Studie identifiziert CO2-Einsparpotenzial digitaler Technologien

image 15
(Bild: BITKOM e.V./Accenture Dienstleistungen GmbH)

Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom, kann der jährliche CO2-Ausstoß in Deutschland im Jahr 2030 um rund 73Mio.t. reduziert werden, sofern sich die Digitalisierung beschleunigt. Wie die Autoren mitteilen, handelt es sich dabei um einen Netto-Effekt, der die CO2-Emissionen durch die Nutzung dieser Technologien u.a. von Rechenzentren und Endgeräten bereits berücksichtigt.

Schreitet die Digitalisierung im bisherigen Tempo fort, lassen sich laut Studienergebnis im Jahr 2030 Einsparungen von rund 50Mio.t CO2 erzielen, was 16 Prozent der Zielvorgabe entspricht. 2022 lag Deutschlands CO2-Ausstoß noch bei 746Mio.t, 2023 laut Prognose bei 673Mio.t, 2030 soll er 438Mio.t betragen.

In der Studie wird anhand dreier Projektionen zum künftigen CO2-Austoß untersucht, welchen Effekt der Einsatz digitaler Technologien in den Sektoren Energie, Gebäude, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft haben könnte. Die Szenarien umfassen eine pessimistische Projektion hoher CO2-Emissionen, eine optimistische Projektion niedriger Emissionen, sowie einer Projektion, die mittlere CO2-Emissionen betrachtet.

Die Studienverantwortlichen gehen auch der Frage nach, welcher CO2-Ausstoß von den digitalen Technologien selbst ausgeht. Der Betrieb der Technologien, aber auch von Endgeräten wie Bildschirmen, Computern oder Tablets sowie der Betrieb der Netzinfrastruktur und der Rechenzentren verursacht mittelbar CO2-Emissionen. Wird die Digitalisierung beschleunigt vorangetrieben, prognostizieren die Studienverantwortlichen für die fünf Sektoren einen CO2-Fußabdruck digitaler Technologien in Höhe von 3,8Mio.t. Setzt sich die Digitalisierung im bisherigen Tempo fort, liegt er bei 2,1Mio.t.

Die Ergebnisse der Sektoren im Überblick:

Industrie: Für die industrielle Fertigung prognostizieren die Studienverantwortlichen Einsparungen von bis zu 12,7Mio.t. CO2 bei einer beschleunigten Digitalisierung im Jahr 2030. 5,6Mio.t. könnten es bei einem Standard-Digitalisierungstempo sein. Als maßgebliche Technologie nennt die Studie zum einen die Automatisierung und Vernetzung in der Produktion. Zum anderen sehen die Analysten im digitalen Zwilling Potenzial für CO2-Einsparungen. Durch die Technologie könne massiv Material, Energie und Ressourcen gespart werden, schreiben die Studienautoren.

Energie: Für den Energiesektor prognostizieren die Analysten das größte CO2-Einsparpotenzial. Laut Studie lassen sich hier bis zu 26,4Mio.t CO2 bei einer beschleunigten Digitalisierung und 24,5Mio.t CO2 bei einer Standard-Digitalisierung im Jahr 2030 einsparen. Als ausschlaggebende Technologien sehen die Studienverantwortlichen Smart Grids sowie die smarte Produktion erneuerbarer Energien.

Gebäudesektor: Bei einer Standard-Verbreitung smarter Gebäudetechnologien im privaten und gewerblichen Umfeld könnten laut Bitkom-Studie in 2030 rund 12,4Mio.t. CO2 eingespart werden. Bis zu 18,3Mio.t sind es, wenn die Verbreitung smarter Technologien beschleunigt vorangetrieben wird.

Verkehr: Bis zu 9,3Mio.t. CO2 bei einer beschleunigten Digitalisierung und bis zu 3,5Mio.t. CO2 bei einer Standard-Digitalisierung könnten im Jahr 2030 im Verkehrssektor eingespart werden. Potenziale liegen hier laut Studie vor allem in einem digitalen Verkehrsnetz und einer digitalen Verkehrsoptimierung.

Landwirtschaft: Mithilfe digitaler Applikatoren und einer Analyse des Bodens könnten hier etwa die Auswirkungen der Herstellung und Ausbringung von Düngemitteln reduziert werden. Ein großer Effekt könne auch in der Nutztierhaltung erzielt werden, schreiben die Autoren. Insgesamt identifizieren die Studienverantwortlichen durch den Einsatz der Technologien eine Reduzierung des Ausstoßes von bis zu 6Mio.t. CO2 bei einer beschleunigten und bis zu 3,5Mio.t CO2 bei einer Standard-Digitalisierung.



  • Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

    Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

    Das Gesenkschmieden ist ein traditionsreiches Fertigungsverfahren zur Herstellung von Metallteilen mit komplexen Formen. Sollen große Metallteile hergestellt werden, sind robuste und schwere Gesenke erforderlich. Deren Wechsel dauert oft mehrere Stunden…

    mehr lesen: Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

  • Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

    Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

    Weidmüller hat bekannt gegeben, dass sich die Hamburger Joachim Herz Stiftung im Rahmen einer Kapitalerhöhung an dem Unternehmen beteiligt.

    mehr lesen: Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

  • Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

    Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

    Trotz zunehmender Cyberangriffe haben Fertigungsunternehmen laut einer Studie von EasyDMARC Defizite beim Schutz gegen Phishing- und Spoofing-Angriffe.

    mehr lesen: Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

    Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

    Deutsche Führungskräfte wollen dem Hype um künstliche Intelligenz (KI) folgen, so das Ergebnis einer Studie von IFS. Die Unternehmen sind jedoch noch nicht in der Lage, die Erwartungen an die…

    mehr lesen: Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

  • Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

    Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

    Die Unternehmen Trumpf und SiMa.ai entwickeln KI-Chips und Software zur Verbesserung von Schweiß-, Schneid- und Markierprozessen. Die Technologie soll für effizientere Laseranwendungen sorgen.

    mehr lesen: Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

  • Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

    Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

    Werkzeugbahnen für Zerspanprozesse in CAM-Systemen zu planen erfordert Expertenwissen. Viele Parameter müssen bestimmt und geprüft werden, um die Bahnplanung Schritt für Schritt zu optimieren. Im Projekt CAMStylus arbeiten die Beteiligten…

    mehr lesen: Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

  • Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Die Agentur Strobl als Veranstalter des Automatisierungstreffs hat für die diesjährige Ausgabe im April ein positives Fazit gezogen.

    mehr lesen: Automatisierungstreff wieder erfolgreich

  • TXOne ernennt neuen CRO

    TXOne ernennt neuen CRO

    Stephen Driggers, zuletzt CRO bei Nozomi Networks, heuert bei TXOne Networks an und übernimmt dort ebenfalls die Position des Chief Revenue Officers.

    mehr lesen: TXOne ernennt neuen CRO

  • VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    Auf dem 25. VDI-Kongress Automation haben die mehr als 350 Teilnehmenden unter dem Motto ’AI beats Automation?‘ über Zukunftstrends diskutiert.

    mehr lesen: VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

  • Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Durch NIS2 und KRITIS-Dachgesetz erweitert sich die Zahl der regulierten Organisationen auf über 30.000. Der Eco Verband gibt Unternehmen daher Tipps an die Hand, wie sie die Cyber-Resilienz ihrer industrieller…

    mehr lesen: Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

  • GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    Im Projekt GenISys entwickeln Forschende der Bergischen Universität gemeinsam mit zwei Praxispartnern generative KI-Modelle, mit denen der Bau von Abfüllanlagen zukünftig intelligenter und ressourcenschonender vonstatten gehen soll.

    mehr lesen: GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen