Mit Low-Code operative Prozesse orchestrieren

Engomo vereint Integration, promptbasiertes App-Building und Low-Code in einer Plattform.
Engomo vereint Integration, promptbasiertes App-Building und Low-Code in einer Plattform. Bild: Engomo GmbH

ERP-Systeme bilden in Industrieunternehmen das digitale Rückgrat für Materialwirtschaft, Produktion, Einkauf und Logistik. Gerade in operativen Bereichen wie Lager und Fertigung zeigt sich jedoch zunehmend eine Herausforderung: Zwar werden mit ERP-Systemen viele Prozesse standardisiert abgebildet, doch die wirklich differenzierenden Abläufe liegen oft in den verbleibenden 10 bis 20 Prozent individueller Anforderungen. Klassische ERP-Anpassungen stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an industrielle IT-Landschaften kontinuierlich. Neben dem ERP-System sind heute zahlreiche weitere Systeme und Technologien an operativen Prozessen beteiligt: Dazu zählen MES-, WMS-, CAQ-, DMS- oder QS-Software ebenso wie Maschinen, Scanner und Industriewaagen. Plattformen wie Engomo unterstützen bei der durchgängigen Digitalisierung dieser Prozesse. Sie fungieren als operative Orchestrierungsebene, die Systeme, Menschen, Maschinen und KI-gestützte Prozesse zusammenführt und operative Abläufe durchgängig steuerbar macht.

Integration und Orchestrierung als zentrale Voraussetzung

Die beschriebenen Plattformen adressieren die Lücke zwischen Systemen, operativer Prozessrealität und wachsender Integrationskomplexität. Das ERP-System wird dadurch nicht ersetzt, sondern um eine flexible Applikations-, Integrations- und Orchestrierungsebene erweitert. Die ERP-Software bleibt führendes System of Record und zentrales Daten-Backbone, während operative Prozesse agiler umgesetzt werden können.

An dieser Stelle ermöglicht Low-Code die visuelle Entwicklung von Anwendungen per Drag&Drop. Benutzeroberflächen, Workflows und Prozesslogiken werden konfiguriert statt klassisch programmiert. Anwendungen können schneller erstellt und einfacher an neue Anforderungen angepasst werden. Besonders relevant ist deren Integrationsfähigkeit: Klassische Low-Code-Plattformen sind oft primär auf Formular- und Office-Prozesse ausgelegt. Ansätze wie der von Engomo adressieren gezielt die Integration von ERP-, MES- oder WMS-Systemen, Shopfloor-Technologien, Maschinen und industrieller Hardware. So entstehen integrierte Enterprise-Anwendungen, die Daten systemübergreifend orchestrieren und in Echtzeit bereitstellen. Dies unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung operativer Anwendungen und der Prozessoptimierung – ohne langwierige Entwicklungsprojekte oder aufwendige Releasezyklen.

Mit der Plattform lassen sich integrierte Enterprise Apps für missionskritische Geschäftsprozesse erstellen.
Mit der Plattform lassen sich integrierte Enterprise Apps für missionskritische Geschäftsprozesse erstellen.Bild: Engomo GmbH

Wo liegt der Mehrwert?

Der Nutzen dieses Ansatzes zeigt sich besonders in Produktions- und Logistikprozessen. Dort müssen Mitarbeitende häufig Informationen aus unterschiedlichen Anwendungen parallel verarbeiten, während zusätzlich Daten aus Maschinen oder Scannern in den Prozess einfließen. Das führt zu hohem manuellem Aufwand, fehlender Transparenz und fehleranfälligen Abläufen.

Mit integrierten Enterprise-Apps lassen sich diese Prozesse direkt im operativen Arbeitsablauf abbilden. Frontline-Worker erhalten auf mobilen Endgeräten oder Industrie-Scannern etwa relevante Informationen wie Fertigungsaufträge, Material- und Qualitätsdaten oder Lagerbewegungen in einer zentralen Anwendung. Materialbuchungen können direkt am Arbeitsplatz durchgeführt, Qualitätsmerkmale sowie Betriebsdaten unmittelbar im Prozess erfasst und Maschinenrückmeldungen ohne Medienbruch verarbeitet werden. Die dabei erfassten Daten werden direkt in die angebundenen Backendsysteme zurückgespielt und stehen in Echtzeit zur Verfügung. Es entstehen durchgängige Abläufe mit hoher Datenqualität und Transparenz über Fertigungsstatus, Materialbestände oder Qualitätskennzahlen.

KI-gestützte App-Entwicklung

Mit generativer KI entwickelt sich auch die Anwendungsentwicklung mit Low-Code weiter. Fachliche Anforderungen können in natürlicher Sprache beschrieben werden, um daraus in kurzer Zeit funktionsfähige Unternehmensanwendungen zu erstellen. Die KI generiert dabei Benutzeroberflächen, Workflows, Integrationen in ERP-Systeme sowie die Anbindung von Hardware. Abhängig vom Anwendungsfall lassen sich so große Teile einer Anwendung KI-gestützt umsetzen und anschließend iterativ für den Produktiveinsatz finalisieren.

Die eigentliche Herausforderung liegt hier darin, diese Apps sicher, integrierbar und langfristig beherrschbar in industrielle Prozesslandschaften einzubetten. Dazu verbinden Plattformen wie Engomo KI-gestützte Entwicklung mit Anforderungen wie Versionsmanagement, Rollen- und Rechtekonzepten, kontrollierten Deployment-Prozessen und einer sicheren Integrationsarchitektur. Dieser Ansatz sorgt dafür, dass Anwendungen auch langfristig beherrschbar und skalierbar bleiben. Denn entscheidend wird nicht allein die Geschwindigkeit der Entwicklung sein, sondern die Fähigkeit, KI-generierte Anwendungen kontrolliert in bestehende industrielle Abläufe zu integrieren.

ERP bleibt das Fundament

Die industrielle IT steht vor der Herausforderung, Prozesse schneller zu digitalisieren und gleichzeitig immer komplexere Systemlandschaften beherrschbar zu halten. ERP-Systeme bleiben dabei das Fundament für zentrale Unternehmensprozesse. Low-Code-Plattformen ergänzen dieses Fundament und ermöglichen es, operative Abläufe effizient und benutzerfreundlich abzubilden. Zudem beschleunigen KI und Vibe Coding die Entwicklung und Anpassung von Anwendungen. Somit können Unternehmen ERP-nahe Prozesse deutlich schneller digitalisieren, Integrationen effizienter umsetzen und Anwendungen kontinuierlich an neue Anforderungen anpassen – ohne die Stabilität bestehender Systemlandschaften zu gefährden. Sofern Low-Code, KI und operative Prozesssteuerung als gemeinsame Architektur gedacht werden, müssen Geschwindigkeit, Integration und Governance kein Widerspruch sein.



  • Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

    Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

    Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat mit Nvidia einen neuen Gesellschafter. Beide Unternehmen forschen gemeinsam in den Bereichen Machine Learning und Deep Learning.

    mehr lesen: Nvidia wird Gesellschafter beim DFKI

  • CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

    CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

    Bezogen auf die Gesamtwirtschaft haben 19 Prozent der Unternehmen die Position eines Chief Digital Officers bzw. eines Leiters Digitalisierung geschaffen. Das geht aus einer Befragung des Digitalverbands Bitkom hervor.

    mehr lesen: CDOs vor allem in großen Unternehmen etabliert

  • Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

    Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

    Die Auswirkungen von COVID-19 auf unsere Gesellschaft und die Wirtschaft sind enorm und betreffen uns alle.

    mehr lesen: Corona und die Folgen für die Wirtschaft in Deutschland

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

    AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

    Aveva und Axonify wollen gemeinsam eine KI-Microlearning-Lösung für die Industrie anbieten. Beide Unternehmen haben sich diesbezüglich auf eine strategische Partnerschaft geeinigt.

    mehr lesen: AI-fähige Microlearning-Lösung für die Industrie 4.0

  • Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

    Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

    Der TeDo Verlag veranstaltet ab dem 4. Mai eine virtuelle Messe rund um unsere Themen Automatisierung, Robotik und Energieverteilung, Schaltschrankbau, Industrielle IT, IIoT usw. Wir wollen so eine Lösung finden,…

    mehr lesen: Industry Show: Virtuelle Messe für alle Bereiche der Industrie

  • IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

    IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

    Attivo Networks hat seine auf der Deception-Technologie basierende ThreatDefend-Plattform in das Microsoft Azure Security Center integriert. Dadurch wird die Erkennungsrate und Reaktionszeit bei Angriffen auf den Microsoft-Dienst Azure IoT Edge…

    mehr lesen: IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

  • Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

    Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

    Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen – nicht nur im privaten Bereich, sondern auch beruflich. Unzählige Menschen weltweit arbeiten derzeit erstmals im Homeoffice.

    mehr lesen: Zoom-Nutzer verstärkt im Visier

  • Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

    Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

    Im Februar verfehlten die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau ihr Vorjahresniveau real um 4 Prozent. Während die Bestellungen der inländischen Kunden um 6 Prozent sanken, lagen die Auslandsorders um 3 Prozent…

    mehr lesen: Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

  • Neuer Vice President Americas bei Leuze

    Neuer Vice President Americas bei Leuze

    Sergio Resendiz (Bild) ist neuer Leuze-Vice President Americas und berichtet direkt an den CEO Ulrich Balbach.

    mehr lesen: Neuer Vice President Americas bei Leuze

  • Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

    Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

    Eine zentrale Anwendung beim Roboter-Einsatz ist die Kollaboration zwischen Mensch und Maschine – beispielsweise die Unterstützung bei für den Menschen belastenden Aufgaben. Welche Vorteile eine produktive Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) haben kann,…

    mehr lesen: Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

  • Körperschall im Edge analysieren

    Körperschall im Edge analysieren

    Der Condition-Monitoring-Workshop ‚Smart Monitoring – Körperschallanalyse im Edge‘ (max. 20 Teilnehmer) von Systec Electronic zeigt, wie sich mit unterschiedlichen Technologien physikalische Eigenschaften von Maschinen und Anlagen erfassen und zusammenführen lassen.

    mehr lesen: Körperschall im Edge analysieren