PWC-Maschinenbaubarometer: Verunsicherung weiterhin hoch

Die durchschnittliche Umsatzprognose für das eigene Unternehmen befindet sich 2024 mit -1,5% weiter im Abwärtstrend.
Die durchschnittliche Umsatzprognose für das eigene Unternehmen befindet sich 2024 mit -1,5% weiter im Abwärtstrend. – Bild: PWC PricewaterhouseCoopers AG

Jeder fünfte für das PWC-Maschinenbaubarometer befragte Entscheidungsträger erwartet eine positive Entwicklung der deutschen Konjunktur in den kommenden zwölf Monaten. Der Anteil der Optimisten ist seit dem Vorquartal sogar um 11 Prozent gestiegen. Allerdings gehört zum ganzen Bild auch, dass 42 Prozent der befragten Unternehmenslenker unentschlossen auf die deutsche Wirtschaft blicken; das sind 8 Prozent mehr als im Vorquartal und der höchste Wert der letzten fünf Jahre. Deutlich besser sieht es mit Blick auf die Weltwirtschaft aus: 44 Prozent der Entscheidungsträger (+5 Prozent gegenüber dem Vorquartal) rechnen mit einer Konjunkturbelebung auf globaler Ebene. Allerdings wird auch in diesem Kontext die Unsicherheit vieler Entscheider deutlich: Immerhin vier von zehn Manager blicken nämlich unentschlossen auf die weitere Entwicklung.

Gerade der Blick auf das Wachstum im laufenden Jahr ist negativ geprägt. Viele Indikatoren sprechen für ein weiteres Schrumpfen der Branche in den kommenden Monaten. Für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau gehen die Entscheider von einer durchschnittlichen Umsatzentwicklung von –3,9 Prozent aus. Gegenüber dem Vorquartal ist dies zwar eine Erholung von 1,2 Prozent, allerdings zeigt eine breitere Perspektive, dass dies das fünfte Quartal mit einer negativen Umsatzprognose in Folge ist. Dieser Branchentrend scheint sich zu verstetigen, und wird zusätzlich durch die negativen Umsatzerwartungen für das eigene Unternehmen der Befragten befeuert. Denn auch hier liegt die Prognose inzwischen im negativen Bereich: Im Schnitt bei -1,5 Prozent. Mehr als ein Drittel der Entscheider glaubt, dass ihr eigener Umsatz im Jahr 2024 weiter schrumpfen wird.

Geringe Auslastung – Ende der Preissteigerungen

Die unsicheren konjunkturellen Rahmenbedingungen und geringen Wachstumsaussichten bekommen die Unternehmen auch ganz konkret in ihrem Tagesgeschäft zu spüren. Die durchschnittliche Auslastung im Maschinenbau liegt derzeit bei 85,6 Prozent – eine marginale Verbesserung gegenüber dem historischen Tiefstwert des letzten Quartals. Leicht weniger als jeder dritte Betrieb arbeitet noch an der oberen Kapazitätsgrenze, zum Jahreswechsel war es beinah noch die Hälfte der befragten Unternehmen. Einen Hoffnungsschimmer gibt es dennoch: die Dynamik aus Inflation und Preissteigerungen scheint an ein Ende zu kommen. So planen lediglich noch 20 Prozent der Befragten mit Preissteigerungen für ihre Erzeugnisse und Dienstleistungen im kommenden Quartal – der niedrigste Stand der letzten fünf Jahre. Zudem erwartet ungefähr ein Drittel (34 Prozent) der Befragten, dass ihre Gesamtkosten im kommenden Quartal weiter steigen werden – ein spürbarer Rückgang um 13 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Dessen ungeachtet bleibt der Kostendruck die größte Herausforderung für die Branche. Acht von zehn Entscheidungsträgern sehen dies als Hindernis für ihr eigenes Wachstum. Weitere wesentliche Hemmnisse sind der Fachkräftemangel (78 Prozent) und die politischen Entwicklungen im Ausland (69 Prozent). Darüber hinaus bemängeln sechs von zehn Befragten das schwierige Regulierungsumfeld für ihr Unternehmen.

Künstliche Intelligenz könnte Branche verändern

Ein Weg zur effizienten und umweltschonenden Nutzung von Ressourcen im Produktionsprozess führt über die Digitalisierung. Beispielsweise kann die Optimierung von Prozessen durch den Einsatz von Sensoren und Datenanalyse den Energieverbrauch und den Materialeinsatz reduzieren. Bei Maschinen- und Anlagenbauern fällt jedoch auf, dass gerade Produktions- und Montageprozesse wenig digitalisiert sind. Knapp jeder dritte Befragte (35 Prozent) gibt an, dass der Digitalisierungsgrad hier hoch sei. In der Beschaffung sind es 61 Prozent, im Marketing, Vertrieb sowie Forschung & Entwicklung immerhin noch mehr als die Hälfte. Tatsächlich ist Künstliche Intelligenz die Technologie, der die meisten Befragten zutrauen, die Branche nachhaltig zu verändern (52 Prozent). Ebenfalls hohes Veränderungspotenzial haben Robotik (42 Prozent) und 3D-Druck (38 Prozent), während z.B. Blockchain weiterhin eine Nischentechnologie bleibt und nach Meinung der Befragten wenig disruptiv wirken wird.



  • Mehr IT-Dienstleister erleben Vorwürfe wegen Schlechtleistung

    Mehr IT-Dienstleister erleben Vorwürfe wegen Schlechtleistung

    Gegen zwei Drittel der IT-Dienstleister wurden im vergangenen Jahr seitens ihrer Auftraggeber Vorwürfe wegen angeblicher Schlechtleistung erhoben.

    mehr lesen: Mehr IT-Dienstleister erleben Vorwürfe wegen Schlechtleistung

  • Enbik und Edgecon gründen Service-Büro

    Enbik und Edgecon gründen Service-Büro

    Enbik, ein in Taiwan beheimateter Hersteller für Industrial Edge Computing und IT-Hardware, und Edgecon gründen in Deggendorf ein Logistik- und Service-Büro für den deutschsprachigen Raum.

    mehr lesen: Enbik und Edgecon gründen Service-Büro

  • Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

    Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

    Zur Münchner Sicherheitskonferenz (13. bis 15. Februar) hat die Google Threat Intelligence Group (GTIG) einen Bericht veröffentlicht, mit dem die Verfasser die Debatte um KI-gestützte Bedrohungen auf eine operative Ebene…

    mehr lesen: Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

  • Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Laut einer Untersuchung des Bitkom ist die deutsche Wirtschaft schlecht auf hybride Bedrohungen wie Stromausfälle, Sabotage oder durch Ransomware lahmgelegte Fabriken vorbereitet.

    mehr lesen: Ein Tag ohne Internet und alles steht still

  • Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Artschwager + Kohl Software ist seit Januar 2026 Teil der Heitec-Gruppe.

    mehr lesen: Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

  • Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek, Anbieter von Software für die metallverarbeitende Industrie, gibt die Eröffnung einer Niederlassung in Kanada als Teil seiner Wachstumsstrategie in Nordamerika bekannt.

    mehr lesen: Lantek expandiert nach Kanada

  • All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    Die All for One Group, ein IT-, Consulting- und Service-Provider aus Filderstadt, beteiligt sich an dem österreichischen Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare.

    mehr lesen: All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

  • Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Wie lassen sich Menschen und Maschinen so zusammenbringen, dass beide voneinander profitieren?

    mehr lesen: Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

  • Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Am 20. Mai 2026 um 14.00 Uhr steht im IT&Production -TechTalk das Thema Smart Maintenance mit KI im Mittelpunkt.

    mehr lesen: Webinar: Smart Maintenance mit KI

  • Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    In einer komplexen Welt, in der alle überall und jederzeit verbunden sind, gilt intelligentes und transparentes Identity & Access Management (IAM) als ein wirksames Mittel zum Schutz der Unternehmens- und…

    mehr lesen: Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

  • Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Der Cyber Resilience Act (CRA) hat ab 2026 erstmals unmittelbare Auswirkungen, auf die sich die Hersteller digitaler Geräte, Maschinen und Anlagen mit Internetverbindung einstellen müssen.

    mehr lesen: Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

  • Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur) hat ihre Strategie für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt.

    mehr lesen: Cyberagentur richtet Strategie neu aus