Dämpfer für das IAB-Arbeitsmarktbarometer

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Bild: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB

„Der Arbeitsmarkt hatte die Wirtschaftsschwäche weitgehend ausgesessen. Dafür gibt es mit den ersten Anzeichen eines Aufschwungs jetzt aber auch wenig Erholungspotenzial“, erklärt Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs ’Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen’ am IAB. So sei die Beschäftigung auch im Konjunkturabschwung weiter gestiegen, die Produktivität aber gesunken. Eine Rolle für die gedämpften Arbeitsmarktaussichten könne auch spielen, dass die Frühjahrsbelebung durch den milden Winter schon teilweise vorweggenommen wurde.

Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit fällt um 1,1 Punkte auf 97,2 Punkte und steht damit deutlich im negativen Bereich. Auch die Beschäftigungskomponente verzeichnet einen Rückgang – um 0,5 Punkte auf 102,4 Punkte. Die Beschäftigungsaussichten haben sich damit verschlechtert, bleiben aber weiterhin positiv. „Als Zugpferd für einen Wirtschaftsaufschwung kommt der Arbeitsmarkt derzeit nicht in Frage. Für einen Aufschwung kommt es zuallererst auf Investition, Innovation und Transformation an“, erläutert Weber.

Das European Labour Market Barometer verzeichnet nach drei Anstiegen einen Rückgang. Es fällt im Mai um 0,7 Punkte und steht nun ebenfalls bei 99,8 Punkten. „Die europäischen Arbeitsmärkte treten auf der Stelle“, sagt Weber. Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit fällt um 0,7 Punkte auf 98,5 Punkte. Die Beschäftigungskomponente steht bei 101,2 Punkten. Sie fällt damit um 0,6 Punkte schlechter aus als noch im April. Damit wird zwar weiterhin eine moderat steigende Beschäftigung erwartet, aber auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Datengrundlage: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Das European Labour Market Barometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer seit Juni 2018 gemeinsam von den 17 Arbeitsverwaltungen und dem IAB durchgeführten Befragung unter den lokalen oder regionalen Arbeitsagenturen der teilnehmenden Länder basiert. Dazu zählen: Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft, Wallonien), Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Island, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Tschechien und Zypern.

Komponente A prognostiziert die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate. Komponente B dient der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten bildet den Gesamtwert der beiden Barometer. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).



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