High-Speed-DashCam für die schnelle Produktion

504440
Bild: ©romaset/stock.adobe.com

Es kommt vor, dass in einer Fertigungsanlage tausende Teile fehlerfrei vom Band laufen, dann aber wie aus dem Nichts Ausschuss produziert wird und die Fehlerursache nicht sofort erkennbar ist. Liegt es an Temperaturschwankungen im Prozess, an Abweichungen bei den verwendeten Rohkomponenten, an Abnutzungserscheinungen von Werkzeugen oder Transporteinrichtungen, an Bedienfehlern oder ist das Automatisierungssystem schlicht nicht für alle Eventualitäten ausgelegt? Die Suche nach den Gründen unregelmäßig auftretender Fehler kann langwierig sein und kostet nicht nur Zeit und Nerven, sondern bei langen Stillstandszeiten häufig auch viel Geld. „In vielen Fällen wird die Detektion der Fehlerursache bei solchen Prozessen noch dadurch erschwert, dass sich der Ursprung der Störungen an unzugänglichen Stellen einer Anlage befindet oder die Produktionsgeschwindigkeiten zu hoch für das menschliche Auge sind“, sagt Christoph Siemon, Director für Sales und R&D des Friedberger Bildverarbeitungsunternehmens Imago Technologies.

Nach dem DashCam-Prinzip

Viele Video- oder Bildaufnahmesysteme zur vorsorglichen Erfassung der Abläufe an kritischen Stellen stoßen bei der Fehlersuche an Grenzen, wenn die im System erzeugten Datenmengen sehr groß sind und die aussagekräftigen Sequenzen nur einen kleinen Teil davon ausmachen. Die Suche nach dem richtigen Abschnitt im aufgezeichneten Video kann daher dauern.

Fotos der Fehler

Mit der DashCam 1000 bietet Imago eine Lösung für diese Anforderung an. Dieses Video-System kann ohne Eingriff in den eigentlichen Prozess in die Anlagen integriert werden und erlaubt eine Trigger-basierte Aufzeichnung von Vorgängen, anhand derer Anwender eine schnelle, zielgerichtete Fehleranalyse durchführen können. Die Industrial DashCam 1000 nimmt bei einer Auflösung von 1216×680 Pixeln Videodaten mit einer Frequenz von 1.000 Bildern pro Sekunde auf und schreibt diese fortlaufend in einen Ringspeicher, der einen Zeitraum von zehn Sekunden erfasst. Sobald die Anlage einen Fehler erkennt und ein Signal an die Kamera schickt, kann eine vordefinierte Sequenz zur Untersuchung verwendet werden.

Vorgänger weiterentwickelt

Bereits im Jahr 2021 hatte Imago Technologies ein Produkt vorgestellt, das auf demselben Funktionsprinzip basierte. Die damalige Industrial DashCam stellte Anwendern eine Full-HD-Aufzeichnung mit 60 Bildern pro Sekunde zur Verfügung, die bei reduzierter Auflösung auf eine Aufnahmegeschwindigkeit von über 100 Bildern pro Sekunde gesteigert wurde. „Der jetzt vorgestellte Nachfolger Industrial DashCam 1000 schafft nun die Basis, auch deutlich schnellere Prozesse aufzuzeichnen und exakte Analysen im Fehlerfall durchzuführen“, sagt Siemon. „Die erzielbaren Geschwindigkeiten hängen auch bei diesem System von der voreingestellten Auflösung ab. So kann die Industrial DashCam 1000 beispielsweise auch 1.133 Bilder pro Sekunde aufnehmen, wenn die Auflösung auf einen Bereich von 1.048×600 Pixeln festgelegt wird. Andere Geschwindigkeiten lassen sich durch Einschränkungen der Auflösung oder des jeweils benötigten Ausschnitts einstellen.“

Kompakte Abmessungen

Dieses Prinzip bietet eine Reihe von Vorteilen, schildert Christoph Siemon: „Zum einen ist die Industrial DashCam 1000 aufgrund ihrer hohen Bildfrequenz von 1.000 Bildern pro Sekunde auch für die Analyse sehr schneller Abläufe gerüstet. Die Bildspeicherung sorgt trotz der hohen aufgenommenen Datenmengen dafür, dass nur die relevanten Informationen komprimiert gespeichert werden.“ Das System ist 56×119,5x30mm groß, was vielfältige Platzierungsmöglichkeiten ermöglicht. „Dieses High-Speed-Videosystem kann per Plug&Play auch von Mitarbeitern in Betrieb genommen werden, die keine absoluten Spezialisten im Bereich der Bildverarbeitung sein müssen“, sagt Siemon. Zudem bietet die DashCam eine Remote-Anbindung, für Untersuchungen aus der Ferne.

Vielfältige Anwendungsfelder

Die Kamera soll in allen Anlagen eingesetzt werden können, die Produkte oder Materialien bewegen. Als Beispiel führt Siemon Maschinen in der Verpackungsindustrie auf, die Folien herstellen oder verarbeiten: „Die Gefahr von sporadischen Folienabrissen ist in solchen Anlagen umso größer, je dünner das Verpackungsmaterial ist und je schneller es im Prozess bewegt wird. Reißt bei solchen Vorgängen z.B. aufgrund minderwertiger Folienqualität oder Maschinen-Verschleiß eine Folie, so führt das meist zu einem längeren Stopp, um Folienreste zu beseitigen, den Fehler zu finden und die Anlage wieder in Gang zu bringen.“ Gerade bei Anlagen, die weltweit im Einsatz sind und wo das Personal vor Ort nicht auf die Analyse komplexer Fehler geschult ist, kann eine DashCam helfen, Fehler schnell zu erkennen. Das Qualitätsmanagement des Unternehmens kann zudem mit der detaillierten Dokumentation der Problemfälle arbeiten. Als zweites Anwendungsbeispiel nennt der operative Geschäftsleiter die Maschinenparametrierung. Unternehmen stehen oft vor der Herausforderung, dass häufige Produkt- und Chargenwechsel bei kleiner werdenden Losgrößen und insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten zu mehr Ausschuss führen. So laufen in der Verpackungsindustrie Produkt und Verpackung synchron. Die Vielfalt an Verpackungsformaten nimmt jedoch zu, was die Parametrierung der Maschinen erschwert. Dieses Problem zeigt sich u.a. bei der Produktion und Verpackung von Schokoriegeln: Jeder Riegel wird einzeln in Folie verpackt und dann gemeinsam in einer größeren Verpackung, wie einer Pappschachtel oder einem Multipack, verkauft. Die DashCam ermöglicht die Prüfung von Synchronisation und Parametrierung, um reibungslose Abläufe einzurichten und abzusichern.



  • Maschinenbauer meldet Rekordexporte für 2023

    Maschinenbauer meldet Rekordexporte für 2023

    Der Maschinen- und Anlagenbau hat 2023 aufgrund eines starken ersten Halbjahrs einen Rekordwert der Exporte verbucht. Wie der VDMA mitteilt, macht sich die aktuelle Konjunkturflaute aber auch bei den Ausfuhren…

    mehr lesen: Maschinenbauer meldet Rekordexporte für 2023

  • MainDays 2024 in Berlin

    MainDays 2024 in Berlin

    Auf den MainDays treffen sich am 12. und 13. März Verantwortliche aus Instandhaltung und technischem Service, um Trends und Herausforderungen zu diskutieren und Transformationsprojekte vorzustellen.

    mehr lesen: MainDays 2024 in Berlin

  • Pal2Rec forscht an sensorbasierter Aktivitätserkennung

    Pal2Rec forscht an sensorbasierter Aktivitätserkennung

    Als Ladungsträger bewegen Paletten Dinge von A nach B. Das im Februar 2024 gestartete Projekt ’Pal2Rec’ untersucht nun, wie sich (Euro-)Paletten eigenständig in logistische Prozesse mittels sensorbasierter Aktivitätserkennung einbeziehen lassen.

    mehr lesen: Pal2Rec forscht an sensorbasierter Aktivitätserkennung

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Bessere CO2-Bilanz durch additiv gefertigte Komponenten

    Bessere CO2-Bilanz durch additiv gefertigte Komponenten

    Der Autobau kann mit maßgeschneiderten Komponenten die CO2-Bilanz von Werkzeugen und Maschinen verbessern und mit einbaufertigen Komponenten, sogenannten ’Engineered Products’, Leistungssteigerungen bei den Materialeigenschaften erzielen. Das zeigt eine Fallstudie in…

    mehr lesen: Bessere CO2-Bilanz durch additiv gefertigte Komponenten

  • Emissionen von künstlicher Intelligenz beziffern

    Emissionen von künstlicher Intelligenz beziffern

    Auch künstliche Intelligenz verbraucht Ressourcen. Forschende des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung, AlgorithmWatch und des DAI-Labors der TU Berlin fordern daher, die Nachhaltigkeitsauswirkungen von KI über den gesamten Lebenszyklus hinweg stärker…

    mehr lesen: Emissionen von künstlicher Intelligenz beziffern

  • Was Anwender von KI-Anbietern erwarten

    Was Anwender von KI-Anbietern erwarten

    Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Anwender KI-Anbietern vertrauen können und deren KI-Lösung nutzen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Forschungsprojektes ‘TrustKI’, das Anfang 2023 am Institut für Internet-Sicherheit –…

    mehr lesen: Was Anwender von KI-Anbietern erwarten

  • Materialengpässe in der Industrie weiter rückläufig

    Materialengpässe in der Industrie weiter rückläufig

    12,5 Prozent der Industrieunternehmen klagen nach wie vor über Materialengpässe. Nach Angaben des Ifo Instituts ging der Wert im Vergleich zum Vormonat jedoch erneut zurück.

    mehr lesen: Materialengpässe in der Industrie weiter rückläufig

  • DMG Mori baut Standort München zur Europazentrale aus

    DMG Mori baut Standort München zur Europazentrale aus

    München wird zur Europazentrale von DMG Mori. Der Werkzeugmaschinenhersteller errichtet dort das Business-Quartier ‚Go Four It‘ und mietet zusätzlich Gebäudeflächen.

    mehr lesen: DMG Mori baut Standort München zur Europazentrale aus

  • Xplanis gründet deutsche Tochtergesellschaft

    Xplanis gründet deutsche Tochtergesellschaft

    Xplanis, ein Spezialist für Transport Management Software, steigt in den deutschen Markt ein. Die Geschäftsführung der Xplanis Deutschland GmbH übernimmt Volker Möller.

    mehr lesen: Xplanis gründet deutsche Tochtergesellschaft

  • Mesago zieht positive SPS-Bilanz

    Mesago zieht positive SPS-Bilanz

    In ihrer Messeanalyse zieht die Mesago Messe Frankfurt ein positives Fazit der SPS in Nürnberg. Demnach erfuhr die Veranstaltung großen Zuspruch seitens Ausstellern und Fachbesuchern.

    mehr lesen: Mesago zieht positive SPS-Bilanz

  • WIIT übernimmt Teil von German Edge Cloud

    WIIT übernimmt Teil von German Edge Cloud

    Die WIIT, ein Cloud Computing-Anbieter aus Italien, hat über die deutsche Tochtergesellschaft WIIT AG einen Vertrag zum Erwerb des Geschäftsbereichs Edge & Cloud der zur Friedhelm Loh Group gehörenden German…

    mehr lesen: WIIT übernimmt Teil von German Edge Cloud