Die Verwaltungsschale in die Praxis bringen

00212374 full b5000
Bild: Graphic Group Mensch & Medien GmbH

Um für Transparenz in technischen Systemen zu sorgen, ist der geplante und verbaute Ist-Zustand der Anwendung zu ermitteln und zu dokumentieren. Dazu dient das Asset Management spezieller IT-Systeme, die etwa mit ERP- oder PLM-Systemen gekoppelt sind. Das Asset Management beantwortet Fragen wie: Welche Komponenten sind im betriebenen System installiert? Welchen Versionsstand haben die Produkte? Gibt es seitens des Herstellers neue Informationen zu den Geräten, Änderungsmitteilungen, Produkterweiterungen oder Abkündigungen? Was trägt zu einer Erhöhung der Verfügbarkeit bei? Diese Informationen müssen möglichst schnell und entscheidungskräftig zur Verfügung stehen. Aufgrund der zahlreichen verbauten Komponenten unterschiedlicher Hersteller steigt der Informationsbedarf stetig. Deren derzeit oft manuelle Pflege erweist sich als Herausforderung und ist vielfach kaum prozesssicher realisierbar.

Standardisierte Datenlogistik

Abhilfe kann eine kostengünstige und weltweit genormte Anbindung zwischen den Unternehmen schaffen, die als Datenlogistik deren IT- und OT-Systeme miteinander koppelt. Die Asset Administration Shell (AAS) – auch als Verwaltungsschale bezeichnet – liefert dafür eine entsprechende Technologie. Die AAS-Architektur deckt die täglichen Aufgabenstellungen der Komponentenhersteller, Integratoren, Maschinenbauer und Anwender ab. Sie ermöglicht einen standardisierten Datentransport zwischen einzelnen Unternehmen, innerhalb der Unternehmens-IT sowie über die OT-Integration bis in die Komponentenebene. Ein Beispiel stellt die Product Change Notification (PCN) dar, die interoperabel über eine Vielzahl von Herstellern automatisierbar zur Verfügung gestellt wird. In den empfangenden IT-Systemen angekommen, lässt sich die PCN beispielsweise im Asset Management weiter nutzen. Physikalische Güter werden in standardisierten Containern auf der Grundlage von einheitlichen Schnittstellen zu den Transportsystemen über den kompletten Transportweg befördert. Analog dazu fungiert die AAS mit dem AAS-API (Application Programming Interface) als digitales Transportverfahren. Die zugrunde liegende AAS-Architektur ist in der IEC63278 Teil 1 bis 5 beschrieben und als Open Source Code verfügbar.

Optimieren und sparen mit AAS-Teilmodellen

Ergänzend zum Container-Beispiel umfasst die AAS-Datenlogistik eine Standardisierung der Inhalte. Diese werden in der Industrial Digital Twin Association (IDTA) international sowie unter Einbindung bestehenden Normen standardisiert und als AAS-Teilmodelle organisiert. Die Teilmodelle standardisieren beispielsweise Produktbeschreibungen wie das Typenschild, technische Daten, Anwenderdokumentationen oder Zertifikate. Sie stehen als Datenmodell zur automatisierbaren Verwendung bereit. Entstanden sind die Teilmodelle aus der Notwendigkeit, produktive Prozesse zu verbessern und sicherer zu gestalten, Kosten zu reduzieren und die Innovationsfähigkeit durch einen einheitlichen Datenfluss inhärent zu ermöglichen. Dies schließt auch regulatorische Anforderungen wie den Cyber Resilience Act sowie die Produktkennzeichnung und Ausweisung von Inhaltsstoffen oder CO2-Angaben als Digital Product Passport (DPP4.0) ein. Abgesehen von der automatisierbaren AAS-Datenlogistik zwischen den IT-Systemen wird die Handhabung zum Nutzer vereinfacht. Am Beispiel von Software-Updates lässt sich der Vorteil des Gesamtprozesses verdeutlichen.

Firmwares aktualisieren

Zahlreiche IT-Komponenten verfügen über eine Firmware, die sich aktualisieren lässt. Häufig handelt es sich bei Firmware-Updates um Fehlerkorrekturen, u.a. im Kontext der IT-Security. Derartige Fehlerkorrekturen sind besonders wichtig. Denn neben der Realisierung der regulatorischen Anforderungen des EU Cyber Resilience Acts lassen sich potenzielle Schwachstellen bereinigen, die für einen Cyber-Angriff genutzt werden könnten. Die Verantwortung für die IT-Security einer Maschine oder Anlage liegt oftmals beim Integrator, der diese mit Gesamt-Software-Updates versorgt. Die Herausforderung des Integrators besteht darin, aktuelle Informationen zu den verwendeten Komponenten zu haben. Das können Datenblätter oder die neusten Firmware-Updates sein. Daten über die eingesetzten Komponenten werden meist einmalig in das PLM-System des Integrators importiert. Häufig ist dies ein manueller Prozess. Eine anstandslose Aktualisierung der Daten im PLM-System erfolgt daher selten oder gar nicht. Dennoch erfährt der Integrator in der Regel von Produktänderungen. Dies passiert beispielsweise durch eine aktive Kommunikation des Vertriebs des Komponentenherstellers mit dem Einkauf des Integrators, durch E-Mail-Benachrichtigungen oder Online-Plattformen von Dienstleistern, die Änderungshinweise verschiedener Komponentenhersteller zur Verfügung stellen.

Seiten: 1 2



  • Abschwung erfasst Robotik und Automation

    Abschwung erfasst Robotik und Automation

    Der VDMA Robotik + Automation rechnet für das laufende JaHr mit einem Umsatzminus von fünf Prozent und auch für das nächste Jahr geht der Verband von einem weiteren Rückgang aus.

    mehr lesen: Abschwung erfasst Robotik und Automation

  • Ifo-Geschäftsklima-Index legt um 0,3 Punkte zu

    Ifo-Geschäftsklima-Index legt um 0,3 Punkte zu

    Die deutschen Manager blicken im November etwas positiver in die Zukunft als noch im Vormonat. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts legte leicht, 0,3 Punkte, zu.

    mehr lesen: Ifo-Geschäftsklima-Index legt um 0,3 Punkte zu

  • Monika Pienkos leitet Produktentwicklung bei Itac

    Monika Pienkos leitet Produktentwicklung bei Itac

    Itac Software hat Monika Pienkos die Leitung der Software- und Produktentwicklung übertragen. Die Diplom-Informatikerin kommt von CompuGroup Medical Deutschalnd zum MES-Sepzialisten.

    mehr lesen: Monika Pienkos leitet Produktentwicklung bei Itac

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Keine Datengrundlage für besseren Service

    Keine Datengrundlage für besseren Service

    Vielen Unternehmen fehlt die nötige Datengrundlage, um ihre Serviceangebote zu verbessern. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Bearing Point hervor. Demnach haben 40 Prozent der befragten Unternehmen keinen oder…

    mehr lesen: Keine Datengrundlage für besseren Service

  • Maintenance in Dortmund

    Maintenance in Dortmund

    Die Maintenance geht 2020 ins mittlerweile elfte Jahr. Vom 12. bis zum 13. Februar werden rund 220 Aussteller in den Dortmunder Messehallen erwartet.

    mehr lesen: Maintenance in Dortmund

  • Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

    Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

    Die Nutzung von privaten 5G-Frequenzen kann beginnen. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mitteilt, können Unternehmen ab sofort Anträge stellen.

    mehr lesen: Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

  • Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

    Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

    Seit Anfang November ist Frank Steinhoff (Bild) neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation. Er ist am Hauptsitz des Unternehmens in Haar bei München tätig.

    mehr lesen: Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

  • Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

    Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

    Nach dem Start der Frequenzvergabe für industrielle und landwirtschaftliche 5G-Netze äußern sich die vier Industrieverbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI in einer gemeinsamen Pressemitteilung zu den Vergabebedingungen.

    mehr lesen: Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

  • Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

    Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

    Die Abkühlung der Weltwirtschaft hinterlässt Bremsspuren in den deutschen Maschinenexporten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres legten die Auslieferungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts um nominal 0,6% oder 0,82Mrd.€…

    mehr lesen: Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

  • Automation trifft Software

    Automation trifft Software

    Vom 26. bis zum 28. November 2019 wird das Nürnberger Messegelände zum Branchentreff der Automatisierungstechnik. Dabei weist die SPS – Smart Production Solutions in diesem Jahr erstmals bereits im Namen…

    mehr lesen: Automation trifft Software

  • Branchentreff in Hamburg

    Branchentreff in Hamburg

    Die Nortec – Fachmesse für Produktion lädt vom 21. bis zum 24. Januar nach Hamburg ein. Unter dem Motto ‘Zukunft? Läuft!‘ finden Besucher Lösungen und Technologien für eine moderne Produktion.

    mehr lesen: Branchentreff in Hamburg