Im Big Bang auf SAP S/4Hana umsteigen

cbs Headquarter

37 Länder mit drei Zeitzonen, 400 Werke, 58 Buchungskreise und ein Big Bang mit Near Zero Downtime: Das CBS-Projekt, bei dem rund 3.000 User über ein Wochenende auf ein neues System umstiegen, verlief reibungslos. Mit Blick auf die eigene Implementierung wäre dies für viele Verantwortliche ein Wunschszenario. Doch mit Blick auf die Risiken schrecken viele vor einem Big Bang zurück. Mit einem geeigneten Partner und einer passenden Methodik ist das geplante Projekt jedoch meist beherrschbar.

Ohne Zielbild geht es nicht

Doch wie läuft eine erfolgreiche Migration im Big-Bang-Ansatz ab? Wie auch bei einem wellenbasierten Ansatz ist beim Big Bang die Entwicklung eines klaren Zielbildes ein entscheidender Schritt. Zu Beginn des Projektes erarbeitet das Projektteam, welche Stammdaten und Prozesse neu definiert werden sollen und welche nicht übernommen oder angepasst werden. Dafür brauchen Produktionsbetriebe eine gute Governance und professionelles Projektmanagement. Vorteilhaft ist es, einen Projektrahmen abzustecken, der nicht überfordert und dennoch Wirkung erzeugt.

Geschäftsprozesse im Fokus

Um das Zielbild zu erarbeiten, ist die Betrachtung der aktuellen Geschäftsprozesse unumgänglich. Hierbei wird klar, welche Abläufe Optimierungspotenzial besitzen, das im Rahmen des Systemwechsels gehoben werden kann, aber auch, welche Prozesse bereits bestmöglich laufen. Die Vorphase, in der das Zielbild in Workshops mit allen Stakeholdern von der Managementebene bis zu den Key Usern entwickelt wird, umfasst häufig drei bis sechs Monate. Darin inbegriffen ist eine akribische Planung der Umstellung. Vor dem Big Bang folgen darauf mehrere Testphasen, die elementar für das Gelingen des Go-live sind. Diese beinhalten den Unit Test zur funktionalen Einschätzung, zwei Integrationstests sowie den User Acceptance Test, bei dem die neue Software auf Herz und Nieren geprüft wird.

Merkmale eines Big Bangs

Dass ein Big Bang schneller als der wellenbasierte Ansatz zum Ziel führen sollte, ist bekannt. Denn die Methode setzt auf ein Einzelprojekt, für das vier Testzyklen umgesetzt werden müssen, statt mehrere Wellen mit jeweils drei bis vier Tests. Zudem können bei einem Big Bang personelle Ressourcen gezielt eingesetzt werden, da es nicht zu überlappenden Projektwellen kommt, die gleichzeitig gesteuert werden müssen. Darüber hinaus kann mit dem Umstieg das alte System stillgelegt und lediglich zur Erfüllung gesetzlicher Aufbewahrungs- und Archivierungspflichten verfügbar gehalten werden. Dadurch entfällt der parallele Betrieb von Alt- und Zielsystem – und damit auch der Pflegeaufwand für zwei Umgebungen. Doch damit nicht genug. Denn wenn beim Umstieg das gesamte Unternehmen gleichzeitig zum Zielsystem wechselt, sind reibungslose Intercompany-Beziehungen und -Prozesse, in die mehrere Buchungskreise eingebunden sind, sofort nutzbar. Interimsprozesse oder Schnittstellen entfallen, wie sie beim wellenbasierten Ansatz für eine Übergangsphase entwickelt werden müssten.

Den Wandel gestalten

Das Change Management lässt sich beim Big Bang leicht konsistent gestalten. So ist eine einheitliche Kommunikation möglich und Schulungen können gemeinsam geplant werden. Zudem zieht die gesamte Organisation an einem Strang und arbeitet gleichzeitig am Projekterfolg. Dies bietet gerade Skeptikern Orientierung und ein Gemeinschaftsgefühl. Wichtig im Rahmen des Change Management ist es zudem, die Mitarbeitenden regelmäßig über den Projektverlauf zu informieren.

Selektive Datentransformation

Je nach Status quo zu Projektbeginn kann für Unternehmen ein Greenfield-Ansatz Sinn ergeben, bei dem keine alten Stammdaten und Prozesse übernommen werden. Sollen diese erhalten bleiben und auf ihnen aufgebaut werden, bietet sich hingegen ein Brownfield-Ansatz an, bei dem das System inklusive aller Datensätze nach S/4Hana konvertiert wird. Selten ist jedoch eine der beiden Extremausprägungen das Mittel der Wahl. Vielmehr entscheiden sich viele Unternehmen für einen Mittelweg, die selektive Datentransformation. Hierbei werden z.B. fehlerhafte, redundante oder nicht mehr benötigte Daten bei der Transformation zurückgelassen. Bei der technische Migration lässt sich Software wie CBS ET Enterprise Transformer verwenden. Diese wandeln Stamm-, Übergangs- und historische Daten in Hana-kompatible Formate um. Diese Migrationstools helfen dabei, selbst komplexe Projekte mit Near Zero Downtime abzuwickeln.

Systemwechsel als Chance

Mit Spezialsoftware und passender Methodik sind weltweite Systemwechsel an einem Wochenende durchaus machbar. Das spart Zeit und Kosten und es fallen sogar einige der Fallsticke eines wellenbasierten Ansatzes weg. In Verbindung mit einer selektiven Datenübernahme und Migrationstools, können Unternehmen die Umstellung als Chance für eine Optimierung der Geschäftsprozesse oder Neustrukturierung nutzen und sich zukunftssicher aufstellen.



  • Neue Partner für das MIP-Ökosystem

    Neue Partner für das MIP-Ökosystem

    Das MIP-Ökosystem von MPDV wächst. Der MES-Anbieter begrüßte in den vergangenen Monaten fünf neue Partner, die u.a. auf künstliche Intelligenz (KI) setzen.

    mehr lesen: Neue Partner für das MIP-Ökosystem

  • Druckbolzen in Stanzerei-Großwerkzeugen

    Druckbolzen in Stanzerei-Großwerkzeugen

    Die im Mai 2021 herausgegebene Richtlinie VDI 3002 ‚Druckbolzen in Stanzerei-Großwerkzeugen‘ liefert Empfehlungen zur Verwendung und Ausführung von Druckbolzen zur Kraftübertragung in Stanzerei-Großwerkzeugen.

    mehr lesen: Druckbolzen in Stanzerei-Großwerkzeugen

  • Hilfestellung für das Anlagen-Engineering

    Hilfestellung für das Anlagen-Engineering

    Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 ‚Engineering von Anlagen – Evaluieren und Optimieren des Engineerings‘ dient als Hilfestellung für Engineering-Organisationen und unterstützt sie dabei, Maßnahmen zur Weiterentwicklung zu identifizieren und auszuwählen. Die…

    mehr lesen: Hilfestellung für das Anlagen-Engineering

  • Paessler und Rhebo arbeiten zusammen

    Paessler und Rhebo arbeiten zusammen

    Der Netzwerk-Monitoring-Spezialist Paessler und Rhebo, Experte für Industrial Monitoring, wollen künftig zusammen arbeiten. Ziel ist es, Unternehmen ein Rundum-Monitoring ihrer IT- und OT-Umgebungen zu ermöglichen.

    mehr lesen: Paessler und Rhebo arbeiten zusammen

  • Automobilbranche verzeichnet Drei-Jahreshoch

    Automobilbranche verzeichnet Drei-Jahreshoch

    Zwar lief es im Mai besser für die deutschen Autobauer als noch im April, jedoch nimmt der Optimismus für die zukünftige Entwicklung ab. Laut Ifo Institut auch aufgrund des Chipmangels.

    mehr lesen: Automobilbranche verzeichnet Drei-Jahreshoch

  • Digitales Tool für sichere Cobots

    Digitales Tool für sichere Cobots

    Roboter und Menschen rücken in der Fertigung immer näher zusammen. Um dabei auch die Sicherheit zu gewährleisten, wurde im Forschungsprojekt COVR ein Toolkit entwickelt, das Unternehmen bei der sicheren Installation…

    mehr lesen: Digitales Tool für sichere Cobots

  • Cobotracks erhält Techman-Zertifizierung

    Cobotracks erhält Techman-Zertifizierung

    Cobotracks entwickelt und vertreibt 7-Achs-Lösungen für Cobots. Das belgische Unternehmen wurde nun von Techman zertifiziert.

    mehr lesen: Cobotracks erhält Techman-Zertifizierung

  • Anwendungsszenarien für den RPA-Einsatz

    Anwendungsszenarien für den RPA-Einsatz

    Robotic Process Automation kann manuelle Prozesse im Unternehmen beschleunigen. Doch wo genau setzt man die Technologie am besten ein? Hai Le, CEO von FPT Deutschland, gibt einen Überblick.

    mehr lesen: Anwendungsszenarien für den RPA-Einsatz

  • Erste Details zur Fusion von Procad und Keytech

    Erste Details zur Fusion von Procad und Keytech

    Procad-Geschäftsführer Gerhard Knoch erstmals mit Details zur Fusion der PLM-Softwareanbieter Procad und Keytech. Die Lösungen beider Firmen sollen weiter wie angekündigt gepflegt und aktualisiert werden, mit der Zeit aber zusammenwachsen.

    mehr lesen: Erste Details zur Fusion von Procad und Keytech

  • IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt im Mai

    IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt im Mai

    Gegenüber April hat das IAB-Arbeitsmarktbarometer um 2 Punkte zugelegt und erreicht so den höchsten Stand seit März 2018.

    mehr lesen: IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt im Mai

  • Gaia-X-Testbed in Kaiserslautern

    Gaia-X-Testbed in Kaiserslautern

    Die SmartFactory-KL, das DFKI und die TU-Kaiserslautern bauen ein Gaia-X-Testbed auf. Dabei soll ein gemeinsamer Datenraum für eine verteilte Produktion entstehen.

    mehr lesen: Gaia-X-Testbed in Kaiserslautern

  • Weltweite Investitionen in die Roboterforschung

    Weltweite Investitionen in die Roboterforschung

    Asien, Europa und Amerika passen mit der allmählichen Öffnung der Wirtschaft nach der Pandemie ihre Förderprogramme für die Robotikforschung an. Was aber sind die Ziele der offiziell betriebenen Regierungsprogramme heute?…

    mehr lesen: Weltweite Investitionen in die Roboterforschung