Noch wirtschaftlich nach 117.000 Betriebsstunden

Mit diesem Roboter fing 2001 alles an: Production Manager Andreas Zemsauer (rechts) und sein Team mit dem 
Kawasaki Robotics ZX300S.
Mit diesem Roboter fing 2001 alles an: Production Manager Andreas Zemsauer (rechts) und sein Team mit dem Kawasaki Robotics ZX300S.Bild: Kawasaki Robotics GmbH

1948 aus einer Schlosserei in Bad Hall in Oberösterreich entstanden und gegründet, ist Agru heute ein weltweit agierender Anbieter von Kunststoffprodukten wie Rohrleitungssystemen und Halbzeugen. Der Hersteller beliefert nahezu alle Industriebranchen weltweit – von Wasser- und Gaswirtschaft über Halbleiter- und Pharmaindustrie bis hin zu Flugzeug- und Schiffsbau. Das Familienunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern setzt heute auf individuell zugeschnittene Produkte, wobei Automatisierung eine zentrale Rolle spielt: Kawasaki Robotics ist seit rund 25 Jahren fester Lieferant der Agru-Werke. Während die Serienfertigung das Hauptstandbein ist und schnell automatisierbar ist, sind Einzelfertigungen nicht nur Aushängeschild des Unternehmens, sondern auch stets eine Herausforderung. Andreas Zemsauer, Production Manager E-Fittings bei Agru, erläutert: „Kern unserer Unternehmensphilosophie ist es, Kundenbedürfnisse individuell zu bedienen. Unser neuestes Werk ist etwa komplett auf Sonderteile und Losgröße 1 ausgelegt.“ Eine zentrale Herausforderung der letzten Jahre und für die Zukunft ist daher für den Hersteller, wie sich kleine Stückzahlen sinnvoll automatisieren lassen.

Langlebigkeit zählt

Viele Mitarbeiter sind seit mehr als 35 Jahren an Bord, einige Familien arbeiten sogar über mehrere Generationen hinweg im Betrieb. Die Mitarbeiter sind mit ihrer langjährigen Betriebszugehörigkeit nicht allein: Seit 2001 ist ein Kawasaki Robotics ZX300S in der Kunststoffproduktion ununterbrochen im Einsatz – mit inzwischen mehr als 117.000 Betriebsstunden. Ebenso seit 2001 kamen beständig weitere Anlagen für die Herstellung von E-Fittings hinzu, 67 Kawasaki Roboter sind aktuell im Einsatz. Darunter weitere Roboter der ZX-Serie für schwere Traglasten sowie mehrere Roboter der FS-Serie mit 50 und 80 kg Tragkraft. Auch die BX-Serie für das Handling schwerer Werkstücke ist in vielen Anlagen verbaut und wird vom Team für ihre Unempfindlichkeit und Robustheit geschätzt.

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In der Lehrwerkstatt erwerben die Auszubildenden bereits Wissen im Umgang mit Industrierobotern. – Bild: Kawasaki Robotics GmbH

Neue Anforderungen an die Automatisierung

Durch neue Lösungsansätze im Spritzguss steigen auch die Anforderungen an die Automatisierung. Neue technische Entwicklungen beschleunigen Automatisierungszellen, was ihren Output stetig steigert. Auch werden heute massive Komponenten gefertigt, etwa große Formteile welche einen Bearbeitungsraum von 5x6m erfordern – hier kommt etwa der Schwerlastroboter MX500L zum Einsatz. Die Balance zwischen Geschwindigkeit, Zykluszeit und Stabilität steht für Andreas Zemsauer und sein Team im Fokus. Alexander Müller, Geschäftsführer von More Robots, unterstützt den Kunststoffverarbeiter persönlich: „Agru setzt seit 70 Jahren erfolgreich auf das Knowhow und die Erfahrung seiner Mitarbeiter. Die Expertise von Kawasaki Robotics und More Robots hat sich besonders bei fordernden Automatisierungsprojekten als optimale Ergänzung erwiesen.“

Weniger Ausfall durch Wartung

Viele Roboter sind teils schon seit Jahrzehnten im Einsatz und gehören zu den älteren C- und D-Controller-Generationen von Kawasaki Robotics. Doch für Zemsauer und sein Team zählt, dass bestehende Anlagen so lange wirtschaftlich laufen wie möglich. Bei bis zu 24 Jahre alten Industrierobotern ist dabei natürlich die Ersatzteilverfügbarkeit ein entscheidender Faktor: Mit Unterstützung der Lieferanten hat der Produzent pro Anlage entschieden, welche Ersatzteile angeschafft und lokal gelagert werden. Mit Erfolg: In 24 Jahren kam es zu keinen nennenswerten Ausfallzeiten. Dafür setzt Agru auf das Predictive Maintenance-Konzept des Roboterherstellers und jährliche Wartungen aller Roboter in zyklischen Intervallen – 35 Roboter werden pro Jahr gewartet. Mehrere Mitarbeiter haben zudem Kurse für Programmierung und Instandhaltung in der Kawasaki Robotics Academy in Neuss absolviert.

Ausbildungskonzept: Astorino

Der Umgang mit Kawasaki-Robotern ist mittlerweile Teil der Ausbildung beim Unternehmen. Seit 2015 hat der Ausbildungsbetrieb eine eigene Lehrwerkstätte, in der jährlich zehn neue Auszubildende eingestellt werden. Im September 2025 kam erstmals der Trainingsroboter Astorino dazu. Der speziell für die Lehre konzipierte Roboter besteht aus 3D-gedruckten Komponenten und ermöglicht es, die Programmierung von Robotern zu erlernen. Für das Team der Lehrwerkstätte sind die Ziele klar: „Wie kürzen wir Anlernphasen ab und steigern gleichzeitig die Lernkurve? Und wie lösen wir Berührungsängste für Auszubildende und Mitarbeiter? Astorino erfüllt genau diese Ziele und begeistert die Auszubildenden“, so Herr Michael Binder, Leiter der Lehrwerkstätte.

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Bild: Kawasaki Robotics GmbH

Automatisierung lohnt sich

Die Automatisierung zahlt sich für Agru aus: „Wir haben unsere Effizienz massiv gesteigert und gleichzeitig unseren Output sowie die Qualität der Teile signifikant erhöht.“ Während die Serienproduktion fest etabliert ist, stellt die effiziente Produktion von kleinen Losgrößen das Team immer wieder vor Herausforderungen, in denen das Zusammenspiel mit Kawasaki Robotics und More Robots gefragt ist. Der interne Wissenstransfer ist dabei fester Bestandteil der Arbeitskultur, so wird kontinuierlich auf erfolgreichen Lösungen und verbesserten Prozessen aufgebaut. Automatisierung bleibt dabei ein wichtiger Faktor.



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