeht, möchte es nicht mehr missen.

Autor:

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Ulf Kottig ist Head of Marketing & Customer Experience beim Berater für digitale Transformation Trebing + Himstedt.



  • Neuer IFR-Präsident

    Neuer IFR-Präsident

    Der Robotikverband IFR hat Steven Wyatt, ABB (m.) zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt auf Junji Tsuda, Yaskawa (l.), der seit Dezember 2017 in der Funktion tätig war.

    mehr lesen: Neuer IFR-Präsident

  • Lage im Maschinenbau bleibt angespannt

    Lage im Maschinenbau bleibt angespannt

    Die Umsatzerwartungen sowie die Auslastung im Maschinenbau erreichen im aktuellen Maschinenbau-Barometer der Beratungsgesellschaft PwC einen neuen Tiefststand.

    mehr lesen: Lage im Maschinenbau bleibt angespannt

  • Unterstützung bei Normung und Standardisierung

    Unterstützung bei Normung und Standardisierung

    Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Technologieförderprogramm Wipano bis 2023 verlängert. Zudem gibt es einen neuen Förderschwerpunkt.

    mehr lesen: Unterstützung bei Normung und Standardisierung

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Unternehmen sehen sich als Digitalisierungs-Nachzügler

    Unternehmen sehen sich als Digitalisierungs-Nachzügler

    Deutsche Unternehmen sehen sich in Sachen Digitalisierung oft noch als Nachzügler. Wie der Digitalverband Bitkom ermittelt hat, zeigen sich dabei – je nach Unternehmensgröße – deutliche Unterschiede.

    mehr lesen: Unternehmen sehen sich als Digitalisierungs-Nachzügler

  • Pirobase Imperia unterstützt postgreSQL

    Pirobase Imperia unterstützt postgreSQL

    Pirobase Imperia hat Version 10 des Produktinformationsmanagementsystems (PIM) veröffentlicht. Das Release unterstützt nun neben Oracle auch postgreSQL.

    mehr lesen: Pirobase Imperia unterstützt postgreSQL

  • Redaktionssystem Cosima im Release 8.0 verfügbar

    Redaktionssystem Cosima im Release 8.0 verfügbar

    Docufy hat ein neues Release seines Redaktionssystems Cosima heraus gebracht. Im neuen Release 8.0 werden etwa bei der Be-igel-ung Texte – z.B. für Display-Texte oder Legenden – in Bilder eingefügt,…

    mehr lesen: Redaktionssystem Cosima im Release 8.0 verfügbar

  • Dokumentenrevision per Blockchain abgesichert

    Dokumentenrevision per Blockchain abgesichert

    Das Softwarebüro Krekeler setzt bei seiner DMS-Lösung Office Manager Blockchain-Technologie ein. Die sogenannte Documentchain legt Revisionsinformationen von lokal gespeicherten Dokumenten in einer öffentlichen Blockchain ab, zusammen mit einem Zeitstempel und…

    mehr lesen: Dokumentenrevision per Blockchain abgesichert

  • Neuer Leiter bei Siemens Portfolio Companies

    Neuer Leiter bei Siemens Portfolio Companies

    Horst J. Kayser (Bild) wird ab 2020 neuer Chairman der Siemens Portfolio Companies (POC). Er löst damit Jochen Eickholt ab, der in den künftigen Vorstand von Siemens Energy wechselt und…

    mehr lesen: Neuer Leiter bei Siemens Portfolio Companies

  • Einzelmaschinen-MES von Wittmann Battenfeld

    Einzelmaschinen-MES von Wittmann Battenfeld

    Auf der Fachmesse K hat der Hersteller von Kunststoffspritzgießmaschinen Wittmann Battenfeld zusammen mit dem MES-Partner Ice-Flex die Einzelmaschinen-MES-Lösung Temione präsentiert.

    mehr lesen: Einzelmaschinen-MES von Wittmann Battenfeld

  • Alte und neue Maschinen IIoT-fähig machen

    Alte und neue Maschinen IIoT-fähig machen

    Mit InFrame Synapse Equipment Connector (EQC), einer neuen Integrationssoftware von CamLine, sollen Fertigungsunternehmen ihre nicht IIoT-fähigen Anlagen nach dem Plug&Play-Prinzip mit einer digitalen Schnittstelle ausstatten können.

    mehr lesen: Alte und neue Maschinen IIoT-fähig machen

  • NX-integriertes Tool gegen Überhitzung beim 3D-Druck

    NX-integriertes Tool gegen Überhitzung beim 3D-Druck

    Siemens Digital Industries Software hat den Additive Manufacturing (AM) Path Optimizer vorgestellt. Die Beta-Technologie ist in die Engineering-Anwendung NX integriert, um Anwendern bei der Lösung von Überhitzungsproblemen bei Designs für…

    mehr lesen: NX-integriertes Tool gegen Überhitzung beim 3D-Druck