Per Low-Code zur datengetriebenen Produktion

Low Code software development platform technology concept. 3d illustration
Low Code software development platform technology concept. 3d illustrationBild: ©photon_photo/stock.adobe.com

Ein Problem datengetriebener Organisationen betrifft die Frage des Dateneigentums. Die Daten gehören meistens weiterhin den Maschinenherstellern, während Kunden, die die Maschine nutzen, nur eingeschränkten Zugriff darauf haben. Dieser Trend wird durch die zunehmende Verlagerung hin zu Geschäftsmodellen wie der Sharing Economy weiter verstärkt. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, Maschinen nicht mehr zu kaufen, sondern sie lediglich für eine bestimmte Zeit zu nutzen. Diese Einschränkung wirkt sich unmittelbar auf die Datenintegration aus, da der volle Nutzen der Maschinendaten ohne Verbindung zu den Geschäftsprozessen – wie Metadaten aus ERP- oder CRM-Systemen – nicht ausgeschöpft werden kann. Dies erschwert es, Transparenz über die Produktionsprozesse zu erlangen und datenbasierte Optimierungen vorzunehmen.

Proprietäre Schnittstellen erschweren die Integration

Ein weiteres technisches Hindernis sind fehlende standardisierte Schnittstellen. Das bedeutet, dass Maschinen unterschiedlicher Hersteller nicht nahtlos miteinander kommunizieren können. Viele Maschinenhersteller setzen auf proprietäre Systeme, was die Interoperabilität zwischen Maschinen verschiedener Hersteller behindert. Das führt zu einem Lock-in-Effekt, bei dem Unternehmen gezwungen sind, Maschinen des gleichen Herstellers zu kaufen, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.

Ein Blick in die Praxis zeigt, dass etwa Scada-Systeme oder Cloud-Plattformen eine Antwort auf dieses Problem sein können. Verschiedene Anbieter arbeiten daran, herstellerunabhängige Schnittstellen für ganze Maschinenparks zu schaffen. Auf solchen offenen Schnittstellen können Low-Code-Plattformen wie etwa Intrexx aufbauen. Damit lassen sich datengestützte Fachanwendungen erstellen, Produktions- und Geschäftsdaten miteinander verknüpfen und Abläufe intelligenter gestalten.

Low Code Businessman analyzing and monitoring technological development automation efficiency customization integration scalability
Bild: ©AD/stock.adobe.com

Cloud-Speicherung für die datenbasierte Produktion

Immer mehr Unternehmen verlagern ihre Produktionsdaten in die Cloud, was wiederum eine erleichterte Integration und Verknüpfung mit anderen Datenquellen verspricht. Laut Gartner werden bis 2025 etwa 80 Prozent der Industrieunternehmen ihre Produktionsdaten in die Cloud migrieren. Für datengetriebene Organisationen ist die Cloud-Speicherung wichtiger Faktor, um das Datenpotenzial voll auszuschöpfen.

Predictive Maintenance zu mehr Produktionssicherheit

Predictive Maintenance erkennt durch die kontinuierliche Überwachung von Maschinendaten potenzielle Probleme frühzeitig. Dies reduziert ungeplante Ausfallzeiten und erhöht die Produktionssicherheit.

Eine Studie von McKinsey zeigt, dass Predictive Maintenance die Wartungskosten um 10-40 Prozent senken und ungeplante Ausfallzeiten um bis zu 50 Prozent reduzieren kann. Dies setzt jedoch voraus, dass die Maschinendaten in Echtzeit verfügbar sind und mit anderen Systemen verknüpft werden können. Hier kommt die zentrale Bedeutung der Datenintegration zum Tragen: Werden Daten aus verschiedenen Quellen nahtlos zusammengeführt, können datengetriebene Organisationen das volle Potenzial von Predictive Maintenance ausschöpfen.

EU Data Act bringt neue Rahmenbedingungen für den Datenaustausch

Der EU Data Act zielt darauf ab, einen rechtssicheren Rahmen zu schaffen, der es Unternehmen ermöglicht, Daten sicher mit externen Partnern zu teilen, ohne dabei die Kontrolle über diese Daten zu verlieren. Gleichzeitig bietet der EU Data Act klare Regelungen für die Dateneigentümerschaft und den Zugriff, was die Grundlage für eine verstärkte Zusammenarbeit in der Industrie schafft. Hersteller waren bislang oft zögerlich, ihre Maschinendaten zu teilen, aus Angst, ihre Wettbewerbsposition zu schwächen. Langfristig wird der EU Data Act die Zusammenarbeit in der Fertigungsindustrie vereinfachen und den Weg für Innovationen ebnen, die auf der gemeinsamen Nutzung von Daten basieren.

Wie Low-Code hilft

Wer Zugriff auf die richtigen Daten in der richtigen Qualität hat, kann sich einen Marktvorteil verschaffen. Egal, ob es um die Maschinensteuerung, die Integration von KI-Services oder die Entwicklung von geschäftskritischen Anwendungen geht – Daten sind der Schlüssel. Low-Code-Plattformen unterstützen bei der Behebung von Integrationsproblemen auf Applikationsebene. Sie ermöglichen die zentrale Verbindung von isolierten Datenquellen und vernetzen unterschiedliche Systeme – wie Produktionssteuerung, ERP und CRM – miteinander. Stellen Maschinenhersteller ihre Daten über Cloud-Services oder Scada-Systeme bereit, können diese Daten integriert und für eine optimierte Steuerung und Effizienz genutzt werden.



  • Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

    Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

    25 Prozent der Unternehmen in Deutschland rechnen damit, dass in den kommenden fünf Jahren mehr Produktionsprozesse ausgelagert werden. Damit beschäftigen sich vor allem kleinere Unternehmen (bis 50Mio.€ Jahresumsatz). Etwa jede…

    mehr lesen: Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

  • Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

    Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

    Die Maschinenexporte aus Deutschland stabilisieren sich zunehmend. Im September verbuchten die Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland beim Exportgeschäft ein Minus in Höhe von 7,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Zeitraum Juli…

    mehr lesen: Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

  • 90 Anträge für Campusnetze

    90 Anträge für Campusnetze

    Mit Campusnetzen können Industrieunternehmen ihr eigenes 5G-Netzwerk betreiben. Ein Jahr nach Inkrafttreten der entsprechenden Vergabebedingungen sind bei der Bundesnetzagentur rund 90 Anträge eingegangen.

    mehr lesen: 90 Anträge für Campusnetze

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Um das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potential von künstlicher Intelligenz auszuschöpfen, müssen Menschen den Entscheidungen von KI-Systemen und den mit ihnen verbundenen Prozessen vertrauen. Dazu kann eine entsprechende Zertifizierung beitragen. Nach…

    mehr lesen: Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

  • SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    Die Innovationen der Automatisierung im Rampenlicht: Im Sonderteil GROSSER HERBST DER INNOVATIONEN des aktuellen SPS-MAGAZINs präsentieren die führenden Anbieter der Automatisierungstechnik die neuen Produkte und Lösungen, die sie eigentlich auf…

    mehr lesen: SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

  • Softeq eröffnet Innovation Lab

    Softeq eröffnet Innovation Lab

    Technologieentwicklung Softeq eröffnet Innovation Lab Das IT-Unternehmen Softeq, mit Hauptsitz in Houston und Dependance unter anderem in München, will mithilfe des Integrated Design and Management Program vom Massachusetts Institute of…

    mehr lesen: Softeq eröffnet Innovation Lab

  • Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Genua hat seine Cyber-Diode für OPC UA erweitert. Die Securitylösung lässt den Datentransfer ausschließlich in eine Richtung zu – in Gegenrichtung blockt sie jeden Informationsfluss ab.

    mehr lesen: Sicherer Datentransfer mit OPC UA

  • Thermografiekameras und deren Kalibrierung

    Thermografiekameras und deren Kalibrierung

    Praktisch alle im Handel erhältlichen Thermografiekameras zeigen für die Messpunkte im Kamerabild Temperaturwerte an. Jedoch ist nicht offengelegt, wie der Kalibrierprozess stattgefunden hat.

    mehr lesen: Thermografiekameras und deren Kalibrierung

  • Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

    Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

    Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die deutschen Industrieunternehmen zwar weniger Beschäftigte, im Vergleich zum August 2020 ist die Zahl der Beschäftigen jedoch erstmals seit einem Jahr wieder gestiegen.

    mehr lesen: Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

  • Webinarserie: IT&Production TechTalks

    Webinarserie: IT&Production TechTalks

    Im November starten die IT&Production-Fachmedien eine eigene Webinarserie – die IT&Production TechTalks. Jedes Webinar bietet drei Vorträge zu einem Schwerpunktthema – u.a. MES/MOM (24. November), Robotic Process Automation (26. November),…

    mehr lesen: Webinarserie: IT&Production TechTalks

  • Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

    Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

    Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 ‚Engineering von Anlagen‘ wurde überarbeitet und an den Stand der Technik, insbesondere an I4.0-Vorgaben, angepasst. Die Reihe unterstützt Engineering-Organisationen dabei, geeignete Maßnahmen zur gezielten Weiterentwicklung der…

    mehr lesen: Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert