Zukunftsfähige Fabrik- und Logistikplanung

Gemini Generated Image digital twin
Bild: Leannova GmbH / Google Gemini

Für viele Unternehmen ist es eine Herausforderung, skalierbare und zukunftsfähige Fabrikkonzepte zu entwickeln. Faktoren wie Modularität und Flexibilität ermöglichen es hier, Produktionskapazitäten schnell an Marktveränderungen oder neue Technologien anzupassen. Dies gilt in besonderem Maße für dynamische Branchen.

Datenbasierte Materialfluss- und Logistikoptimierung

Die Analyse und Optimierung von Materialflüssen – etwa durch BI-basierte Wertstromdesigns und digitale Logistikplanung – unterstützt die Planung durch dynamisches Kennzahlentracking. Moderne Planungstools bieten hier die Möglichkeit, Materialflüsse und deren Performance-Kennzahlen transparent zu machen sowie Engpässe und Schwachstellen zu identifizieren. Unternehmen erhalten so eine Grundlage für Investitionsentscheidungen und Kenntnis darüber, wie sich Veränderungen auswirken.

Gamechanger

Einen deutlichen Mehrwert in der Fabrik- und Logistikplanung versprechen der digitaler Zwillinge und 3D-Visualisierungen. Mittels 3D-Laserscanning werden Hallen, Maschinen und Anlagen präzise erfasst und als digitale Punktwolke abgebildet. Daraus entsteht ein digitaler Zwilling, der in virtuellen Planungsumgebungen weiterverarbeitet wird.

Kollaborative, interdisziplinäre Planung

Ein weiterer Faktor ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Moderne Ansätze der Fabrikplanung integrieren Produktion, Logistik, IT, Architektur und Projektmanagement in einem durchgängigen digitalen Modell. Die enge Zusammenarbeit aller Disziplinen – unterstützt durch digitale Fabrikmodelle – erhöht die Transparenz, verkürzt Planungs- und Abstimmungszeiten und schafft eine durchgehende Projektdokumentation. Strukturierte Abstimmungsprozesse im digitalen Zwilling sorgen dafür, dass alle relevanten Anforderungen frühzeitig berücksichtigt werden können.

Simulation und Szenarienbewertung

Mit simulationsgestützten Methoden lassen sich verschiedene Konzeptvarianten bewerten. Unternehmen können so frühzeitig die Auswirkungen von Änderungen an Produkten, Stückzahlen oder Automatisierungsgrad auf ihre Prozesse und Flächen analysieren. Die Möglichkeit von ‚Was-wäre-wenn‘-Szenarien hilft dabei, Risiken zu reduzieren und zukunftsfähige Strukturen zu etablieren. Gerade bei Investitionen in neue Technologien oder bei der Erweiterung bestehender Standorte ist dies ein entscheidender Vorteil. Die positiven Effekte: Fehlplanungen werden reduziert, die Planungssicherheit erhöht und die Inbetriebnahme neuer Anlagen beschleunigt

Screenshot
Digitale Zwillinge schaffen eine durchgängige Verbindung zwischen Gebäude- und Prozessplanung –
effizient, integriert und zukunftssicher. – Bild: Leannova GmbH & Co. KG

Automatisierung und IT-Integration

Die frühzeitige Berücksichtigung von Investitionen in Automatisierungslösungen etwa – fahrerlose Transportsysteme (FTS) oder Robotik sowie die Anbindung an moderne IT-Systeme (ERP, MES, WMS) – ermöglichen eine effiziente Steuerung der Wertschöpfungskette. So entstehen effiziente, skalierbare und resiliente Produktions- und Logistiksysteme. Die Integration von IoT, KI, AR/VR sowie Cloud-Computing eröffnet zusätzliche Potenziale für Transparenz, Steuerbarkeit und Innovation.

Ergonomie, Nachhaltigkeit und Compliance

Neben der reinen Effizienzsteigerung rücken ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Energieeffizienz und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften in den Fokus. Planungstools ermöglichen es, diese Anforderungen von Anfang an zu integrieren.

Vom digitalen Zwilling zur Masterplanung Ein moderner Planungsprozess gliedert sich in klar definierte Arbeitspakete und Meilensteine:

Analyse: Strategiefestlegung. Erfassung der Ist-Situation (2D/3D), Wertstromanalysen, IT-Architektur

– Grobplanung: Entwicklung und Bewertung von Konzept- und Layoutvarianten mit Planungs- und Simulationstools

– Detailplanung: Feinplanung am digitalen Zwilling, Ausschreibungen und Beschaffungen, Softwareauswahl, Erstellung von Investitions- und Umsetzungsplänen

Die Kombination macht’s

Die Kombination von digitalen Tools, simulationsgestützten Methoden und interdisziplinärer Zusammenarbeit hilft, Planungszeiten signifikant zu verkürzen, Konsolidierungsprüfungen frühzeitig zu integrieren und Investitionen abzusichern.

Zusammengefasst lassen sich also folgende Mehrwerte erzielen:

– Transparenz: Durch digitale Zwillinge und simulationsbasierte Planung werden Planungsprämissen nachvollziehbar und Investitionsentscheidungen belastbar.

– Effizienz: Reduzierte Planungszeiten, weniger Schnittstellen und die Möglichkeit zur Mehrfachverwendung von Modellen senken Kosten entlang der Errichtung und des Betriebs.

– Zukunftsfähigkeit: Die Integration moderner Technologien sichert die Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit der Produktions- und Logistiksysteme.

– Nachhaltigkeit: Energieeffizienz, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und die Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen werden von Anfang an mitgedacht.

– Produktivitätssteigerungen von 20 bis 50 Prozent, verbesserte Termintreue und Qualität, reduzierte Bestände und Kosten sind Ergebnisse, die mit einer solchen Fabrik- und Logistikplanung möglich sind. Eine strukturierte, digitale Herangehensweise hilft, Planungszyklen zu kürzen, Transparenz zu erhöhen und nachträgliche Korrekturen zu reduzieren – ein klarer Wettbewerbsvorteil in dynamischen Märkten.

Investitionen sichern, Zukunft produktiv gestalten

Fabrikplanung im Bestand wird komplexer, die Anforderungen an Verkettung, Nachhaltigkeit und Technik steigen. Neue Technologien helfen hier, Investitionen abzusichern und schaffen eine belastbare Basis für den späteren Betrieb. Die Kombination unterschiedlicher Tools und Technologien entlang des gesamten Planungsprozesses zeigt, welches Potenzial in der Digital-gestützen Fabrikplanung steckt. Die Umsetzung solcher Strukturen legt das Fundament für eine effiziente, zukunftssichere und resiliente Wertschöpfung.



  • Neue Partner für das MIP-Ökosystem

    Neue Partner für das MIP-Ökosystem

    Das MIP-Ökosystem von MPDV wächst. Der MES-Anbieter begrüßte in den vergangenen Monaten fünf neue Partner, die u.a. auf künstliche Intelligenz (KI) setzen.

    mehr lesen: Neue Partner für das MIP-Ökosystem

  • Druckbolzen in Stanzerei-Großwerkzeugen

    Druckbolzen in Stanzerei-Großwerkzeugen

    Die im Mai 2021 herausgegebene Richtlinie VDI 3002 ‚Druckbolzen in Stanzerei-Großwerkzeugen‘ liefert Empfehlungen zur Verwendung und Ausführung von Druckbolzen zur Kraftübertragung in Stanzerei-Großwerkzeugen.

    mehr lesen: Druckbolzen in Stanzerei-Großwerkzeugen

  • Hilfestellung für das Anlagen-Engineering

    Hilfestellung für das Anlagen-Engineering

    Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 ‚Engineering von Anlagen – Evaluieren und Optimieren des Engineerings‘ dient als Hilfestellung für Engineering-Organisationen und unterstützt sie dabei, Maßnahmen zur Weiterentwicklung zu identifizieren und auszuwählen. Die…

    mehr lesen: Hilfestellung für das Anlagen-Engineering

  • Paessler und Rhebo arbeiten zusammen

    Paessler und Rhebo arbeiten zusammen

    Der Netzwerk-Monitoring-Spezialist Paessler und Rhebo, Experte für Industrial Monitoring, wollen künftig zusammen arbeiten. Ziel ist es, Unternehmen ein Rundum-Monitoring ihrer IT- und OT-Umgebungen zu ermöglichen.

    mehr lesen: Paessler und Rhebo arbeiten zusammen

  • Automobilbranche verzeichnet Drei-Jahreshoch

    Automobilbranche verzeichnet Drei-Jahreshoch

    Zwar lief es im Mai besser für die deutschen Autobauer als noch im April, jedoch nimmt der Optimismus für die zukünftige Entwicklung ab. Laut Ifo Institut auch aufgrund des Chipmangels.

    mehr lesen: Automobilbranche verzeichnet Drei-Jahreshoch

  • Digitales Tool für sichere Cobots

    Digitales Tool für sichere Cobots

    Roboter und Menschen rücken in der Fertigung immer näher zusammen. Um dabei auch die Sicherheit zu gewährleisten, wurde im Forschungsprojekt COVR ein Toolkit entwickelt, das Unternehmen bei der sicheren Installation…

    mehr lesen: Digitales Tool für sichere Cobots

  • Cobotracks erhält Techman-Zertifizierung

    Cobotracks erhält Techman-Zertifizierung

    Cobotracks entwickelt und vertreibt 7-Achs-Lösungen für Cobots. Das belgische Unternehmen wurde nun von Techman zertifiziert.

    mehr lesen: Cobotracks erhält Techman-Zertifizierung

  • Anwendungsszenarien für den RPA-Einsatz

    Anwendungsszenarien für den RPA-Einsatz

    Robotic Process Automation kann manuelle Prozesse im Unternehmen beschleunigen. Doch wo genau setzt man die Technologie am besten ein? Hai Le, CEO von FPT Deutschland, gibt einen Überblick.

    mehr lesen: Anwendungsszenarien für den RPA-Einsatz

  • Erste Details zur Fusion von Procad und Keytech

    Erste Details zur Fusion von Procad und Keytech

    Procad-Geschäftsführer Gerhard Knoch erstmals mit Details zur Fusion der PLM-Softwareanbieter Procad und Keytech. Die Lösungen beider Firmen sollen weiter wie angekündigt gepflegt und aktualisiert werden, mit der Zeit aber zusammenwachsen.

    mehr lesen: Erste Details zur Fusion von Procad und Keytech

  • IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt im Mai

    IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt im Mai

    Gegenüber April hat das IAB-Arbeitsmarktbarometer um 2 Punkte zugelegt und erreicht so den höchsten Stand seit März 2018.

    mehr lesen: IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt im Mai

  • Gaia-X-Testbed in Kaiserslautern

    Gaia-X-Testbed in Kaiserslautern

    Die SmartFactory-KL, das DFKI und die TU-Kaiserslautern bauen ein Gaia-X-Testbed auf. Dabei soll ein gemeinsamer Datenraum für eine verteilte Produktion entstehen.

    mehr lesen: Gaia-X-Testbed in Kaiserslautern

  • Weltweite Investitionen in die Roboterforschung

    Weltweite Investitionen in die Roboterforschung

    Asien, Europa und Amerika passen mit der allmählichen Öffnung der Wirtschaft nach der Pandemie ihre Förderprogramme für die Robotikforschung an. Was aber sind die Ziele der offiziell betriebenen Regierungsprogramme heute?…

    mehr lesen: Weltweite Investitionen in die Roboterforschung