Aftermarket neu ausgerichtet: Dynamische Preise für 350.000 Ersatzteile

Syncron Imagery 1
Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com

Auf dem Aftermarket geht der Trend in Richtung Serviceökonomie: Wer Kunden langfristig behalten will, muss nicht nur gute Produkte zu guten Preisen liefern, sondern braucht auch die Infrastruktur, um zu diesen Produkten exzellenten Service zu bieten. Doch während die Ansprüche der Kunden stetig wachsen, müssen Aftermarket-Akteure sich auf allen Ebenen mit steigenden Kosten sowie unsicheren Lieferketten auseinandersetzen. Die Herausforderung besteht also darin, unter schwierigen Bedingungen für Effizienz zu sorgen und gleichzeitig den Kundenservice nicht aus den Augen zu verlieren. Tatsächlich besteht zwischen beiden Zielen ein Zusammenhang: Dringen Probleme in der Logistik oder bei der Preisbildung nach außen kann dies das Verhältnis zum Kunden belasten.

Traditionelle Modelle geraten ins Hintertreffen

Michael Möhnle ist Head of Pricing bei der BSH Home Appliances Group (ehemals Bosch und Siemens Hausgeräte). Er und seine Kollegen sind dafür verantwortlich, dass mehr als 350.000 Ersatzteile zur richtigen Zeit, zum richtigen Preis am richtigen Ort sind. „Ein täglicher logistischer Balletttanz“, sagt er. „Wir beobachten auf dem Markt dramatische Veränderungen, vor deren Hintergrund traditionelle Geschäftsmodelle nicht mehr den Anforderungen gerecht werden. Durch diese Entwicklungen sind unsere Gewinnmargen stark geschrumpft, wodurch wir uns gezwungen sahen, passende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“ Im Jahr 2019 begann daher die Kooperation mit Syncron im Reparatur- und Ersatzteilgeschäft.

BSH denkt Preisgestaltung neu

Durch die veränderten Marktbedingungen mussten Möhnle und sein Team sämtliche bisherige Geschäfts- und Pricingprozesse neu durchdenken. „Mit Syncron waren wir in der Lage, ein zentrales Preisgestaltungssystem sowie einheitliche Bedingungen für ganz Europa zu schaffen. Das Ergebnis war ein transparenter und fairer Markt, ein ‚gleiches Spielfeld‘ für alle B2B-Partner, durch europaweit harmonisierte Listenpreise, begleitet von einer gleichmäßig angewendeten, leistungsbasierten und vollständig objektiven regelmäßigen (Re-)Evaluierung.“

Auch Prozesse umgestaltet

Dafür musste BSH von einem kostenbasierten zu einem wertbasierten, dynamischen und wettbewerbsorientierten Pricing-Modell wechseln. Hier war eine Neuausrichtung von Organisationsprozessen und Management nötig. „Die Unterstützung von Syncron hat zum erfolgreichen Verlauf des Projekts beigetragen. Sie haben für uns Software entwickelt, die individuell auf unsere spezifischen Bedürfnisse ausgerichtet sind“, sagt Möhnle „Die Implementierung sowie der fortlaufende Support im Servicebereich tragen dazu bei, dass wir dynamisch auf neue Marktentwicklungen reagieren können.“. Die Flexibilität der Software habe die digitale Transformation bei BSH substanziell vorangebracht.

Seiten: 1 2



  • Phoenix Contact etabliert Position des Chief Sales Officer

    Phoenix Contact etabliert Position des Chief Sales Officer

    Phoenix Contact etabliert neuen Chief Sales Officer zur globalen Ausrichtung des Vertriebs. Stephan Volgmann übernimmt Verantwortung für Marktstrategie und Kundennähe.

    mehr lesen: Phoenix Contact etabliert Position des Chief Sales Officer

  • Deutsche Hersteller mit Rekordinvestitionen in Digitalisierung

    Deutsche Hersteller mit Rekordinvestitionen in Digitalisierung

    Rockwell Automation hat die deutschen Ergebnisse seines elften ‚State of Smart Manufacturing Reports‘ veröffentlicht.

    mehr lesen: Deutsche Hersteller mit Rekordinvestitionen in Digitalisierung

  • Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

    Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

    Die Proalpha Group, ein Anbieter von ERP- und Business Software, beruft Michael Wüstemeier (Bild) für die neugeschaffene Position des Chief Revenue Officers (CRO).

    mehr lesen: Proalpha ernennt Chief Revenue Officer

  • Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

    Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

    Die Wirtschaftlichkeit großer Sprachmodelle steht kurz davor, mit der Unternehmensrealität zu kollidieren, schreibt Pegasystems-CEO Alan Trefler (Bild).

    mehr lesen: Die Ära der kostenlosen KI ist vorbei

  • Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

    Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

    Im Zuge des 25-jährigen Bestehens der SimPlan Integrations hat die SimPlan Group angekündigt, dass im Jahr 2028 ein geplanter Geschäftsführerwechsel beim Tochterunternehmen stattfinden wird.

    mehr lesen: Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

  • Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

    Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

    Laut VDMA-Ausbildungsumfrage steht die duale Ausbildung im Maschinen- und Anlagenbau auf einem stabilen Fundament und punktet mit hochmotivierten und zufriedenen Ausbilderinnen und Ausbildern.

    mehr lesen: Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

  • Forterro übernimmt 3E Datentechnik

    Forterro übernimmt 3E Datentechnik

    Forterro, ein europäischer Anbieter von Industriesoftware, hat die geplante Übernahme des Software-Spezialisten 3E Datentechnik bekannt gegeben, dessen Software bei der Konstruktion und Herstellung von Fenstern und Türen zum Einsatz kommt.

    mehr lesen: Forterro übernimmt 3E Datentechnik

  • AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

    AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

    Das Forschungsprojekt AutoSim vereinfacht die Erstellung von Simulationsmodellen für die Produktion. Es kombiniert intelligente Datenverarbeitung mit interoperablen Informationsmodellen.

    mehr lesen: AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

  • SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

    SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

    SAP investiert in die KI-Automatisierungsplattform n8n, wodurch sich die Bewertung des in Berlin ansässigen Startups auf 5,2Mrd.US$ erhöht und somit mehr als verdoppelt.

    mehr lesen: SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

  • BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

    BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

    Unter der Federführung des BSI und der italienischen Cybersicherheitsbehörde ACN haben die Cybersicherheitsbehörden der G7-Staaten unter Mitwirkung der EU Kommission eine Richtlinie zur Software Bill of Materials (SBOM) for AI…

    mehr lesen: BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

  • Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

    Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

    Künstliche Intelligenz automatisiert längst digitale Prozesse. Jetzt übernehmen Roboter auch physische Routinen. Was das für die Menschen bedeutet, beleuchtet Sören Michl, Vice President AI Adoption bei IFS.

    mehr lesen: Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

  • Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

    Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

    Seit mehr als 60 Jahren gilt das ‚Bellsche Theorem‘ als Goldstandard, um zu zeigen, dass die Quantenmechanik den Regeln der klassischen Physik widerspricht.

    mehr lesen: Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?